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Hundeforum Der Hund
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Bindung zum Hund

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Hallo ihr lieben :winken:

 

nachdem ich in einigen Threads etwas herumgestöbert habe, war immer wieder die Rede von der Bindung zum Hund und das Vertrauen, was dir der Hund entgegen bringt.

Und da kam mir die Frage auf: Woran erkenne ich genau ob meine Bindung zum Hund optimal ist und ob er mir wirklich vertraut?

Ich würde behaupten, das mein Sam und ich eine sehr starke Bindung haben. Er ist stark auf mich fixiert. Wenn jemand anderes mit ihm an der Leine laufen will, dreht er sich immer wieder nach mir um.

Auch wenn er ohne Leine vor mir läuft, guckt er immer ob ich noch in der Nähe bin. Wenn er mal alleine zu Hause war und ich wieder komme, ist es eine reine Freudenexplosion :lol:

Wenn mal ein Hund auf ihn zukommt, der nicht unbedingt nur freundlich gesinnt ist, sucht er bei mir Schutz und ich versuche auch, so gut es geht den anderen Hund abzublocken. Solche Situationen hatten wir bisher zum

Glück nur sehr wenig und jetzt auch schon super lange nicht mehr. Wenn er in einer Situation unsicher ist, weil sie für für ihn unbekannt ist, schaut er auch immer nach mir, wie ich drauf bin und reagiere. Wenn er merkt, ich bin

entspannt, entspannt er sich sichtlich auch viel mehr.

 

Reicht das schon aus, um sagen zu können "ja mein Hund vertraut mir" ? Womit macht mir der Hund klar, dass er mir vertraut?

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Nur kurz, da ich eigentlich arbeite *hust*

 

Ich mache das nicht nur an den von dir beschriebenen Beispielen fest - aber natürlich auch.

 

Ein Hund kann mir vertrauen, aber sich dennoch mit einer anderen Person verbundener fühlen. So hatten wir mit dem Lucky. Für den war ich den ganzen Tag zuständig und er hat mir natürlich auch vertraut. Aber: Die Bindung zwischen Lucky und meinem Mann war wesentlich stärker, als zwischen Lucky und mir. 

Bei Emma ist es umgekehrt. Da haben wir - Emma und ich - die wesentlich stärkere Bindung. 

 

Also, in Sachen Bindung: Zu wem fühlt sich der Hund mehr hingezogen? Mit wem fühlt er sich mehr verbunden?

 

Anderes Beispiel dazu: Mein Nachbar hat drei Hunde und einer davon kommt direkt zu mir, geht auch mit spazieren, wenn er kann und darf. Sein Herrchen ist dann komplett abgeschrieben. Der Nachbar sagt auch selbst, dass sich dieser Hund zu mir viel mehr hingezogen fühlt, als zu ihm. 

 

Eine Bindung haben die zwei natürlich trotzdem, nur wäre die wahrscheinlich stärker, wäre der Hund meiner. 

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Bindung kann für mich aber auch bedeuten, dass ein Hund fröhlich und sorglos zu anderen geht, gerade weil er weiss, dass er einen sicheren Hafen hat.

Einfach zu sagen ein Hund habd eine schlechte Bindung, weil er sich zb zurückzieht wenn er Angst hat und nicht zum Halter geht, ist für mich zu simpel.

Ich denke die Arten der Binfung sind sehr verschieden, abhängig von Hund und Hundehalter.

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Inzwischen untersucht man an Hunden das Bindungsverhalten schon genauer und hat festgestellt, dass es in vielen Bereichen ähnlich dem von Kindern ist. Dazu gibts einige interessante Infos.

 

hundemagazin.ch/beziehung-und-bindung-nichts-ist-umsonst-14/    sind insgesamt 4 Teile, kann man unten weiter blättern

 

https://www.ph-freiburg.de/fileadmin/dateien/fakultaet3/gesundheitspaedagogik/Kongress/Schöberl.pdf

 

http://www.sitzplatzfuss.com/wp-content/uploads/2012/12/SPF_1_Beziehung.pdf

 

Die Frage nach dem Vertrauen ist schwierig zu beantworten. Es gibt soviele unterschiedliche Hinweise darauf und auch Verhaltensweisen, die einen meinen lassen, der Hund vertraut mir - oder auch nicht - obwohl er einfach nur erlerntes, ankonditioniertes Verhalten zeigt, das einen auf Vertrauen oder auchnicht schließen läßt.

 

Ich finde zudem, dass man nicht nur den Focus auf das "vertraut mir" legen sollte, sondern ebenso darauf: "inwieweit vertraut sich der Hund selbst, wieviel Kompetenzen hat er selbst, wie kann ich ihn darin fördern, dass er souverän, im Vertrauen auf sich, auch ohne mich schwierige Situationen für alle Beteiligten befriedigend lösen kann

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Puuh, schwieriges Thema, da ich so manchen Halter von (s)einer engen Bindung zu seinem Vierbeiner habe

schwärmen sehen, die ich persönlich für eine nicht wirklich wünschenswerte Abhänngigkeit gehalten habe.

 

Ich meine, jeder kennt so Geschichten in denen nur ein einziger, mit einer unvergleichlichen Begabung gesegneter,

Mensch mit dem ach so gefährlichen Rex-Eduard-Fifi klar kommt, der nämlich bei allen anderen Zweibeinern versucht

wenigstens zwei-drei komplette Gliedmaßen abzureißen, aber ich selbst möchte eigentlich eher,

dass mein Hund sich auch von anderen Leuten weitestgehend unfallrei händeln lässt.

 

Eine gute Bindung ist sicher wünschenswert, und die bekommt man durch fairen Umgang und ein abwechslungsreiches

Hundeleben prima hin.

Aber auf diese "ich-bewundere-und-brauche-meinen-Menschen-ganz-furchtbar-dringend-Sache" stehe ich nicht.

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Ich sehe bei meinem Hund seine gute Bindung zu mir, wenn meine Mutter (dort ist er den ganzen Tag ich hole ihn dann abends ab) beim Spazieren gehen in eine andere Richtung läuft als ich. Überlegt er schaut sich die Situation an und folgt mir. Obwohl sein Hunderudel mit meiner Mutter läuft.

Ich denke, wenn der Hund gut hört Rückruf etc. ist das auch ein Zeichen guter Bindung. Wenn wir laufen und etwas ist meinem Hund nicht geheuer z.B. ein dunkler Tunnel wartet er bis ich vorgehe und kommt erst dann nach. Bestimmt gibt es noch mehr Beispiele

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Was ich auch wichtig finde ist nicht alleine die "Bindung" zu mir, sondern dass der Hund bindungsfähig ist oder auch zuvor gemachte Erfahrungen, die diese Fähigkeit eingeschränkt haben, überwinden lernen und wieder bindungsfähig werden kann.

 

Sehe das wie KäptnKörk: Bindung sollte nicht mit Abhängigkeit verwechselt werden.

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Ich denke auch, dass Bindung sehr komplex ist.

Macht man es an den üblichen Kriterien fest, ist Olivers Bindung an mich nicht umwerfend:

Ich könnte beim Spaziergang sehr wohl gelegentlich mal verschwinden, ohne dass er es gleich bemerkt, er hat mich nicht immer im Blick.

Wenn ich jemand anderes die Leine gebe, geht er mit demjenigen mit, guckt sich nicht dauernd um und will zurück.

Wenn er sich unsicher bezüglich eines anderen Hundes fühlt, "freezt" er, rennt nicht zu mir.

Wenn er mal bei jemand anderes ist und ich ihn abhole, freut er sich, aber nicht wie irre.

Das sind für mich aber alles keine schlechten Anzeichen. Er vertraut halt drauf, dass ich nicht weglaufe, wenn er intensiv mit was anderem beschäftigt ist, sondern auf ihn warte oder ihm sage, wenn ich gehe.

Er vertraut drauf, dass ich die Leine nur jemandem gebe, mit dem er bedenkenlos mitgehen kann.

Wenn er "freezt", vertraut er drauf, dass ich ihm aus der Klemme helfe und ihm einen geordneten Rückzug ermögliche. Wenn er bei jemand anderes ist, fühlt er sich wohl und meine Rückkehr ist selbstverständlich, kein Anlass zum Ausrasten.

So meine Interpretation, die vielleicht auch nur schönreden ist :)

Wo ich manchmal merke, dass da mehr ist, als bei manch anderem Halter/Hund-Gespann... wenn es "drauf ankommt".

Neulich waren wir am Fluss und mussten ein kleines Stück Felsen hoch klettern. Oliver kann nicht klettern, er ist schwer und plump. An einer Stelle hätte er von einem sehr schmalen Grat hoch springen müssen, ein Border hätte das locker gekonnt, der hat aber auch nicht Pfoten wie Bratpfannen und wiegt 10 kg weniger. Also dachte ich, Mist, müssen wir wohl umdrehen (auch etwas schwierig an der Stelle), da quetscht Oliver sich auf diesen kleinen Grat, stellt die Pfoten an den Fels und wartet, dass ich ihn von hinten hochschiebe. Das haben wir noch nie gemacht, völlig neue Kooperation für uns. Ich habe kurz gezögert, ob wir das schaffen, er hat mir einen Blick zugeworfen alà "mach schon!", also haben wir das so gemacht, wie er vorgeschlagen hat (und sind nicht abgerutscht, zum Glück).

Wenn er verletzt ist, zeigt er es an, kommt zu mir und lässt sich verarzten. Wundversorgung lässt er sich nicht nur gefallen, es scheint, als wisse er, dass ich ihm helfe, auch wenn es weh tut.

Als die Situation im Flugzeug war, hat er sich bei meiner Ankunft sichtlich erleichtert gefühlt und versucht, zu kooperieren, auf meine Anweisungen zu reagieren. Hat trotz seiner Angst den Sprung auf die Rampe gewagt.

Also, das sind so Situationen, wo ich denke: cool, wir sind ein gutes Team.

Wenn er mich mal ausblendet, weil das Spiel gerade so lustig ist, nehme ich das nicht persönlich ... ich bin ja auch manchmal in ein Buch / Film / Computer versunken und er muss quasi mit dem Zaunpfahl winken :D

Bei anderen Hund/Mensch Kombis kann die Bindung sich ganz anders zeigen, ich würde das nicht an einzelnen Kriterien fest machen, irgendwie ist es ein Gesamtbild.

Was ich schon ein gutes Zeichen finde, ist wenn der Hund seine Angst (also vielleicht die, sich anzufassen zu lassen oder auch nur die vor der Mülltonne) quasi "dirzuliebe" überwindet. Nicht, wenn er keine Angst hat, sondern wenn er sich überwindet, Dir/Deinem Vorschlag trotzdem zu folgen.

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Bindung kann für mich aber auch bedeuten, dass ein Hund fröhlich und sorglos zu anderen geht, gerade weil er weiss, dass er einen sicheren Hafen hat.

Einfach zu sagen ein Hund habd eine schlechte Bindung, weil er sich zb zurückzieht wenn er Angst hat und nicht zum Halter geht, ist für mich zu simpel.

Ich denke die Arten der Binfung sind sehr verschieden, abhängig von Hund und Hundehalter.

 

Glaube, das war auf meinen Beitrag bezogen? Von Angst habe ich gar nicht geredet, auch nicht von schlechter Bindung - weder von Lucky noch vom Hund des Nachbarn.

 

Deinem ersten Satz stimme ich aber zu :)

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Danke für die vielen Antworten :)

Ich befürchte, Sam ist fast so, wie KäptnKörk es beschreibt. Ich habe es ihn aber nicht wirklich anerzogen. Es kam von anfang an von ihm aus. Sam war noch nicht lange bei mir, da hat er mich schon als "seinen Menschen" auserkoren.

Zu dem Zeitpunkt hatte ich noch mit meinem Ex-Freund und seiner Oma zusammen gewohnt und die zwei waren für ihn zwar auch ganz nett und hat sich über sie gefreut, es war jedoch kein Vergleich zu mir.

Selbst wenn wir im Garten waren und ich bin nochmal ins Haus, kam Sam auf kurz oder lang zu mir, obwohl die andern beiden auch noch draußen waren. Es ist kein Kontrollieren, er möchte einfach nur in meiner Nähe sein.

Sam ist einfach so ein Hund, der die Nähe seines Menschens (in dem Falle ich) unbändig genießt und braucht. Dennoch kann er wunderbar alleine bleiben. Er vertraut darauf und weiß, dass ich immer wieder komme.

Außerdem ist er sehr sensibel. Allein deshalb muss ich einige Situationen für ihn regeln, was für mich aber nicht schlimm ist. Bei Hundebegegnungen, schau ich immer erst wie Sam damit klar kommt, wenn ich merke, er hat ein Problem mit dem

Hund, regel ich das dementsprechend. Wobei er immer mit anderen Artgenossen klar kommt, aber wenn ein Hund zu quirlig und aufdringlich ist, mag er das nicht, lässt sich aber leider auch zu viel von anderen gefallen, also muss ich dafür einspringen.

Sam ist wie ich, er kann nicht "Nein" sagen :D

Wobei er natürlich auch andere Menschen gern hat. Er möchte an liebsten jeden Menschen begrüßen und ihm seine Freude feucht und schlabbernd entgegen bringen :lol: Somit freut er sich umso mehr, wenn jemand auch freundlich auf ihn reagiert und dann

auch noch krault. Sobald ich mich jedoch entfernen würde, würde er hinterher kommen.

Ansonsten darf er draußen sowieso immer Hund sein. Er darf sich gerne irgendwo rumwälzen (nur nicht unbedingt in scheiße :wacko: ). Auch wenn ich daneben stehe und das Gesicht verziehe und denke "or nee...muss das jetzt sein???" :D Er hat sichtlich Spaß

und dann freut mich das auch. Oder wenn er wie vorhin mit so viel Lebensfreude über die Felder rennt und hüpft und mich dann noch zum spielen annimiert. Das ist das schönste :wub:

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