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Hundeforum Der Hund
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Der sanfte Führer

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Genauso empfinde ich das auch..

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Ehrlich gesagt kenne ich die "Methode" von Mark Rashid nicht.

 

Ich hatte eingangs auch geschrieben, dass mir dort dieser Begriff "sanfte Führer" begegnet ist.

 

Die Idee, die dahinter steckt, hat mich seitdem fasziniert, und ich entdecke in unterschiedlichen Bereichen Parallelen dazu.

 

Der Grundsatz ist doch eigentlich, dass man zum Durchsetzen der eigenen Interessen lenkt und manipuliert, ohne Druck auszuüben. 

 

Der einzige Widerstand, der geleistet wird, ist das Nicht-Ablassen vom eigenen Interesse.

 

"Sanfte Führung" ist ein Ideal in MEINEM Kopf, und ich weiß, dass nichts in dieser Welt perfekt ist.

Was mich aber nicht daran hindert, es zu versuchen und dabei besser zu werden.

 

Ich hatte mit meinem Max ein Verladeproblem - leider hausgemacht, denn der erste Hof, wo wir zuerst standen, hatte als gängige Verladeweise viel Trara und Druck.

Mit einem anderen Pferd auf dem Hänger ging es, aber ALLEINE DRAUF - never ever!!! Dieser Ansicht war zumindest mein Max.

 

Als ich dann umgestallt hatte, um dieses Problem sich so verfestigte, dass Max nur noch mit 4 Personen zu verladen war (2 mit Longe, die hinter ihm gekreuzt wurde, dahinter Einer mit Besen, und ich vorneweg, am Strick ziehend ... ), war ich es leid.

Ich hatte einige Wochen vorher eine Art Bodenkurs gemacht, bei der mir ein "Trick" vermittelt wurde, wie ich Max alleine auf den Hänger bekomme. Hat ganze drei Mal geklappt - danach wieder das alte Spielchen.

Jedes andere Pferd hatte ich bis dahin auf den Hänger bekommen mit diesem "Trick" - nur Max nicht  :angry:

 

Ich wusste, dass ICH das Problem bin, irgend etwas machte ich - in den Augen von Max - falsch.

Das hatte natürlich auch sehr viel mit der sich-selbst-erfüllenden-Prophezeiung zu tun - aber eben nicht nur.

 

Nun ja, wie schon erwähnt - eines Tages dachte ich mir: Schluss! So nicht mehr - es muss doch auch anders gehen  :ph34r:

 

Ich wusste, ich muss meinem Max die Wahl lassen: Du kannst auf den Hänger gehen, du kannst es auch lassen. Ich will natürlich, dass du auf den Hänger gehst, aber es soll ja nicht zu deinem Schaden sein.

Dazu hatte ich dann folgende Idee: Essen auf Rädern...  :ph34r:

 

Die Pferde bekamen morgens und abends ihr Kraftfutter - immer wieder das selbe Ritual. Die jeweiligen Portionen wurden in Eimern mit dem jeweiligen Namen des Pferdes vorbereitet und dann gemeinsam verteilt.

5 Tage lang schnappte ich mir daraufhin den Futtereimer UND meinen Max, und ging auf den Hof zum bereitstehenden Hänger, und zwar ALLEINE. Ich wollte niemanden dabei haben, nur Max und ich.

Max blieb am ersten Tag wie üblich vor der Laderampe stehen, er hatte einen längeren Strick dran, so dass ich mit dem Futtereimer an den Futtertrog im Hänger gelangte und das Futter dort reinschütten konnte.

Dann blieb ich halb im Hänger stehen, und zog leicht am Strick. Sobald Max einen Schritt vorkam, war kein Zug mehr am Strick und Max wurde kurz gelobt. Dann ging der Kerl wieder 2 Schritte zurück  :angry:

Nach 10 Minuten des hin und her brachte ich Max wieder in seine Box - mit leerem Magen. Seine Kumpels grunzten derweil satt und vergnügt in ihren Boxen.

Zeit zum Nachdenken für mein Goldstück.

Nach weiteren 10 Minuten der 2. Versuch. Auch wieder vergeblich, und auch diesen habe ich nach 10 Minuten abgebrochen.

Beim 3. Versuch wollte Max dann doch nach 2 Minuten endlich sein Kraftfutter haben. Ich habe hinten nur die Stange vorgemacht und vor dem Hänger gewartet, bis er aufgefressen hat. Dann habe ich die Stange gelöst und ihn vom Hänger runtergelassen und wieder in seine Box gebracht, noch ein paar Möhren nachgelegt, und ihn dann in Ruhe gelassen.

Am nächsten Tag ist er beim 2. Versuch nach kurzem Zögern auf den Hänger gegangen, am 3. Tag dann nach einigem Zögern beim 1. Versuch, am 4. Tag direkt nachdem ich das Futter in den Trog getan hatte.

Am 5. Tag ging er dann zusammen mit mir rein    - man, musste ich schnell durch die Stange vorne durchtauchen, so eilig hatte es der Kerl ... 

Da habe ich dann nach dem Fressen die Klappe zugemacht und bin mit ihm eine Runde um den Block gefahren. Wieder entladen, ab in die Box, ein paar Möhren und fertig.

 

Seitdem ist Verladen kein Problem mehr  B)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Na ja - nicht so ganz ... Ich hatte doch erwähnt, dass mein Max ein kleiner Lausejunge ist, der ab und an schon mal nachfragt, ob ich auch wirklich so ruhig bin wie ich tue, oder nur so tue  :ph34r:

Manchmal bleibt er an der Rampe stehen, schaut mich an und fragt: "Und nu - TRÄGST du mich?  :P "

Und ich strahle ihn dann an und sage: "Maxi, Schatzimausi - DAS Thema haben wir doch nun schon lange durch ... du willst nicht wieder Essen auf Rädern, nicht wirklich ;) " - und dann komme ich aus dem Hänger, stelle mich neben ihn, werfe den Strick über seinen Hals und schicke ihn ... und er geht :)

 

Mein Max, mein Goldstück ... mein kleiner Lausejunge  :wub:

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Mein Pferd Max, Westfalenwallach, ist auch sehr eigenständig und fragt auch immer mal wieder an :)

 

Da war es ganz wichtig, Kleinigkeiten erkennen zu können und dann entsprechend zu agieren. Bei meinem Max heißt das: Druck erzeugt Gegendruck, seine Kooperation musste ich mir verdienen.

Er liebt meine sanfte Führung, fragt aber ab und zu an, ob ich mich jetzt wirklich nicht aus der Ruhe bringen lasse, oder ob ich das nur spiele  :ph34r:

 

Grobe Unachtsamkeiten mir gegenüber werde ich sehr energisch, aber nie grob; seine kleinen Frechheiten bringen mich dagegen zum Schmunzeln. Da signalisiere ich ihm durchaus: "Du, ich hab's gemerkt, aber Alles gut, nu wieder gemeinsam :)".

 

Er ist ein Goldstück, mein kleiner Lausejunge  :wub:  und niemals würde ich jemanden an ihn heranlassen, der ihn dominieren und sich über ihn profilieren will. Das weiß er auch.

Er weiß, was er will; er weiß aber ganz genau, dass ich weiß, was ich will. Und das ist: Miteinander, nicht gegeneinander. Das haben wir beide gelernt.

 

Danke für diesen Satz ! Wie oft hab ich das ähnlich schon geschrieben und mir wurde erklärt dass ich damit trotzdem über Furcht konditioniere? Ich hab viele Male betont, angemessen, nie grob, nie schmerzhaft, nie angstmachend, aber präsent, entschlossen, beharrlich (damit ist dran bleiben gemeint, ohne den Druck zu erhöhen), angemessen, fair. Trotzdem ist das bei mir furchtkonditioniert, bei dir aber sanfte Führung? 

 

Doch, es besteht schon ein kleiner Unterschied, ich warte nicht darauf, dass "grobe" Unachtsamkeiten mir gegenüber gezeigt werden, sondern agiere schon bei "kleinen" Unachtsamkeiten, dafür muss ich nicht "sehr" energisch werden und "grobe" Unachtsamkeiten kommen erst gar nicht mehr vor.

 

Es ist so, wie ich immer sage. Es ist nicht so viel Unterschied, in dem wie wir mit den Hunden umgehen. Aber scheinbar braucht ihr für euer Ego diese Untermauerung, dass es positiver und weniger aversiv ist als das was andere machen, indem ihr es in andere Worte packt.

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Eigentlich ist engergisch für mich sogar das falsche Wort. Besser passen würde entschlossen, zielstrebig, bestimmt, klar.

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Marcolino: Eine "Methode" im Sinne des Wortes Methode ist das nicht, was Rashid macht.

Es ist viel mehr eine sehr feine Achtsamkeit dem Pferd gegenüber - was sich ebenso auch Hunde übertragen läßt.

 

So, wie Lorena schreibt, dass sie schon bei kleinen Unachtsamkeiten agiert - agiert Rashid schwerpunktmässig genau gegenteilig:

 

Jede Achtsamkeit des Pferdes - oft sind das nur beginnende Muskelanspannungen im dran Denken, einen Versuch in gewünschte Richtung/Handlung zu machen - wird sofort im Ansatz wahrgenommen und positiv beantwortet.

Also nicht Unachtsamkeiten werden "geahndet" oder unterbunden, sondern Achtsamkeiten werden "wertgeschätzt" und belohnt. Einfach seine ganze Einstellung dem Tier gegenüber ist sanft. Er scheint sich nicht "missachtet" oder in seiner Führungskompetenz angezweifelt zu fühlen, wenn ein Pferd Scheiße baut oder unachtsam ist, sondern er nimmt das als Teil der gegenseitigen Kommunikation, als Hinweis darauf, wo ER etwas unachtsam übergangen hat, was ihm das Pferd bereits "geschenkt" hat.

Klar läßt der sich nicht übern Haufen donnern oder beißen oder treten. Aber bei dieser Feinheit ist das für die Pferde auch gar nicht nötig.

Auch Pferde, die schon gelernt haben, sich massiv zur Wehr zu setzen, sprechen auf dieses feine miteinander kommunizieren unheimlich gut an.

 

Da Hunde - ebenso wie Pferde - darauf angewiesen sind, in kürzesten Sequenzen jede Feinheit der Veränderung im Gegenüber wahrzunehmen, sind auch sie sehr empfänglich für diese Form des Umgangs.

Das empfinde ich viel mehr als echte Kommunikation, als das, was einem immer als "Führung über Kommunikation" verkauft wird, bei der man frühzeitig Grenzen setzen soll, einschränken und verbieten soll.

 

Frühzeitig fein wahrgenommen und richtig beantwortet entsteht nämlich kaum eine Situation, in der das Individuum Grenzen überschreiten, zu unhöflich oder Regeln missachtend werden müsste - und zwar genau auf der gegenteiligen Basis, als wie von Lorena beschrieben.

 

Klar - das ist sicher keine Umgangsweise für jeden.

Das ist für einen Menschen nicht so einfach, so genau zu schauen und wahrzunehmen UND dann auch noch ebenso fein zu antworten - und sich immer dessen bewusst zu sein, wie man selber ständig Signale abgibt, die das Gegenüber zu deuten versucht. 

Aber es ist unheimlich "erfüllend" und bringt sehr tolle, stabile , motivierte Ergebnisse, wenn man sich spezifische Dinge auf diese Art erarbeitet und es auch im Alltag lebt.

Bei Hunden ebenso, wie bei Menschen.

 

Der sanfte Führer muss nicht ständig gegen Unachtsamkeiten, auch nicht im Ansatz vorgehen. Der legt da keinen Focus drauf, sondern lebt ganz einfach selbstbewusst und wahrnehmend, ohne durch ständige Streitgespräche den "Frieden" zu stören. Der erarbeitet sich die Führungsrolle nicht durch ein "Unachtsamkeiten" unterbinden und Achtsamkeit fordern, sondern durch achtsam SEIN.

Und ebenso achtsam können ihn dann auch die anderen wahrnehmen, weil sie nicht ständig darauf konzentriert sein müssen, negative Antworten zu vermeiden. Sie sind in seiner Anwesenheit entspannt, weil sie sich sicher fühlen - wahrgenommen fühlen. Erleben, dass der sanfte Führer auch die Umwelt fein wahrnimmt und gelassen darauf reagiert. Nicht aufgebracht. Gerade deshalb ist er auch in der Lage adäquat zu agieren, wenn es die Situation erfordert. Weil er aus den Feinheiten heraus erkennt, wann es wirklich nötig ist, aktiv zu werden und wann es verschwendete Energie bedeutet, sich gegen etwas zur Wehr zu setzen, was anders auch gelöst werden kann. Er unterliegt nicht sovielen Missverständnissen, wie ein Führer, der weniger fein wahrnimmt und dann die falschen Schlüsse zieht.

Wie ZB, bei der Beschreibung von Rashid über ein Pferd, das sich in dem lauten, konfliktbeladenen Umfeld nicht wohl und sicher fühlte und deshalb massives Problemverhalten im Umgang und beim Reiten entwickelt hatte.

Ja - Hunde sind keine Pferde. Aber sie haben trotzdem gemeinsam, dass sie viel feiner wahrnehmen und auch kommunizieren, als wir Menschen das je lernen könnten. Wir können uns aber bemühen, darin besser zu werden und uns auch ein Beispiel daran nehmen, worauf wir unseren Focus ausrichten sollten.

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Deinen letzten Satz finde ich wichtig, denn oft wird der Fokus auf die "Baustellen" (ich mag dieses Wort nicht) gerichtet, auf das, was der Hund scheinbar nicht gut macht. Dabei erhält all das Positive zu wenig Aufmerksamkeit und plötzlich scheint der Hund mehr Baustelle als liebevolles Wesen zu sein.

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Grobe Unachtsamkeit wäre z. B. ein Drängeln, wo ich im Weg bin - das geht bei 550 kg gar nicht, und da werde ich groß, bleibe stehen und es gibt ein energisches "Max!". Höfliche Pferde drängeln niemanden zu Seite, und ich erwarte mir gegenüber Höflichkeit - dennMax erwartet diese auch von mir ;)

 

Kennt ihr diesen für "alte" Reitersleute typischen Satz: "Du musst dein Pferd hart machen!"?

 

Geht gar nicht, zumindest für Max und mich nicht; Max soll und darf von mir erwarten, dass ich niemals grob werde, ich zeige ihm an was ich möchte, nehme Rücksicht darauf, ob es ihm in dem Moment möglich ist - und dann macht er.

 

Max darf mir gegenüber übrigens Wünsche äußern  B) ich bin sogar froh, wenn er es tut. Es scheint, dass er dabei ein "Nein, jetzt noch nicht." versteht,, und es scheint, dass er die Erwartungshaltung mir gegenüber hat, dass es für ein "Nein, jetzt noch nicht." einen Ausgleich zu einem späteren Zeitpunkt gibt. Wissen tue ich es nicht, denn auch seine Gedanken kann ich nicht lesen - aber er KANN Warten.

 

Unglaublich finde ich immer wieder die Momente, in denen er mir komplexere Dinge kommuniziert  :ph34r:

So z. B., wenn er am Strick neben mir steht und ich mit jemanden quatsche - dann sagt er mir: "Kannst du bitte da Vorne weiter quatschen, da ist nämlich ein Grünstreifen, und ich kann dort schon mal etwas grasen, während du weiterquatscht." ...

 

Andere Pferde würden dort vielleicht hinziehen - Max nimmt mit mir Blickkontakt auf und weist dann auf die Stelle hin. Nötigenfalls zwei Mal, damit ich blöder Mensch es auch verstehe. Dann lächel ich und bitte meinen Gesprächspartner, ein paar Meter weiter zu gehen, zu dem Grünstreifen. Dort können wir genauso gut quatschen, und Max hat seinen Spaß.

 

Der Weg zu Max waren tatsächlich  

 

- der Aufbau des Vertrauens, dass er niemals etwas Böses (in seinen Augen!) von mir zu erwarten hat

- das Erkennen-Lernen feinerer körpersprachlicher Signale UND die Rückmeldung darauf durch mich

 

Was mir als Späteinsteigerin niemand erklärt hat, sind die kleinen Anfragen, die ein Pferd "sendet", und zwar schon deutlich bevor es zu einer größeren "Widersetzlichkeit" kommt.

Widersetzlichkeit in Anführungszeichen, weil es - aus Sicht des Pferdes - gar keine Widersetzlichkeit ist, weil das Pferd schon deutlich vorher angezeigt hat, was es zu tun gedenkt. 

Tritt dann diese Widersetzlichkeit ein, reagiert der Mensch oft sehr energisch - was dann in den Augen des Pferdes sehr ungerecht ist, weil es ja schon vorher GEFRAGT hat, und die Nicht-Reaktion des Menschen als Zustimmung auslegen durfte.

 

Das erlebe ich sehr oft, wenn ich Menschen im Umgang mit Pferden beobachte.

 

Aber auch im Umgang des Menschen mit Hunden. Da wird nicht die Befindlichkeit des Hundes, die sich durch kleine Signale äußert, beachtet - und es kracht, wenn der Hund dann deutlicher wird.

 

Ich frage mich oft, woraus der Mensch sein Recht ableitet, Andere beherrschen zu dürfen.

 

Ich sehe da keine Sinn drin - außer dem inneren Bedürfnis, herrschen zu WOLLEN  :ph34r:

 

Wenn ich will, dass mir jemand folgt, dann muss ich mir das verdienen - durch Vertrauen, Rücksicht, Umsicht ... und die Erkenntnis, dass eben nicht Alles geht. Mit Maschinen schon, mit Lebewesen nicht.

 

Manche Menschen bringen von Natur aus etwas mit, was die Folgebereitschaft Anderer nahezu automatisch hervorruft; Andere müssen dies lernen.

 

Ich lerne noch.

 

Deshalb:

 

Zitat Marcolino: Grobe Unachtsamkeiten mir gegenüber werde ich sehr energisch, aber nie grob; 

 

Zitat Chibambola: Danke für diesen Satz ! Wie oft hab ich das ähnlich schon geschrieben und mir wurde erklärt dass ich damit trotzdem über Furcht konditioniere? Ich hab viele Male betont, angemessen, nie grob, nie schmerzhaft, nie angstmachend, aber präsent, entschlossen, beharrlich (damit ist dran bleiben gemeint, ohne den Druck zu erhöhen), angemessen, fair. Trotzdem ist das bei mir furchtkonditioniert, bei dir aber sanfte Führung? 

 

 

 

Den Unterschied, Chibambola, hast du bis heute nicht begriffen.

 

1. Führe ich im Moment des energischen Auftretens natürlich nicht "sanft" - und diese energische Reaktion habe ich auch nie so bezeichnet.

2. Habe ich nicht vorab Furchtkonditioniert, um zu einem späteren Zeitpunkt mit deutlich weniger Aufwand diese furchtkonditionierte Reaktion abrufen zu können. Du hast zunächst über das Ampelsystem eine hemmende Wirkung emotional furchtkonditioniert. Diese konditionierte Hemmung rufst du nun, mit deutlich weniger Aufwand, ab. Dieser nun geringe Aufwand verleitet dich zu der irrigen Annahme, gar nicht mehr furchtkonditioniert mit deine Hunden zu arbeiten. Die Erklärung hierfür steht noch mal eindeutig in diesem link:

http://www.neuroleadership-online.de/praxiskonsequenzen.html

 

Zitat aus diesem link: 

  • Menschen reagieren schneller / leichter auf Reize, die das Bedrohungssystem aktivieren - die Aktivierung des Belohnungssystems verläuft (letztlich wegen der neuronalen Verschaltung) langsamer. Konsequenterweise muss vermieden werden, das Bedrohungssystem zu aktivieren - und gleichermaßen muss in einem viel höherem Umfang (da träger bzw. langsamer) versucht werden, das  Belohnungssystem. zu aktivieren (schnelle vs. langsame bzw. emotionale vs. kognitive Informationsverarbeitung nach LeDoux)

 

 

 

Genau so funktioniert das auch bei Pferden und Hunden - hier sind die Erkenntnisse der Basisemotionssysteme nach Panksepp eindeutig auch auf Säugetiere übertragbar.

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Ja, aber das ist deine Interpretation von Führung. Genauso wie das Wort Rudel oder Dominanz negativ behaftet sind, aber der Grundsinn des Wortes das eben ganz und gar nicht ist.

Genauso sieht das aus! :)

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Für mich kann ich gar nicht das Wort "Führer" benutzen. Es hat rein gar nichts mit Hunden direkt zu tun, sondern einfach aus der politischen Geschichte heraus ein, für mich, solch negativ besetztes Wort, das ich mich damit nun gar nicht identifizieren kann.

Die Rumänen nennen sich meist "hundemama, Hundepapa". Das trifft es bei mir nicht ganz. Jedoch kann ich mir deutlich eher vorstellen zu sagen "komm zu Mama", als "komm zur Führerin". Letzteres geht gar nicht.

Woraus sich der Mensch das Recht ableitet andere Lebewesen beherrschen zu wollen?:

Ich finde, wenn ich einen hochmotivierten jagenden Hund besitze, der bei Wildsichtung nicht abrufbar ist, ist schon sehr sinnvoll diesen Hund mit einer Schleppleine beherrschen zu können. Alles andere ist fahrlässig.

Oder einen Hund mit starker Artgenossenaggression sollte für mein Empfinden auch mit der Leine beherrscht werden.

In beiden Fällen kann es unangenehme Folgen für alle Beteiligten haben. Nicht schön.

Bei Dir klingt dies wie ein Vorwurf, ich jedenfalls finde diese Hundehalter verantwortungsbewusst.

@KleinEmma: mal wieder wunderbar geschrieben! Das Positive sehen :-).

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