Rettungshundearbeit

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Am besten ist es natürlich, wenn man mit einem Welpen anfängt. Natürlich geht das aber auch mit älteren Hunden.
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Das Wichtigste: der Hund muss fremde Menschen über alles lieben, extrem spielfreudig sein oder wahlweise verfressen. Er sollte mittelgross sein, ein sicheres Wesen besitzen, einen sehr starken Finderwillen haben und ein gutes Mittelmaß zwischen Eigenständigkeit und Führigkeit.
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Die Ausbildung dauert ca. 2 Jahre. Im ersten Jahr steht die sogenannte "Opferbindung" im Mittelpunkt. Das heißt, dass der Hund im Spiel mit der Fremdperson und später beim Verbellen der Fremdperson die Welt um sicher herum vergessen lernt. Jegliche Einwirkung einschließlich des eigenen Hundeführers muss dem Hund egal sein. Verbellt der Hund die Fremdperson in allen erdenklichen "Opferschemata" (das heißt: sitzend, kriechend, nach Alkohol stinkend, um sich schlagend, schreiend etc.), beginnt der Suchaufbau, der ca. 10% der Ausbildung ausmacht.
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Am Anfang sieht der Hund die Person noch weglaufen, das wird nach und nach abgebaut. Das Suchen muss man dem Hund nicht beibringen, dass kann jeder Hund.
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Hinzu kommt jetzt noch der Aufbau des sogenannten "intelligenten Ungehorsams", das heißt, dass der Hund sobald er eindeutige Witterung hat bzw. sich bei dem Opfer befindet, sich nicht mehr abrufen lassen darf.
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Der Hundeführer muss allerelei Ausbildungen machen. Er ist ausgebildeter Sanitäter, Funksprechberechtigung, Einsatztaktik, Erste Hilfe am Hund etc. etc.
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Die Prüfung besteht aus folgenden Teilen: Fachfragentest für den Hundeführer, Verweisprüfung (da wird geschaut, ob der Hund an der Person "sauber" ist, also nicht bedrängt), die Unterordnung (Freifolge, Sitz, Platz, Steh aus der Bewegung, Voraussenden mit Platz und Ablage, Tragen durch Fremdperson), bei Trümmerhunden noch die Gerätearbeit (Wippe, Fassbrücke, Tunnel, Leiter) und am Ende dann die Suche: 20 Minuten zum Auffinden von bis zu zwei Personen in einem Waldgebiet von 30.000 qm.
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Diese Prüfung muss jedes Jahr wiederholt werden. Die Prüfung stellt eine Minimalanforderung dar. Die tatsächliche Einsatzfähigkeit wird von den Ausbildern festgelegt.

Version vom 13. Februar 2006, 22:20 Uhr

Am besten ist es natürlich, wenn man mit einem Welpen anfängt. Natürlich geht das aber auch mit älteren Hunden.

Das Wichtigste: der Hund muss fremde Menschen über alles lieben, extrem spielfreudig sein oder wahlweise verfressen. Er sollte mittelgross sein, ein sicheres Wesen besitzen, einen sehr starken Finderwillen haben und ein gutes Mittelmaß zwischen Eigenständigkeit und Führigkeit.

Die Ausbildung dauert ca. 2 Jahre. Im ersten Jahr steht die sogenannte "Opferbindung" im Mittelpunkt. Das heißt, dass der Hund im Spiel mit der Fremdperson und später beim Verbellen der Fremdperson die Welt um sicher herum vergessen lernt. Jegliche Einwirkung einschließlich des eigenen Hundeführers muss dem Hund egal sein. Verbellt der Hund die Fremdperson in allen erdenklichen "Opferschemata" (das heißt: sitzend, kriechend, nach Alkohol stinkend, um sich schlagend, schreiend etc.), beginnt der Suchaufbau, der ca. 10% der Ausbildung ausmacht.

Am Anfang sieht der Hund die Person noch weglaufen, das wird nach und nach abgebaut. Das Suchen muss man dem Hund nicht beibringen, dass kann jeder Hund.

Hinzu kommt jetzt noch der Aufbau des sogenannten "intelligenten Ungehorsams", das heißt, dass der Hund sobald er eindeutige Witterung hat bzw. sich bei dem Opfer befindet, sich nicht mehr abrufen lassen darf.

Der Hundeführer muss allerelei Ausbildungen machen. Er ist ausgebildeter Sanitäter, Funksprechberechtigung, Einsatztaktik, Erste Hilfe am Hund etc. etc.

Die Prüfung besteht aus folgenden Teilen: Fachfragentest für den Hundeführer, Verweisprüfung (da wird geschaut, ob der Hund an der Person "sauber" ist, also nicht bedrängt), die Unterordnung (Freifolge, Sitz, Platz, Steh aus der Bewegung, Voraussenden mit Platz und Ablage, Tragen durch Fremdperson), bei Trümmerhunden noch die Gerätearbeit (Wippe, Fassbrücke, Tunnel, Leiter) und am Ende dann die Suche: 20 Minuten zum Auffinden von bis zu zwei Personen in einem Waldgebiet von 30.000 qm.

Diese Prüfung muss jedes Jahr wiederholt werden. Die Prüfung stellt eine Minimalanforderung dar. Die tatsächliche Einsatzfähigkeit wird von den Ausbildern festgelegt.



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