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Hundeforum Der Hund
Juline

Tierliebe

Empfohlene Beiträge

Nur sollte man, wenn man aus der unsrigen Kultur kommt zumindest verstehen, dass es nicht automatisch "kranke" Menschen sind, die so gar kein Empfinden für Tiere zeigen, sondern dass sie einfach Resultate aus der Umgebung sind, in der sie aufwachsen.

Gut, soweit kann ich dir folgen.

Trotzdem finde ich ein "aber" ...wenn Menschen mit Genuss Tiere oder wie früher andere Menschen (Gladiatoren) kämpfen, leiden und sterben sehen, dann ist das doch mehr als Abwesenheit /Unterdrückung von Empathie?

Das ist doch *Freude* -oder wie auch immer man das nennen mag... Ergötzung, Genugtuung- am Leid anderer?

Und das ist für mein Empfinden krank, sehr krank sogar.

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Ich glaube nicht, dass diese Menschen wirklich keine Empathie empfanden. Sie haben nur gelernt, diese zu unterdrücken wenn sie Gladiatorenkämpfe oder Hinrichtungen besuchten. Oder schauen wir in die derzeitige Situation - die Menschen die Asylbewerber beschimpfen und verachten empfinden ja meistens durchaus Mitgefühl für andere (gleich-hautfarbige) Menschen, lieben ihre Familien, kuscheln ihre Hunde.

 

Wie sagten die Ärzte - "zwischen Störkraft und den Onkelz steht ne Kuschelrock-LP".

 

Aber wie wir es tun, wenn wir ohne schlechtes Gewissen Fleisch essen, trennen solche Menschen ihre Mitmenschen in "richtig" und "falsch", in "liebenswürdig" und "liebensunwürdig" auf. Zum Teil ist das gar nicht anders möglich - wie schon gesagt, du kannst nicht für jeden Menschen weinen, wenn du in der Krebstherapie arbeitetst, sonst bist du in einem Jahr kaputt. Wenn man da nicht in der Lage ist, hin und wieder den "Menschen" abzukoppeln vom "Patienten", dann schadest du dir selbst.

Auch ist es schwer für jemanden, der in einem Kriegsgebiet lebt nicht in "Freund" und "Feind" zu unterteilen - man unterdrückt, dass der andere genauso ein Mensch ist wie man selbst, mit Familie und Gefühlen und Angst (teilweise...)

 

Es ist gerade heute ein artikel in der Süddeutschen Zeitung über die Psyche von Terroristen - ich werde mir das noch durchlesen und dann mal sehen, ob ich hier in dieser Diskussion noch mehr beitragen kann :)

 

Ich stimmme dir in sofern zu, dass Menschen denen bewusst ist, dass die Lebewesen die sie beobachten während diese gequält werden Empfindungen haben oder Menschen sind und die daran noch Freude empfinden in der Tat nicht ganz gesund sind und wohl in die Kategorie Psychopath fallen.

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Der Empathiebegriff bezieht sich einzig und allein auf Menschen.

In Zeiten der veganen Propaganda geht das gerne mal unter.

Ich habe das zwar eher der modernen Ethologie (bes. bzgl. Menschenaffen) entlehnt, aber schlag doch bitte einen alternativen Begriff vor, der hier passt!

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Mh, zu den Stierkämpfen und anderen fragwürdigen "Traditionen" Spaniens kommen jedes Jahr unzählige Touristen verschiedener Länder, auch Deutsche. Die finden das richtig geil und schauen z.B. gerne zu, wie in einem Dorf jedes Jahr eine Ziege vom Kirchturm geworfen wird oder ein Stier ins Meer getrieben und dann getötet wird. Das sind nicht nur DIE Spanier. 

 

Deshalb glaube ich nicht, dass diese Zuschauer gerne zusehen, weil sie mit dieser "Tradition" aufgewachsen sind. Zumal nicht jede dieser Traditionen tatsächlich Traditionen sind. Einige wurden erst durch die Touristen zur Tradition.

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Werden diejenigen Tiere am ehesten geliebt, die dem Menschen einen emotionalen, keinen wirtschaftlichen Nutzen bringen und /oder die besonders „süß“ ausssehen (harmlos? Kindchenschema?) 

 

 

Ich würde mal behaupten, dass die 12 köpfige Familie im hintersten Sibirien ihre 2 Kühe und 10 Huskys mehr lieben als so manch ein Hobby-Tierhalter, weil bei der sibirischen Großfamilie durchaus das Leben der Menschen davon abhängt, dass sie ihre Tiere haben, denen es gut geht.

 

 

 Oder werden diejenigen Tiere am ehesten geliebt, mit denen der Mensch am meisten zu tun hat, die er am besten kennt, egal wie der Nutzen aussieht?

 

 

Würde ich definitiv verneinen. So manch ein Bauer oder Pferdewirt hat den ganzen Tag mit seinen Tieren zu tun ohne diese zu lieben.

 

 

Ich kann dir sagen, dass meine Eltern und Geschwister Tiere absolut nicht leiden konnten. Meine Großeltern sind zu einer Zeit groß geworden, wo Tiere Luxus waren und daher nicht in Frage kamen. Trotz dieses eher tierundfreundlichen Umfeldes war ich schon von klein an sehr tierlieb. Also hat es wenig mit angeborenen Genen zu tun.

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Was ist dann mit all den Besuchern von Stierkämpfen, Hunde- und Hahnenkämpfen, sind die alle psychopathisch?

 

Vermutlich eher nicht ;) 

Wie schon jemand sagte, dass ist "anerzogen" bzw kulturell bedingt.

 

Meine Aussage zu den Psychopathen bezog sich wirklich auf Menschen, denen es von Anfang an an Empathie fehlt, wo man also klinisch tatsächlich Veränderungen in der Hirnverarbeitung ausmachen kann.

Habe ich nicht richtig herausgestrichen. Sorry.

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Ich bin auch eine derjenigen, die von klein auf hinter jedem flauschigen Tier hinterher war. Mein Vater nahm mich auch von klein auf mit zu einem Bauernhof und anstatt dann die Obstbäume leer zu räumen, war ich bei den Katzen oder dem Hofhund. Später dann kam der Kontakt zu Pferden dazu, die ich auch liebe. :) Von daher würde ich sagen, dass das bei mir auch angeboren ist.

 

Was sich bei mir dann im Laufe der Jahre geändert hat war, dass ich festgestellt habe, dass ich auch zu Tieren ein Gefühl aufbauen kann, die ich als junge Erwachsene gar nicht beachtet habe, weil ich schlichtweg keinen Kontakt zu ihnen hatte.

 

Bestes Beispiel unser Teich mit den Fischen.

Dadurch, dass die Kois zum Teil sehr zahm werden und sich auch streicheln lassen, entstand hier eine ganz neue Geschichte für mich.

 

Und ich denke mal, dieser Aspekt, erst einmal überhaupt einen Kontakt zu einem Lebewesen aufzubauen und sich dann auch darum zu kümmern, zeigt einem dann, dass man eben auch zu eher untypischen Tieren (also kein Streicheltier im herkömmlichen Sinne) eine Tierliebe aufbauen kann.

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Ich liebe Hunde und Pferde, seit ich denken kann. Andere Tiere mag ich, aber nicht in dieser Qualität. Spinnen und Insekten könnten meinetwegen gerne verschwinden. Meine Eltern und mein Bruder haben nichts davon vorgelebt. Auf's "Kindchenschema" falle ich bei Hunden durchaus manchmal rein, bei Kindern seltsamerweise gar nicht.

Umwelt beeinflusst sicher irgendwie, aber weit weniger, als das, was man (woher auch immer) mitbringt.

Der Sohn meines Mannes wächst in einem Umfeld auf, wo mit Tieren wenig liebevoll umgegangen wird: Strassenhunde werden bestenfalls ignoriert oder aber grob verjagt. Wenn sie verletzt oder krank sind, macht man einen großen Bogen drum. Opa zieht jedes Jahr ein Schwein groß, welches im Winter geschlachtet wird. Mit den Pferden des Onkels geht man auch nicht zimperlich um, "die brauchen manchmal eine harte Hand" etc.

Und just dieser Junge ist total glücklich, dass er einen Hund hat (unseren Oliver) hat, auch wenn dieser leider ganz weit weg wohnt. Er fragt jeden Tag, wie es Oliver geht und was der gerade macht, jeden Tag, seit wir ihn haben. Er ist absolut liebevoll im Umgang mit ihm, wenn auch etwas unsicher aufgrund fehlender Erfahrung. Und neulich fragt er mich am Telefon, was ich mit einem Welpen machen würde, den ich auf der Straße finden würde. Es war schon an der Fragestellung zu erkennen, dass er das Thema zu Hause diskutiert hatte und offensichtlich mit seiner Meinung alleine da stand. Nun ja, ich sagte ihm, was meiner Meinung zu tun sei (einsammeln, zum Tierarzt bringen, versorgen lassen und ein zu Hause suchen). Er hat dann noch recht detailliert nachgefragt, wer den Tierarzt bezahlen muss und wie man denn ein zu Hause finden könne usw. Und dann sagte er, darüber müsse er nun erstmal nachdenken :D

Da kämpft offensichtlich gerade sein Herz gegen das, was ihm seine Umwelt als normal vermittelt.

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