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Hundeforum Der Hund
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Diplomarbeit zur Verdaulichkeit von Hundefutter

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BARF und gekochtes Futter, jeweils mit und ohne Kohlenhydrate, wurden gegenüber gestellt.

 

Hier die Ergebnisse.

 

Zitat aus http://www.vetmeduni.ac.at/hochschulschriften/diplomarbeiten/AC10913906.pdf :

 

 

 

"7 Zusammenfassung In dieser Studie wurde die scheinbare Verdaulichkeit (sV) von zwei unterschiedlichen Rationen (mit und ohne Kohlenhydrate) in gekochtem und rohem Zustand bei sechs erwachsenen, gesunden Beagles gemessen. Die Rationen bestanden aus Rindfleisch, Haferflocken, Karotten, Pflanzenöl und einem vitaminisieren Mineralfutter und wurden dem Nährstoffbedarf jedes Hundes angepasst. Im Latin Square Design wurden die verschiedenen Futterrationen innerhalb von acht Wochen an alle Hunde verfüttert. Jeder Hund bekam das jeweilige Futter zwei Wochen lang, die erste Woche diente dem Einfüttern und in der zweiten Woche wurde Kot gesammelt. Mittels Weender-Analyse wurde der Gehalt an Rohnährstoffen in Futter und Kot ermittelt und die scheinbare Verdaulichkeit berechnet. Des Weiteren wurden Kotkonsistenz und Kotabsatzfrequenz beurteilt. Der statistische Vergleich zwischen rohen und gekochten Rationen erfolgte mittels T-Test bzw. Mann-Whitney-U-Test. Die sV der organischen Substanz und der Energie lag bei alle Rationen >90 %, die sV des Rohfettes bei >95 %. Die sV des Rohproteins betrug von 88,1 % (rohe Ration mit Kohlenhydraten) bis 92,9 % (rohe Ration ohne Kohlenhydrate). Die sV der NfE lag bei den Rationen ohne Kohlenhydrate bei 86 % (gekocht) bzw. 85 % (roh), bei den Rationen ohne Kohlenhydrate bei 66 % (roh) bzw. 60 % (gekocht). Statistisch signifikante Unterschiede konnten nicht festgestellt werden. Ebenso zeigten sich keine Unterscheide bei Kotmenge, Kotkonsistenz und Kotabsatzfrequenz. Die Kotmenge lag bei den Rationen mit Kohlenhydraten bei 22,6 % der Futter-TS, bei der rohen Ration ohne Kohlehydraten bei 18,7 % der Futter-TS, bei den kohlenhydratfreien Rationen bei 24,9 % der Futter-TS bzw. bei den gekochten Rationen ohne Kohlenhydrate bei 36,9 % der Futter-TS. Die Kotkonsistenz war während des gesamten Versuchs optimal (2,3- 2,5), die Hunde setzen im Median 1 Mal/Tag Kot ab. Unverträglichkeiten wurden nicht beobachtet. Die in diesem Versuch eingesetzten Rationen waren hochverdaulich und wurden von den Hunden gut vertragen. Sowohl aus rohen als auch gekochten Zutaten können daher bedarfsdeckende und verträgliche Rationen für Hunde erstellt werden, die auch für Tiere mit erhöhtem Energiebedarf geeignet sind. "

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Ein anderes Zitat aus dieser Arbeit:

 

Das BARF-Konzept ist bisher kaum wissenschaftlich erarbeitet worden, fast alle Informationen über die Zusammensetzung der Rationen werden aus Büchern entnommen, die nicht von TierärztInnen oder anderen ExpertInnen geschrieben wurden (siehe BILLINGHURST, 2001 oder SIMON, 2008). Dadurch besteht trotz genauer Rezepte, die HundebesitzerInnen in Büchern oder im Internet finden können, die Gefahr der Fehlversorgung des Hundes. LAUTEN et al. (2005) untersuchten 85 veröffentlichte Rezepte für die Herstellung von selbstgemachtem Hunde- und Katzenfutter und stellten fest, dass 86 % inadäquat in mindestens einem Nährstoff waren. Bei einer aktuellen Umfrage zum Thema BARF unter HundebesitzerInnen in Österreich und Deutschland inklusive Überprüfung der gefütterten Rationen stellten HANDL et al. (2012) fest, dass keine der 56 Rationen eine optimale Nährstoffzusammensetzung aufwies. Auch Fallberichte über schwere Mangelerscheinungen durch fehlerhaft zusammengesetzte, von Besitzern hausgemachte Rationen finden sich in letzter Zeit gehäuft. HUTCHISON et al. (2012) beschreiben den Fall eines acht Monate alten Berner Sennenhund-Rüden, der aufgrund von unausgewogenem Futter mit tetanischen Krämpfen, Hyperthermie und Osteochondritits dissecans vorgestellt wurde. In der Blutuntersuchung konnten Hypokalzämie, Hyponatriämie, Hypochlorämie und Hyperphosphatämie sowie Vitamin D-Mangel festgestellt werden. Auch bei einer sechs Jahre alten Rottweilerhündin mit Kieferschwellung („rubber-jaw-Syndrom“) konnte ein ernährungsbedingter Calcium- und Vitamin D-Mangel festgestellt werden, der auf inadäquate Diät zurückzuführen war (FORNEL-THIBAUD et al., 2007). Auch die in der Einleitung erwähnte Kontamination mit Mikroorganismen und Parasiten und eventuelle Infektionen von Tier und Mensch sind zu bedenken.

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Wie kann bei einem Hund, welcher sich draußen aufhält Vit. D-Mangel nachgewiesen werden???? O.k. war wohl ein Laborhund.... 

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Klar waren das Laborbeagle... hat für mich auch immer einen bitteren Beigeschmack.

 

Aber interessant ist es trotzdem. Man hat jetzt eine Grundlage, von der man ausgehen kann, und dann muss man - wie immer - schauen, womit das Individuum am besten zurecht kommt.

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Nee mir sagt das überhaupt nix... Wie gesagt, keine Sonne, ständig Stress usw. usw. ...  Was für Aussagen sind das?

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Ich z.B. hab gerade eine 8 monatige Selbststudie hinter mir.... Mein Hund dreht bei Trofu (Wolfsblut) sofort am Rad (wird hyperaktiv). Noch schlimmer war es bei Bosch, welches die Züchter gefüttert haben.

Ich habe es nun mit Dosen (Herrmanns Manufaktur) und abends Rindfleisch im Griff.... Ich stehe also quasi auch an der Schwelle zur Rohfütterung.

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Ne, das mit dem VitaminD-Mangel waren keine Labor-Beagel, das waren Fallbeschreibungen von fehlernährten Hunden aus der klinischen Praxis. Es gibt Leute, die nur Rindergulasch füttern und das "Barf" nennen. Das ist natürlich daneben.

 

Es ist umstritten ob Hunde ausreichend VitaminD herstellen können, egal wie lange sie draußen sind. Brauchen sie eigentlich auch nicht, denn bei einer artgerechten Ernährung ist genug VitaminD vorhanden. Aber dafür muss man ausreichend und ausgewogene Fleischfressernahrung füttern.

 

Übrigens @ Jannis: die beschriebenen Studien untersuchten selbst zusammengestelltes Hundefutter. Die machen keinen Unterschied zwischen Barf, Hausmannskost und anderen Konzepten. Was nicht Fertigfutter ist, ist Barf. Auch deine Fütterung würde bei denen in diese Kategorie fallen. ;)

 

 

Die Diplomarbeit bestätigt frühere Studien. Wer den großen Meyer/Zentek kennt, weiß das schon (und noch vieles andere mehr).

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Man darf nicht vergessen, dass z.B. 1 % Unterschied in der Verdaulichkeit bereits deutliche Auswirkungen auf die Kotmenge hat. Es klingt wenig, macht aber viel aus. Letztlich muss man aber immer in Einzelfall schauen, was ein Hund verdauen kann und verträgt und was nicht. Ich kann beim Barfen die Ration so zusammenstellen, dass die Verdaulichkeit deutlich schlechter ist als bei Fertigfutter, als auch umgekehrt. Wirklich vergleichbar wäre eine Gegenüberstellung nur, wenn man dieselben Komponenten in derselben Menge einmal roh einmal gekocht füttert und die Hunde unter denselben Umweltbedingungen gehalten werden und genetisch auch einigermaßen übereinstimmen.

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Es ist umstritten ob Hunde ausreichend VitaminD herstellen können, egal wie lange sie draußen sind. Brauchen sie eigentlich auch nicht, denn bei einer artgerechten Ernährung ist genug VitaminD vorhanden. Aber dafür muss man ausreichend und ausgewogene Fleischfressernahrung füttern.

 

 

Nee, nur wenn man nicht dem Sonnenlicht ausgesetzt ist, braucht man zusätzlich Vit. D. Es wird übrigens auch bei uns Menschen am meisten durch/über die Augen gebildet. Nur in den lichtärmeren Ländern sollte man Lebertran etc. zu sich nehmen. Sonst schafft man es kaum, täglich  einen Mangel über die natürliche Nahrung auszugleichen.

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Kann mal einer für mich Dummie in einfachen Worten zusammenfassen, zu welchem Schluss diese Studie kommt?

Und ist Kotmenge ein objektives Qualitätsmerkmal, oder ein subjektives Empfinden (je weniger, desto besser)? Welche Kotmenge ist denn für einen Menschen angemessen? Ich weiß von Leistungssportler-Freunden, die auch Unmengen essen, dass die viiiiiiiiel viiiiiiiiel mehr machen als ich ... die sind garantiert gesünder, ernähren sich gesünder ... aber ich mache bedeutend seltener und kleinere Haufen

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