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Hundeforum Der Hund
ellie94

Hund ignoriert Strafen

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Hallo erstmal,

 

ich kenne solche Diskusionen selber mit gewissen Menschen im Haushalt, die immernoch auf die ich-bin-Chef-Methode setzen. Ich weiß nicht wie dein Vater drauf ist, aber meiner Erfahrung nach, kann eine von außen kommende, professionelle Meinung Wunder wirken, bei uns ist es öfters mal so, dass wir diskutieren, meine Meinung wird als bescheuert abgetan und ne Woche später sagt irgendein Hundetrainer im Fernsehn dasselbe und schon ist es doch nicht so abwegig :D

 

Ansonsten würde ich billige Stofftiere kaufen und ihr die zum Zerfleddern geben oder vielleicht in Richung Intelligenzspielzeuge gehen, sodass sie sich während deiner Abwesenheit selber beschäftigen kann.

 

Wir selbst hatten keine Probleme mit der Anerkennung anderer Tiere in unserer Wohnung bisher, aber ne Methode von der ich schon öfters gehört habe, ist nebeneinander fressen lassen und sowas, dass Positives mit dem neuen Kollegen verbunden wird.

 

Und falls ihr bestimmte Dinge habt, die sie schreddern darf, dann wäre es vielleicht sinnvoll, ihr die direkt anzubieten, wenn das Unerwünschte weggenommen wird und wenn sie es annimmt, zu loben.

 

LG

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Ansonsten würde ich billige Stofftiere kaufen und ihr die zum Zerfleddern geben

 

Aber das bitte nur, wenn nur gefleddert und nicht gefressen wird. Ein Darmverschluss ist nicht lustig ;)

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Was der eine Hund als Strafe ansieht empfindet ein anderer als nette Abwechslung.

 

Würde meinen Riesenschnauzern jemand irgendetwas um die Ohren hauen, dann würden sie dadurch eher trieblich hochfahren als sich bestraft fühlen.

Wo die Schäferhunde meiner Kollegen durch einen Brüller ihrer Besitzer zusammenschrecken und beschwichtigen ... da geht bei meinen Mädels erst so richtig die Post ab.

Wenn von denen einer vor Schmerz quietscht weil er sich beim Toben stösst..., dann toben meine Mädels mit aufgeschnittenem Ballen weiter bis ich die Blutspur bemerke...

 

Also frag Dich wirklich wie es bei genau dem Hund mit dem Strafverständnis ist!

 

Zur Selbstbeschäftigung beim Alleinsein muss man anfangen kreativ zu sein.

Pappkartons werden vor dem Entsorgen immer erst zum Zerschreddern freigegeben ... vielleicht noch mit anfallenden Zeitungen gefüllt -  jedes Blatt einzeln geknüllt...

Ein mit Futter gefüllter Kong kann eine Zeit beschäftigen ...

ein mit verschiedenen gedrehten Seilen und aus Seil gefertigte Bällen gefüllter Behälter (Eimer oder Box) lädt zum Ausräumen und Zerfleddern ein ...

 

Sieh Dich einfach um ...

Fang an kreativ nach Beschäftigungen zu suchen...

 

Wobei für mich bzw. meine jungen Wilden die beste Beschäftigung in Abwesenheit der Menschen ein Hundegefährte ist ... da macht das Ausräumen der Spielzeugkiste viel mehr Spass ...

 

LG Heike

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Um das Positive mal vorweg zu nehmen: Ich finde  6x Schuhe und 5 Matratzen in 18 Monaten noch überschaubar und jetzt nicht den Weltuntergang ;)

 

Klar ist es ärgerlich - aber zumindest die Schuhe hätte man wegräumen können, wenn man weiß, dass die reizvoll sind.

 

Ich bin durchaus der Meinung, dass man Unerwünschtes auch einfach mal verbieten kann und ich weiß, dass das auch oft schon den gewünschten Erfolg bringt. Die Voraussetzung ist aber schlicht, dass der Hund verstehen kann, was da grade verboten worden ist.

 

Nach Hause zu kommen, einen zerfetzten Schuh vorzufinden, diesem dem Hund vor die Nase zu halten, zu schimpfen und ihn dann in die Ecke zu schicken bringt einfach nix - dein Hund weiß danach immer noch nicht, dass Schuhe zerstören verboten ist - der merkt höchstens, dass Ärger angesagt ist, wenn da jemand wutenbrannt mit einem Schuh in der Hand auf einen zurollt. WARUM derjenige auf einmal wutentbrannt mit einem Schuh in der Hand auf sie zurollt, bleibt für ihn allerdings weiter ein Rätsel. Und genausowenig wie Du weißt, warum sie hin und wieder einen Zerstörungsanfall bekommt, weiß sie warum ihre Menschen hin und wieder einen Wutanfall bekommen.

 

Warum sie das macht - keine Ahnung - ein paar Ideen wurden ja schon genannt - Langeweile, Stress oder vielleicht ist es auch einfach nur nett, ausführlich auf einem Schuh rumzukauen.

 

Es ist natürlich schwierig das abzustellen wenn der Hund viel alleine ist, weil du in der Regel nur das Ergebnis zu sehen bekommst.

 

Räum weg, was wegzuräumen ist, schaff Alternativen an - eine Beißwurst, ein Lederlappen, einen Knoten in ein Bein einer alten Jeanshose oder vielleicht auch einfach ein alter Latschen, den sie schreddern darf. Führ die neuen Spielis ein, lass sie drauf rumknautsche, spielen, zergeln, mach sie heiß drauf und dann heißt es hoffen, das sie die Alternativen annimmt und den Rest in Ruhe läßt.

 

Mein Viech braucht auch hin und wieder noch was, um Aufregung dran abzureagieren - dafür nimmt aber immer und nur seine Stofftiere. Klar hat der auch schonmal ein Sofakissen ins Visier genommen, wenn grad nichts passendes in Reichweite war ( es gab auch schon einen begehrlichen Blick Richtung Katze :ph34r:  ) - aber dann reicht auch wirklich ein "Nein" - und dann suchen wir zusammen ein passendes Stofftier aus der Ecke. Aber sollte ich nach Hause komme und das Sofakissen ist Geschichte - ja, dann ist es halt so, das wird durch einen nachträgliche Schimpforgie auch nicht mehr lebendig.
 (Für das innere "Ooohm" hilft es übrigens einfach dankbar zu sein, dass es nicht die Couch war ;)  )

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So ärgerlich das für euch auch im Moment ist, so musste ich doch auch ein wenig schmunzeln - herzlichen Glückwunsch, du hast einen cleveren Hund! Und somit einen, von dem du viel lernen kannst, denn gerade die cleveren sind nicht ganz so einfach zu erziehen wie ihre etwas schlichter gestrickten Artgenossen.

 

Nehmen wir mal die Sache mit dem Hahn (für den es mir natürlich sehr leid tut) und den Erziehungsversuch deines Vaters (der so gar nicht meinem Erziehungsverständnis entspricht, aber das nur am Rande).

 

Ganz generell: Federvieh, ebenso wie Hasen, Meerschweinchen oder ähnliches, zu jagen und auch zu töten - das ist schlicht eine ganz natürliche Hundereaktion. Immerhin stammt der Hund von Beutegreifern ab, nicht wahr? Und je nach Rasse mehr oder weniger war dieses Verhalten sogar durchaus erwünscht. Also zunächst gar nix ungewöhnliches, wenn er das versucht. Was auch bedeutet, dass der Hund von sich aus da keinerlei Unrecht sieht, wieso auch? In seiner Welt war das ganz normal und in Ordnung. Die Frage lautet also, wie erkläre ich ihm, dass das in unserer Menschenwelt eben NICHT in Ordnung ist?

 

Mein persönlicher Ansatz dazu wäre, einerseits zu vermitteln, was wir "jagen", und andererseits, um es mit dem netten Zeichentrickfilm zu sagen, "Fische sind Freunde - kein Futter!" :lol:

 

Dein Vater verfolgt einen anderen Ansatz, der da lautet, "Hühner sind verboten". Und versucht, das dem Hund auf eine menschlich denkende Art zu zeigen, sprich, "von diesen hier lässt du gefälligst die Zähne weg!" Tja, wie gesagt, das ist menschlich gedacht. Was davon beim Hund ankommt, das ist individuell ziemlich verschieden. Bei manchen Hunden setzt sich durch so eine Schimpfe die Idee fest, "in der Nähe von Hühnern wird es so richtig blöd" - das sind dann die, wo so etwas funktioniert. Aber es gibt eben auch die weniger schlichten Gemüter, die etwas differenzierter verknüpfen. Und da kommt bei solchen Aktionen - wie ihr auch gemerkt habt - etwas ganz anderes heraus. Beispielsweise "Huhn minus Mensch = coole Sache, Huhn plus Mensch = dämlich". Was einen Hund ergibt, der in der Anwesenheit von Menschen die Hühner in Ruhe lässt, sobald er aber allein ist lustig weiter macht. Oder, was ich mir bei deinem Hund lebhaft vorstellen kann, es wird sogar noch genauer sortiert:

 

Hahn gejagt und gefangen, das war voll lustig. Beute gemacht, coole Sache! Dann kam der Zweibeiner und hat mir die Beute abgenommen, Mist. Hat sie für sich beansprucht und damit noch vor mir angegeben, war richtig doof. Zum Glück wollte er sie dann nicht mehr, ist wieder gegangen, also hat sie wieder mir gehört - das ist schließlich Hundegesetzt, wenn es keiner mehr will gehört es dem Finder! Dummerweise kam er dann bald wieder und wollte das Ding doch wieder haben, schon wieder Stress. Menschen sind so was von doof und launisch!

 

Du verstehst, worauf ich hinaus will? Bei so einem Hund wirst du mit Strafen schlicht überhaupt nicht weiter kommen! Das einzige, was man damit erreicht, ist, dass er Menschen für immer launischer, unberechenbarer und insgesamt blöder hält.

 

Sollte mein Eindruck stimmen und dein Hund wirklich einfach nicht nur jung, sondern auch ziemlich schlau sein, dann wird es auch nicht die eine einzige Alternative rausreißen. Denn das wird alles früher oder später langweilig. Ich würde wahrscheinlich den Ansatz versuchen, dem Hund in irgendeiner Ecke eine Art "Schatzkiste" einzurichten. Womit ich nicht meine, dass da lauter Spielzeug ständig auf einem Haufen rumliegt. Sondern eine Ecke, in der ich ihm - vielleicht sogar so, dass er sich zum "drankommen" erst einmal etwas anstrengen muss - immer wieder etwas anderes spannendes deponiere, mit dem er sich beschäftigen kann. Mal einen Kauknochen, mal einen gefüllten Kong, vielleicht auch mal einen Pappkarton mit zerknüllter Zeitung und darin Kekse, mal ein auf Schnauzenhöhe aufgehängter Lederlappen, mal ein in einem Eimer verbuddeltes Kauohr... Da kann man mit einfachen Mitteln kreativ werden. Bloß immer an der gleichen Stelle sollte es sein, so dass völlig klar ist, wo im Bedarfsfall die lustige Beschäftigungsecke ist. Das mit dem Hund zuerst immer wieder gemeinsam und möglichst begeistert erkunden, so dass er weiß, hier ist es komplett erlaubt und Spaß angesagt. Dann noch eine Zeit lang den Rest gut sichern und managen, dann sollte sich das Problem eigentlich geben. Denn wenn ein Hund die Wahl hat, dann wird er so eine Schatzecke mit Sicherheit vorziehen, und dabei gleich auch seine Bedürfnisse befriedigen können. Denn er tut das ja nicht, um jemanden zu ärgern, sondern schlicht weil er es aus irgendeinem Grunde für sich so braucht.

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Das mit der Kiste werde ich auf jeden Fall umsetzen. Für sowas ist Fin immer zu haben. Sie liebt auch solche Sachen wie Leckerchen unter Becher und diese dann vermischen. Alles wo sie ihre Nase einsetzen muss ist total ihr Ding :-)

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Dann bin ich gespannt, was du dir einfallen lässt! Auf jeden Fall kannst du so immer, bevor du gehst, in der "Schatzecke" irgendwas verstecken, womit sie sich beschäftigen und was sie erkunden kann - das sollte den Unfug schon mal deutlich eindämmen, und das auch kopfmäßige Erwachsenwerden erledigt dann den Rest.

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Ich drück dir vor allem die Daumen beim Durchsetzen "gegen" deinen Vater. 

 

So wie ich das sehe sind bei euch zwei Erziehungsstile vorhanden. Du willst deinen Hund partnerschaftlich erziehen, bist aber darauf angewiesen, dass dein Hund tagsüber von deinen Eltern betreut werden, deren Erziehungsmethoden sehr antik anmuten - wobei wenn ich das richtig mitbekommen habe ist dieses Machtgetue Mensch->Hund vor allem ein Phänomen vom Ende 19. Anfang 20. Jahrhundert..?-  So blöd es kling aber: hast du nicht eine Möglichkeit den Hund anders unterzubringen und aus dem Elternhaus auszuziehen, dass du dem Hund eine "geradlinige" Erziehung ermöglichen kannst? Also partnerschafltich? 

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hast du nicht eine Möglichkeit den Hund anders unterzubringen und aus dem Elternhaus auszuziehen, dass du dem Hund eine "geradlinige" Erziehung ermöglichen kannst? Also partnerschafltich? [/size][/size]

Das geht nicht, wie haben einen Bauernhof und ich meine eigene Schöne 200 m2 Wohnung. So eine Wohnung woanders zu suchen würde mich ja arm machen

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Dann bin ich gespannt, was du dir einfallen lässt! Auf jeden Fall kannst du so immer, bevor du gehst, in der "Schatzecke" irgendwas verstecken, womit sie sich beschäftigen und was sie erkunden kann - das sollte den Unfug schon mal deutlich eindämmen, und das auch kopfmäßige Erwachsenwerden erledigt dann den Rest.

Habe vor ein paar Tagen die "Spaßbox" zusammengestellt. Mit Heu, kleinen Leckerchen und Möhrenstücken und den normalen Futter, dass Fin und Arie sonst bekommen. Die Stücken verfangen sich recht gut im Heu :-)

Meine Eltern sind leider noch nicht so begeistert aber ich denke den Hunde gefällts. :-)

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