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Hundeforum Der Hund
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Die böse Vermenschlichung der Hunde

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Eben, Hunde suchen ja die Interaktion zwischen ihnen und uns. Und ich denke dass sie dass nicht tun würden, wenn die Welten so unterschiedlich wären. Ich denke sie wären im Lesen des Menschen auch nicht so gut und könnten nicht so gut auf unsere Stimmung reagieren, wenn sie sich nicht in uns hineinversetzen könnten.

 

Ich finde es wichtig, das man sich mit der Hundekommunikation und Hundeverhalten auseinandersetzt, damit man eben nicht Gefahr läuft, sie an unangebrachten Stellen zu vermenschlichen. Wie sagte letztens eine Nachbarin zu mir: "und dann hab ich ihn angekuckt und ihm gesagt das er brav sein muss und dann hat das funktioniert." Das ist für mich eine Art Vermenschlichung die ich nicht so toll finde. Klar, ich quassel auch mit meinen Hunden, aber ich glaube nicht sie würden meine Sätze verstehen. Sie erkennen sicherlich meine Stimmung von der Stimmlage, von der Körperhaltung usw. her. Aber sie verstehen meinen Satz nicht. Da wird dann vom Hund zuviel verlangt, etwas verlangt was er zu leisten nicht im Stande ist und zu Frust auf beiden Seiten führt.

 

Aber ich denke, man kann einem Hund durchaus mehr zugestehen, als es üblich ist. Eben was Gefühle und Verstand anbelangt.

 

Ich habe zum Beispiel auch mein Verhalten geändert, wenn meine Hündin Angst hatte. Es heißt ja immer, man soll ihm Schutz bieten, aber ihn ignorieren. Hera kam immer zu mir auf die Couch wenn sie Angst hatte. Ich habe sie auch lassen, sie aber ignoriert während sie neben mir saß, mich angestarrt hat und einfach nur Angst hatte. Ich wollte sie in ihrer Angst ja nicht bestätigen. Irgendwann ist sie dann nicht mehr gekommen und hatte für sich alleine Angst. Besser ist es gar nicht geworden. Ich fand das ehrlich gesagt schlimm, dass sie offenbar den Eindruck hatte, das ich ihr eh nicht helfen würde. Ich habe sie dann in solchen Situationen wieder auf die Couch gerufen. Sie ganz fest gehalten und ein bißchen gestreichelt. Ab und zu etwas nettes gesagt, wie ich es eben auch bei einem Kleinkind machen würde und siehe da, sie kommt runter. Sie bleibt jetzt bei mir, bis sie keine Angst mehr hat und geht dann. Finde ich klasse. Und es ist nicht schlimmer, sondern besser geworden. Sie kommt schneller runter, kann liegen, und auch zwischendurch mal entspannen.

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Was mich aber stört sind stur,berechnend, bösartig ,eifersüchtig. ...das sind Begriffe die ich völlig unpassend für Hunde finde.

Sie maskieren die menschliche Schwäche einen Hund zu verstehen. Oft werden damit fragwürdige Haltungen begründet. ..an dem Punkt stört es mich.

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Bei eifersüchtig bin ich mir nicht sicher, könnte ich mir noch vorstellen dass dies eine Eigenschaft sein könnte, die sie durchaus haben könnten. Ein Hund freut sich ja über Zuwendung und wenn diese ein anderer Hund bekommt, könnt ich mir schon vorstellen das in ihm dann so ein Gefühl aufkommen könnte. Streichle ich z. Bsp. Quincy, kommt Hades immer mal kurz, wird auch kurz geknuddelt und dann geht er auch wieder zufrieden und ich kann Quincy weiter knuddeln. Aber die Bestätigung braucht er da irgendwie.....

 

Was mich stört, wenn jemand sagt oder denkt, sein Hund würde etwas machen um ihn zu ärgern. Das glaube ich liegt nicht in der Natur der Hunde.

 

Berechnend kann Hera auch sein. Wenn sie z. Bsp. Kot findet, tut sie ganz unbeteiligt, macht den Hans kuck in die Luft, bis ich an ihr vorbei bin um den Kot hinter meinen Rücken zu fressen. Das ist doch berechnend? Ich finde das nicht schlimm, sie möchte etwas was ich nicht so gerne sehe, also macht sie es halt hinter meinen Rücken, in der Hoffnung so ans ihr gewünschtes Ziel zu kommen :) Ist doch intelligent :)

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Och, manchmal finde ich Hunde schon berechnend. Zum Beispiel gestern, als wir beim Ex-Pflegehund Chico waren. Da lag ein Kauknochen rum, den Chico eigentlich nicht mag. Aber er nahm ihn und legte sich direkt vor Emma damit hin, ohne ihn zu kauen. 

 

Emma wollte den dann haben. Sie versucht es immer auf die spielerische Art. Sie lag vor ihm, setzte ihren liebsten Blick auf und schlug immer mit der Pfote auf den Boden. Chico tat so, als würde er das nicht sehen, legte aber seine Pfote vorsichtshalber auf den Kauknochen.

 

Dann bekam Emma auch einen Kauknochen und das fand Chico sichtbar doof. Er nahm seinen Knochen ins Maul und ging vor Emma hin und her, hin und her, bis sie neugierig wurde, aufstand und schwupps, hatte Chico beide Knochen im Maul.

 

Das war Berechnung und ich finde den Begriff nicht unpassend.

 

Ich finde ebenso, dass manche Hunde Eifersucht zeigen. Wie sonst würde man es bezeichnen, dass sich Hunde sofort zwischen Fremdhund und Frauchen/Herrchen quetschen, sobald der Fremdhund gestreichelt wird? 

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Ja, genau, black jack! 

Berechnend zu sein, bedarf einer komplexen Gedankenleistung mit vielen Unbekannten. Das traue ich Hunden nicht zu. 

Bösartigkeit ist eine Folge fehlender Bindung plus schrecklicher Erlebnisse. 

Bei Eifersucht bin ich mir nicht so sicher, obwohl meine Hunde dazu nie neigten. Müsste man definieren. Entspringt die Eifersucht der Unsicherheit, dann gibt's die vllt. auch bei Hunden. Und Sturheit.... hmmmmmmmmmmmm...

Ich: Lulu, komm! 

Lulu: Nö.

Ich: Lulu, komm bitte! 

Lulu: Nö. 

Ich: Lulu, hier! 

Lulu: ... (legt sich entspannt auf die Seite)

Ich: Nu komm schon, Du sture Zicke! 

Lulu: ... (denkt: komm du doch!)

Ich: Zuuuuuuuuuuuuurück! (Der Ernstrückruf)

Lulu springt auf, wetzt los: ich fliege, Gebieterin!

 

Ja, ja, kann man viele Gründe finden, man kann aber auch an Sturheit denken.  ;)  

Ich hab' sie dafür übrigens sehr geliebt. 

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War Quark, bitte ignorieren

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Es ist die menschliche Haltung hinter den Begriffen.

Ist bei euch bestimmt kein Thema aber bei vielen eben doch.

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Das stimmt, berechnend ist eher negativ besetzt. Kommt gerne eben im Zusammenhang damit das der Hund ins Haus gepinkelt hat, weil er einem eins auswischen wollte. Wie gesagt, sowas glaube ich auch nicht.

 

Mein Rüde z. Bsp. ist auch berechnend. Er ist immer abrufbar. Nur in einer Situation nicht, wenn er ins Büro runter will. Da weiß er auch, das ich inkonsequent bin im zurückrufen und der Energie. Denn im Büro sitzen ja Leute und da hab ich Hemmungen. Das nutzt er aus.

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Wenn ich zu Lucky sage: "Ich geh' jetzt 'ne Runde mit dem Hund und Lucky bleibt hier..."

Ja, dann weiß er genau, dass ich ihn veräppeln will und springt mich spielerisch an, greift meinen Arm oder drückt sich von hinten zwischen meine Beine: "Nix da ich geh' mit!"

Das war schon mit Jago so...dasselbe Verhalten.

Es gibt keine logische Erklärung dafür, woher er weiß, dass es ein Jux ist. Das hatte kein Vorabüben, was diese Interaktion betrifft. Also, ich meine, es ist ein ganzer Satz, mit dem ich ihn anspreche.

Eifersüchtig kann Lucky auch sein...beim Spielen mit mehreren Hunden ist es so, dass Lucky schaut, welche Menschen zum Hund gehören; da geht er dann kurz hin und begrüßt diese schweifwedelnd. Ich grübele

darüber, ob er sich für den Spielgefährten bedankt oder um Erlaubnis zum Spielen fragt, weil er immer nur am Beginn des Spieles zu den Hundemenschen geht.

Ja, und wenn dann ein Rüde zu mir kommt, möglichst noch direkt an mein Bein...dann kommt Lucky und drängelt sich dezent dazwischen, aber gutartig.

In den ganzen Jahren habe ich mit meinen Hunden in ganzen Sätzen geredet; natürlich verstehen sie nicht jedes Wort, aber viele...

Selbst wünschte ich mir, noch mehr hündisch zu verstehen!

Toll fand ich den Bemerk von Marc Bekoff (Vom Mitgefühl der Tiere): "..der Mensch ist ja auch eine Art in der Welt der Tiere..."

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