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Hundeforum Der Hund
Jannis

Kennt ein Hund seine physischen Grenzen, ab wann wird es gefährlich?

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Zumindest für einige Arbeitsrassen sage ich klar nein. Und @ velvetpoisen: nein, die brauchen da nicht unbedingt einen "Anstachler" für. 

 

Die meisten Border Collies in meinem Umfeld haben NULL Selbstschutz. Nicht nur im Sinne von Laufen/Spielen oder Arbeiten bis zum Umfallen, sie "denken" auch nicht mit in ihrem eigenen Sinne. Sie würden aus dem 5. Stock springen (tät den meisten Mischlingen in meinem Umfeld im Leben nicht einfallen!), sie machen oft einfach weiter, trotz - massiver! - Verletzungen usw.

 

Vermutlich wär es eben früher echt doof gewesen, stünde ich mit 500 Schafen unterwegs und mein Border täte mir die Arbeit einstellen, weil er "müde" ist oder "ein Weh hat".

 

Leider ist das so stark rein (oder raus?) gezüchtet, dass ich etliche Exemplare tatsächlich für von Geburt an lebensuntauglich halte. Bei denen muss Mensch sehr managen (Ruhe anordnen, nie was "gefährliches" verlangen", regelmäßig nach der Gesundheit schauen usw). Sie mögen eine krasse Arbeitsintelligenz haben, vor allem jedoch keinerlei Selbstschutz.

 

Der Berner einer Freundin, zeigt deutlich, wenn er nicht mehr kann oder mag, der Nachbars-Rotti auch.

Von daher sollte man für die Beantwortung der Eingangsfrage nach dem Individuum schauen.

 

ps.: Wir Menschen haben die Hunde zum Teil SEHR in die Abhängigkeit von uns gezüchtet, mit Absicht damals, heut müssen sie es ausbaden. Und noch mal: es geht dabei nicht nur um vom Menschen "verlangtes" - wie Bällchen oder mit Joggen oder so ... Einige können sich problemlos selbst "umbringen" ;-(

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Ich denke auch, es kommt sehr auf den Hund an. Sehr viele Hunde sind durchaus "vernünftig". Aber es gibt auch Hunde, verstärkt natürlich in einzelnen Rassen, die kennen ihre Grenzen eben nicht - bzw. sind jederzeit bereit, sie zu überschreiten, sobald sich auch nur der kleinste Auslöser zeigt. Diese Tendenz habe ich schon oft gerade bei manchen Hütehundrassen sowie einigen Terriern beobachtet. Was ja beides bei aller sonstigen Verschiedenheit Hundetypen sind, die gezielt darauf selektiert wurden, in ihrem Bereich hoch reaktiv zu sein und dabei auch über ihre Grenzen zu gehen.

 

So gesehen ist das natürlich schon ein menschengemachtes Problem, aber nicht unbedingt, zumindest lange nicht nur, durch den Halter. Sondern eben durch eine lange Zuchtauswahl, die genau diese Eigenschaften gefestigt hat.

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Wir haben Jannis vor ein paar Wochen nochmal sicherheitshalber ohne Anlass beim TA durchchecken lassen. Ihm fehlt buchstäblich nichts und kardiologisch ist er auch topfit. Auf ein Blutbild haben wir allerdings verzichtet, weil, wie gesagt, keinerlei Symptome auf irgendetwas hinweist.

 

Ich sehe den Sinn eines geriatrischen Blutbilds gerade darin, eventuelle Probleme zu erkennen, bevor Symptome sichtbat sind. Aus meiner Sicht ist das an der falschen Stelle gespart. Viele gehen erst zum Tierarzt, wenn das Tier krank oder erschöpft wirken.

 

Zur Eingangsfrage, ich denke, von wenigen Ausnahmen  abgesehen, kennen  Hunde ihre physischen Grenzen nicht und nicht jeder Besitzer reagiert richtig.

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Ich denke, das kommt auf den Hund an und auch, wie er von klein auf gehalten wird.

Sehr niedrige Reizschwelle - eigenständiges Wesen - hohe Motivation bezüglich Beutefangverhalten oder auch andere angezüchteten Spezialisten, die haben blitzschnell Adrenalin im Blut und was das macht, wissen wir ja. 

Mein Schäferhovimix lief mit kürzlich gerissenem Kreuzband auf drei Beinen einem Hasen hinterher......

 

Laika lief , als ich sie bekam, blutend weiter hinter Rehen her, obwohl sie sich im Stacheldrahtzaun bereits blutige Wunden zugefügt hatte....

 

Nicky wurde letztens plötzlich von Nachbarskatze ausgelöst, als er vom Balkon runterschaute und sie auf die Trennwand zwischen der Reihenhäuser sprang, quasi in dem Moment direkt auf ihn zu - und er machte einen Satz über das Geländer, den ich gerade noch zufällig verhindern konnte, weil ich direkt daneben stand. Der meint, er kann fliegen? Der nahm in dem Moment die Tiefe nicht wahr.

 

Snoopy war ein Hund, den man einfach in Ruhe lassen musste, dann konnte er ruhen. Hätte man den gepusht, hätte er sich tot gearbeitet für seinen Menschen.

 

Nicky ist zuhause, ohne Auslöser ein total ruhiger Hund geworden. War er anfangs nicht, also vieles von seiner Unruhe war erlerntes Verhalten. Dennoch würde er zB im reaktiven Jagdmodus über seine Grenzen hinaus hetzen und dabei auch vollkommen unsinnige Dinge tun, die er im noch "bewußten" Zustand nicht überschreiten würde, weil er sich selbst dann noch spüren kann. Zuviel Adrenalin im Blut: Hirn aus.

 

Wohnt nun ein leicht auslösbarer Hund dann auch noch in einem sehr unruhigen Umfeld, das viele Auslöser bietet und zeigt man dem Hund nicht, wie er damit umgehen soll, dann ist die Gefahr groß, dass seine selbstgewählte Umgangsweise damit Äkschn ist und da gehen so einige tatsächlich über ihre Grenzen hinaus. Äkschn ist schließlich 

eng an angenehme Empfindungen gekoppelt...

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Meine kennen ihre Grenzen.

Sammy reagiert ja leider sehr empfindlich auf wärmere Temperaturen.

Der legt sich in den Schatten, wenn ich Länge, Sonneneinstrahlung, Wasserbedarf falsch eingeschätzt habe und geht erst weiter, wenn die Atmung ruhiger wird.

Maya hat sich glaube ich noch nie so verausgabt, dass sie körperlich nicht mehr konnte. Aber wenns ihr zu trubelig ist, nimmt sie sich raus, indem sie Körperkontakt zu mir sucht und pennt.

Selbst Benny kann das mittlerweile hervorragend. Wenn der Akku leer ist, krabbelt er zu mir auf den Schoß und pennt. Ziemlich egal, was da außen rum noch so los ist.

Sich selbst nicht zurück nehmen zu können kenne ich auch eher von Hütern.

Oder aber von Hunden, die "Ruhe lernen mussten" als Welpen :so

So ein Hund kommt auf die Welt, das einzige was er kann ist fressen und pennen.

Und dann müssen Menschen ihm zeigen, dass er wann, wie und wo zu schlafen hat?

Ernsthaft?

Wobei ich auch noch keinen Border oder altdeutschen Hüter kennen gelernt habe, der in der Wohnung/dem Haus ständig irgendwas gefordert hat.

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Sich selbst nicht zurück nehmen zu können kenne ich auch eher von Hütern.

Oder aber von Hunden, die "Ruhe lernen mussten" als Welpen :so

 

Da sprichst Du etwas an, was ich mir im Bezug auf Nicky oft schon gedacht habe. Er war ja nachts und auch tagsüber bei Abwesenheit seiner Menschen und auch, wenn er störte, wenn andere Kinder zu Besuch waren,11 Monate lang in der Box eingesperrt und teils im Garten angeleint.

Der konnte  nie selbständig kennenlernen, wie er sich gerade "fühlt" und sich selbst danach richten - Äkschn war nur möglich , wenn nicht eingesperrt und nicht dann, wenn er selbst das Bedürfnis dazu hatte. Im Gegenteil, er musste das lange Zeit unterdrücken und wenn dann mal losgelassen, dann schlug er über die Stränge.

Und dabei war sein Umfeld mit drei kleinen Kindern und geselligen Eltern ein ständiges Gewusel. Nicht eingesperrt oder angeleint, suchte er das Weite über den Zaun und ging selbständig jagen, was ihn zusätzlich noch pushte.

Wer weiß, wie der sich entwickelt hätte, wenn er immer am Geschehen teilnehmen hätte können und dabei gute Anleitung bekommen hätte?

 

Für Ruhe sorgen - also dass der Hund zur Ruhe kommen kann, zB indem man ihn am Ruheplatz in Ruhe lässt und nicht im Wachzustand ständig pusht, wäre in meinen Augen sinnvoll, aber ganz was anderes, als das, was oft empfohlen wird und wobei die Hunde aktiv zur Ruhe gezwungen werden, indem man sie in Boxen sperrt, anleint oder unter Kommando stellt.

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Bei was nicht? Er würde doch ohne Anlass nicht rennen bis zum Umfallen?

 

 

Es wird doch diesen Rassen inkl. Border und Co. nachgesagt das sie "bracken würdem bis sie tot umfallen"? So habe ich das auf jedenfall gelernt.

 

Mein Border Mix kennt seine Grenze hakb. Würde ich 4 Stunden Ballspielen würde er 4 Stunden Ballspielen bei 40 Grad ohne Wasser. Ab und an gibt er uns den Ball nicht mehr, dann steht er irgendwo mit Abstand und hechelt sich einen oder trinkt etwas (wir spielen nicht bei 40 Grad mit ihm stundenlang Ball, war ein Beispiel!) oder er legt sich hin, will man den Ball nehmen packt er ihn sich und rennt wieder weg. Er gibt ihn uns erst wieder wenn er will (da diese Pause meist höchstens 1 Minute beträgt, müssen wir regulierend eingreifen und den Hund ins Haus bringen. Dort kippt er dann auf die kalten Fliesen und pennt.

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Ich kriege bei Treffen mit der Familie von meinem Freund schon immer ne Krise.

Da gibt's zwei Mädels, mittlerweile 6 und 4 Jahre alt.

Denen wurde von Anfang an erzählt, dass sie nicht satt sein könnten. Dass es nicht sein könnte, dass sie ohne Jacke nicht frieren. Dass sie jetzt aber Durst haben müssen usw.

Ganz ehrlich: wie soll selbst ein Mensch ein eigenständiges Selbstempfinden bekommen, wenn ihm von klein auf gesagt wurde, dass das, was der Körper dem Hirn signalisiert komplett falsch ist?

Und so ist das mit Hunden auch...

Immer wenn ich von deinem Nicky lese, hab ich meinen Benny vor Augen, Duo :yes:

Der war allerdings 24 Stunden täglich draußen angebunden.

Als der zu mir kam, kannte der nur eins: jede Minute, die er sich bewegen konnte keinesfalls ungenutzt verstreichen zu lassen.

Nach einigen Wochen fiel der Groschen dann. Pennen ist toll :)

Ordentlich aufdrehen kann der Purzel immer noch. Aber nicht mehr so, dass ich Angst haben muss, dass er gleich umfällt...

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Naja, nun... auch angezüchtet bleibt menschliche Schuld.

 

Die meisten "gestressten" Hunde die nicht zur Ruhe kamen und die ich erlebt haben, aber ständig kontrollierte, regulierte, dosierte.

Hunde denen alles vordiktiert wurde. Wann sie wo gefälligst müde sein zu sollen, wo sie zur Ruhe kommen müssen usw.

Die, statt sich mal richtig durch Bewegung den Stress wegzurennen, am besten noch umarmt wurde zum ruhig halten. (überspitzt gesagt)

Wenn die mal die Chance hatten, wirklich sie selbst zu sein - sind die natürlich abgedreht und natürlich waren die dann nicht ansprechbar.

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Ich glaube auch, dass es vom Hund abhängt. Kimba geriet beim Jagen in einen Rausch, dass sie nichts mehr spürte. Waren wir am Strand, zog sie sich auch dort nicht von selbst zurück, sondern ging ewig die Büsche ab um zu gucken, ob da irgendwas Jagbares drin hockt. 

 

Emma zieht sich von selbst zurück und hört auch auf, wenn ihre Kräfte nachlassen. Aber, sie lässt sich durchaus hochputschen, das ich allerdings nicht mache. Letztens hat meine Tochter dauernd Steine ins Meer geworfen und Emma ist wie eine Irre jedesmal ins Wasser gesprungen, um den Stein zu suchen. Das habe ich unterbrochen, denn sie stand da schon zitternd und völlig aus der Puste, als ich das mitbekam. 

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