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Hundeforum Der Hund
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Erklärungen zu Begriffen und Vorgehen von HTS

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Du hast doch einen Hund beschrieben der auf Grundlage "Angst" aufgebaut, erzogen wird.

Dabei entsteht Frust, oder die Hunde trauen sich nichts mehr. Oder es passierennoch schlimmere Dinge....der Hund baut Aggressionen auf.

Das muss sich nicht so offensichtlich auswirken, dass ein ungeschultes Auge das aus ein paar situativen Ausschnitten erkennen könnte, weil das Bedürfnis nach angenehmen Gefühlen, wie Freude, nach selbstbelohnendem Verhalten, nach Zuwendung, Nähe usw. auch vorhanden ist, oft sogar noch mehr, wenn strafbasiert erzogen wird und das Individuum immer wieder solche Situationen suchen und nutzen wird. Bekommt der Hund ja auch bei aversiv-basierten Methoden meist ebenso alles zugeteilt. 

Man kann es an subtileren Dingen erkennen, wie zB. dem unterschiedlichen Bindungsverhalten und auch dem Verhalten, das der Hund zeigt, wenn man aufhört "zuzuteilen" und individuelleres Leben zulässt.

Das sind dann oft die Fälle, bei denen interpretiert wird: "Siehste? Der braucht einen engen, starren , konsequenten, strengen Rahmen und rechtzeigt Mahnung/Zurechtweisung, sonst wird er aufmüpfig/dominant/unfolgsam.

Tatsächlich wird so ein Hund dann auch unfolgsam, wenn der Druck wegfällt - aber nicht, weil er unbedingt diesen Basisdruck bräuchte, sondern weil er nie gelernt hat aus eigener Motivation heraus gerne zu kooperieren, bzw. es ihm aberzogen wurde.

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Liebe silkies:

Ich habe von euch die Videos auf Youtube gesehen, die du eingestellt hast. Du machst es dort schon ähnlich wie auch bei HTS. In eurem Spiel läuft dein Hund die falsche Richtung zum Ball....du stoppst deinen Hund in dem du einen Schritt auf ihn zugehst, "Hey" sagst und ihm zeigst/sagst wo lang es geht. Frühzeitig hast du das Verhalten deines Hubdes gestoppt um ihm zu zeigen was du danach erwartest . Es ist kein größer Unterschied zu HTS, bei dir im Video ist es Spiel, so aber auch jederzeit im Alltag zu übertragen.

Bsp: ich bitte freundlich meinen Hund ins Körbchen. Emma geht uns Körbchen und wird gelobt/belohnt wie auch immer . Wenn sie aber nun aufstehen möchte (jetzt aber ruhen soll, nach bsp. langem toben) sage ich auch kurz Hey-Stopp. Im Notfall gehe ich (wie du im Video) auch mal einen Schritt auf sie zu. Das wars.

Also die gleiche aversive Einwirkung wie du.....

 

*gg* Hab ich mir fast gedacht, dass so etwas kommt - und bestimmt auch mit Blick auf genau die Clips, die ich eingestellt hatte auch und gerade als Beispiel für die Situationen, in denen es alles andere als rund läuft ("glatte" Leistungen finde ich irgendwie auch eher langweilig zu zeigen...)

 

Ich sehe da ein paar kleine entscheidende Details. Ob es Unterschiede zu dir und deinem Vorgehen sind weiß ich nicht, auf jeden Fall Unterschiede zu dem, wie das HTS-Konzept beschrieben wird. Das fängt damit an, dass ich keine "Schlüsselsituationen" geschaffen habe, sondern zum Beispiel das Stop ein genauso positiv aufgebautes Kommando ist wie ein zu mir. Und es gehört übrigens beim Treibballspiel zum ganz normalen Vokabular, genau wie das "treib!", und bedeutet schlicht und neutral, "bleib stehen!".

 

Die wichtigste Differenz sehe ich aber in der Antwort des Hundes. Ich müsste noch mal genau nachlesen, wo das war, aber es wurde hier davon gesprochen, dass der Hund kurz die Ohren zurückklappt etc. Nun schau mal beispielsweise im letzten Treibballclip, da gehe ich ja anfangs auch mal auf den Krümel zu, als er geistig gerade völlig abdriftet. Als ich nahe genug dran bin passiert da aber genau das Gegenteil: Der Kopf geht hoch, die Ohren kommen nach vorne, sein Fokus rutscht schlicht wieder zu mir. Da sehe ich schon einen klaren Unterschied zu einer Verwarnung. Womit ich nicht sagen will, dass mir diese Balance immer völlig gelingt, ich bin auch nur ein Mensch. Aber diese Fehler dabei sind nicht Teil meines Ansatzes, und wenn der Krümel wirklich mal Zeichen von Beschwichtigung zeigt, dann nehme ich mich sofort deutlich zurück und haue mir innerlich selbst vor den Kopf, weil ich nicht aufgepasst habe... Und genau HIER sehe ich den entscheidenden Unterschied, denn so, wie ich es bisher verstanden und in den Lehrclips gesehen habe, ist genau dieses Verhalten, dass mir für mich und meine Einwirkung ein Dunkelrot zeigt, im HTS ein gewollter Bestandteil des Trainings. Oder hab ich das so falsch verstanden?

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Schlüsselerlebnisse Werden bei HTS extra nicht geschaffen. Das wurde ja schon tausendfach erklärt. Scheint nicht anzukommen oder verstanden zu werden. In einer "schlüsselsituation" (sollte diese im Alltag entstehen)wird auch nicht korrigiert....aber auch dies kommt anscheinend nicht an.

Zu Punkt 2. bei deinem Hund sehr ich die Ohren nicht. Ich sehe nur die Rückwärtsbewegung des Körpers. Mein Hund duckt sich nicht, die Ohren klappen auch nicht ab.

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Wenn sich bei deinem Hund die Ohren nicht abklappen, ist das eine Sache, aber es geht ja um HTS insgesamt. Und hier sehe ich mehrere solche Momemente:

 

(Rudelharmonie-Trailer).

 

Grade 0:40-0:42 finde ich ziemlich "krass". Ich nehme mal an, das ist kein Beispiel dafür, wie man es NICHT machen sollte?

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Ich hab jetzt leider keine Zeit, auf alle Vorwürfe ausführlich einzugehen, evtl. morgen. 

 

Nur soviel, ich kann mich bei Judy gar nicht erinnern, wann ich da das letzte Mal eine körperliche Korrektur in Form von rot, also Berührung gemacht habe, selbst bei Gelb muss ich lange überlegen, ohne dass mir konkret eine Situation einfällt. Bei Dalida war rot das letzte  Mal letztes Jahr nötig, da sie durch Fremdhunde zu einem Verhalten animiert wurde, dass sie längst nicht mehr gezeigt hat. Bei Dunja mach ich schon lange kein rot mehr. 

 

Dalida habe ich heute mit einem Hey, davon abgehalten was zu fressen, ich hab nur von hinten gesehen, dass sie was genüsslich am Fressen war am Waldrand, sie hat sofort aufgehört, dabei aber nicht die Ohren angelegt oder sich geduckt, sie hat mich fragend angeschaut, "wieso nicht", ich hab dann beim Näherkommen gesehen, dass sie nur Gras frisst, ich hab dann ok gesagt, und sie hat weitergefressen. 

 

Kein Mensch will einen Hund, der hörig ist oder ein Stockholmsyndrom hat und ich finde das wirklich maßlos übertrieben, mit solchen Argumenten anzukommen. 

 

Zu Marcolino. Du hast evtl. überlesen, dass man am Auto erstmal gar nicht korrigiert, sondern nur die Türe auf und zu macht, solange bis der Hund das erste Mal zeigt, dass er nicht mehr aus dem Auto will, das kann bis zu 30 Minuten dauern, auch wenn meistens nur 2-3 mal auf und zu reicht, Versuch und Irrtum. Erst dann macht man die Türe ganz auf und wartet, bis der Hund wiederum vorwärts denkt. Zu dem Zeitpunkt ist der Hund nicht auf Level +6 sondern maximal auf Level +4, viele sind auf Level +2 oder +1, manche rollen sich zusammen und denken, dann halt nicht, und jetzt  wird im Moment gestoppt wenn er auf die nächste Stufe käme, das ist eben um klar zu machen, dass man das Energielevel kontrolliert. Und ja klar, mache HH sind nicht so geschickt, zu erkennen, dass der Hund bereits hochspult oder sind in der ersten Korrektur nihct klar genug, dann fährt der Hund auf + 6, dann kann sein, dass man mal länger dran bleibe muss, hab ich ja auch geschrieben, ist für mich auch kein Beinbruch, weil man das wieder ausbügeln kann, indem man Zuwendung schenkt, das bezieht sich aber alles nur auf den 1. Trainingstag, denn dazu dient das Trianing ja, dass man das richtige Maß finden lernt, um zu Hause dann angemessen weiter zu trainieren. Wie chau77 schrieb ihr wurde sogar geraten, noch weiter runterzufahren und wie sie auch schrieb, es kommt drauf an, dass man so viel Einfühlungsvermögen entwickelt, dass man die Korrektur so früh wie möglich anbringt, das lernt man aber.

 

Ich seh da auch nicht, dass die Amygdala aktiv wäre in der von dir beschriebenen Form, wenn ein Hund einfach noch nicht aus dem Auto aussteigen darf, der Hund ist in dem Moment nicht im Stress, er ist durch das vorherige Tür auf Tür zu relativ entspannt. Bitte nicht Energielevel mit Stress gleich setzen. In einer Spielsituaition ist Level +8 oder +10 auch durchaus erwünscht ohne, dass die Amygdala aktiv ist, im Normalfall freut sich der hund aufs Aussteigen, er ist also wenn man ans Auto herantritt auf Level +6, dann geht die Türe auf und zu, mehrmals, er erkennt, es dauert noch, Frauchen benimmt sich vielleicht komisch, aber ist ja nicht so ungewöhnlich, also sagt er sich, dann wart ich eben ab und denkt nicht mehr ans aussteigen, sondern bestenfalls daran, es sich gemütlich zu machen, jschlimmsten Falls einfach nur abzuwarten, jedenfalls nicht mehr daran auszusteigen, etzt erst geht die Türe auf, und jetzt wartet mach, dass er wieder daran denkt, auszusteigen und korrigiert diesen Moment, weil nicht er die Entscheidung treffen soll, sondern ich diese Entscheidung treffen, das hat so erstmal nichts mit Stress zu tun.  Erst wenn hinzukommt, dass die Korrektur einen ticken zu stark war, kommt etwas Stress ins Spiel, das man aber abfangen kann. Einen Ticken zu wenig Korrektur würde aber dazu führen, dass der Hund sich wieder hochfährt und nohc weiter vorwärtsdenkt, also auf Level +6 oder +7 fährt, die nächste Korrektur würde noch weniger angkommen, deshalb ist es wichtig, bei +3 bereits so stark zu korrigieren, dass man auf jedenfalle eine Reaktion erhält, die aber möglichst nicht höher als +2 Stufen aufällt. Um den Hund in Stress zu versetzen, dass die Amygdale mit Flucht und Meiden einsetzt, müsste man einiges mehr drauf packen. Leider ist ads aber bei manchen HH auch nicht ganz auszuschließen, die sich anderen HH orientieren und meinen ihren sensiblen Hund dann genauso anzupacken, wie der andere HH seinen stoischen Dickkopf, aber da wird dann auch entsprechend von den Trainerin instruiert, damit das nicht wieder passiert. 

 

Deine Erklärung ist aber für mich auch aus einem anderen Grund nicht plausibel. Denn wie ich bereits viele Male schon geschrieben habe, ich musste bei bestimmten Dingen ja rein gar nichts mehr machen, also keinerlei Hemmung, es tritt einfach nicht mehr auf seit dem HTS-Training, dass meine Hunde z.b. den Staubsauer anbellen oder attakieren, sie haben auch keine Angst vor ihm, sie zeigen kein Meideverhalten, er ist ihnen einfach egal, natürlich gehen sie aus dem Weg, wenn ich direkt auf sie zu fahre, aber sie flüchten nicht, sei legen sich einfach wo anders hin. Ich muss also nicht jedesmal mit aversivem Verhalten auf die Hunde einwirken! Ganz im Gegenteil, ich muss das ziemlich bald kaum bis gar nicht mehr, in vielen Situationen eben gar nicht mehr, und in anderen wie Kot wälzen, gelegentlich mal aber auch ohne rot, sondenr es reicht gelb und da werden die Ohren eben nicht abgeklappt. Das was ich dazu geschrieben habe bezog sich lediglch auf die Situation am 1. Tag des Trainings am Auto, wenn man mit dem Training anfängt, da ist das Abklappen der Ohren erwünscht, oder falls man feststellt, dass nach dem Training das gelb nicht angenommen wird, dann sag ich den Leuten, deine Energie reicht nicht aus, mach es etwas stärker, dann kann es sein, dass die Ohren abgeklappt werden, kurz, aber  ich sag immer dazu, es geht nicht um einschüchtern, um Angst machen, es geht darum, dass die Message ankommt, sobald er aufhört, ist gut, und dazu müssen die Ohren  nicht zwingend abgeklappt werden, sowohl HH als auch Hund lernen dazu und die Message kann immer subtiler gegeben werden. Außerdem können die Hunde schlussfolgern, wie man bei Dalida mit dem Gashalm seiht. Meine Hunde wissen ganz genau, was sie dürfen und was nicht. Was sie nicht dürfen, sind ganz ganz wenige Dinge, wie In Kot wälzen, oder Aas und Dreck fressen, das machen sie in aller Regle auch nicht mehr, es sei denn wir sind mit anderen Hunden unterwegs, die es ihnen vormachen und sie dann denken, wenn der darf, darf ich auch. d.h. also ich brauch so gut wie gar nicht mehr irgendwas korrigieren, 99 % läuft ohne Korrektur mittlerweile, die ersten Wochen war das freilich noch nicht so, da haben sie schon immer mal ausgetestet, ob ich wirklich alles seh. Heute beschränkt sich das auf Situaitonen, wie z.B. auf die Couch mit total verdreckten Pfoten, da stopp ich sie wenn ich vorher gesagt habe, baden und sie rennen trotzdem ins Wohnzimmer, auch da seh ich keinerlei meiden, das ist eher ein AHA-Hopla, hab ich vergessen, sie gehen dann von selber ins Bad ohne dass ich nochmal wiederholen muss. 

 

Dieses Phänomen hat mir bisher noch niemand der Kritiker plausibel erklären können, warum die Hunde schlussfolgern können, dass  auf völlig unterschiedliche Dinge nun nicht mehr von ihnen auf die früher Art und Weise reagiert wird. Das ist übrigens nicht bei jedem HH so. Ich erkläre es mir so, dass meine Hunde auch vorher schon sehr gut wussten, dass sie diese bestimmten Dinge unterlassen sollen, dass ich das nicht möchte, nur war es ihnen früher piepegal, was ich möchte, seit HTS, respektieren sie meine Wünsche, sie wissen, dass mir diese Dinge wichtig sind und deshalb machen sie es nicht mehr. Mit Stockholmsyndrom ist das jedenfalls nicht zu erklären. Meine Hunde treffen eigene Entscheidungen, Judy geht ihrer Wege, die muss ich überhaupt nicht mehr supervisen, die weis ganz gut, wie sie durchs Leben kommt. Daldia frägt mich gelegentlich, und je nach dem, wie ich reagiere oder nicht reagiere, handelt sie dann eigenständig oder so wie ich das vorgebe. Es ist nichts anders als was sie vorher bei Judy gemacht hat ein kurzer Blick für Einverständnis oder Ablehnung oder ob überhaupt eine Aufmerksamkeit zurückkommt, und ist diese Sekunde verpasst, wird eigenständig entschieden und das schöne ist, dass diese Entscheidungen nach und nach immer mehr zu dem werden, wie es in meinem Sinne ist, denn logischerweise belohen ich auch jedes gute Verhalten, positves feedback fördert freitlich dann auch das richtige Verhalten.

 

 

Zu 99 % verläuft unser Alltag positiv und stressfrei, wenn nicht sogar 99,9 %.

 

Meine Güte, ich find echt, dass ihr nur nach dem Wurm grabt, weil ihr einfach nicht akzeptieren könnt, wie ich vorgehe. Und ganz ehrlich, ich hab bald keine Lust mehr, Fragen zu beantworten, wenn es immer nur darauf hinausläuft.

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ja klar,MissWuff, da sieht man wirklich geschundene Hunde, die alle Zeichen von Stockholmsyntom zeigen (ironie)

 

 

Die DVD ist viele Jahre alt, HTS hat sich weiterentwickelt, die Szenen sind alle vom 1. Trainingstag, ich hab beschrieben, wo der Unterschied liegt, ich sehe auf dem Video teils auch sehr entspannte Hunde, für Hunde ist es nunmal irritierend, wenn der mensch sich auf einmal völlig anders verhält, aber das ist eine Sache, die sich sehr schnell legt. Anita sagt selber am Schluss, die Hunde sind noch  nicht ganz entspannt, aber eben 100 Mal besser, als zu Anfang des Trainings, dass das zu Hause dann immer mehr Fortschritte bringt und am Ende keiner mehr die Ohren abklappt, kann man auf dem Video freilich nicht sehen.


Schlüsselerlebnisse Werden bei HTS extra nicht geschaffen. Das wurde ja schon tausendfach erklärt. Scheint nicht anzukommen oder verstanden zu werden. In einer "schlüsselsituation" (sollte diese im Alltag entstehen)wird auch nicht korrigiert....aber auch dies kommt anscheinend nicht an.

Zu Punkt 2. bei deinem Hund sehr ich die Ohren nicht. Ich sehe nur die Rückwärtsbewegung des Körpers. Mein Hund duckt sich nicht, die Ohren klappen auch nicht ab.

 

Das Missverständnis kam vermutlich zustande, weil ich vom Schlüssel sprach, der die Tür öffnet, das ist aber ein anders Bild als wenn man von Schlüsselerlebnissen spricht.

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Schlüsselerlebnisse Werden bei HTS extra nicht geschaffen. Das wurde ja schon tausendfach erklärt. Scheint nicht anzukommen oder verstanden zu werden. In einer "schlüsselsituation" (sollte diese im Alltag entstehen)wird auch nicht korrigiert....aber auch dies kommt anscheinend nicht an.

Zu Punkt 2. bei deinem Hund sehr ich die Ohren nicht. Ich sehe nur die Rückwärtsbewegung des Körpers. Mein Hund duckt sich nicht, die Ohren klappen auch nicht ab.

Ist da ein Missverständnis aufgetaucht, bezüglich dessen, was ein Schlüsselerlebnis ist?

Das, was ich unter Schlüsselerlebnis verstehe, wird gezielt in der ersten Trainingseinheit praktiziert, so wie es auf der DVD und auch in den Erklärungen von Chibambola zu lesen ist.

 

 

. In einer Spielsituaition ist Level +8 oder +10 auch durchaus erwünscht ohne, dass die Amygdala aktiv ist,

Da bist Du Dir sicher?

 

Lorena, es werden Dir doch keine Vorwürfe gemacht.

Es geht dabei auch nicht um Dich persönlich und Deine Hunde, sondern um das, was HTS prinzipiell lehrt und erklärt und interpretiert.

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*gg* Hab ich mir fast gedacht, dass so etwas kommt - und bestimmt auch mit Blick auf genau die Clips, die ich eingestellt hatte auch und gerade als Beispiel für die Situationen, in denen es alles andere als rund läuft ("glatte" Leistungen finde ich irgendwie auch eher langweilig zu zeigen...)

 

Ich sehe da ein paar kleine entscheidende Details. Ob es Unterschiede zu dir und deinem Vorgehen sind weiß ich nicht, auf jeden Fall Unterschiede zu dem, wie das HTS-Konzept beschrieben wird. Das fängt damit an, dass ich keine "Schlüsselsituationen" geschaffen habe, sondern zum Beispiel das Stop ein genauso positiv aufgebautes Kommando ist wie ein zu mir. Und es gehört übrigens beim Treibballspiel zum ganz normalen Vokabular, genau wie das "treib!", und bedeutet schlicht und neutral, "bleib stehen!".

 

Die wichtigste Differenz sehe ich aber in der Antwort des Hundes. Ich müsste noch mal genau nachlesen, wo das war, aber es wurde hier davon gesprochen, dass der Hund kurz die Ohren zurückklappt etc. Nun schau mal beispielsweise im letzten Treibballclip, da gehe ich ja anfangs auch mal auf den Krümel zu, als er geistig gerade völlig abdriftet. Als ich nahe genug dran bin passiert da aber genau das Gegenteil: Der Kopf geht hoch, die Ohren kommen nach vorne, sein Fokus rutscht schlicht wieder zu mir. Da sehe ich schon einen klaren Unterschied zu einer Verwarnung. Womit ich nicht sagen will, dass mir diese Balance immer völlig gelingt, ich bin auch nur ein Mensch. Aber diese Fehler dabei sind nicht Teil meines Ansatzes, und wenn der Krümel wirklich mal Zeichen von Beschwichtigung zeigt, dann nehme ich mich sofort deutlich zurück und haue mir innerlich selbst vor den Kopf, weil ich nicht aufgepasst habe... Und genau HIER sehe ich den entscheidenden Unterschied, denn so, wie ich es bisher verstanden und in den Lehrclips gesehen habe, ist genau dieses Verhalten, dass mir für mich und meine Einwirkung ein Dunkelrot zeigt, im HTS ein gewollter Bestandteil des Trainings. Oder hab ich das so falsch verstanden?

Darf ich mal die averivste Korrektur zeigen, die ich so mache. Und da liefs auch nicht glatt, weil ich keine Handzeichen geben konnte. Das war 4 Monate nach Einzug

(OH GOTT, wie junghündisch er da aussieht, ich habs schon lang nicht mehr gesehen!)

Ich glaube man sieht durchaus, dass ich keinen Schritt drauf zu mache, aber das "Nein" sowas ähnliches wie "streng" sage. Heute würde ich es anders machen:

http://hoellenhunde.tumblr.com/post/33298155695/usually-he-can-do-better-but-i-use-hand-signs-in

 

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@chibambola

Dass sich Hunde künftig selbst korrigieren, gerade wenn sie abgestraft wurden, ist ganz normal... was sollen dir da die Kritiker erklären? Es ist einfach wieder der gleiche Trugschluss. Versive Reize lösen nicht nur Meideverhalten aus (bzw. der Hund meidet nicht automatisch den Aggressor). Es kann auch Gegenwehr, Fügung, Frust, Ignoranz erwecken.

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Zitat Chibambola:  

.... 

Kein Mensch will einen Hund, der hörig ist oder ein Stockholmsyndrom hat ....

 

Auch wenn dieses Zitat jetzt völlig aus dem Zusammenhang gerissen ist, nutze ich es jetzt mal, um etwas ganz Grundsätzliches darzustellen:

 

"Hörig sein" kommt von "auf jemanden hören" - und das ist eigentlich die Idealvorstellung, die wir vom Zusammenleben mit einem Hund haben: Er soll jederzeit auf uns hören. 

 

Natürlich soll er dabei auch möglichst frei und glücklich sein, schließlich lieben wir unsere Hunde - daran habe ich hier bei niemanden auch nur den geringsten Zweifel!

 

Diese Vorstellung vom "jederzeit hörenden Hund" birgt aber auch eine ganz gefährliche Tücke - nämlich die des Ausübens von Macht.

 

In Verlaufe unseres Lebens lernen wir oft die Kehrseite der Machtmedaille kennen - die Ohnmacht.

 

Wie oft müssen wir uns die schlechte Laune eines Chefs, der einen Fehler gemacht hat, nicht nur gefallen lassen, sondern diesen sogar ausbaden?

Wie fühlen sich viele Mütter in der Trotzphase ihres Kindes, wo sie ihr Kind am liebsten Schütteln würden, damit es endlich wieder zur Besinnung kommt?

 

Ich war mal mit meinem damaligen Hund in einem bewaldeten Freilaufgebiet, als mir ein sehr junger Mann mit seiner Freundin und einem angeleinten Staff engegenkam, der mir BEFAHL, meinen Hund sofort an die Leine zu nehmen. Ich habe es noch erst im Guten versucht und darauf hingewiesen, dass dies hier ein Freilaufgebiet wäre. Neben einigen völlig abstrusen Behauptungen drohte mir der junge Mann, er würde SEINEN Hund loslassen und auf meinen hetzen, wenn ich nicht sofort MEINEN Hund an die Leine nehmen würde. Der junge Mann übte Macht über mich aus, und ich fühlte mich ohnmächtig. Wie sehr habe ich mir in dem Moment gewünscht, dass nun um die Ecke 2 Polizisten mit ihren Diensthunden kommen ... oder die muskelbepackten Freunde meines Verflossenen aus Jugendtagen aus dem Gebüsch kommen, sich in einer Reihe vor mich stellen, den jungen Mann angrinsen und sagen: "Willst du was???" ... oder eine Dose Spinat, die mir Muskeln wachsen lässt und ich dem jungen Mann dann kaltlächelnd sagen kann: "Junge - BITTE TU ES - und dein Hund ist in ner halben Stunde im Tierheim und du im Krankenhaus ..."

 

Statt dessen habe ich meinen Hund kommentarlos angeleint und bin gegangen. 

 

Und auch ein Hund, der immer wieder trotz aller bisherigen Bemühungen die gleiche problematische Verhaltensweise zeigt, hinterläßt bei uns ein Gefühl von Ohnmacht.

 

Und JETZT bekommen wir auf einmal ein Instrumentarium in die Hand, welches diese Ohnmacht verschwinden lässt und uns DIE MACHT gibt, dieses Verhalten abzustellen.

Wir sind auf einmal fähig, statt (vor-)geführt zu werden, selber zu führen ... und damit die (meisten) Problemsituationen im Griff zu haben.

 

Klar dass wir nicht nur nicht mehr darauf verzichten wollen, sondern davon überzeugt sind, genau das Richtige gemacht zu haben.

 

Dabei gibt es aber ein klitzekleine Kleinigkeit, die wir dabei gerne übersehen:

 

Es gibt zwei unterschiedliche Arten von Macht:

 

Die Eine ist die Ausübung von Macht durch Gewalt. Dabei befähigt uns die Position, über etwas oder jemanden zu BESTIMMEN. Diese Art der Ausübung von Macht ist mit Druck verbunden. Synonym hierfür ist Herrschaft.

Die Andere ist die Ausübung von Macht durch die Möglichkeit oder Fähigkeit, bei jemanden etwas bewirken oder beeinflussen zu können. Hier wird Kognition, also die Fähigkeit zu denken, bei der demjenigen angesprochen.  Synonyme hierfür sind: Vermögen, Fähigkeit, Autorität.

 

Jetzt gibt es im Leben Situationen, in denen abgewägt wird, ob der Einsatz von Macht mit Druck weniger Schaden bringt als ein Nicht-Einsatz von Macht bringen würde.

 

Dazu mal ein Beispiel: Ich befinde mich als Leiterin einer Jugendgruppe mit diesen auf einem Schneehang, als mich ein knackendes Geräusch nach oben blicken lässt. Ich bemerke eine Bewegung in der dort befindlichen Schneemasse und schreie nur los: "Ihr geht jetzt sofort nach rechts vom Hang runter!!!" Meine Tonlage duldet keinen Widerspruch, und ich nutze meine Position als Leiterin rabiat aus, um die Kids aus der Gefahrenzone zu bringen.

 

In diesem Moment auf meine Autorität zu setzen (die von Jugendlichen ja gerne diskutierenderweise auf die Probe gestellt wird), riskiere ich erst gar nicht.

 

Dumm gelaufen ... aber natürlich bekommen die Jugendlichen sofort die Erklärung für meinen plötzlichen, ungewohnt aversiven Ausbruch geliefert, weil in dem Moment die Schneemassen an uns vorbei den Hang runterdonnern.

 

Diese Erklärung fehlt den Hunden aber.

 

Die grundsätzliche Frage ist natürlich: Welche Art von Macht will ich ausüben?

 

Aber genauso wichtig finde ich folgende Frage: Wenn ich umständehalber Macht durch Gewalt ausgeübt habe - bleibe ich darauf sitzen ... oder liefere ich die Erklärung nach?

 

Ich setze dem Ganzen noch mal ein Sahnehäubchen auf: Die herbeigeeilte Bergwacht fragt mich, welcher Teufel mich in Gottes Namen denn geritten hat, die Jugendlichen auf eine wegen Lawinengefahr gesperrte Abfahrt zu führen? Ob ich die schwarzen Fähnchen nicht gesehen hätte??? 

 

... gesehen schon, ich wusste nur deren Bedeutung nicht, waren ja überall so schöne bunte Fähnchen ...

 

Also sage ich den Kids, als wir kurz darauf in der Berggaststube bei einem heißen Getränk zusammensitzen und uns von dem Schock erholen: "Mädels, Jungs - ich habe großen Mist gebaut. Ich habe mich vorher nicht erkundigt, was die ganzen Markierungen an den Hängen bedeuten, und habe euch damit in große Gefahr gebracht. Das war bescheuert und tut mir echt leid. Nach dem Abendessen sehen wir uns mal gemeinsam auf den Schautafeln die Markierungen und deren Bedeutung an, und morgen sehen wir dann gemeinsam, welchen Hang wir gefahrlos betreten können.

 

Dass ich Mist gebaut habe, wissen die Jugendlichen auch ohne dass ich es zugebe ... aber welche Wirkung hat meine Reaktion auf sie? Verliere ich an Ansehen ... oder gewinne ich etwas?

 

 

So - jede/r, der/die schon mal in Skiurlaub war wird erkennen ... dass ich diese Geschichte frei erfunden habe (und die meisten Anderen werden es sich wohl auch denken können). Weder war ich jemals in Skiurlaub, und erst recht nicht als Leiterin einer Jugendgruppe. Seht mir deshalb bitte die Fehler in dieser Geschichte nach - ich hoffe, die Intention ist dennoch deutlich geworden ;)

 

Lieber Gruß

Moni

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