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Hundeforum Der Hund
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Der sanfte Führer

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Nene - die Führungsposition wird ihm von den Anderen zugesprochen, ohne dass er sie beansprucht hat.

 

Ähnlich habe ich es ja auch schon durchaus in Menschengruppen erlebt, wenn z.B. ein "Sprecher" gebraucht wurde. Da wurden oftmals die vorgeschlagen, die eher besonnen und überlegt gehandelt haben. 

 

Da spielt natürlich auch ein durchaus opportunistischer Gedanke mit: Wie komme ich "klug" zum Ziel? Wobei klug hier durchaus "mit möglichst wenig Stress und Ärger" heißt.

 

Dieses "sanfte Führen" ist eine Idealvorstellung, wie so Vieles im Leben. Mir liegt einfach der Gedanke von Geduld und Hartnäckigkeit sehr nahe (dabei bin ich mir selbst gegenüber eigentlich eher ungeduldig ...  :rolleyes: ). 

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Also alle die mich kennen, sagen von mir, dass ich extrem geduldig und extrem beharrlich bin :D. .

 

Wenn ich früher mit Chi-HH unterwegs war, haben sich viele Chis immer an mir orientiert, deren HH haben gesagt, sobald ich dabei bin, folgen die Hunde viel besser. Dabei hab ich deren Hunde gar nicht erzogen (und das war auch schon vor HTS so!). Teils hab ich mich sogar gewundert, dass Hunde meine Kommandos wie "Erst die Mami" verstehen, obwohl sie sie noch nie gehört haben, und mir die HH versichert haben, normal schießt er immer nach vorne, bei dir macht er das nicht, komisch. Manche meinten sogar, sobald die Lorena dabei ist, bin ich abgeschrieben.

 

Aber ich beanspruche Führung durchaus. Ich glaub ihr lügt euch in die Tasche, wenn ihr meint, dass gute Führer keine Führung beanspruchen. Jeder von uns, der Hunde hält beansprucht die Führung, ansonsten würden wir nämlich einfach durch die Gegend latschen, ohne uns weiter um unsere Hunde zu kümmern, bzw. wir würden uns verhalten wie Katzen, denen es auch am Arsch vorbei geht, was der Rest der Family gerade tut (obwohl selbst das stimmt so nicht, denn Katzen beanspruchen durchaus Führung!). Jeder der längere Zeit einen Hund hält, hat doch das innere Bedürfnis sich zu kümmern, für jemanden da sein zu wollen, Verantwortung zu übernehmen, und Verantwortung übernehmen bedeutet, Führung übernehmen!

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Ich glaube, um zu begreifen, was genau damit gemeint ist, muss man Mark Rashid gelesen haben.

Es geht darum, dass die Qualitäten des Individuums erkannt werden und ohne dass es ursprünglich selbst die Motivation verspürt, die Führung zu übernehmen,kann es in hohem Masse respektiert werden. Ohne  sich "die Führung"  zu erstreiten, im Konkurrenzkampf mit anderen Möchtegern-Führungsanwärtern, ohne vor den anderen darum zu imponieren, kann es von anderen Individuen anerkannt werden.

Dann bleibt immer noch die Wahl, auch die Verantwortung zu übernehmen und die  Position tatsächlich einzunehmen oder eben nicht. 

Übernimmt so ein Individuum dann tatsächlich den Job, dann wird es sicherlich auch in wichtigen Situationen darauf bestehen, zur Sicherheit des Einzelnen und auch für die Gruppe, dass "Anweisungen" befolgt werden und auch seinen Fürhungsanspruch evtl verteidigen, gegen andere, die vielleicht nicht so gut führen und damit das Wohl der Gruppe gefährden würden - aber die Basis, worauf diese Führung besteht, das sind die Qualitäten, die dieses Individuum vorlebt und die den anderen "ein gutes Gefühl" in seiner Anwesenheit geben.

Im Prinzip läuft das doch ähnlich, alltäglich zwischen Hunden ab, die selbstbestimmt leben und sich einen Sozialpartner suchen.

Der Partner hat gewisse Qualitäten, von denen man "angezogen" wird und von denen man profitieren kann. Da zwingt nicht einer den anderen, ihm zu folgen und die Führung zu akzeptieren, sondern es "passt" einfach zwischen den Individuen - oder sie gehen getrennte Wege.

Mit Eingliederung von Hengsten in Gefangenschaft gehaltene Pferdegruppen kann man das sicher nicht vergleichen.Das natürliche Verhalten wäre ein ganz anderes.

 

Ich finde dazu die Beobachtungen von Strassenhunden, Hunden, die selbstbestimmt leben und auch solchen, die zwar ein "menschliches Zuhause" haben, aber die meiste Zeit frei unterwegs sein können, wie Riepe sie beschrieben hat und es in vielen anderen Büchern zu lesen ist, sehr aufschlussreich. 

Meine Ömmi ist ein gutes Beispiel, wie dieses Anerkennen von unten nach oben verlaufen kann.

Von oben nach unten beanspruchen - hätte die nie akzeptiert oder akzeptieren können.

Ok, zurechtkonditionieren hätte ich sie über kurz oder lang sicher können - aber das hätte nicht diese Beziehung  als Ergebnis gehabt, wie wir sie haben.

Und sie ist selbst so eine Führungsnatur, die immer von anderen Hunden wie "automatisch" anerkannt wurde, ohne dass sie das je deutlich aktiv durchgesetzt hätte. 

 

 

Führen - was ist das? 

Folgen - was ist das?

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Oh jeh, was für ein schwieriges Thema

 

Ich würde sagen, Führung muss wachsen. Hat was mit Kompetenz, Einfühlungsvermögen und Lebenserfahrung zu tun.

 

Ich muss immer wieder an das Beispiel der Lehrer in dem  anderen Thread denken.

 

Die Lehrer, denen man gerne folgte hatten sozziale Kompetenz, waren gerecht! und hatten eine klare Linie.

Ich denke, ja, die klare,  berechenbare und dabei faire Umgehensweise führt dazu, dass man gerne folgt.

 

Bei meinem Hund ist RUHE das Wichtigste :D

 

Alle Führenden sollten Ruhe und Überlegtheit ausstrahlen.

 

Das sind so meine Ideen dazu ;)

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Birgit, da stimm ich dir voll zu, echte innere Ruhe ist sehr wichtig.

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Lebenserfahrung hätte ich auch als Faktor für Führungsqualität gesagt, würde ich nicht den Negro kennen. Negro ist jetzt gerade mal etwas über ein Jahr alt und wohnt mit dem ca. 2 Jahre alten Caspar und der 11 oder 12 Jahre alten Honey zusammen. 

 

Das sind drei Hunde, die vom Menschen nicht geführt werden. Sie dürfen also tun, was sie wollen. 

 

Sie jagen Fahrzeuge, aber nur, wenn Negro das macht. Caspar liegt z.B. am Straßenrand, Motorrad nähert sich, er steht auf, schaut sich nach Negro um. Flitzt Negro nicht los, legt sich Caspar wieder hin. Kommt er angerannt und jagt hinter dem Motorrad her, macht Caspar mit. Honey genauso. Sie jagt auch von sich aus keine Fahrzeuge und wartet darauf, was Negro macht.

 

Ebenso beim Jagen. Caspar würde ich heute noch mitnehmen, wenn ich mit Emma laufe. Aber Negro kommt dann auch sofort mit. Er ist ein sehr guter Jäger und wenn er jagt, wollen die anderen Hunde mitjagen. Caspar ohne Negro jagt nicht.

 

Dann gibts in der Nachbarschaft den Pepito, ein Bodeguero. Wenn er freiläuft, ist er ziemlich schnell bei Negro und schließt sich ihm an. Pepito ist etwas jünger als Negro.

 

Negro lässt sich auch irgendwie nicht besonders von Machtgetue beeinflussen. Er ist der einzige Hunde in der ganzen Nachbarschaft, der sich vom bellend-knurrend-runterdrückenden Schäferhund überhaupt nicht beeinflussen lässt. Negro steht dann ganz ruhig und gelassen da, geht mal nen Schritt zurück, wenn der Schäferhund zu nah kommt und wartet einfach, bis der Schäferhund aufhört. 

 

Dann gibt es hier seit etwa einem halben Jahr einen Rüden, den ich mal auf 4-5 Jahre schätzen würde. Der gehört keinem. Er kam, als die Hündin des Gewächshauses läufig war und natürlich gabs hier dann heftige Rangeleien zwischen den Rüden. Caspar hatte richtig Schiss vor dem und traute sich dann ein paar Wochen kaum noch von "seinem" Grundstück runter.

 

Rey, der Boxer, legte sich immer wieder mit dem Streuner hat und trugt einige Blessuren davon. Negro blieb einfach stehen. Der Hund ist echt anders. Er knurrte mal zurück, wenn der Streuner knurrte, aber ansonsten ließ er ihn förmlich ins Leere laufen. Es dauerte keine zwei Tage und die beiden rannten gemeinsam rum. Wer nun Vater der Welpen der Hündin ist, weiß ich aber nicht.

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Ist das Führungsqualität?

 

Sich durchsetzungsstark im Kampf zu bewähren?

Andere zum unsinnigen Motorräder jagen anstecken?

Das Interesse anderer Hunde auf sich ziehen?

 

Bin da gerade am überlegen, was Führungsqualität eigentlich ist.

 

Ich denke, dazu müsste man die Hunde über einen längeren Zeitraum genauer beobachten.

Wird er ein "Anführer", der die richtigen Entscheidungen auch für die anderen trifft - oder setzt er sich einfach durch, um das Sahnehäubchen im Leben abzustauben, ohne Fürsorge für die anderen?

Folgen ihm die anderen, weil sie mit ihm zusammen auch mehr abstauben können - oder weil er sich auch für sie einsetzt und ihnen somit auch Sicherheit bietet?

Welche Rassen könnten drin sein, die das Verhalten mit beeinflussen - auch bei den anderen?

Wie entwickelt sich das die nächsten Monate/Jahr weiter?

 

Wäre echt interessant, wenn Du über diesen Hund weiter berichten würdest.

 

Ich kenne vereinzelte Hunde, die schon im Welpenalter noch bei der Mutter "anders" waren - und es ein Leben lang blieben. Die wenigsten davon legten Wert auf den dauerhaften Zusammenschluss mit anderen Hunden. Sozial sehr kompetent, wenn`s darum ging, sich um Ressourcen durchzusetzen, also sich selbst bestmöglich fit zu halten. Aber das wurden meist keine Hunde, die dauerhaft harmonisch in Gruppen leben konnten oder wollten. Die lebten jedoch nicht selbstbestimmt, sondern mit Menschen.

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Der Negro ist noch jung und etwa 1 1/2 Jahre alt. Er macht nicht wirklich etwas, damit die anderen Hunde ihm folgen. Sie schließen sich ihm an. 

 

Bei Emma beobachte ich seit Neustem auch etwas mmh Merkwürdiges. Sie ist 3 Jahre alt und lernte Negro kennen, als der ein Welpe war. Negro kommt meistens zu uns in den Garten, wenn ich mit Emma vom Spaziergang mit dem Auto zurückkomme.

 

Emma will dann nicht aussteigen, wenn Negro da steht. Kommt er erst später hoch, wenn Emma bereits ausgestiegen ist, macht sie sich klein und quietscht auch manchmal so vorbeugend irgendwie.

 

Keine Ahnung, was da gerade abläuft. 

 

Treffen wir Negro morgens beim Spaziergang (wenn er von der Jagd zurückkommt), begrüßt Emma den Negro ganz normal, also wie immer freundlich und ohne sich klein zu machen. 

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Interessant. Also nur auf Eurem Gelände verhält sie sich so?

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Ist das Führungsqualität?

 

Sich durchsetzungsstark im Kampf zu bewähren? - Der Negro kämpft nicht. Er steht da, ganz ruhig, knurrt höchstens mal, aber leise. Er lässt den "Gegner" förmlich ins Leere laufen.

 

Andere zum unsinnigen Motorräder jagen anstecken? - Tja, ob das Jagen von Fahrzeugen für Hunde unsinnig ist, das könnten uns wohl nur die Hunde erzählen. Hier in Spanien machen das wirklich viele Hunde, auch freilaufende sogenannte Straßenhunde.

 

Das Interesse anderer Hunde auf sich ziehen? Negro wirkt nicht so, als würde der das Interesse mit Absicht auf sich ziehen. Das ist so ein ganz ruhiger Hund, in seiner Ausstrahlung. Ich würde das Wort "erhaben" nutzen, um ihn zu beschreiben.

 

 

Bin da gerade am überlegen, was Führungsqualität eigentlich ist.

 

Ich denke, dazu müsste man die Hunde über einen längeren Zeitraum genauer beobachten.

Wird er ein "Anführer", der die richtigen Entscheidungen auch für die anderen trifft - oder setzt er sich einfach durch, um das Sahnehäubchen im Leben abzustauben, ohne Fürsorge für die anderen?

Folgen ihm die anderen, weil sie mit ihm zusammen auch mehr abstauben können - oder weil er sich auch für sie einsetzt und ihnen somit auch Sicherheit bietet?

 

Welche Rassen könnten drin sein, die das Verhalten mit beeinflussen - auch bei den anderen? Puh, Rasse: Negro sieht aus wie ein Podenco-Mix; die anderen Hunde der Nachbarschaft: Bodeguero, Boxer, Mischling undefinierbar (der Caspar, vielleicht Hüte-Mix), Emma auch Mix, der Streuner sieht aus wie ein Podenco-Hüte-Mix, Deutscher Schäferhund.

 

Wie entwickelt sich das die nächsten Monate/Jahr weiter?

 

Wäre echt interessant, wenn Du über diesen Hund weiter berichten würdest.

 

Ich kenne vereinzelte Hunde, die schon im Welpenalter noch bei der Mutter "anders" waren - und es ein Leben lang blieben. Die wenigsten davon legten Wert auf den dauerhaften Zusammenschluss mit anderen Hunden. Sozial sehr kompetent, wenn`s darum ging, sich um Ressourcen durchzusetzen, also sich selbst bestmöglich fit zu halten. Aber das wurden meist keine Hunde, die dauerhaft harmonisch in Gruppen leben konnten oder wollten. Die lebten jedoch nicht selbstbestimmt, sondern mit Menschen.

Interessant. Also nur auf Eurem Gelände verhält sie sich so?

 

Ja und das erst seit kurzer Zeit. Sie lässt sich dann auch nicht gerne von ihm beschnüffeln. Mal sehen, wie sich das entwickelt.

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