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Hundeforum Der Hund
Juline

Impulskontrolle verbraucht

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Habe mal wieder einen ganz interessanten Zusammenhang beobachtet -glaube ich zumindest.

Fakt ist, dass Tschuli zur Zeit bei Training (Agility) unheimlich kläffig, gestresst, hektisch, übermotiviert ist. Vor allem in der Wartezeit, wenn andere laufen. Eigentlich fast so, wie ich es oft bei den über-hochgepushten Borders und Co sehe und kritisiere.

 

Bis vor 6 Wochen war sie noch wie immer, in Spannung, aber nicht zu sehr. Freudig erregt, aber beherrscht.
Ursachenforschung lief zuerst ins Leere: zu energiereiches Futter? Weil sie läufig wird? Irgendwie beides unbefriedigende Antworten, dann müsste das schon öfters vorgekommen sein.

Dann fiel mir ein, dass wir genau dieses Problem vor 4 Jahren schon mal hatten, als die zwei kleinen Katerchen noch nicht raus durften und hier die Bude gewackelt hat.

Dann stellte ich den Zusammenhang her: wir haben jetzt 2 Monate lang in den Streuobstwiesen gearbeitet, was für Tschuli bedeutete: täglich 6 bis 7 Stunden auf die Meute aufpassen, jeden Fremdhund melden und vor allem, gehorsam sein und NICHT hinrasen, sondern ganz diszipliniert bei uns bleiben. Gab zwar immer mal Lob und Keks, aber dennoch musste sie sich ungewöhnlich oft und lang beherrschen und zusammenreißen. Neben einem gewissen Frust war das sicher auch ein immenser "Verbrauch" an Impulskontrolle -genau wie damals, als sie die zwei Katerchen nicht beim Spielen unterbrechen durfte und vielleicht auch zu wenig Schlaf hatte.

Hab dazu einen ganz interessanten Artikel von Martina Schoppe gespeichert (kennt die jemand? Ich find die klasse :) ), in dem sie sagt, dass Impulskontrolle /Selbstbeherrschung nur begrenzt zur Verfügung steht.

http://markertraining.de/impulskontrolle/

Kann ich durch eigene Beobachtungen nur bestätigen, und dieses Beispiel passt mal wieder genau dazu.

Und wenn man sich mal selbst betrachtet -geht uns Menschen ja nicht anders. Es geht eine Weile gut mit der Selbstbeherrscung, aber irgendwann "läuft das Fass über" oder "platzt einem der Kragen".

 

 

Ich finde das spannend und ganz wichtig zu wissen, vor allem für das Training (besonders jüngerer) Hunde.

 

Kennt ihr das?

Habt ihr das schon beobachtet, dass die Fähigkeit  zur Impulskontrolle "aufgebraucht" war?
 

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Bolle muss(te) auch Impulskontrolle lernen - ich darf das aber auch nicht allzu oft ausreizen, denn dann macht er nicht mehr mit. Gut zu beobachten in der HuSchu wo er z.B. anderen Hunden einfach nur zusehen und selber ruhig liegen- oder sitzenbleiben muss.

Auch bei den Katzen tut er sich noch schwer - er will in der Tat nur spielen - die Katzen aber nicht. Daher muss ich immer wieder mal die Katzen in Schutz nehmen und Bolle ausbremsen.

Zum Teil ist das ein mühsames Geschäft für einen Hund der sehr lebhaft ist, finde ich. Aber auch da gilt es einen guten Mittelweg zu finden.

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Ja das kenne ich. Naikey muss sich in der Gruppe mit einem Haufen wuseliger und nerviger Junghunde rumschlagen , wenn ich das zu häufig mit ihm mache und ihm keine Erholung gönne knallen die Sicherungen auch gern bei Situationen raus die eigentlich kein Problem mehr sind. 

Auch wenn es Zuhause mal unruhig ist und er nicht seine gewohnte Menge schlaf bekommt kann er ungemütlich werden. Bei ihm gilt eindeutig nach Müde kommt doof. Es ist immer eine Gradwanderung zwischen fördern und überfordern bei ihm.

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Ich finde es vor allem großartig, dass du diesen Zusammenhang siehst, obwohl er nicht sofort ins Auge sticht. Großes Kompliment!

 

Zu deiner Frage, das im Blick zu behalten ist hier praktisch Alltagsgeschäft. Der Krümel hat nur ein sehr eng begrenztes Budget, und verbraucht das für viele Dinge, die für andere Hunde völlig selbstverständlich sind. Somit merke ich manchmal schon nach einem einzigen Spaziergang, wenn es zu viel wurde; generell ist bei uns eine Woche ein guter Zeitrahmen, um seine Möglichkeiten einzuschätzen. Von daher habe ich das gezwungenermaßen eigentlich ständig auf dem Schirm. War ein Tag ziemlich anstrengend, müssen die nächsten bewusst ruhig ablaufen. Habe ich etwas außergewöhnliches mit ihm vor, halte ich schon ein paar Tage vorher möglichst den Ball flach. Mit der Zeit bekommt man dafür ein ganz gutes Gefühl.

 

Dabei muss ich zugeben, dass mir dieser Zusammenhang wahrscheinlich nicht annähernd so intensiv aufgefallen wäre, wenn der Krümel nicht so schnelle Rückmeldung geben würde. Von daher bin ich immer positiv beeindruckt, wenn Menschen mit deutlich widerstandsfähigeren Hunden das mit berücksichtigen :respekt:

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Hmmmm...... Das mit Impulkontrolle kenne ich nicht mehr so. Emma war auch oft gestresst. Das kam halt davon das sie zu wenig Ruhezeiten hatte und ich ihr zuviele Aufgaben übertragen habe. Damit steigt dr cortisolspiegel und das bleibt oft über Tage noch erhalten, bzw.... Irgendwann sinkt der Spiegel ja gar nicht mehr richtig. Da ich Emma ja sehr, sehr entlastet habe in ihren Aufgaben ist vom Stress nichts mehr übergeblieben.

Die impulskontrolle verstehe ich viel mehr in den Situationen. Also wenn sich Emma während eines Spazierganges im minutentakt zusammen reißen müsste weil sie nicht zu anderen Hunden darf, dann wäre irgendwann die impulkontrolle aufgebraucht und sie würde zumindest sehr flippig werden. Denke ich. Aber kommt ja so auch nicht real vor. Denn meist haben wir vielleicht 10 hundebegnungen beim Spaziergang und dann darf sie davon ca. 2-3 Kontakte haben.

Muss denn Tschuli die ganze Zeit aufpassen?

Ich würde vielleicht fürs nächste mal schauen ob es nicht auch andere Möglichkeiten gibt. Zum Beispiel ihr eine Auszeit im Auto zu geben. Oder Tschuli auf einem Platz draußen auch mal entspannen zu lassen, so das sie zwischendurch mal schlaf bekommt. Wären das Möglichkeiten?

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Das hast Du mit Sicherheit gut und richtig erkannt! Das Stresslevel ist irgendwann einfach so erhöht, dass Cortisol nur noch langsam abgebaut wird.
Ist ein gewisses Level erst mal erreicht, rastet man einfach schneller aus ;)

Ist bei uns auch so ;)

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Ich finde es vor allem großartig, dass du diesen Zusammenhang siehst, obwohl er nicht sofort ins Auge sticht.

Naja... ich musste ziemlich lange grübeln, ganz so großartig finde ich das jetzt nicht.

Ich hätte aber auch nicht gedacht, dass sich dieses Phänomen so zeitversetzt und vor allem nur in dieser einen Situation zeigt. Sonst, außerhalb des Trainings, hat sie keine Veränderung gezeigt. Vielleicht bisschen unduldsamer den Katern gegenüber. Allerdings ist das Training auch die Gelegenheit, bei der sie am meisten Selbstbeherrschung braucht.

 

Muss denn Tschuli die ganze Zeit aufpassen?

Ich würde vielleicht fürs nächste mal schauen ob es nicht auch andere Möglichkeiten gibt. Zum Beispiel ihr eine Auszeit im Auto zu geben. Oder Tschuli auf einem Platz draußen auch mal entspannen zu lassen, so das sie zwischendurch mal schlaf bekommt. Wären das Möglichkeiten?

Sie muss gar nicht :D im Gegenteil, mir wäre es lieber, sie könnte sich ein wenig entspannen.

Sie ist aber durch und durch Wachhund und fühlt sich  absolut verantwortlich für uns 5. Das lässt sie sich nicht nehmen. Im Auto würde sie genauso die Umgebung scannen / könnte Frust geben. Sie döst nur selten, wenn absolut nichts los ist, aber nur mit einem Auge zu.

 

Es ist ja im Prinzip auch ok, es ist ihr Job, sie wacht und meldet, ich belohne sie für`s Aufpassen und gut. Sie darf nur nicht hinrasen / einschüchtern / vertreiben :D 

Ich bin froh, dass sie eine Aufgabe erfüllen kann, die ihrem Wesen entspricht und die sie liebt. Nur war das in den vergangenen Wochen einfach zu viel, das sind aber nur die 2 Monate Streuobstwiesen im Jahr, jetzt beginnt die "normale" Arbeit, die ist für sie weniger aufregend.

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Ich weiß noch als Minos noch jünger und ich Übungen mit ihm machte, nach einiger Zeit spielte er auf einmal "wilde Sau". Da wusste ich auch, dass er jetzt genug hatte und das sein Weg war, mir das zu signalisieren. :)

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Ja, das mit dem aufpassen kenne ich nur zu gut:-). Vertreiben tut Emma auch nicht mehr. Aber dennoch möchte ich versuchen ihr sie Aufgabe des "aufpassend" abzunehmen. Bisher ohne wirklichen Erfolg..... Zumindest bekommt es niemand mehr mit das sie aufpasst, nur ich halt.

Leider bin ich da auch etwas ratlos wie ich das hinbekommen soll. Das ist unsere letzte "Baustelle" die sich hartnäckig hält.

Emma macht es halt auch Spaß, sie ist ebenfalls Wachhund durch und durch.

Dann kehrt ja bei euch wieder Ruhe ein, es kann dennoch Wochen dauern bis der Pegel wieder auf normal läuft

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Ja, das mit dem aufpassen kenne ich nur zu gut:-). Vertreiben tut Emma auch nicht mehr. Aber dennoch möchte ich versuchen ihr sie Aufgabe des "aufpassend" abzunehmen. Bisher ohne wirklichen Erfolg.....

Was ist denn daran so verkehrt? Solange sie dabei niemanden belästigt?

Ich finde ja, dass die Grenze zum Verbiegen sehr nah ist, wenn es um das Unterdrücken /Verbieten/ Umlenken angeborener, tief verankerter Verhaltensweisen geht.

Wenn mein Hund das Wachen im Blut hat, bin ich froh, wenn wir einen Weg finden, mit dem wir beide zufrieden sind. Im Prinzip find ich es klasse, wenn ein Hund einen kleinen Teil der Verantwortung für die Gruppe übernimmt, eben eine Aufgabe hat, die er gut erfüllen kann.

Oder gibt es einen triftigen Grund, warum sie das unterlassen soll?

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