Lernverhalten

Aus Hunde-Wissen
Version vom 4. Februar 2006, 23:11 Uhr von Caren (Diskussion | Beiträge)

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Motivation und mögliche Verstärker (Belohnungen)

Wenn man sich für Hundetraining ohne Anwendung von Gewalt, Druck und Zwang entschieden hat merkt man, dass das Zauberwort Motivation heißt. Je motivierter der Hund ist, umso lieber arbeitet er mit uns. Und umso schneller lernt er! Das merken wir an uns selber: Die Arbeit geht uns leichter von der Hand, wenn wir sie mit Spaß und Freude ausführen. Unsere Motivation ist dabei nicht selten ein gutes Gehalt.

Um unseren Hund zu motivieren machen wir uns seine natürlichen Triebe (angeborene Verhaltensweisen) zu nutze: Spiel,- Beute- und Fresstrieb. In der freien Natur tut der Wolf nichts ohne Grund. Er jagt und fängt Beute, weil er Hunger hat. Damit befriedigt er gleichzeitig alle drei oben genannten Triebe.

Es spricht also völlig gegen seine Natur etwas „umsonst“ zu tun – schon gar nicht die Dinge, die wir Menschen von ihm verlangen. Man hört auf dem Hundeplatz immer wieder: „ Das tut er/sie jetzt ja nur, weil ich das Stück Käse habe“. Ja, und?! Aus welchem Grund sollte der Hund es denn sonst tun? Es ist falsch, ein Vorsitz zu erwarteten und zu glauben, der Hund tut das, weil er uns so gern hat! Arbeiten wir etwa, weil wir unseren Chef so nett finden? Kein ausgebildeter Rettungshund geht auf Suche nach dem Opfer, weil er weiß, es braucht seine Hilfe. Der Hund sucht, weil ihm beigebracht wurde, dass er für ein Auffinden und Anschlagen eine leckere Belohnung oder ein tolles Spielzeug bekommt! Diese Motivation ist der Garant dafür, dass der Hund auch nach vielen Trainingsjahren noch seine Arbeit macht. Mit Druck und Zwang wäre das niemals möglich.

Wir müssen als erstes herausfinden, womit wir unseren Hund motivieren können. Das kann auch von Übung zu Übung unterschiedlich sein. Ein „Platz bleib“ mit einem Ball in der Hand kann für einen jungen, ballverrückten Hund schon fast eine Quälerei sein. Ein Leckerchen ist hier bestimmt besser. Beim „bei Fuß“ gehen hingegen, kann ein Ball Schwung und Tempo in die Übung bringen.

Das Spielzeug, mit dem wir arbeiten wollen, bleibt interessanter, wenn der Hund es nur beim Arbeiten bekommt, es also nicht zu Hause herumliegt. Es wird damit zum „Prägespielzeug“, das es nur zusammen mit dem Hundeführer gibt. Der Hundeführer sollte immer die Möglichkeit haben, das Spielzeug am anderen Ende festzuhalten, am besten sind Baumwolltaue, Bälle mit Band dran, Beißwürste mit Griff oder ähnliches. Ein Motivationsspiel sollte immer ein „Zusammenspiel zwischen Mensch und Hund“ sein. Wirft man z.B. den Ball nur weg, spielt der Hund in Entfernung vom Hundeführer mit dem Ball, aber nicht mehr mit ihm.

Die Futterbelohnung sollte immer etwas ganz Besonderes sein, nicht das alltägliche Trockenfutter! Je heißer der Hund auf das Leckerchen ist, desto stärker ist seine Motivation! Damit macht der Hundeführer es sich einfacher. Es lohnt sich also, Hühnchen anzubraten oder Leberwurst auf Brotstücke zu schmieren. Es gibt Hundeführer die vor einer Rettungshundeprüfung zu McDonalds fahren, um ihrem Hund einen Hamburger zu kaufen!

Die Futterbelohnung sollte weich sein. Es wird viel und schnell belohnt, der Hund soll sich nicht verschlucken. Selbstverständlich zieht man die Belohnungen von der eigentlichen Mahlzeit wieder ab. Futterstücke ganz klein schneiden, der Hund soll nicht satt werden, sondern immer das Gefühl haben „da will ich noch mehr von“. Schließlich wollen wir ihn nicht über den Platz rollen müssen!

Nicht vergessen sollte man aber, dass ein ehrlich gemeintes verbales Lob auch eine starke Motivation für den Hund sein kann. Wenn Herrchen/Frauchen so richtig ausflippen vor Freude, gibt der Hund sich beim Lernen noch mal so viel Mühe.

Alle Hilfsmittel/Verstärker (Futter, Spielzeug) werden, wenn die Übungen sitzen, auf ein „normales Maß“ zurück geschraubt.



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