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Aversionsverhalten

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Aversionsverhalten: (aversiv behavior) das Vermeiden von unangenehmen oder gefährlichen Objekten, Situationen und Artgenossen. Grundformen des Aversionverhaltens sind Flucht- und Meideverhalten. (aus: Wörterbuch der Verhaltensbiologie, Gattermann)

 

Flucht und/oder Meiden werden dabei dem auslösenden Reiz gegenüber gezeigt.

Aversiv-basierende Methoden nutzen aversive Reize zur Beeinflussung des Hundes durch den Menschen.

 

 

Beispiel:

 

Ein Hund geht in die Leine, sobald ein anderer Hund ihm – aus seiner Sicht – zu Nahe kommt.

Der Mensch wird trainiert, seinem Hund in dieser Situation gegenüber mit Körperblock und „Kscht“ an einem Vorpreschen zu hindern.

 

Der Mensch SOLL dadurch die Führung übernehmen, was mit Übung und entsprechender Anleitung mal mehr oder weniger gut klappt. Offensichtlich.

Weniger offensichtlich ist dabei, dass der Hund dadurch ein Meideverhalten (manche sogar Fluchtverhalten, an welchem ihn nur die Leine hindert) zeigt – und zwar NICHT dem anderen Hund, sondern seinem Menschen gegenüber.

 

Die bei einer solchen Aktion möglichen Verknüpfungen sind sehr vielfältig und hängen nicht nur, aber auch sowohl vom Temperament des jeweiligen Hundes, als auch von seinen Erfahrungen, als auch von der Hund-Halter-Beziehung ab.

 

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Hund in dieser Situation z. B. diese Verknüpfung

„Da kommt ein anderer Hund, jetzt wird mein Mensch wieder MIR gegenüber sauer – blöder anderer Hund!!!“

herstellt, ist jedoch nicht von der Hand zu weisen.

 

Gelernt hat der Hund dann etwas – aber nicht zwingend das, was wir wollen …

 

Aversiv-basierende Methoden – vielleicht fallen euch da noch andere Beispiele ein? – zu verneinen bedeutet nicht, jegliche aversive Handlung nun fortan aus dem Leben zu merzen und zum sogenannten „Wattebäuschchenwerfer“ zu mutieren.

 

Das Leben ist nicht so!

 

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Das Leben bietet schons o viele unbewusste/unvermeidbare Aversivreize, dass man diese nicht aktiv zur Lenkung eines schutzbefohlenen Lebenswesen braucht. Grenzen kann man auch durch ds Aufzeigen von gewünschten Verhalten aufstellen.

Meine Meinung in Kurzform.

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Ah, nun hatte ich schon per PN geantwortet, um den Thread nicht zu Schreddern.

Du warst klüger und hast abgetrennt :)

Ich muss jetzt noch mal genauer Lesen und Grübeln.

Ich lehne aversives Eingreifen ja nicht grundsätzlich ab, halte es aber oft für unnötig oder gar unsinnig. Aber so wie oben beschrieben ... neeeee, ich glaube, so nicht.

Gucke später nochmal rein!!

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Mh, weiß nu nicht, ob ich das Thema verfehle. Heute Morgen war ich froh über Emmas Meideverhalten. Sie hat gelernt, bei Wildsicht "nur zu gucken", also stehen oder sitzen bleiben und gucken. Das haben wir zuerst an der Schlepp geübt, dann im Freilauf. Im Freilauf gingen dann manchmal mit ihr die Pferde durch und sie guckte zwar, rannte aber dann doch los :D Macht sie auch heute ab und zu, wenn auch nur noch selten. Jedenfalls, wenn sie loslief, kam das ruhige und langsam gesprochene Kommando "zuuuurück". Wenn ich früh genug schaltete (öhm, meine Reaktion ist meist zu langsam), rief ich ein lautes Hey oder wenn ich direkt neben ihr stand, stellte ich mich ihr in den Weg.

 

Zur Belohnung fürs stehenbleiben habe ich oft einen Stock geworfen oder mit Emma ein Loch gebuddelt. Löst auch die Anspannung, denn für nen Hund ist das sicher nicht einfach. Macht ja Spaß, hinterher zu rennen :)

 

Sooo, das zur Vorgeschichte. Wir treffen manchmal morgens ca. 4 km von uns entfernt die beiden Hunde vom Nachbarn. Die jagen dann und der eine Hund tötet auch. So war das auch heute Morgen. Hier ist sehr wildreiches Gebiet mit Kaninchen, Füchsen, Schweinen und Rothühnern. Auf einmal ging neben uns ein Jagdgebell los. Emma blickte zum Hügel hoch und da liefen sie, die Hunde vom Nachbarn. Die bekamen gar nicht mit, dass wir da gingen.

 

Vor 2 Jahren wäre Emma losgerannt, denn Negro ist bekannt unter Nachbars Hunden, dass er Tiere auch fängt. Es jagen also immer alle gerne mit.

 

Heute blieb Emma stehen, schaute nur noch und kam an meine Seite. Wir gingen weiter und die Hunde liefen irgendwann über den Weg, sahen uns und begrüßten uns.

 

Die hatten aber die Jagd im Sinn und schauten sich direkt wieder nach dem nächsten Tier um. Und was macht Emma? Sucht einen Stock, nimmt ihn auf und will Caspar und Negro animieren, mit dem Stock zu spielen. Das hätte vielleicht hier bei uns in Hausnähe geklappt, aber nicht da im wildreichen Gebiet. 

 

Die 2 zogen los, hechteten die Hügel rauf und hatten schon bald die nächste Hatz begonnen. Emma blieb bei mir, nahm zwischendurch mal einen Stock auf und brachte ihn zu mir.

 

Sie wirkte nicht angespannt, aber ohne unsere Übungen mit "nur gucken" und stehenbleiben wäre sie bestimmt mitgelaufen. Somit hat sie ja ein Meideverhalten erlernt. Für dieses Meideverhalten im Bezug auf Wild bin ich aber froh.

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Das ist aber kein Meideverhalten durch Aversivreize, sondern ein Alternativverhalten auf den Auslösereiz durch positive Vertsärkung (Stockspielen)...

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Ok, dann doch Thema verfehlt. Obwohl, das Stockspielen oder Buddeln kam/kommt ja erst nachdem sie gemieden hat. Öhm, ich glaube, ich habe nen Denkfehler.

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@KleinEmma: Da fangen die Missverständnisse schon an ;):D

 

Emma MEIDET die Jagd  - dabei ist MEIDEN deine Interpretation, wertfrei betrachtet Jagd sie einfach nicht mehr.

 

Deiner Kurzbeschreibung entsprechend würde ich eher davon ausgehen, dass du ihr ein Alternativverhalten "schmackhaft" gemacht hast. 

 

Ich sehe hier keinen Zusammenhang zwischen dem Aversionsverhalten wie oben beschrieben und deiner Vorgehensweise beim Erlernen einer Alternative.

 

Vermuten tue ich aber, dass du diese Aktionen ansprichst:

 

 ...rief ich ein lautes Hey oder wenn ich direkt neben ihr stand, stellte ich mich ihr in den Weg.

 

 

Wie gesagt - VERMUTE ich ;)

 

Nun kann ich dir aber nicht sagen, ob diese Reaktionen von dir bei Emma Aversionsverhalten auslösten, und auch nicht, in welcher Intensität, weil:

 

 

 

Die bei einer solchen Aktion möglichen Verknüpfungen sind sehr vielfältig und hängen nicht nur, aber auch sowohl vom Temperament des jeweiligen Hundes, als auch von seinen Erfahrungen, als auch von der Hund-Halter-Beziehung ab.

 

@Cartolina: Wie meinst du das hier?

 

 

 

.. neeeee, ich glaube, so nicht. 

 

Heißt das: Nein, so wie im Eingangspost beschrieben fasse ich Aversionsverhalten nicht auf? Oder: Nein, so setze ich aversive Handlungen nicht ein?

 

Oder wie sonst?  :think:

 

@Kareki: 

 

 

Das Leben bietet schons o viele unbewusste/unvermeidbare Aversivreize, dass man diese nicht aktiv zur Lenkung eines schutzbefohlenen Lebenswesen braucht. Grenzen kann man auch durch ds Aufzeigen von gewünschten Verhalten aufstellen.

Meine Meinung in Kurzform.

 Dieser Meinung bin ich auch, wobei ich den für mich maßgeblichen Punkt mal fett markiert habe :)

 

Allerdings: Ich handele nicht immer nach dieser eigenen Meinung :huh:

 

Warum? Weil ich ein Mensch bin ... und ich glaube, auch genau dieser Punkt sollte im Zusammenhang mit Aversionsverhalten aufgegriffen und aufgebröselt werden. 

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Meine menschliche Fehlbarkeit, meine Launen usw. ich bin auch nicht frei davon. Aber das nutze ich dennoch nicht aktiv zum Training. Im Training hat das für micha bsolut NICHTS verloren. Nie.

Im täglichen Umgang ann ich durchaus auch mal sauer sein, allerdings versuche ich dann, es zu schlucken.

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Das menschliche Fehlverhalten ... das versuche ich auch immer auszuschalten, klappt auch schon viel besser als früher - weil ich eine ganze Menge Alternativverhalten erlernt habe. 

 

Mir ist ein Anliegen zu begründen, warum aversiv-basierte Methoden nicht erstrebenswert sind.

 

Bei der Thematik ist bisher nur die Oberfläche angekratzt, es gibt sehr viele Irrtümer und Missverständnisse in dieser Richtung. 

 

Vielleicht sollten wir das erst mal aufbröseln? 

 

Stichworte "Amygdala" und "Hippocampus" vielleicht?

 

;)

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Ja bitte, bröselt mal auf :) Das Thema führt ja immer wieder zu Missverständnissen - wie man sieht, auch bei mir.

 

Grundsätzlich mache ich sehr viel über Belohnung und dem Hund zeigen, welches Verhalten erwünscht ist. Wir hatten das schon mal in einem anderen Thread. Bei mir gibt es aber auch beispielsweise ein strenges Nein. Das wäre ja dann auch ein Aversivreiz???

 

Öhm, also Beispiel: Ein Hund taucht auf und Emma soll bei mir bleiben. Macht sie normal auch, aber es gibt Tage, da hat sie den Schalk im Nacken. So, nun wird sie flotter und will zum Hund hin. Ich rufe einmal zurück, sie überhört meinen Ruf und dann kommt ein "NEIN! Hier her!" oder so was in der Art. 

 

Das wäre ja dann aversiv. Sie wird aber direkt gelobt, sobald sie sich umdreht und zu mir kommt und bleibt. 

 

Ein strenges Nein oder Pfui (wenn sie was am Strand fressen will) wird aber von manchen Menschen schon als aversiv bezeichnet. 

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