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Hundeforum Der Hund
Schnee für Smilla

Ursachenforschung Aggressionsverhalten

Empfohlene Beiträge

Als "Abgewatsche" hab ich den letzten Absatz nun nicht empfunden.

 

Ich verfolge den Thread hier schon von Anfang an und lese gespannt mit.

Besonders, was ihr beiden Nachtschwärmer :D kareki und Schnee für Smilla erörert :)

 

Ich bin gespannt, wie das Ergebnis des DNA Tests ausfallen wird. Und kann auch nachvollziehen, wenn jemand wissen "muss", ob da  nun ein Dingo mitgespielt hat.

Letztendlich weiß SfS ja, dass es am Zusammenleben und Training nix ändern wird.

 

Ja, die Sache mit dem Vertrauen...

 

Ich hab mittlerweile zwei deprivierte Hunde daheim. Beide mit der Tendenz nach vorne zu gehen, statt ihr Heil in der Flucht zu suchen.

 

Beim ersten, Sammy, war ich komplett überfordert.

Der hat einfach alles stellen wollen, was sich bewegt hat. Und sei es ein Blümchen, was vom Wind bewegt wurde.

Es war eine schrecklich anstrengende Zeit, mehr als einmal kam ich heulend vom Spaziergang heim.

Er war nicht mein erster Hund. Aber mein erster, den ich nicht als Welpe zu mir genommen habe.

Mit so nem Hund vereinsamt man übrigens ziemlich *g*

Nachdem ich dann nach einigen Monaten gemerkt habe, dass ich es nicht schaffen werde, diesen Hund mit meinem "Wissen" in die Spur zu bekommen, suchte ich Trainer/Hundeschulen auf.

Zwei Trainer rieten mir, ihn einschläfern zu lassen. Es wäre tierschutzrelevant, einen Hund, der einem SO hohem Stress ausgesetzt ist, weiterhin leben zu lassen :huh:

Andere Trainer wollten ziemlich grob mit ihm verfahren.

Ich habe meinen Weg mit ihm gefunden. Heute läuft er überall frei- außer an Straßen.

Tauchen Menschen oder Hunde auf, zeigt er mir das an. Ich lasse ihn dann absitzen und hole ihn dort ab.

Selbst wenn er an der Schleppleine war (was er in den ersten 3 Jahren nur und auschließlich war), rutschte mir jedes Mal das Herz in die Hose, wenn Menschen/Hunde auftauchten. Egal, wie weit diese weg waren.

Muskelfaserrisse und Knochenbrüche hat er mir beschert, der schwarze Teufel :rolleyes:

Mehr als einmal hätte ich ihn kaltlächelnd an die Wand klatschen können.

Und trotzdem ist er mein Herz und meine Seele.

Nie zuvor hatte ich eine SO tiefe Verbindung zu einem Hund :wub:

Der zweite, Benny, kam ressourcenverteidigend und zu Wutanfällen neigend zu mir.

Begründet darin, dass er ne echt beschissene Vergangenheit hatte.

Ressourcen sind manches Mal immer noch schwierig.

Wutanfälle gehörten recht schnell der Vergangenheit an.

Aber: Er beißt nicht mehr gnadenlos zu.

Der blonde Teufel hat mir einige Narben beschert, die ich wohl bis an mein Lebensende tragen werde ;)

Er ist sehr selbstbewusst, was ihm wohl letztendlich den Hintern gerettet hat.

Ein Hund, der weniger von sich selbst überzeugt ist, wäre wohl an dem Leben vor mir zerbrochen.

 

Und obwohl Sammy mich verletzt hat, obwohl Benny mich verletzt hat: Das Vertrauen muss wachsen.

Man kann es nicht erzwingen.

Und DA finde ich Bauchgefühl ganz ganz wichtig.

Ich erinnere mich noch ganz genau an den Tag, als Sammy im Freilauf war, vor mir lief und einen Weg hochschaute. Er blieb stehen, schaute zu mir, schaute den Weg rauf und schaute zu mir.

Mir ging der Arsch auf Grundeis. Ich wusste genau: Da war jemand! Und sicher war ich mir: Gleich wird er losbrettern und diesen jemand stellen :wacko:

Also "sitz" und... Er saß!

Ich ging zu ihm, griff in sein Geschirr und schaute den Weg hinauf: Zwei Wanderer.

Von diesem Tag an hat Sammy keine Leute mehr gestellt.

Aber: Mir ging bei mindestens 10 weiteren solcher Begegnungen das Herz in die Hose und wenn die Situation vorbei war, zitterten die Knie.

Lange rede, kurzer Sinn: Nur weil etwas mal klappt, geht man ja nicht davon aus, dass es nun immer so sein wird.

Das muss mehr als einmal klappen, bevor man dem Hund zutraut, diese Situation ohne Aggression zu meistern.

Wachsendes Vertrauen eben :)

 

Ich wünsche euch, dass du deinen Weg mit Smilla findest.

Einen "guten Tipp" am Ende kann aber auch ich mir nicht verkneifen :lol:

Du beschreibst sehr viel, was Smilla kann, was du alles mit ihr trainierst.

Dadurch klingt es für mich so, als wäre viel eurer gemeinsamen Zeit "Training".

Rechne doch mal grob auf, wieviel Zeit am Tag für Smilla reine Smillazeit ist.

Also wo sie ausschließlich ihr Ding machen kann (notfalls eben gesichert durch eine lange Leine).

 

Meine Deprivationshunden hat immer noch am besten eins geholfen: Bewegung in ihrem Tempo.

Qualitätszeit für die Hunde.

 

Training ist gut und wichtig- keine Frage.

Aber ich denke, wenn ein Hund, der eh "alles besser kann" ständig für Belohnungen egal welcher Art, etwas ausführen soll, dann reicht´s eben auch dem nettesten Hund mal :)

 

Mit "alles besser kann" meine ich Hunde, die eben sehr selbständig sind und auf eigenen Beinen gestanden haben, um ihr Leben zu meistern.

 

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Hier setze ich drunter, dass ich bereits am Anfang für Zeit, Geduld, Vertrauen plädiert habe und dass Bauchgefühl sich mit Wissen verändert.


(Und mit Bissen von deprivierten Hunden kenne ich mich aus, Vertrauen erwuchs dennoch, nenn den schwarzen Teufel, er heißt ja auch tatsächlich Teufel, nicht umsonst meinen Seelenhund. Narben schmücken meine Unterarme, meine Beine und andere Stellen. Aber das mit dem Vertrauen ging halt nicht in einigen Monaten. Und dennoch fasse ich den Hund manchmal nicht an. Weil ich weiß, dass ers nicht immer mag und nicht immer erträgt. Was dazu führte, dass er mir vertraut, dass ich ihn nicht einfach angriffle)

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Ja, so ist das hier auch.

Es gibt SItuationen, wo ich zwar denke, dass er nicht (mehr) zubeißen würde, aber eine Berührung als extrem unangenehm empfinden würde.

Und da bekommt er den Raum, den er benötigt.

 

Ja, Bauchgefühl ändert sich mit Wissen.

 

Wenn man aber da steht und völlig hilflos ist, dann geben Bücher und das Internet einem verdammt viel Wissen- in alle Richtungen.

Ich war z.B. einige Wochen davon überzeugt, dass Sammy der Chef sein will. Und hab sämtliche Tipps angewendet, ihm zu zeigen, dass ich "Boss von alles bin" :lol:

 

Heute sage ich (mit Überzeugung): Wer seinem Hund nur ständig klar machen muss, dass er/sie der Chef ist- der hat ganz andere Probleme als nur einen unerzogenen Hund :rolleyes:

 

Wissen ist Macht, auch in Bezug auf das Bauchgefühl, ja.

Blöderweise saugt man nicht alles Wissen, oder was sich so nennt, zeitgleich auf.

Und deswegen geht man halt auch mal völlig überzeugt einige Schritte in die "falsche Richtung".

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Ich glaube, dass die Trainer alles wussten, was irgendwie relevant sein könnte. Dazu gehören auch Informationen, die ich nicht in einem öffentlichen Forum preisgeben würde. Daran wird die Einschätzung nicht gescheitert sein, sofern sie denn gescheitert ist.

Jo, das hab ich mir schon gedacht. Ich würde auch nicht alles in nem Forum preisgeben.

Es ist halt einfach nur schwierig ohne genauere Infos eine Ursache zu finden.

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Hast du schon ne Ahnung, wann mit dem Ergebnis zu rechnen ist? 

 

Ist ja schon spannend und ich hoffe, wir werden es hier erfahren. 

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Öffentlich posten werde ich es, wie geschrieben, nicht, aber ihr bekommt eine Privatnachricht, wenn es da ist. Ihr sollt ja wissen, wie es ausgefallen ist.

Ich schätze mal, es müsste nächste Woche kommen.

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Also ich würde es gerne wissen. Eigentlich könntest du es ja auch hier in den Thread schreiben, da du ja eh schon vom Test berichtet hast. Aber sonst hätte ich gerne eine PN :)

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Ungern. Der Thread ist zwar schon nicht besonders anonym, aber so was würde ich dann doch ganz gern nicht öffentlich schreiben. 

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Ok :)

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