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Hundeforum Der Hund
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Positive (Kommunikations-) Signale

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Ich habe mal für mich eine Bestandsaufnahme gemacht, welche meiner Kommunikationsmöglichkeiten mit meinen Hunden rein positiv AUFGEBAUT wurden, und was ich mittlerweile mit diesen Signalen mache.

 

Rein posivit aufgebaut habe ich

 

- Nein

- Sitz

- Platz

- Fuß

- Hier

- Doppel-Flötton (hört sich an wie ein geflötetes "guck-guck" ("Kuckuck") beim Baby

- Raus-da

- Warte

- Bleib

- Jep-Jep

- Alle Töne mit der Pfeife

- Voran

- Such

- Apport

- Geh/ok/du darfst

- nicht-Ziehen

- Komm-schnell

- Klatschen

- Räuspern

- Amigo

- Vasco

 

Dabei sind alle rot gekennzeichneten Kommunikationssignale im Laufe der Zeit mit unterschiedlichen Emotionen (Druck) belegt worden, heißt: Grundsätzlich sanft-motivierend konditioniert, kann ich z. B. ein "Sitz" schneidend, scharf und mit viel Druck aversiv einsetzen.

 

Der Vollständigkeit halber: Knurren und "Hey" wurden aversiv konditioniert, weil als Schrecksignale eingesetzt. 

 

Wie sähe denn eine Bestandsaufnahme bei euch aus?

 

 

 

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Kurze Verständnisfrage zum rein positiven Aufbau: Was genau bedeutet das hier? Rein über positive Verstärkung? Oder auch mit Fehlerwort/no-reward-marker?

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Positiv aufgebaut (Alternativen angeboten/getauscht) haben wir Abbruchsignale:

 

Nein!

Ey?!

Lass es! (steht bei uns für "aus")

 

dann

 

Hier! (irgendwo bitte in meine Nähe kommen, z. Bsp. zum anleinen)

Komm! (Löse Dich von irgendwelchen Schnupperstellen um mir zu folgen)

Bei mir! (Doppelsingal: In meine Nähe kommen und dort bleiben bis die Freigabe durch "weiter" kommt)

warte (einfach warten, egal wo er grad ist)

 

Willst Du nen Keks?! - Supersignal bei großer Ablenkung zum ranrufen.

(Geht auch mit "Hol Dir mal nen Keks!" - Keks ist quasi der Auslöser.)

 

Und noch Konditionierung auf die Pfeife.

 

Sonst kann er ja nix.

Und wie man sieht bin ich kein Fan von üblichen Signalworten  :D

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Zurück (zu mir kommen, gesprochen: zuuurück :D )

Stopp (hinsetzen, da wo du gerade bist)

Warte (einfach stehenbleiben, da wo du gerade bist)

Down (hinlegen)

 

Leiser Doppel-Pfiff = komm mal da raus/ runter/ hoch

 

Lass die mal in Ruhe (Hundskopf steckt im Busch, Schwanz fängt an zu wedeln, also Kaninchen oder weiß der Geier was entdeckt = nicht nur Kopf aus Busch ziehen, sondern auch weitergehen)

 

Was hast du da? - Manchmal auch: Zeig mal oder Lass mal gucken (Hund bringt mir das Etwas, gibt es mir, ich bestaune das Etwas und gebe es zurück oder falls eklig lege ich es weg und sie bekommt etwas anderes)

 

Kommt da ein Auto? (Ich meine ein Auto zu hören, Emma geht an den Wegrand und horcht, ob ein Auto kommt)

 

Glaube, da gibts noch mehr. Ich bin nicht so der Ein-Wort-Typ. Emma versteht mich trotzdem.

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Kommt darauf an, wie das Fehlerwort aufgebaut ist :D;)

 

Positiv heißt hier: OHNE Druck, rein motivierend. Wird hierdurch klar, dass dabei selbstverständlich Fehler nicht gestraft werden? 

 

Wenn nicht, dann noch mal ganz deutlich: Fehler KÖNNEN, müssen aber nicht korrigiert werden. Eine Korrektur darf dann aber keinesfalls als Strafe beim Hund ankommen, sondern muss eine Hilfe darstellen, die es dem Hund erleichtert, die von uns gewünschte Lösung zu finden.

 

Wieder mal sehr kryptisch formuliert? ! ...  :rolleyes:

 

Eigenes Beispiel, wie ich das "Sitz" konditioniert habe: Die Vorkonditionierung des Signals "Sitz" ist schon erfolgt. Das passiert eigentlich beiläufig im Alltag, wenn man das zufällige Hinsetzen des Hundes sofort mit dem Wort "Sitz" kommentiert und evtl. mit einem "Fein" oder "Gut" z. B. verstärkt.

Nun will ich das Signal gezielt mit der Aktion des Hundes verknüpfen. Ich hocke auf dem Boden, strahle den Hund an, er kommt zu mir und ich gebe das Hörzeichen "Sitz". Der Hund strahlt zurück und bring mir sein Spieli :D

Ich nehme das Spieli, lege es aus seinem Sichtfeld und sage: "Nein" und zwar ganz weich, sanft und mit einem Lächeln. Natürlich muss dem Hund zu diesem Zeitpunkt das Nein schon grundsätzlich bekannt sein (und selbstredend auch positiv aufgebaut). Damit gebe ich dem Hund einen Hinweis (=Korrektur), dass seine Reaktion (Spielzeug bringen) nicht die von mir erwartete ist.

 

Edit: Hm - ich habe ja einige Signale rot markiert, eben weil sie, trotz rein positiven Aufbaus, im Laufe der Zeit auch aversiv eingesetzt wurden, mit Abstufungen. Das disqualifiziert mich per se schon mal als Wattebauschwerferin ... :rolleyes: 

Ich gebe mir zwar Mühe, überwiegend positiv zu arbeiten ... aber ihr wisst ja sicher Alle, was die Formulierung "Sie hat sich sehr bemüht ..." in einem Arbeitszeugnis heißt: "Sie hat sich zwar sehr angestrengt, was aber nichts an der Tatsache, dass sie eine Flachwurzlerin ist, ändert!" ...  :whistle  

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Da ist ja wieder das Nein, tsts :D Wenn man das so macht, wie du gerade beschreibst, lernen die Hunde was Nein bedeutet. Da muss das Nein gar nicht vorher aufgebaut werden. Genau bei solchen Dingen und alltäglichen Gegebenheiten wird das Nein zu: Nö, das ist jetzt nicht das, was ich meinte und wollte.

 

Das lernen sogar Pflegehunde ruckzuck. Also doof sind Hunde nicht. Beispiel: Pflegehund kommt ins Haus, schnüffelt alle Ecken ab und legt sich dann auf Emmas Kissen. Ich sage "Nein, komm mal hier her" oder irgendwas anderes nach dem Nein. Zeige ihm dann sein Kissen und lobe wenn er sich darauf gelegt hat. 

 

Kommt ja darauf an, wie man das sagt und dann ist schnell klar, was mit dem Nein gemeint ist.

 

Deshalb nutze ich eher wenig so Kommando-Wörter. Die kommen zackig aus dem Mund. Wenn man in Sätzen spricht, klingt das gleich viel netter und Hunde sind dennoch in der Lage, das zu verstehen, was wir damit meinen. In Kombination mit unserer Körpersprache (wenn die das aussagt, was der Mensch mit Worten aussagt) verstehen das sogar Hunde, mit denen sonst nicht in deutscher Sprache gesprochen wird.

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Ok, dann ganz konkret:

 

Keks offen präsentiert. In dem Moment, wo er danach greifen will, freundliches "ups", Hand geschlossen und zur Schulter hochgezogen. Danach sofort wieder präsentiert, bei gutem Alternativverhalten gibt es natürlich den Keks. Und dieses "ups" danach als Marker verwendet, wenn es verkehrt wird. Wie sieht es damit aus, ist das noch rein positiv? Immerhin "droht" es ja mit dem Vorenthalten der Belohnung?

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Ich finde, auch da kommt es auf das Wie an. Ist ja dasselbe wie der Sockentausch, den ich bei Emma machte. Sie klaute gerne Socken. Ich fand das wirklich lustig und musste immer lachen. Trotzdem hat sie gelernt, die Socken im Bad, im Wäschekorb zu lassen.

 

Emma trabte also mit der Socke im Maul aus dem Bad, ich lachte und sagte so was wie: Nein, das ist meins, und tausche gegen Ball oder irgendwas anderes. Da ich das fröhlich machte, spielte Emma direkt mit dem Spielzeug weiter. 

 

Trotz meines Lachens lernte sie, dass Socken uns gehören und nicht zum Lochen gedacht sind.

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Ok, da das ups immer freundlich bleibt und nix weiter bedeutet als "so wird das nix, probier was anderes" nehme ich an, das zählt als positiv. Nachdem ich eben scherzeshalber auf einem Blatt ein kleines Brainstorming veranstaltet habe, war ich zunächst völlig verblüfft, wie viel da doch zusammen kam, was wir so im Alltag verwenden:

 

- Si (Sitz)

- Pla (Platz, im Sinne von "jetzt sofort und konzentriert, bitte schön")

- leg dich (genau das, leg dich in aller Seelenruhe hin, wie es dir gerade gemütlich ist)

- Sch (Steh)

- Stop (aus dem Laufen)

- warte (bleib wo du bist, mir ganz egal wie)

- Pause (verharre so, wie du gerade bist)

- zu mir (komm in meine Nähe und bleibe da - laufe neben mir mit)

- ran (aufmerksames Fußlaufen bzw. Grundstellung)

- Seite (lauf auf meiner rechten Seite)

- schnalzen (Aufmerksamkeitsgeräusch)

- schau her (Blickkontakt halten)

- langsam

- weiter

- zurück (rückwärts laufen)

- unten (bleib mit allen vier Füßen am Boden)

- na komm (du darfst auf mich draufspringen bzw. über mich drüberklettern)

- danke (Ausgeben)

- touch (Nase in meine Hand drücken und dort "kleben")

- Häuschenzeit (jep, das klingt albern... Bedeutet geh auf deinen Platz)

- Pfiff - unser absolutes Notfall-Supersignal

- bring (Gegenstand bringen und im Maul behalten)

- aufheben (Gegenstand aktiv in meine Hand geben)

- such xxx (benannten Gegenstand suchen)

- lass es

- ok (Freigabe)

- wer kommt da (aufmerksam machen auf etwas, bevor der Krümel erschrickt)

- anfassen (eine andere Person wird dich nun anfassen, das ist ok)

- hochnehmen (ich nehme dich jetzt)

- Zähne (ich werde dein Maul kontrollieren, möglicherweise an den Zähnen kratzen)

- Krallen (ich werde nun deine Krallen schleifen)

- bürsten (Fellpflege)

- geh heim (gehe zur "Zieltür")

- aufpassen (vorsicht, ich laufe jetzt in deine Richtung - also wenn er neben mir läuft)

- change (wechsele hinter mir die Seite)

- home (komm zwischen meine Beine)

- das darf so sein (hab ich wahrgenommen und für ungefählich befunden)

 

dazu kommen noch die Markerwörter:

 

- gut (Lob, meist eine Belohnung, aber nicht immer)

- Keks (Clickwort, da gibt es sicher einen Keks)

- ups (so wird das nix, versuch was anderes)

 

Und noch eine lange Liste mit Zeug, das allein für Tricks und Sport da ist - muss ich aber nicht alles listen, oder? :whistle

 

Die roten Wörter werden im Notfall auch mal streng gesagt bzw. mit Druck unterlegt, wenn die Situation es erfordert.

Außerdem gibt es noch ein "hey!", das ich nicht positiv, sonder mit Distanzverringerung (nicht wirklich bedrängen, aber bis zum Reaktionspunkt gehen) aufgebaut habe, und das in etwa dem "geht gar nicht!" bei den Kindern entspricht. Dafür gibt es bei uns so ziemlich genau eine einzige Anwendung, nämlich wenn ich sehe und sicher bin, dass der Krümel mich sehr wohl wahrgenommen hat, aber beschließt, das einfach mal zu ignorieren. Also wenn ich hinter ihm bin und er dreht mir klar ein Ohr zu, macht aber einfach weiter - oder ich bin vor ihm und er schaut mich an, macht aber trotzdem einfach weiter sein Ding. Nachfragen im Sinne von kurz zu mir schauen und wieder Blick zurück zum Objekt der Begierde ist kein Thema, wird auch oft genug erlaubt. Genauso wie ich jedes Verständnis habe, wenn er eine Reaktion anfängt, dann aber die Verlockung doch zu stark wird. Aber einfach bewusst ignorieren geht nicht. Kommt aber auch ziemlich selten vor. Meistens ist es so, dass er sich entweder bemüht, oder es schlicht in diesem Moment nicht kann.

 

Insgesamt hat mich diese Liste schon auch fasziniert. In vielen Bereichen ist sie wesentlich länger als bei meinen anderen Hunden. Zum einen deshalb, weil der Krümel viel konkretere Handlungstipps braucht, weil ihm eine Menge Kompetenzen schlicht fehlen. Wo meine anderen Hunde von sich aus gute Entscheidungen getroffen haben, ist der Krümel schlicht überfordert und reagiert mit Übersprung nach vorne. Und aus dem gleichen Grund hilft es ihm, wenn ich ihm vieles ganz konkret ankündige. Ist eben ein Spezialfellchen :wub:

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Ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit meiner Liste :D

 

Vorhin sind mir dann noch die Sachen eingefallen:

 

- zurück

- aus

- Fein

- gut

- suuuuper

- prima

- fein gemacht

- good boy

- fine man

- toller Kerl (und das immer nur im Flüsterton, kombiniert mit Kraulen an der Vorbrust oder aber auch mit beiden Händen unterhalb der Ohren, und mit einem verliebten Blick)

 

Mich hat aber sehr nachdenklich gemacht, wie viele der ursprünglich positiv belegten Signale ich mittlerweile mit unterschiedlichen Emotionen (Druck) belege. 

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