Jump to content
Hundeforum Der Hund
Gast

Auswirkungen verschiedener Erziehungsformen

Empfohlene Beiträge

Aber wie gehst du mit solchen Verhaltensweisen um, die für den Hund und sein Wesen völlig normal und angemessen sind, aber uns /unsere Mitmenschen stören? Aber so tief im Hund verankert sind, dass sie nicht mit Training umlenkbar sind?

Das könnte ich Dir nur sagen, wenn ich es selbst erleben würde und ganz detailliert nachfragen könnte. Vielleicht hätte ich da eine oder mehrere Ideen, vielleicht auch nicht.

Meine Erfahrung zeigt, dass vieles möglich ist, was man nicht für möglich hielt.

Am Beispiel vom Nicky: Extrem Jagdjunkie. Man könnte sagen, sein Seeking-System war lange Zeit ausschließlich im Bezug auf Jagdbares angetrieben. Inzwischen kann der flüchtenden Rehen hinterherschauen, ohne Laut zu geben, ohne schreiend in der Leine zu hängen. Sogar Hoppelhasen anzeigen und weiter gehen, ohne nachzugehen, ohne dass ich ihn stoppe. Noch nicht immer zuverlässig, aber es wird stetig zuverlässiger. Und in dem war/ist das tiiieeeeef verankert, das kann ich versichern.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Was ist daran schlimm?

Julchen läuft meist hinter mir her,  weil sie gern trödelt, an Mauselöcher, Grasbüschel usw  schnuppert und das dauert halt manchmal länger.

Was habe ich von so einem Spaziergang? Ich lauf halt dann gemütlich mit, obwohl ich gern schneller laufen würde, hänge meinen Gedanken nach, ist sehr entspannend. Aber zum schnelleren laufen hab ich meinen Tommy, mit dem NW oder jogge ich dann alleine.

Was hat mein Hund davon? Sie ist zufrieden, weil sie in Ruhe ihre Zeitung lesen darf. Ich würde sie hemmen, wenn ich sie ständig weiterziehen oder vor mir hertreiben würde.

Manchmal nehme ich sie auch bewusst hinter mich zu ihrer Sicherheit, wenn fremde Hunde, Jogger, Traktoren oder so entgegenkommen.

Julchen, das von Dir beschriebene Hinterherlaufen kommt doch vom Hund selbständig, oder? 

Das wurde nicht durch Hemmen hervorgerufen?

Du schreibst richtig, dass es bei ihr Hemmen wäre, wenn Du sie nach vorne zwingen würdest. Und genau DAS ist das wesentiche. 

Was tut der Hund GERNE von sich aus.

Meine Ömmi läuft die meiste Zeit, seit sie taub ist, auch gemütlich hinten und befasst sich da ungezwungen, unbefangen mit den Dingen, die sie interessieren. Von hinten ist sie sicher, dass sie uns nicht aus dem Blick verliert. Sie kann aber durchaus vorne weg laufen und zB gemeinsam mit Nicky nach Mäuselöchern suchen und dabei rumgalloppieren, wie ne Junge. 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Meine Hunde laufen fast immer frei.

Kissy ist ein Hund, der am liebsten hinterhertrottet. Ich habe mich daran erst gewöhnen müssen, denn ich sehe meine Hunde und das, was sie tun, lieber. Sie hat etwas am Halsband, was scheppert und so höre ich sie wenigstens.

Sie hat das auch nicht von der vorigen Halterin, denn da war sie nie von der Leine.

Ich denke, sie will von hinten her alles im Blick haben.

Ich habe das nie in dieser Form verlangt, sie tut es freiwillig. Bei mir heisst es nur "zurück", wenn freilaufende Hunde kommen, die ich nicht einschätzen kann. Und dann gilt das meist nur für Phoebe, die immer vorneweg läuft.

Phoebe könnte ich nie dazu bringen, immer hinter mir zu laufen, da müsste ich alle paar Sekunden ihr etwas befehlen, wo soll da der Sinn sein.

Seit sie aber nicht mehr selbst sich mit fremden Hunden konfrontiert sieht, weil sie dann hinter mir oder an der abgewandten Seite ist, bellt sie sehr viel weniger die fremden Hunde an.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Julchen, das von Dir beschriebene Hinterherlaufen kommt doch vom Hund selbständig, oder? 

Das wurde nicht durch Hemmen hervorgerufen?

Du schreibst richtig, dass es bei ihr Hemmen wäre, wenn Du sie nach vorne zwingen würdest. Und genau DAS ist das wesentiche. 

Was tut der Hund GERNE von sich aus.

Meine Ömmi läuft die meiste Zeit, seit sie taub ist, auch gemütlich hinten und befasst sich da ungezwungen, unbefangen mit den Dingen, die sie interessieren. Von hinten ist sie sicher, dass sie uns nicht aus dem Blick verliert. Sie kann aber durchaus vorne weg laufen und zB gemeinsam mit Nicky nach Mäuselöchern suchen und dabei rumgalloppieren, wie ne Junge. 

Ja sicher, das macht sie von sich aus und gerne, sie ist da eine Trödeltante und für mich ist das ok. Aber manchmal ist sie auch vorne weg. Ich bezog mich auf das "ich finde nichts schlimmer als einen gesunden Hund der ständig hinter einem lauft". Es gibt eben die gesunden Hunde, die gerne hinter einem herlaufen.

Und ich habe ja auch geschrieben, dassich sie manchmal hinter mir halte in bestimmten Situationen.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Es kommt wohl auch wirklich sehr darauf an, was man anstrebt. Mit meinem Krümel habe ich einen Hund, der von seiner Grundstruktur hoch reaktiv und wenig gehemmt ist, umgekehrt in seiner Welpenzeit von der Züchterin mit extremer Hemmung großgezogen wurde - und an diesem Zwiespalt extrem gelitten hat. Und das behaupte ich nicht nur aus einer Spekulation heraus, denn er gehört zu denen, die ihr Befinden auch sehr schnell und massiv in gesundheitlicher Hinsicht zeigen. Klar, das ist in dieser Heftigkeit nicht der Normalfall; aber gerade dadurch auch geeignet, vieles sichtbar zu machen, was andere Hunde durch Kompensation verbergen.

 

Bei ihm hat das, was mit meinen anderen Hunden so völlig selbstverständlich lief, harte Arbeit gekostet. Um so mehr freue ich mich, wie wir mittlerweile sogar draußen in unserer nicht ganz einfachen Umwelt unterwegs sein können. Der Krümel läuft vor oder hinter mir, wie es ihm gerade angenehm ist - in seinem Fall meist am liebsten vor, mittlerweile auch oft neben mir. Menschen irritieren ihn nur noch in begründeten Ausnahmefällen. Bei Hunden können wir ohne großen Stress die Straßenseite wechseln, sind diese gelassen ist auch das manchmal gar nicht mehr nötig. Der Sperrmüll hat schon lange seinen Schrecken verloren. Ja, das alles hat etwas länger gedauert als 15 Minuten oder eine Stunde. Dafür liegt sein letzter Krampfanfall aber auch schon ewig zurück, die Haut sieht gut aus, es treten nur ganz selten mal Blockaden in den Gelenken auf. Ich genieße das Vertrauen, das er mir mittlerweile entgegen bringt, hab mich gerade diese Woche gefreut wie ein Schneekönig dass ich ihm eine kleine Zahnsteinkruste am Eckzahn mal einfach so und ganz entsptannt mit dem Daumennagel wegknipsen konnte - bei einem Hund, für den es dank hemmender Erziehung als Welpe nichts gruseligeres gab als wenn man die Hand nach ihm ausgestreckt hat...

 

Das ist jedenfalls die Auswirkung unserer Erziehungsform.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Generell stimme ich dir zu. Vor einer Weile sah ich mal ein Video auf facebook, wo ein Mann mit fünf oder sechs Schäferhunden ohne Leine durch New York oder eine ähnlich große US-Stadt lief. Die Hunde nebeneinander schön zwei Schritte hinter ihm.

Darüber dann "Das ist Gehorsam". Das video war gruselig! Wenn es das ist, was du im Geiste oder life bei den Hunden die hinten laufen sollen (aufgrund einer Trainer-Anleitung), dann kann ich dich voll und ganz verstehen.

 

Nein, die Hunde waren nicht irgendwie massiv devot in der Körpersprache, aber sie achteten auf jeden Fingerzeig des Halters, standen quasi unter Dauerspannung. "Was kommt jetzt? Was will er jetzt? Oh, bin ich noch in Reih und Glied?"

 

Bei einigen Hunden konnte man sehen, dass es sie förmlich nach vorne zog, sie sich aber dauerhaft hinten hielten - sozusagen mit eiserner Disziplin. Wie gesagt - gruselig! Gerne hätte ich alternativ dazu ein Video von meinem Hund gezeigt, der (auch im Freilauf) mehr oder weniger macht was er will und TROTZDEM ganz "bei mir" ist. Hab aber keins :P

Ich schau mal, ob ich es wiederfinde das gruselige Video.

 

 

 

Stressfrei sind die Hunde dadurch jedoch nicht. Nur nach außen hin wird das vom Hund nicht mehr durch den Menschen in Stress versetzende Verhaltensweisen gezeigt. Stressfrei für den Menschen : Ja.

 

Das hingegen finde ich etwas zu einseitig. Das wäre so als wenn ich sage, "Hunde die mit Belohnungen trainiert werden sind nur auf den Leckerlibeutel fixiert".

 

Sicher kann das sein - Butch zB ist so ein "Leckerli-Gaffer". Higgins und Lemmy nehmen die Kekse super gerne, aber wenn es gerade keine im Angebot gibt, dann machen sie eben ihr Ding. Bei Butch reicht nur die Hand in der Hosentasche, um uns nicht aus den Augen zu lassen. (Klar kommt da auch manchmal ein Keks - aber eben auch sehr oft nicht! Die Unterscheidung fällt ihm aber schwer ;) )

 

Sicher kann es also sein, dass man durch Hemmen eines Verhaltens den Hund nur um Ausdruck seines Stresses hemmt. Wie beispielsweise wenn man einem Hund das Knurren verbietet: dadurch ist der Hund nicht freundlicher oder zufriedener! Er knurrt nur nicht, das ist alles.

 

ABER: es kann auch sein, dass man einem Hund verbietet/in darin hemmt, laut krakeelend nach vorne zu stürmen sobald er irgendwas bewegliches sieht - erstmal nur tatsächliches Hemmen der Handlung. Je nach Hund kann dies tatsächlich schon dazu führen (da bin ich ziemlich sicher), dass er merkt "Oh... auch mal nett, nichts sagen zu müssen" bzw "Oh... das Fahrrad fährt auch an uns vorbei wenn ich nichts sage. Cool."

 

Nein, sicherlich nicht in genau diesen Worten. Aber wenn ein Hund in der Lage ist, zu "denken" dass sein Bellen den Postboten vertreibt, dann kann er genauso in der Lage sein zu "bemerken", dass der Postbote auch geht, wenn Hund NICHT bellt.

 

 

Nun ist natürlich nicht jeder Hund sofort dazu in der Lage, so einen Rückschluss zu ziehen, und auch nicht in 15 Minuten. Vielleicht manche - ja, doch, das glaube ich schon. Aber GENERELL würde ich es niemals bei einem schlichten Verbot belassen.

Irgendwas muss danach kommen. Sei es ein Alternativ-Verhalten dass man dem Hund zeigt (und das ihn bis in die Tiefe entstresst), oder auch nur ruhiges Stehenbleiben und beobachten (außerhalb der individuellen Reizschwelle). 

 

Was das hinten.laufen angeht: Lemmy ist kreuz-unglücklich hinten, bzw war dies noch vor Jahren. Ich kann ihn kurz (!) hinter mich bringen, aber nicht auf Dauer - das wäre für ihn mit Dauer-Hemmen verbunden. Mag ich nicht, mag er nicht - haben wir sofort wieder abgestellt. Und stattdessen längere Leinen besorgt, so dass er einen für ihn angenehmen Abstand zu mir haben kann. die Standard-2m-Leinen sind einfach zu kurz für ihn, es sei denn man nimmt die kompletten 2m ausgestreckt (und das ist doof für diesen individuelllen Menschen ;) )

 

Inzwischen ist er aber alt, und bleibt oft von sich aus hinter mir. Vielleicht weil er nicht mehr gut hört und mich so besser im Blick hat, vielleicht weil er sich da sicherer fühlt - wer weiß. Er geht auch oft vorweg - aber besonders in Straßengebieten klebt er mir neuerdings von sich aus - ohne dass ich es je verlangt habe - wie ein Schatten an meinem Bein, so dass ich ihn manchmal gar nicht  sehe wenn ich mich umdrehe (weil er direkt an meiner Wade bleibt).

 

Ich finde es einerseits natürlich für mich angenehmer, wenn ich den Hund sehen kann. Andererseits - wenn er sich dort wohler fühlt, warum sollte er da nicht gehen. Vielleicht vertraut er inzwischen darauf, dass ich schon mit den Dingen fertig werde, die da kommen.

 

wenn wir losgehen allerdings (Start immer an der Leine) ist er immer vorweg. Meist freudig-aufgeregt bellend :P

 

segugiospinone: naja. Aber manch einer bekommt mit seinem Hund ein Überraschungsei. Woher soll man wissen, das zB sein Mischling zum lauten Verbellen von bösen Mülleimern neigt, bevor man den Hund in dieser Situation erlebt hat? Gibt man ihn dann wieder weg? Zurück in Tierheim? Wohl nicht, denke ich mal. (mal agesehen davon, dass gerne Menschen einem den netten Labrador-Mischling versprechen in den Anzeigen, und man sich wundert warum der Hund nicht aufhört zu wachsen - bis einem die anderen Leute erklären, dass man wohl eher einen Maremanno hat als nen Labbi... :Oo )

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Nein, die Hunde waren nicht irgendwie massiv devot in der Körpersprache, aber sie achteten auf jeden Fingerzeig des Halters, standen quasi unter Dauerspannung. "Was kommt jetzt? Was will er jetzt? Oh, bin ich noch in Reih und Glied?"  
Mindestens einer der Hunde trägt ein Stromhalsband.  

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Hab vor ein paar Tagen auch mal einen Teil unseres Spaziergangs gefilmt. Bin gespannt, ob ich verrissen werde. :)

Ich finde meine Hunde für mich perfekt..ich genieße die Spaziergänge sehr. 

 

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

segugiospinone: naja. Aber manch einer bekommt mit seinem Hund ein Überraschungsei. Woher soll man wissen, das zB sein Mischling zum lauten Verbellen von bösen Mülleimern neigt, bevor man den Hund in dieser Situation erlebt hat? Gibt man ihn dann wieder weg? Zurück in Tierheim? Wohl nicht, denke ich mal. (mal agesehen davon, dass gerne Menschen einem den netten Labrador-Mischling versprechen in den Anzeigen, und man sich wundert warum der Hund nicht aufhört zu wachsen - bis einem die anderen Leute erklären, dass man wohl eher einen Maremanno hat als nen Labbi... :Oo )

 

Lustig, genau das wurde mir letztes Wochenende erzählt. Familie holt Retriever als Familienhund ins Haus und stellt dann fest, dass es sich um einen Maremmano handelt (steht auch so im Pass *g*). Da geht man halt erst mal weniger aufregende Wege außerhalb. Das Training ist dann oft steinig und man verzweifelt sicher auch das eine oder andere Mal, aber wenn man schon überfordert ist, weil der Hund unerwartet eine Mülltonne anbellt, hätte man vielleicht doch keinen Mischling gar unbekannter Herkunft holen sollen. Und es mag auch Familien geben, die den Hund dann wieder abgeben. Hält man jedoch durch, investiert Zeit, Nerven und teils auch Geld in einen guten Trainer, dann klappt das zumeist auch mit dem gemeinsamen Leben.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Erstelle ganz einfach ein Benutzerkonto

Du musst ein Benutzerkonto haben, um Beiträge verfassen zu können

Registrieren

Deine Hunde Community

Benutzerkonto erstellen

Du hast ein Benutzerkonto?

Melde Dich an

Anmelden

×
×
  • Neu erstellen...