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Hundeforum Der Hund
Ludari

Alltag mit Angstbeisser - wer mag berichten?

Empfohlene Beiträge

Hallo liebe Hundefreunde,

 

Ich schreibe mal eine kurze Einleitung, um dann zur eigentlichen Frage hinzuleiten. Also, wir haben zwei kastrierte Mischlingsrüden aus dem Tierschutz. Den einen seit 2013, den zweiten seit etwas über einem Jahr. Letzterer, Ludwig, ist unser Sorgenkind. Aron ist dreieinhalb Jahre alt, Ludwig schätzen wir auf 4 Jahre, er könnte aber auch erst 3 sein, da gehen die Meinungen etwas auseinander. Ludwig kommt aus einem Tierheim in Rumänien und war vier Wochen auf einer Pflegestelle in Österreich, bevor wir ihn übernahmen. Anfangs war er sehr, sehr scheu und unsicher, doch er fasste immer mehr Vertrauen und ist mittlerweile ein ziemlich guter Familienhund - allerdings leider mit der Einschränkung Familienhund in den eigenen vier Wänden und mit dem eigenen Rudel. Draussen ist er immer noch unsicher, aber es hat sich schon sehr gebessert. Das Problem sind Leute, die direkt auf uns zukommen, also meistens Freunde, Bekannte, die einfach Hallo sagen wollen. Die meisten wissen schon, dass sie Abstand halten und den Hund nicht beachten sollen, aber wer das nicht weiss bzw, die Anordnung missachtet, weil der Hund ja ach so süss aussieht, bereut das oft, denn Ludwig schnappt dann unerwartet und blitzschnell zu. Gestriges Beispiel: Ich ging mit beiden Hunden und Kinderwagen spazieren. Eine Bekannte stand mit ihren beiden ( unverträglichen Rüden ) im Weg und unterhielt sich mit einer Radfahrerin, die wir auch kennen. Die Hundebesitzerin war so nett mit ihren beiden Hunden auszuweichen, die Radlerin machte das mit, ich grüsste, bedankte mich und ging weiter, Kein Gekläffe, keine Aggression. Kurze Zeit später holte uns besagte Radfahrerin von hinten kommend ein und blieb stehen um zu plaudern. Beide Hunde rasteten aus, warfen sich in die Leine und kläfften was das Zeug hält. Ich beorderte sie ins Sitz, was relativ schnell gelang, trotz der grossen Aufregung und unterhielt mich mit der Bekannten. Aron war ganz relaxed und legte sich sogar ab, Ludwig blieb erst sitzen, dann schnupperte er ein bisschen an der Stelle herum an der wir standen und setzte sich dann wieder hin ( da hätte ich auf die Einhaltung des Sitzkommandos bestehen müssen, ich weiss...) Als die Bekannte sich verabschiedete und auf ihr Rad stieg, brannten bei ihm die Sicherungen durch und er schnappte sie wie der Blitz ins Bein. Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet, obwohl ich ihn kenne und mittlerweile ganz gut einschätzen kann, sonst hätte ich ihn noch kürzer an die Leine genommen. Er machte auf mich einen entspannten Eindruck.

Ebenso problematisch ist es, wenn wir Besuch kommen. Es ist unmöglich, jemanden in die Wohnung zu lassen, ohne vorher die Hunde abgesichert zu haben. Unser Ersthund war es bis Ludwigs Einzug gewöhnt auf seinen Platz zu gehen und dort liegen zu bleiben, wenn es an der Türe klingelte und das klappte sehr gut. Doch im Doppelpack lässt er sich mitziehen und verfällt ebenfalls in höchste Aufregung.Ich weiss nicht, was passieren würde, wenn ich beide ungesichert liesse und Besuch hereinbitten würde und werde es auch mit Sicherheit nicht ausprobieren.

Nun zu meiner eigentlichen Frage. Wer hat auch einen Angsthund und wie gestaltet Ihr den Alltag mit ihm? Ich finde es extrem anstrengend und stressig, ständig auf der Hut sein zu müssen und Augen und Ohren immer zu 100% offenzuhalten, die ganze Gegend nach potentiellen "Gefahren" abzuscannen und dann doch wieder in zum Glück seltenen Fällen, komplett zu versagen und verletzte Beine oder kaputte Hosen sehen zu müssen.Maulkorb haben wir auch schon probiert, aber da fühlt er sich überhaupt nicht wohl damit und will ihn ständig abstreifen, blockiert und ist völlig nehmen der Spur.

Ende Juli, Anfang August werden wir in ein eigenes Haus mit Garten ziehen und ich hoffe mal sehr, dass die Hunde durch den eigenen Garten vielleicht auch etwas ausgelasteter und zufriedener sein werden, denn bis dato findet ja jeder Ausflug nur an der Leine statt. Aron darf natürlich mit Schleppleine laufen wenn es die Umgebung erlaubt, aber bei Ludwig wäre das unmöglich. Er ist draussen nicht abrufbar und aufgrund seiner Schnapperei viel zu gefährlich für andere.

Ich würde mich freuen, viel von Angsthundebesitzern lesen zu dürfen, heute bin ich einfach ein bisschen frustriert aufgrund der gestrigen Aktion....Die Bekannte habe ich angerufen und gefragt, wie es ihr geht, klaro. Da sie Tiere über alles liebt, steckt sie die Attacke gut weg und meinte, ich solle mir keine Sorgen machen, alles sei gut. Ein wenig Trost ist das, aber insgesamt fühle ich mich ziemlich hilflos hinsichtlich dieser Schnapperei.

 

Lg, Ludari

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Zum Thema Maulkorb. Ich weiß nicht wie ihr den aufgebaut habt, ich hoffe jetzt mal dass er nicht einfach mal eben angezogen wurde? Das gewöhnen an den Maulkorb ist eine längerfristige Angelegenheit und wenn der Hund wirklich an den Maulkorb gewöhnt ist, dann legt er sich mit dem Teil hin und schläft. 

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Hunde, die positiv an einen Maulkorb gewöhnt wurden, tragen diesen mit der gleichen Selbstverständlichkeit wie ihr Halsband.

Generell sehe gerade es äußerst kritisch, bei einem solchen Problem Tipps über ein Forum zu geben.

Hier gehört ein guter Trainer dran, der den Hund live erlebt und einschätzt.

Wenn du magst, kannst du ja schreiben, aus welchem Bereich du kommst, vielleicht kann einer der User dir einen guten Trainer oder eine gute Trainerin empfehlen :)

Ich habe hier selber einen Hund sitzen, der bis vor anderthalb Jahren massiv zugebissen hat.

Hätte ich mir Tipps hier geholt und einiges davon umgesetzt, bin ich mir sicher, dass ich nun einen Hund hätte, der nur noch um sich beißen würde :so

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Zum Thema Maulkorb. Ich weiß nicht wie ihr den aufgebaut habt, ich hoffe jetzt mal dass er nicht einfach mal eben angezogen wurde? Das gewöhnen an den Maulkorb ist eine längerfristige Angelegenheit und wenn der Hund wirklich an den Maulkorb gewöhnt ist, dann legt er sich mit dem Teil hin und schläft. 

Den Maulkorb haben wir langsam und so wie es sich gehört aufgebaut, klar. Erst Futter daraus nehmen lassen, später mal kurz übergezogen ohne ihn zuzumachen und schlussendlich dann ganz angezogen, erst für sehr kurze Intervalle, dann etwas länger. Er lässt ihn sich auch ohne Probleme anziehen. Nur ist er sehr unsicher damit, eben weil er merkt, dass seine Allzweckwaffe Zahn ausser Gefecht gesetzt ist. Vielleicht müssten wir einfach konsequenter auf das Tragen des Maulkorbes bestehen, aber das dauerhafte Tragen hatte uns unsere Trainerin mit der wir seit bald einem Jahr zusammenarbeiten, nicht empfohlen bzw, Ludwig nicht als Maulkorbdauerträger eingestuft.

 

 

Hunde, die positiv an einen Maulkorb gewöhnt wurden, tragen diesen mit der gleichen Selbstverständlichkeit wie ihr Halsband.

Generell sehe gerade es äußerst kritisch, bei einem solchen Problem Tipps über ein Forum zu geben.

Hier gehört ein guter Trainer dran, der den Hund live erlebt und einschätzt.

Wenn du magst, kannst du ja schreiben, aus welchem Bereich du kommst, vielleicht kann einer der User dir einen guten Trainer oder eine gute Trainerin empfehlen :)

Ich habe hier selber einen Hund sitzen, der bis vor anderthalb Jahren massiv zugebissen hat.

Hätte ich mir Tipps hier geholt und einiges davon umgesetzt, bin ich mir sicher, dass ich nun einen Hund hätte, der nur noch um sich beißen würde :so

Äh, falsch verstanden, ich möchte mir keine Tipps holen, sondern mich gerne mit anderen Angsthundebesitzern austauschen und wissen, wie sie im Alltag mit ihren Hunden zurecht kommen. Ich bin manchmal einfach gestresst vom Hundespaziergang, oder wenn wir Besuch bekommen, je nach Tagesform halt und das merken die Hunde natürlich auch. Ich wüsste gerne, ob andere den Umgang mit ihrem Angsthund auch als stressig empfinden, wie sie ihre Mitmenschen vor ihren Angstbeissern schützen, wie sie mit Besuch umgehen etc., OHNE diese Methoden 1:1 umsetzen zu wollen, vielleicht habe ich mich da nicht klar genug ausgedrückt, sorry. Natürlich wäre es sehr fahrlässig, durch Forentipps den Hundetrainer zu ersetzen, da gebe ich Dir zu 100% Recht. Trainer haben wir seit fast einem Jahr an der Seite, zwei sogar, selbe Hundeschule und haben mit deren Hilfe schon recht gute Erfolge erzielt. Bezüglich seiner Affekthandlungen sind sie jedoch auch ratlos, über die Vergangenheit von Ludwig ist nichts bekannt und das einzige Muster, dass sich hinter seinen Bissen erkennen lässt, ist, dass es jeweils dann passiert, wenn er vorher schon nen kräftigen Adrenalinschub hatte. Empfohlenes Vorgehen der Trainerin ist, dem Hund viel Zeit zu geben auch Langeweile, damit er gar nicht erst so schnell hochfährt und die Attacken wenn es geht natürlich ganz zu vermeiden, damit er keinerlei Erfolgserlebnis hat. Das ist natürlich auch unsere Absicht, aber eben nicht zu hundert Prozent umsetzbar, ab und zu tickt er dann unerwarteterweise doch aus. Gestern verursachte eindeutig die überraschende Ankunft der Radlerin von hinten den vorausgehenden Adrenalinschub.Dass man das nicht über's Internet einschätzen kann, geschweige denn therapieren ist klar. Wie gesagt, mein Interesse gilt dem Handling des Angsthundes von deren Besitzern und wie sie damit zurechtkommen. :)

Lg, Ludari

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Das er erst dann geschnappt hat, als die Person sich abgewendet hat, die Bedrohung sich also entferne hat, würde ich jetzt nicht mit Angstbeißen verbinden. Was genau meinst Du mit schnappen eigentlich- beißen?

 

Ich würde mich in jedem Fall an einen kompetenten Trainer wenden und mich nicht auf den Rat des Forums beschränken, bevor die Situation schlimmer wird.

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Nur ist er sehr unsicher damit, eben weil er merkt, dass seine Allzweckwaffe Zahn ausser Gefecht gesetzt ist. Vielleicht müssten wir einfach konsequenter auf das Tragen des Maulkorbes bestehen, aber das dauerhafte Tragen hatte uns unsere Trainerin mit der wir seit bald einem Jahr zusammenarbeiten, nicht empfohlen bzw, Ludwig nicht als Maulkorbdauerträger eingestuft.

 

Wozu braucht er seine Allzweckwaffe Zahn in eurer Wohnung? (Also ich meine wenn kein Besuch da ist ;) ) Oder schnappt der Hund bei euch auch? Maulkorb erst in einer für den Hund absolut sicheren Umgebung gewöhnen, erst wenn das zu 100 % für den Hund ok ist, langsam auf andere Umgebung/Situationen schwenken, wie gesagt das kann schon dauern. 

 

Wie hat die Trainerin das mit dem dauerhaften Tragen, also dass er das nicht soll, begründet? 

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Ich habe einige Erfahrungen mit angstaggressiven Hunden.

Mein Weg besteht immer zuerst in der Verhinderung von Verletzungsvorfällen ... durch vorausschauend eher zu viel Vorsicht als auch nur einem weiteren Beissvorfall.

Besteht auch nur der Gedanke an die Möglichkeit eines Auslösers ... dann muss der Maulkorb getragen werden.

 

Ich gewöhne den Hund ans Maulkorbtragen über Fussballspielen mit aufgesetztem Maulkorb ...

Dies powert den Hund auch aus.

 

Kommt Besuch wird der Hund/ werden die Hunde erst sicher weggesperrt. Hat sich die Begrüssungsaufregung gelegt und der Besuch sich hingesetzt - wird der (angstaggressive) Hund mit Leine und Maulkorb gesichert und ohne Aufregung hinausgelassen. Gerne weise ich dem Hund dann einen festen Liegeplatz ( in meiner Nähe! ) zu.

 

Bei Begegnungen mit Mensch und/oder Hund unterwegs bekommt der Hund vorausschauend ein Liegekommando ... ist aber immer gesichert dabei. Ich stelle mich dabei gerne auf die Leine ( ohne dabei Zug entstehen zu lassen ) und behalte das Leinenende dabei in der Hand. So brauche ich nicht ständig auf den liegenden Hund zu starren, habe aber über die Leine Kontakt und kann sofort korrigieren wenn der Hund sich aus der geforderten Ablage bewegt. Er muss lernen sicher liegen zu bleiben bis eine Auflösung kommt.

 

Gesunde Hunde, die (noch) nicht ohne Leine rennen dürfen, kann man über Suchspiele, Laufen neben dem Fahrrad ... auslasten. Dazu muss der Hund nicht zwingend ohne Leine laufen.

 

Dein Hund muss lernen sich auf Dich verlassen zu können - und das funktioniert nur wenn Du sicher und gelassen ihn durchs Leben führen kannst. Dazu gehört eben auch sicher zu sein das er keinen Schaden mehr anrichten kann. Lieber einmal zuviel mit Maulkorb als einmal zu wenig.

 

Es gibt heutzutage so viele Maulkorbmodelle, dass man für jeden Hund ein wirklich passendes findet oder sogar anfertigen lassen kann.

 

Was für einen Maulkorb verwendest Du?

 

LG Heike

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Das er erst dann geschnappt hat, als die Person sich abgewendet hat, die Bedrohung sich also entferne hat, würde ich jetzt nicht mit Angstbeißen verbinden. Was genau meinst Du mit schnappen eigentlich- beißen?

 

Ich würde mich in jedem Fall an einen kompetenten Trainer wenden und mich nicht auf den Rat des Forums beschränken, bevor die Situation schlimmer wird.

Das ist schon Angstbeissen bei ihm. Er macht das, wenn sich eine ihm bedrohlich erscheinende Person abrupt bewegt und das war bei der Bekannten der Fall, als sie wieder auf ihr Fahrrad stieg. Da konnte er nicht so schnell einordnen was das nun bedeutet und aus Unsicherheit geht er dann nach vorne, leider. In dem Fall war die Person auch noch unmittelbar neben dem Kinderwagen, was seine Reaktion mit Sicherheit unterstützt hat. Mit Schnappen meine ich, dass er nach vorne schnellt und einmal zuschnappt, so dass mindestens die Abdrücke der Eckzähne zu sehen sind. :wacko: Trainer haben wir und Motivation für diesen Thread habe ich weiter oben erklärt. ;)

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Ich habe einige Erfahrungen mit angstaggressiven Hunden.

Mein Weg besteht immer zuerst in der Verhinderung von Verletzungsvorfällen ... durch vorausschauend eher zu viel Vorsicht als auch nur einem weiteren Beissvorfall.

Besteht auch nur der Gedanke an die Möglichkeit eines Auslösers ... dann muss der Maulkorb getragen werden.

 

Ich gewöhne den Hund ans Maulkorbtragen über Fussballspielen mit aufgesetztem Maulkorb ...

Dies powert den Hund auch aus.

 

Kommt Besuch wird der Hund/ werden die Hunde erst sicher weggesperrt. Hat sich die Begrüssungsaufregung gelegt und der Besuch sich hingesetzt - wird der (angstaggressive) Hund mit Leine und Maulkorb gesichert und ohne Aufregung hinausgelassen. Gerne weise ich dem Hund dann einen festen Liegeplatz ( in meiner Nähe! ) zu.

 

Bei Begegnungen mit Mensch und/oder Hund unterwegs bekommt der Hund vorausschauend ein Liegekommando ... ist aber immer gesichert dabei. Ich stelle mich dabei gerne auf die Leine ( ohne dabei Zug entstehen zu lassen ) und behalte das Leinenende dabei in der Hand. So brauche ich nicht ständig auf den liegenden Hund zu starren, habe aber über die Leine Kontakt und kann sofort korrigieren wenn der Hund sich aus der geforderten Ablage bewegt. Er muss lernen sicher liegen zu bleiben bis eine Auflösung kommt.

 

Gesunde Hunde, die (noch) nicht ohne Leine rennen dürfen, kann man über Suchspiele, Laufen neben dem Fahrrad ... auslasten. Dazu muss der Hund nicht zwingend ohne Leine laufen.

 

Dein Hund muss lernen sich auf Dich verlassen zu können - und das funktioniert nur wenn Du sicher und gelassen ihn durchs Leben führen kannst. Dazu gehört eben auch sicher zu sein das er keinen Schaden mehr anrichten kann. Lieber einmal zuviel mit Maulkorb als einmal zu wenig.

 

Es gibt heutzutage so viele Maulkorbmodelle, dass man für jeden Hund ein wirklich passendes findet oder sogar anfertigen lassen kann.

 

Was für einen Maulkorb verwendest Du?

 

LG Heike

Hallo Heike,

 

Vielen Dank für Deinen interessanten Beitrag, genau sowas wollte ich lesen, wie andere mit ihrem Angsthund umgehen und wie es ihnen dabei geht. Letzteres kommt nicht so ganz raus, aber Du klingst ziemlich entspannt, oder täuscht das? ;)

Könntest Du mir das bitte genauer erklären, wie Ihr das mit dem Maulkorbgewöhnen via Fussball macht? Das könnten wir dann erst im eigenen, gut abgesicherten Garten machen, momentan haben wir dafür kein geeignetes Gelände, selbst der Übungsplatz der Hundeschule ist nicht abgesichert, keine Ahnung wieso? Freilauf ist ja für Ludwig leider nicht drin, er hört draussen absolut Null, er guckt zwar immer, wo ich bin, kommt aber erst, wenn er denkt ich laufe ihm davon. Diese Erfahrungen haben wir natürlich MIT Maulkorb gemacht, ohne wäre das nicht tragbar.

Ich bin froh zu lesen, dass es auch für Dich recht aufwändig ist, Besuch zu empfangen. ;) Wir handhaben das immer so, dass beide Hunde auf ihre Plätze geschickt werden und dort liegenbleiben müssen. Zusätzlich werden sie mit dort fest installierten Leinen angebunden, sicher ist sicher. Dann will ich kein Gekläffe oder Geknurre hören, wenn der Besuch ins Wohnzimmer kommt und sich hinsetzt. Ich bitte die Besucher, die Hunde nicht zu beachten. Dann entspannen sie sich meistens und bleiben ruhig liegen. Haben wir Besuch der mehrere Tage bleibt, dann werden sie auch immer gesichert, aber am Abend wenn alle zusammen im Wohnzimmer sitzen, dürfen sie sich dazugesellen wenn sie wollen, was auch meistens der Fall ist ( falls der Besuch das auch möchte ). Da sind beide Hunde sehr entspannt und lassen sich auch beide streicheln, wenn SIE zu der jeweiligen Person zur Kontaktaufnahme gekommen sind. Kommt Bewegung in die Runde, weil jemand z.B. auf die Toilette möchte, dann sichere ich die Hunde wieder ab.

Jemand, der einen gutmütigen, zutraulichen Hund hat, kann sich gar nicht vorstellen, wie aufwändig es sich mit einem oder sogar zwei schwierigen Hunden gestalten kann....

Das mit dem Abliegen beim Spaziergang, würde nur funktionieren, wenn ich mit Ludwig alleine unterwegs bin. Im Doppelpack entwickeln die Hunde eine derartige Eigendynamik, dass das noch nicht so gut klappt. Sobald einer der beiden irgendeine Reaktion zeigt, selbst wenn sie für uns Menschen gar nicht wahrnehmbar ist, macht der andere mit und dann schaukelt sich das schnell hoch. Deswegen gehe ich überwiegend mit beiden Hunden einzeln raus, da sind sie viel besser zu händeln.

Wir haben einen Maulkorb von Baskerville, der gut und sicher sitzt und mit dem er sogar Leckerli aufnehmen kann, was ich als wertvoll empfinde, weil ich ihn ja trotz Maulkorb weiterhin positiv bestätigen möchte. Welchen würdest Du denn empfehlen? Dann guck ich mir das Modell gerne mal an...einen Versuch wär's ja wert auf ein anderes Modell umzusteigen.Vielleicht müssen wir uns wirklich damit anfreunden, dass er nur noch mit Maulkorb nach draussen geht. Die Trainerin hält das nicht für nötig, weil er ja keinen Freilauf hat und immer unter Kontrolle ist, aber er ist eben auch blitzschnell und unberechenbar und das werde ich nochmal mit ihr thematisieren. Vielleicht bin ich dann auch entspannter, wenn ich mit ihm unterwegs bin? ;)

LG, Ludari

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Wozu braucht er seine Allzweckwaffe Zahn in eurer Wohnung? (Also ich meine wenn kein Besuch da ist ;) ) Oder schnappt der Hund bei euch auch? Maulkorb erst in einer für den Hund absolut sicheren Umgebung gewöhnen, erst wenn das zu 100 % für den Hund ok ist, langsam auf andere Umgebung/Situationen schwenken, wie gesagt das kann schon dauern. 

 

Wie hat die Trainerin das mit dem dauerhaften Tragen, also dass er das nicht soll, begründet? 

Nee, die Allzweckwaffe Zahn braucht er in der Wohnung nicht, zum Glück! ;) Wir haben ihn in der Wohnung an den Maulkorb gewöhnt und ihn wirklich langsam aufgebaut. Innerhalb der Wohnung klappte es gut damit, aber draussen will er ihn ständig loswerden. Für mich ein klarer Fall von Unsicherheit, weil er im Fall der Fälle, also wenn ER meint, es bestünde Gefahr, kein Verhaltensmuster mehr hat auf das er zurückgreifen kann....oder siehst Du das anders?

Die Trainerin hat einmal extra eine Gruppenstunde rund um Ludwig organisiert. Erst MIT Maulkorb, dann OHNE. Die anderen Hunde haben nicht auf den Maulkorb reagiert, aber Ludwig war unsicher. Ohne Maulkorb war dann entspannter und machte das Training gut mit. Sie meinte, dass er den Maulkorb nicht immer draussen tragen müsse, weil er ja sowieso immer durch die Leine abgesichert sei....

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