Vergiftungen

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Waldholunder (Sambucus nigra): schwarze, beerenartige Steinfrucht, Beeren rufen Erbrechen und starken Durchfall hervor. Erstversorgung: Tierkohle eingeben.  
 
Waldholunder (Sambucus nigra): schwarze, beerenartige Steinfrucht, Beeren rufen Erbrechen und starken Durchfall hervor. Erstversorgung: Tierkohle eingeben.  
  
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Version vom 27. Januar 2006, 19:34 Uhr

Vergiftungen

Grundsätzlich empfiehlt es sich in allen Vergiftungsfällen, auch wenn es sich nur um einen Verdacht handelt, mit einem Tierarzt Kontakt aufzunehmen.

Zuerst weitere Giftaufnahme abstellen

  • Verhindern Sie, dass das Tier weiterfrißt
  • Versuchen Sie Erbrechen (siehe "Erbrechen auslösen") hervorzurufen
  • Tierkohle eingeben
  • Bei äußerlicher Verunreinigung waschen Sie das Tier mit lauwarmem Wasser

Haben Tiere Säuren oder Laugen verschluckt, geben Sie dem Tier reichlich Wasser ein. Dies setzt aber voraus, dass das Tier bei Bewußtsein ist.

Bevor Sie zum Tierarzt fahren, sichern Sie folgende Informationen: Produktbeschreibung des Giftes

  • Probe des Giftes, wenn vorhanden
  • Zeitpunkt der Giftaufnahme
  • Menge des aufgenommen Giftes
  • Erbrochenes sicherstellen, wenn man einen Giftnachweis durchführen will


Wie löst man Erbrechen aus?

Achtung!!! Versuchen Sie dies nur, wenn das Tier bei Bewußtsein ist, keine Krämpfe zeigt und schlucken kann. Ansonsten besteht Erstickungsgefahr!

Lösen Sie 3 Teelöffel Salz in einer halben Tasse warmem Wasser auf, und geben Sie dem Tier je nach Größe 2-4 Teelöffel davon ein.


Wann darf Erbrechen nicht ausgelöst werden?

Erbrechen darf nur dann ausgelöst werden, wenn keine Komplikationen zu befürchten sind. Nach der Aufnahme von stark arrodierenden Substanzen (starke Säuren, Laugen, Phenole, etc.) oder flüchtigen sowie stark schäumenden Flüssigkeiten (Äther, Benzin, Badeemulsionen, Shampoos, etc.) sollte man Erbrechen nicht hervorrufen. Erbrechen kann durch das Schlucken von Eisstückchen eventuell unterdrückt werden.


Rattengift

Es handelt sich dabei um Blutgerinnungshemmer. Verletzt sich ein Tier, so kommt eine Blutung nicht zum Stehen. Die Tiere werden matt, sind blaß und schweratmig. Blutergüsse und unstillbare Schleimhautblutungen können auftreten. Suchen sie sofort einen Tierarzt auf!


Koffeinvergiftung

Ausgelöst durch Aufnahme größerer Mengen von Kaffee oder Schokolade, besonders Kochschokolade. In diesen Produkten sind herzwirksame Substanzen enthalten. Unruhe, Hecheln, Durchfall und Erbrechen können die Folge sein.


Glykolvergiftung (Frostschutzmittel)

Glykol ist süß und daher sehr gefährlich. Die Tiere nehmen es gerne auf. Die Tiere erbrechen, sind unruhig und haben Durst. Zum Tierarzt!


Vergiftungen durch Schmerzmittel (Aspirin, Voltaren etc.)Diese

Substanzen führen bei nicht sachgemäßer Anwendung binnen kurzer Zeit zu Magen-Darmentzündungen und nicht selten zu blutenden Geschwüren in diesem Bereich. Die Tiere bekommen blutigen Durchfall und erbrechen.


Giftpflanzen

Eibe (Taxus baccata): Ein bei uns häufig anzutreffender Zierstrauch, trägt scharlachrote Beeren, und ist hochgiftig. Sowohl Beeren als auch Nadeln enthalten Gift. Pferde sind in der Regel nach 5 Minuten tot. Schon ein Aufguß von 75 Nadeln ist für den Menschen tödlich. Erstversorgung: Erbrechen auslösen, Tierkohle eingeben.

Thuje (Thuja occidentalis): Ein Zierbaum, bei uns oft als Hecke gezogen. Bei der Aufnahme kommt es zu Magen-Darmentzündung und Krämpfen. Erstversorgung: Tierkohle eingeben.

Oleander (Nerium oleander): besonders Pferde und Rinder erkranken nach Kauen von Blüten und Blättern. Starke Herzwirkung. Erstversorgung: Erbrechen auslösen, Tierkohle eingeben.

Rhododendron: Kommt wild nur in Hochgebirgslagen vor, bei uns als Zierstrauch. Besonders die Blätter sind giftig. Sehr anfällig sind Schaf und Ziege, gefolgt von Pferd und Rind. Symptome sind Brechreiz, Krämpfe, Schwindel, Bewußtseinsstörungen. Erbrechen auslösen, Tierkohle eingeben.

Fingerhut (Digitalis purpurea): bei uns hauptsächlich als Zierpflanze. Sehr starke Herzwirkung und daher hochgiftig. Am empfindlichsten reagieren Pferde, Schafe und Enten. Erstsymptome Erbrechen und Durchfall. Erstversorgung: Erbrechen auslösen, Tierkohle eingeben.

Goldregen (Laburnum anagyroides): Zierstrauch. Besonders Kinder sind gefährdet. Die gesamte Pflanze ist hochgiftig, auch in getrocknetem Zustand. Am empfindlichsten sind Pferd, Rind und Schwein. Rasch treten Durchfall, Erregung, Bewegungsstörungen, Schwindel und Krämpfe ein. Erstversorgung: Erbrechen auslösen, Tierkohle eingeben.

Gemeiner Liguster (Ligustrum vulgare): Zierpflanze, die schwarze Beeren trägt. Ruft Magen-Darmentzündungen und Durchfall hervor. Erstversorgung: Erbrechen auslösen, Tierkohle eingeben.

Gemeiner Seidelblast (Daphne mezereum): trägt rote Früchte, enthält starke Reizgifte. Schwein, Rind und Pferd sind besonders gefährdet. Die tödliche Dosis für ein Schwein sind 3-5 Beeren. Erstversorgung: Erbrechen auslösen, Flüssigkeitszufuhr, kühle Umschläge.

Waldholunder (Sambucus nigra): schwarze, beerenartige Steinfrucht, Beeren rufen Erbrechen und starken Durchfall hervor. Erstversorgung: Tierkohle eingeben.

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