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Hundeforum Der Hund
Missyble

Die Sache mit den triebigen Hunden

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Ich finde es schon wichtig, dass man sich darüber im Klaren ist, warum ein Hund zB so "triebig" ist , weil man damit dann auch viel konkreter umgehen kann, wenn genau diese "Triebigkeit" zum Problem wird.

Und genau das findet immer dann statt, wenn zB ein Hund "leicht auslöst", zB Jogger und alles sich Bewegende jagt, auf wenig/niedrige  Reizintensität schon überreagiert und zB zubeißt, wo ein anderer erstmal anfängt zu Knurren oder zu hetzen, wo ein anderer noch guckt, was da läuft usw.

 

Es macht für mich einen großen Unterschied, ob ich das alte, nie bewiesene und nie fundiert belegte Triebmodell von K.L. als Grundlage nehme, wenn ich Verhalten verändern will - oder ob ich die einzelnen Bausteine, die da mitspielen und bisher bekannt sind, miteinbeziehe.

Für den "normalen Hundesportler" mit seinem Hund wird das kaum eine Rolle spielen - für manche Hundehalter, deren Hunde leicht überreagieren, eine zu niedrige Reizschwelle haben, Fehlverhalten bereits erlernt und gefestigt haben, spielt das in meinen Augen sehr wohl eine entscheidende Rolle.

 

Ok - wenn man es lediglich als Reaktion, die rein triebbedingt ist, betrachtet, dann verstehe ich, dass man  Verhaltenshemmung als Lösung begreift.

Nimmt man das als etwas viel Komplexeres an, als lediglich "triebbedingt" alà K.L. hin, erkennt man, wieviel mehr an Möglichkeiten zur Beeinflussung von Verhalten zur Verfügung steht, weil man die einzelnen Faktoren nutzen kann, die das Verhalten in erwünschte Richtungen beeinflussen kann.

 

Natürlich ist der Artikel nur bruchstückhaft und deckt nicht die komplette Bandbreite zu dem Thema ab - aber wo er Recht hat, hat er Recht, der Riepe. Und im Groben, Großen und Ganzen, ist das doch inzwischen ziemlich gut belegt.

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Hm, ich finde auch einiges nicht ganz schlüssig.

 

Hier zB

 

 Beim Schutzhundetraining wird auch nur selten Spielverhalten gezeigt. Dort handelt es sich um Sequenzen des Jagdverhaltens, was auch ein angeborenes Verhaltensmuster ist.

 

Ist denn nicht das Spielverhalten aus diversen Sequenzen des zB Jagdverhaltens zusammen gesetzt? Wenn Riepe schreibt, dass Junge Tiere beim Spielen für das Leben lernen, dann müssen eben auch die Jagdverhaltensweisen, die Bewegungen und die Bewegungsmuster, der gesamte Ablauf (Anschleichen, Lauern, Angriff + evtl Totschütteln) geübt werden.

 

 

Bei Schutzhundetraining wird immer wieder durch Reizaussendung das Jagdverhalten ausgelöst – das hat nichts mit Spieltrieb zu tun. Durch das ständige Aussenden des Reizes und immer weiterer Herabsetzung der Reizschwelle, wird der Hund allerdings in eine Abhängigkeit gebracht.

Das denke ich ist nicht komplett von der Hand zu weisen. Natürlich will der Mensch, dass der Hund in den Ärmel beißt - dazu muss er auch Lust verspüren, in diesen zu beißen. Und dass das Beißen und Schütteln für den Hund eine momentane Befriedigung auslöst, und ihn somit in eine Art Rauschzustand bringt, ist logisch.

 

Ob ich das nun schon Abhängigkeit nennen würde :think: Ich kann mir vorstellen, dass so mancher Halter der im SchuHuSport (!) aktiv ist solche Verhaltensweisen fördert, vielleicht mit Absicht, vielleicht weil er nicht weiß was er da tut. Das wäre dann in meinen Augen aber ein sehr fahrlässiges Arbeiten, denn ein Hund mit niedriger Reizschwelle, der süchtig ist nach in-den-Arm-beißen ist eine tickende Zeitbombe.

 

Ich weiß von einem Hund, der wird in der Tat richtig irre, wenn er in seinen Ärmel/Beißwurst beißen darf. Das ist für den höchste Belohnung, weswegen dies auch für ihn als Belohnung nach dem Trail verwendet wird.

Nun ist Trailen aber quasi das Gegenteil vom Schutzhundsport, was die Reizbarkeit angeht. Sollte der Hund auf dem Trail plötzlich auf die Idee kommen, einen Ärmel von jemandem zu beißen, dann ist das doch der  größte Mist den es gibt. Der Hund muss sich konzentrieren, Trailen ist harte Arbeit für den Hund! Für ihn ist der Antrieb das Spiel am Ende (ode r das Beißen, wenn man "Spiel" nicht für richtig hält), und der Hund ist dennoch auf der Arbeit VOR dem Beißen hoch konzentriert.

 

So ganz simpel ist das mMn nicht - und wie immer kann man sagen, die Dosis macht das Gift.

 

 

Unterm Strich glaube ich schon, dass die Bezeichnung "triebig" nicht ganz logisch ist, allerdings glaube ich auch wie Cartolina nicht, dass es heutzutage wirklich noch so genutzt wird, dass man davon ausgeht dass der Trieb höher ist.

 

Für mich ist "triebig" auch keineswegs gleichzusetzen mit "löst schnell aus". Ich würde für mich viel mehr den Begriff daran festmachen, wie intensiv sich das Tier mit der Aufgabe auseinandersetzt.

Ein Suchhund, der zwar schnell auf Spuren geht (also auslöst), diese aber auch sofort wieder vergisst wenn eine neuere Spur kreuzt oder ein Vogel irgendwo wegfliegt ist keineswegs das was ich "triebig" nennen würde. Der Hund hätte dann eher ADS in meinen Augen ;)

Aber ein Hund, der stundenlang einer Spur nachgeht bis diese wirklich endet oder bis er gefunden hat was die Spur verursacht, dem könnte ich schon eher dieses Wort zuschreiben. (Wobei... ich glaube auch das Wort kommt eher bei den SchuHus vor, weniger bei Suchhunden :think: Hab es dort jedenfalls noch nie gehört, weder beim Hobbytrailer noch beim Jagdhund)

 

 

Und was ich auch eher unglücklich finde von Herrn Riepe, dass er davon ausgeht dass ein Haushund, der alles hat was er zum Leben braucht, wirklich nur auf Energie-Effizienz schaut. Haushunde spielen sehr viel mehr, als wildlebende/halbwildlebende Hunde - ja. Wenn sie genug Energie zum "Verschwenden" haben, dann können sie diese eben auch da hin leiten, wo sie Spaß dran haben.

 

Ehrlich gesagt finde ich das Interview einfach zu oberflächlich, um einen Nutzen daraus ziehen zu können.

Und zu sagen, der Spielantrieb kann es nicht sein beim SchuHu, denn das wäre nur Jagdtrieb/-verhalten finde ich schlicht banal albern - wie gesagt: Teile des Spiels sind immer aus Jagdverhalten entwendet.

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Auslösen im Bezug auf die Aufgabenstellung.

 

Und klar ist der Text unvollständig und reißt nur oberflächlich das Thema an - aber ich finde, in der richtigen Richtung. 

Hier bei uns wird das Wort "triebig" tatsächlich in den meisten Hundevereinen noch altbacken angewendet...und wenn man den Schutzhundlern zuschaut, wird da soviel Mist gemacht.....

Triebig im Sinne von hochmotiviert , was die Konzentrationsfähigkeit beinhaltet........leider wird da wenig differenziert.

Da werden die reinsten Nervenbündel ( abhängig gemachte Nervenbüdeln ) stolz als triebig bezeichnet, genauso, wie Riepe das beschreibt.

 

Denke, je nachdem, was man wie erlebt, liest man den text ,w ie andere auch, selektiv. Und auf der Basis dessen, was ich hier erlebe, bin ich froh um solche texte, die wenigstens mal anschneiden, dass es nicht so ist, wie manch Einer gerne meinen möchte.

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Denke, je nachdem, was man wie erlebt, liest man den text ,w ie andere auch, selektiv. Und auf der Basis dessen, was ich hier erlebe, bin ich froh um solche texte, die wenigstens mal anschneiden, dass es nicht so ist, wie manch Einer gerne meinen möchte.

 

 

Da ist natürlich viel wahres dran. :yes:

Wer nur guten SchuHu-Sport kennt, findet der Riepe spinnt. Wer nur solche hochgepushten Nervenbündel kennt, der stimmt sicherlich eher zu.

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Was mich vor allem irritiert ist das durch dem wieder kehrenden Reiz die Hemmschwelle gesenkt werden soll. Gesenkt wozu? In die Beißwurst zu beißen? Genau das Gegenteil ist der Fall, ein gut ausgebildeter Hund kann sich viel besser beherrschen. Ich möchte noch mal kurz das Beispiel vom Hüten anbringen, einfach weil dieses ganz klares Jagdverhalten ist. Je besser der Hund ausgebildetcist, desto entspannter ist es mit ihm. Ich habe längere Zeit mit meiner 1. Hündin gehütet (jede woche), habe an Seminaren teilgenommen und bin auf Trails gestartet. Trotzdem konnte ich PROBLEMLOS mit ihr durch die Schafherden in unseren Parks gehen (kommen da manchmal zur Rasenpflege). Ohne dass mein Hund fast durchknallt. Dabei müsste ja ihre Reizschwelle sehr gesunken gewesen sein, durfte sie doch jede woche ihren jagdtrieb an dieser beute ausleben. Aber es ist eben genau das gegenteil der fall. Meine hündin wusste eben wann keine arbeitszeit war und dann machte sie auch keine anstalten. Nicht so wie manch junger odercungestümer hund.Das ist einfach quatsch.

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Duoungleich, du hast recht, triebig ist nicht gleich nervenbündel. Das sieht man meiner meinung nach aber im agi öfter als im schutzhundesport...

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Dabei müsste ja ihre Reizschwelle sehr gesunken gewesen sein, durfte sie doch jede woche ihren jagdtrieb an dieser beute ausleben.

 

 

Hm, ich glaube schon dass es einen Unterschied macht, ob man den Hund beißen und schütteln lässt oder hochkonzentriert Schafe hüten.

 

Man kennt das ja vom Ballwerfen. Balljunkies sind hochgepusht und vergessen die Welt um sich rum. Sie sind reine Rennmaschinen, nur auf den Ball fixiert, und agieren durchaus auch mal aggressiv wenn jemand ihrem Ball zu nahe kommt.

Kein Vergleich mit einem trailenden Hund. Oder einem (guten) Vorstehhund bei der Arbeit.

 

Rennen und Hetzen, ähnlich wie Beißen und Schütteln, lösen - ich habe leider keinen Beleg dafür, bin mir aber ziemlich sicher - andere Hormone und Endorphine aus als langsame, konzentrierte Arbeiten. Kennen wir doch auch vom Joggen. Irgendwann wird der Schmerz in Endorphine umgewandelt, und man ist euphorisch bei der Sache. Weniger oft passiert sowas bei der Büroarbeit am PC ;)

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Ein Unterschied zwischen durchgeknallten balljunkies oder ähnlichem und konzentrierter Hütearbeit besteht ohne Zweifel. Aber auch bei der Schutzhundausnildung gibt es kein unkontrolliertes Hetzen und Beißen. Der Hund muss jederzeit kontrollierbar sein. Und sich auch sehr konzentrieren. Deswegen fällt das Argument schon mal weg. Übrigens gibt es auch bei der Koppelgebrauchshunden den kontrollierten Griff. Bei Trails führt es zum Dis wenn der Hund greift, im Alltag ist es sehr wohl manchmal nötig und beherrscht jeder ausgebildete (Border Collie).

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Was versteht ihr denn unter Beutefangverhalten?

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Aber auch bei der Schutzhundausnildung gibt es kein unkontrolliertes Hetzen und Beißen. Der Hund muss jederzeit kontrollierbar sein. Und sich auch sehr konzentrieren. Deswegen fällt das Argument schon mal weg.

 

 

Ja nee, eben nicht :) Also bei einer guten Ausbildung gebe ich dir völlig Recht - da ist der Hund konzentriert und das Beißen in den Arm ist dann die Belohung für die Arbeit.

Aber es gibt mit Sicherheit Menschen, die ihren Hund hoch pushen und hoch pushen beim Sport, damit er ordentlich Griff hat. Dann kann man ihn kontrollieren, braucht aber enorm viel Kraft und Energie, und vermutlich auch eine Menge "harte" Erziehungsmethoden, damit der Hund gehalten werden kann.

Das sind dann oft die Argumente wie "Ohne Stachler kann man den gar nicht halten", dazu stolz geschwellte Brust.

 

Ja, nee - klar kann man den ohne Stachler nicht mehr halten. Aber den Hund hat er eben selber vorher so in den Himmel gepusht. Hätte man da vor dem hochtreiben den Hund auf Ruhe und Konzentrationsfähigkeit ausgebildet, dann wäre das Ganze kaum ein Problem. Und dann macht es auch nichts, wenn der Hund am Ende richtig voller Endorphine in seinen arm beißen kann.

 

Denk mal an eine schlechte agility-Bespaßung. Wieviele Hunde werden mit speed, speed, speed über die Hürden gehetzt. Wieviele Border Collies werden wohl jährlich verheizt, weil so halbgare Möchtegernprofis gerne einen Preis gewinnen wollen und den gewinnt man ja wohl nur mit nem Border. (die ja auhc noch in hoher Reizlage meistens händelbar sind).

Richtiges, konzentriertes, LANGSAMES Agility haben diese Hunde nie kennen gelernt., und die Besitzer auch nicht. Einen guten Hund bildet man nicht auf Volldampf aus, sondern in Ruhe.

Wenn du einen Hund zum Hüten ausbildest, dann fängst du doch auch nicht damit an, einen rennenden Mob aus Schafen zu trennen, oder? Ebenso wie kein vernünftiger Jäger seinem Hund ein "Down" hinter nem rennenden Reh beibringen will, oder einem Mali vor dem wedelnden Beißarm das ruhige Sitz.

 

Ich fürchte aber durchaus, dass in der schlechten SchuHuAusbildung gerne mal (wie beim Agi) der schnellere weg zum vermeintlichen Ziel genommen wird. Und dann hat man hysterische Junkies an der Leine, die man wirklich nur noch mit Schmerz und unangenehmen Reizen ins Hier und Jetzt zurückbefördern kann.

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