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Hundeforum Hundeforum
LisaH.

Die Jagdpächterin auf meiner Lieblingsstrecke

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Hallo!

 

Einige Monate war ich ihr nicht mehr begegnet. Vermutlich, weil sich meine Gassi-Zeit etwas geändert hat. Zuvor gab's mehrmals Mecker, weil Perla ohne Leine läuft. Unnütz zu sagen, dass die alte Dame null Jagdtrieb hat. Ja, das würden alle Hundebesitzer sagen. Toll, mal ein Totschlagargument verpasst bekommen. Und sie sei der Meinung, man müsste halt mit den Leuten reden. Ja...

Mühselig... sobald ich ein Auto höre (bisschen schwierig bei Wind zum Beispiel), kommt Perla an die Leine. Skeptische Blicke ernte ich trotzdem.

 

Christi Himmelfahrt waren Tante und Mutter dabei. "Ja was machen Sie denn hier?" in völlig entsetztem Ton, als sie und ihr Hund uns auf einem kleinen Weg entgegen kamen.

Habe gegrüßt und bin weiter gegangen. Mutter und Tante bekamen dann zu hören, dass das ja gar nicht ginge, da seien Ricken und Bachen und sie sei ja nur zum Füttern da gewesen (?). Habe dann mal zugerufen, dass wir natürlich weitergehen statt den ganzen Weg zurück. Fragt die doch glatt, wo mein Auto stünde. Mutti hat geantwortet und Jägerin liess uns gnädigerweise weiterziehen.

 

Als ich an ihr und dem krawalligen Hund vorbeiging, sagt die doch glatt: "Lassen Sie die besser nicht zusammen, das geht nicht gut."

Hallo? Ich bin einen Bogen gelaufen und meine Hunde hatten eh null Bock auf dieses unerzogene Etwas. Hat die wirklich geglaubt, ich will meine Hunde da hin lassen? Meint die, alle außer ihr haben nur blöde Ideen und verhalten sich verantwortungslos?

 

Habe mittlerweile mal geschaut, was ich wirklich darf. Und wie erwartet, rein rechtlich kann die mir nix.

Ändert aber nix daran, dass ich die Gassigänge geniesse und überhaupt keinen Bock auf Auseinandersetzungen jeglicher Art habe. Ich habe zwei steinalte Hunde, eine davon todkrank. Ich laufe nicht über Wiesen und noch nicht mal quer durch den Wald....

Muss mir jetzt einfach überlegen, ob ich da weiter laufe, immer mit dem blöden Gefühl, dass sie auftaucht, oder ob ich die tolle Strecke aufgebe. Die Runde ist so schön, weil die Hunde prima an Bäche kommen und weil ich Schmetterlinge, Ringelnattern und bei Sauwetter Salamander gucken kann.

Kann wohl froh sein, dass sie mich noch nie vor Sonnenaufgang beim Fotografieren "erwischt" hat.

 

Habe mich einfach mal ausgekotzt, lieben Dank für's Lesen. Weiss noch nicht, wie weiter.

 

 

Liebe Grüße

Lisa

 

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Habe mittlerweile mal geschaut, was ich wirklich darf.

 

Das kommt wohl ganz darauf an ob der Wald privat ist oder der Gemeinde gehört.  

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Das hätte sie mir sicher gesagt. Punkt, aus, so ist es.

 

Nein, die Handhabe hat sie wohl nicht, deshalb kommt sie ja mit "Na man muss halt mit den Leuten reden".

 

Das ist Naherholungsgebiet für jedermann. Die meint halt irgendwie, es sei fast ihres alleine und alle anderen machen nur Quatsch.

 

Ach...

 

Arachne, ich hätte Dich ja angesprochen... hast Du einen Namen?

 

Liebe Grüße

Lisa

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Habe mittlerweile mal geschaut, was ich wirklich darf. Und wie erwartet, rein rechtlich kann die mir nix.

 

Ich kenne das auch. Derzeit haben wir unsere Ruhe, von Jagdpächtern mal abgesehen, die natürlich immer genau dort langfahren müssen, wo wir laufen (sie sehen uns und könnten anders fahren!) und uns mürrische Blicke zuwerfen, aber nichts sagen,  aber monatelang bin ich nur mit Bauchgrummeln vor den Jagdpächtern (waren bei uns mehrere, die so schräg drauf waren) spazieren gegangen.

Irgendwann hab ich dann gedacht, dass das ja so keine Lösung ist und mir von den Gemeinden, auf deren Gebiet wir laufen, die Verordnungen rausgesucht und auch die Gesetzestexte für Bayern. Alles, was wir tun, ist absolut ok. Also habe ich mir die Blätter alle ausgedruckt in ein Kuvert gesteckt und trage das nun bei mir. Und der nächste Jagdpächter, der mir blöd kommt, bekommt das Kuvert mit einem freundlichen "Sie scheinen nicht zu wissen, was erlaubt ist und was nicht. Bitteschön, hier können Sie es nachlesen!" in die Hand gedrückt.

Gerechterweise sag ich aber auch: Es gibt auch nette Jagdpächter. Einzelne. Die sind bei uns leider in der Minderheit.

Klar verstehe ich sie. Wenn einer mir von einem von Hunden gerissenen Reh erzählt, finde ich das auch nicht erfreulich. Aber dafür kann ich nichts und meine Hunde auch nicht.

Ach ja, meine 16 Jahre alte Lagotto-Mix-Oma hat vorgestern getötet. Sie lief neben meinem Mann am Wegesrand und plötzlich hatte sie ein noch nacktes Vogelkücken im Maul. Fand mein Mann nicht lustig, ich auch nicht, aber ehrlich: Ich habe das Nest gesucht und das war keine 20 cm rechts vom Schotterweg in einer Kleepflanze versteckt. Wollte ich so etwas vermeiden, müssten unsere Hunde auf den Weg pinkeln und kacken. Und dann muss ich ausweichen, weil ein Auto kommt, trete rechts auf den Grünstreifen und zertrete dabei das Nest mit Kücken. Oder zwei Autos wollen auf dem schmalen Weg aneinander vorbei und die Reifen fahren über das Nest. Alles nichts, was ich mir für das Vogelkücken wünsche, aber auch nichts, was ich verhindern könnte.

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Die Gesetzeslage würde ich als Erstes herausfinden, einfach, damit ICH mir sicher bin.

 

Hier in NRW ist das z. B. § 2 Absatz 3 Satz 2 Landesforstgesetz: Hunde sind außerhalb der Wege anzuleinen. (Das kann ich tatsächlich auswendig ;) schon seit Jahren, aus gegebenem Anlass ... ).

 

Dann: Weder Jäger noch Jagdpächter haben Hoheitsrecht, d. h., sie haben das Recht auf Jagdausübung in dem von ihnen gepachteten Jagdgebiet, mit den dazu gehörigen Pflichten - aber sie haben nicht das Recht, Andere in der Nutzung dieses Gebietes über die gesetzlichen Bestimmungen hinaus einzuschränken. Das darf nur der zuständige Förster, aber auch dieser nur auf Basis der gültigen Gesetze.

 

Sowas reibe ich Jägern aber nicht unter die Nase. Statt dessen versuche ich, gut mit ihnen auszukommen.

 

Dabei habe ich ein verdammt gutes Argument: Meine Hunde dürfen nicht ins Unterholz und bleiben auf den Wegen. Diese Auskunft, freundlich und mit einem Lächeln garniert, hat bisher immer gezogen :)

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Hallo,

 

bin mir sicher, dass ich nichts Unerlaubtes tue. In Bayern ist keine generelle Leinenpflicht, von den Gemeinden wüsste ich jetzt auch nichts.

 

Blöd ist ja, dass sie nie sagt, "das ist aber verboten, was Sie da tun", sondern auf "Verständnis" setzt. Textet mich zu, wo überall das arme Wild sitzt und lässt nicht locker, bis ich den Hund anleine. Bis sie uns dann das nächste mal "erwischt". Nichts wäre mir lieber, als einfach mit ihr auszukommen.

Natürlich bleiben meine Hunde auf den Wegen, oder auf das, was ich für Weg halte. Da habe ich mir absolut nichts vorzuwerfen.

 

 

Dann: Weder Jäger noch Jagdpächter haben Hoheitsrecht, d. h., sie haben das Recht auf Jagdausübung in dem von ihnen gepachteten Jagdgebiet, mit den dazu gehörigen Pflichten - aber sie haben nicht das Recht, Andere in der Nutzung dieses Gebietes über die gesetzlichen Bestimmungen hinaus einzuschränken. Das darf nur der zuständige Förster, aber auch dieser nur auf Basis der gültigen Gesetze.

 

Genau das ärgert mich so maßlos: Die Wälder sind Naherholungsgebiet für jedermann und mir kommt es so vor, als hätte sie "ihren" Wald am liebsten ganz für sich alleine.

 

Einfach unverschämt finde ich ihre Unterstellung, dass Hunde immer jagen, egal was der Halter sagt. Ich habe auch meine Meinung zur Jagd, unterstelle ihr aber nicht, dass sie zur ganz üblen Sorte Jäger zählt. Ich sage auch nichts dazu, dass sie täglich mit dem Auto da durchfährt und Echsen und Lurche platt macht. Das macht mich sehr traurig, wenn ich die Leichen sehe.

 

Ich fürchte - falls ich da weiter lang laufe - dass ich ihr wirklich mal sagen muss, dass ich das darf und dass sie doch bitte davon ausgehen soll, dass ich mich verantwortungsvoll verhalte... Eigentlich könnte das Gassi so entspannt sein...

 

Liebe Grüße

Lisa

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Ich kann dich gut verstehen und wenn du dich schlau gemacht hast das es erlaubt ist die Hunde solange sie auf den Wegen sind ohne Leine laufen zu lassen dann ist doch gut

 

Wir haben hier bis auf einen nur nette Pächter oder Jäger, da gibt es nie Ärger solange die Hunde auf dem Weg bleiben.Sie sagen bescheid wo Schwarzwild liegt damit man einen anderen Weg geht und es wird immer vernüftig gesprochen

Wir haben aber auch das Gegenteil, der schon versucht hat und anzulangen oder die Hunde anzufahren.Da diskutieren wir aber nicht mehr sondern rufen meist direkt die Polizei.Gut das wir den nicht oft treffen weil dann würde ich das Gebiet echt meiden aber alleine gehe ich da auch nicht mehr

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Hallo Lisa,

 

auch wenn der Wald ein Naherholungsgebiet ist, ist es in erster Linie der Lebensraum der Wildtiere und diese werden halt auch oft unnötigerweise von Hunden aufgescheucht - schlecht, wenn das Wild gerade trächtig ist oder junge Kitze versteckt im Wald oder Flur liegen.

 

Woher soll die Jägerin denn sicher sein, dass gerade Dein Hund keinen Jagdtrieb hat und die Art und Weise wie sie von Waldbesuchern auf Verständnis für diese Situation hofft, finde ich noch eher sypmpathisch. Da gibt es ganz andere Jäger, die auch in anderem Ton daherkommen.

 

Ich laufe selbst oft mit meinen Hunden im Wald oder am Waldrand und habe erlebt, wie schnell Hunde in den Jagdmodus umschalten können. Mir sind schon Füchse, Rehe und auch Dachse nur ein paar Metern von den Hunden entfernt über den Waldweg

gewechselt und ich war in der Situation jedes Mal ganz froh, dass meine Hunde angeleint waren. Sie sind beide auch im Seniorenalter mit 11 und 11,5 Jahren, was sie aber nicht davon abhalten würde, hinter dem Wild herzurennen.

 

Meine Hunde kommen an die lange Leine und können trotzdem den Weg und Wegesrand erschnüffeln und entdecken - ohne Wild aufzuscheuchen oder zu jagen.

 

Man sollte nicht immer nur an sich selbst denken sondern auch die Bedürfnisse der Waldtiere berücksichtigen, die durch die vielen Wanderer, Jogger und Radfahrer eh schon eingeschränkt leben und oft unnötig aufgeschreckt werden. Wir hatten gerade wieder einen Artikel in der Zeitung, da wurde ein Reh von Hunden gejagt und in einen Zaun getrieben und dann totgebissen. Eine unschöne Sache.

 

Wenn Dein Hund eh auf dem Weg bleibt, was spricht dagegen, eine lange Leine anzulegen - sein Radius verändert sich dadurch ja kaum! :)

 

Liebe Grüße

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 Ich habe zwei steinalte Hunde, eine davon todkrank. Ich laufe nicht über Wiesen und noch nicht mal quer durch den Wald....

 

 

Das würde ich ihr beim nächsten Mal genau so sagen. "Ich verstehe ihre Bedenken, aber ich kann Sie beruhigen:..."

 

Da sie ja so auf Reden und Verständnis setzt, hat sie ja vielleicht selbst etwas davon.

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Hallo,

 

In Bayern ist keine generelle Leinenpflicht, von den Gemeinden wüsste ich jetzt auch nichts.

 

 

Hallöle,

 

ich habe noch keine Gemeinde in Bayern angetroffen, die keine "Hundeverordnung" erlassen hat. Das Problem ist halt, dass jede Gemeinde es für sich selber regeln kann und die Hundeverordnung nicht bayernweit einheitlich ist.

 

Wie schnell man als Mensch auf ein Rehkitz steigen kann, habe ich letztes WE am eigenen Leib erfahren. Ich dachte erst, dass es ein riesiger Maulwurfshügel ist, der in den 3 Meter nie gemähtem Wiesenstück was ich durchqueren musste. Als ich mich bückte um nach zu schauen, entpuppte sich der Hügel als erstarrtes Rehkitz. Ich stand max. 10 cm vor dem Baby. - und nein - ich habe es nicht angefasst und habe sofort den Rückwärtsgang eingelegt.

Zum Glück hat Motsi nichts mitbekommen, weil sie schnuppertechnisch anderweitig beschäftigt war. Als wir dann weitläufig um das Kitz herum gingen, sprang die Mutter hoch und verschwand im Wald.

 

M.W. nach ist auch in Bayern während der "Brut- und Setzzeit" eine generelle Leinenpflicht. (finde darüber aber auf die Schnelle nichts).

 

Um für beide Seiten entspannt laufen zu können, spricht doch nichts dagegen, seinen Hund anzuleinen?

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