Jump to content
Hundeforum Der Hund
Juline

"Lass das" - Hunde

Empfohlene Beiträge

Kürzlich traf ich dann eine Frau, auch mit einem Rüden. Wir kamen ins Gespräch und sie meinte dann, ihr Rüde sei jetzt 11, früher wäre er aber genauso gewesen. Hat mir ja irgendwie Hoffnung gemacht, dass in geschätzten vier Jahren dann doch noch eine Änderung bei Minos von statten geht. ;):D

 

Öh, nein :ph34r:  oder ich muss noch ein paar Jahre warten :rolleyes:

Ich finde es bei Butsch immer nur so interessant dass Mädels echt alles (!) mit ihm machen können, wohingegen Rüden die sich aufdringlich benehmen sofort eins

auf den Deckel bekommen.

Weiß ich, kann ich verhindern aber dass er da irgendwann mal tiefenentspannt sein wird, daran glaube ich nicht.

 

Edit: vorallem solange nicht, bis ich da nicht tiefenentspannt bin. <_<   Thread dazu folgt die Tage mal wenn die anderen Baustellen abgearbeitet sind.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Mich interessiert hier weniger das Lass-das an sich, sondern warum manche Hunde es öfter zeigen als andere. Oder warum manche Rassen es öfter zeigen.

Ich kenne Hunde, die neigen klar dazu, andere Hunde zu maßregeln. Anderen liegt das eher fern, die begegnen anderen Hunden freundlich, zurückhaltend, die mischen sich nicht ein und verbieten anderen nichts.

Wenn ich den direkten Vergleich ziehe zwischen ein paar Handvoll Hütehunden, Altdeutsche, zum Teil die Aussies, die Picards, die Cattles, die Briards und alle Wäller, die ich kenne, sehe ich, dass diese fast ausnahmslos dazu neigen, zu kontrollieren, zu maßregeln, Lass-das zu sagen, im Gegensatz dazu die "Familienhunde" /Begleithunde /Jagdhunde, denen  dieses Verhalten zumeist fern liegt. Die sind tolerant und friedliebend und gehen lieber, wenn`s ihnen stinkt. Die sagen erst Lass-das, wenn eine ihrer (zum Teil echt seeeehr weit dehnbaren) Grenzen überschritten wird, oder vielleicht mal bei Ressourcensachen.

Es sind nun also sowohl Herdengebrauchsrassen (nicht die kleinen Treiber wie Sheltie und Border und auch nicht die HSH) und die ganze Palette der sog.Gebrauchshunde, denen ich ein solches Verhalten am ehesten zutraue und auch am öftesten sehe. Daher denke ich, dass es einen Zusammenhang zu Schutzverhalten und ich nenne es mal Kontrollverhalten gibt. Und nicht zuletzt mit dem Streben nach (situativer) Dominanz und  im blödesten Fall Artgenossenunverträglichkeit.

 

So denke ich auch und ich frag mich, wie sind die in den Hund gekommen, was genau bezweckt die Lass-das-Kommunikation (schöner Ausdruck :) ) bzw. welche Vorteile bringt sie dem Hund bei der Ausübung seiner rassetypischen Aufgabe.

 

Es sind die vielen alltäglichen Situationen, in denen ein Hund den anderen maßregelt.

Tschuli zB kann es nicht leiden, wenn Gretel vor ihr läuft. Also wird sie schon beim Überholversuch verwarnt, tut sie es doch, kann es ein böses Knurrbellen oder einen Schnauzengriff geben  <_<

Oder: fremder Hund knurrt Tschuli an, Tschuli stürzt sich sofort drauf  <_<

Oder Ressourcensachen: Hund nähert sich unserem Auto oder mir oder meinem Fresskorb, Tschuli stellt sich quer, droht, stürzt sich drauf <_<

(zum Glück sind die meisten Verhaltensweisen Schnee von gestern, aber wachsam muss ich immer sein)

 

Juline, ich denke nicht dass die Lass-Das-Kommunikation in den Hund irgendwann später reingekommen sind und vorher nicht da war, sondern, umgekehrt, wie wurde sie bei manchen Hunden abgeschwächt oder bei manchen Hunden verstärkt. 

 

Für mich ist das grundsätzlich erstmal in allen Hunden in ausgewogenem sinnvollen Maß drin gewesen, beim Wolf sieht man es auch sehr deutlich. Und wie gesagt, es gibt dies bei allen soziallebenden Verbänden, so wie Aggression auch überlebenswichtig ist. 

 

Die Selektion auf bestimmte Verwendung hat dazu geführt, dass man mehr oder weniger Wert auf die Lass-Das-Kommunikation gelegt hat oder die mit ihr verbundenen Eigenschaften. Hier, und gerade in deinem Post, klingt ja auch an, dass man die Lass-Dass-kommunizierenden Hunde als aggressiv empfindet, die die es nicht oder weniger tun, als friedlich. Aber ist das wirklich so? Schaut euch Wölfe an. Die gelten mittlerweile ja Gottseidank als ausgesprochen sozial und fürsorglich, doch ihre Kommunikation ist sehr deutlich, wenn es um Lass-Das geht,(aber auch bei Versöhnlichkeit und Zuwendung) und diese dient gerade dazu, gefährliche Aggression zu vermeiden, also den Ernstkampf. 

 

Da wir Menschen aber wie hier ja auch rausklinkgt, Lass-Das als gefährlich einstufen, haben wir es geschafft, es den Hunden wegzuzüchten, und genau bei solchen Hunden kommt es dann auch zu Missverständnissen, denn die verstehen dann oft auch die Lass-Das-Kommunikation nicht mehr im subtilen Ansatz. 

 

Ebenso auch Rassen, wo das Lass-Das überdeutlich bzw. ohne große Abstufungen sehr direkt kommuniziert wird und für viele Hunde und Menschen sowieso dann zu bedrohlich rüber kommt. Aber diese Hunde sind eben Entscheider, die oft selbständig arbeiten sollen, die nicht aufgeben sollen, die dran bleiben sollen, sich nicht einschüchtern lassen dürfen etc.

 

Was mir wichtig ist, dass man Lass-Das nicht nur im Leftzenheben und ff. sieht, das geht schon viel früher los, mit einem Blick und Präsenz und da ist eben die Beschreibung von kareki auch erhellend, denn über den Blick wird eben schon sehr viel kommuniziert. 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Hallo zusammen!

Der Titel ist jetzt ein bissel doof, aber er trifft schon irgendwie den Nagel auf den Kopf.

Im anderen Thema ( http://www.polar-chat.de/hunde/topic/102352-auswirkungen-verschiedener-erziehungsformen/ ) erwähnte marcolino etwas, worüber ich gerne mehr wüsste, und damit es nicht das andere Thema stört, kopier es einfach mal hierher:

 

 

Darf ich hier bitte mal nachhaken, was du damit meinst (ich ahne es, da ich selbst ein solches Exemplar habe): genetisch determinierte Reaktionsnormen?

Was sind das für Hunde, die du ansprichst? Warum sind die so, wurde da ein Verhalten selektiert, wenn ja wozu?

____________

Es sind natürlich auch alle anderen angesprochen!

 

Nur mal auf diese Frage, bisher habe ich in diesem neuen Thread nicht gelesen (die Zeit ... :rolleyes: )

 

Auch wenn es nicht so beliebt ist … zu Beginn ein paar notwendige Definitionen:

Reaktionsnorm: artspezifischer Bereich im Verhalten gegenüber Auslösern oder Umweltfaktoren. (Aus: Wörterbuch zur Verhaltensbiologie, Gattermann)

z. B. Beute – Beutefangverhalten;  Wehrmotivation – Abwehrverhalten gegenüber als bedrohlich eingestuften Reizen (Auslösern), artspezifisch bezogen z.B. stark ausgeprägtes Merkmal bei Raubtieren;  Fluchtmotivation – Meideverhalten als Anwort auf Furchteinflössende Reize, artspezifisch bezogen z. B. sehr ausgeprägt bei Fluchttieren (Pferden als Beispiel)

 

Reaktionsnorm: Alle genetisch bedingten Ausprägungsformen eines Merkmals, die innerhalb einer gewissen Reaktionsbreite durch innere und Umwelteinflüsse gesteuert werden (aus: Kompaktlexikon der Biologie)

Damit ist die Bandbreite der Ausprägung aller möglichen Phänotypen EINES Genotypen gemeint.

Beispiel: ein Hund, der auf die Spezialisierung des Hütens (als Sequenz des Beutefangverhaltens) gezüchtet wurde, kann unter bestimmten Umweltbedingungen (Erfahrungen, Lernen) allen Objekten, ausgewählten Objekten, oder gar keinen Objekten gegenüber dieses Hüteverhalten zeigen.  Spezialisierungen erhöhen dabei die Motivation für diese Reaktionsnorm; die Intensität, mit der diese Spezialisierung dann auch tatsächlich gezeigt wird, ist aber maßgeblich von den Umweltfaktoren, also der Formung über Lernprozesse/Erfahrungen, abhängig.

Bei wenig ausgeprägter Spezialisierung (die Motivation zum Hüten ist wenig ausgeprägt) hat ein Verleiden (das Hüten wird keinem Objekt mehr gegenüber gezeigt) weniger Auswirkungen auf den gesamten Phänotyp, als bei einem Hund, der diese Spezialisierung stark ausgeprägt zeigt.

 

Anders ausgedrückt: Eine geringe Motivation zu unterdrücken und durch andere Motivationen, die dann größer sind zu ersetzen, ist leichter zu bewirken und birgt weniger Gefahren von psychischen Folgen (z. B. Verhaltensauffälligkeiten).

Eine starke Motivation zu unterdrücken, ist dagegen schon schwierig; sie durch andere Motivationen zu ersetzen, auch. Hier sind die Folgen einer Unterdrückung deutlich gravierender, eben auch „krankmachender“.

Das ist der Grund, weshalb man heute (eigentlich) davon spricht, MIT dem „Jagdverhalten“ eines Hundes zu gehen, statt dagegen zu arbeiten. (Jagd auf ausgewählte Objekte; z. B. Dummyarbeit, oder auch die Arbeit eines hochspezialisierten Jagdhundes in der Hand eines Jägers).

 

Manche Reaktionsnormen sind sehr eng gefasst, manche auch sehr weit.

 

Gerade Merkmale für Verhalten werden dabei von vielen und unterschiedlichen Komponenten beeinflusst, die sich gegenseitig summieren und damit das Zeigen einer Reaktionsnorm und auch dessen Intensität begünstigen und verstärken können.

 

Um der ganzen Theorie mal Futter zu geben:

 

Reaktionsnorm „Nach-Vorne-Gehen“

 

Wird durch folgende Komponenten beeinflusst (wobei ich keinen Anspruch auf Vollumfänglichkeit aller beteiligten Komponenten erhebe   ;)  )

 

-          Wehrmotivation: Die Wehrreaktion ist ein aggressives Abwehrverhalten und wird ursprünglich eingesetzt, wenn die Möglichkeit zur Flucht nicht gegeben ist. Die Motivation auf erhöhte Wehrreaktion wird bei bestimmten Hunderassen gezielt gezüchtet.

-          Aggressionsmotivation: Aggression ist ein Verhaltensmerkmal, welches in JEDEM Säugetier genetisch verankert ist. Auch hier können wir Menschen selektiv darauf züchten, in welcher Ausprägung eine aggressive Reaktionsnorm gezeigt wird. Meutehunde sollen aggressive Ausdrucksformen z. B. deutlich gemäßigter zeigen, als Hunde, die zu Wach- oder Schutzdienstzwecken genutzt werden sollen. Das findet seinen Ausdruck z. B. darin, dass manche Rassen schneller zu taktilen (körperlichen) aggressiven Reaktionen neigen.

-          Furchtdisposition: Ein äußerst zweischneidiges Schwert; einerseits führt Furchtlosigkeit schnell zu einem Vernachlässigen von möglichem Gefahrenpotential. Andererseits führt große Furcht zu schnellerem Abwehrverhalten (im Sinne von Panikverhalten) oder aber auch zu völliger Handlungsunfähigkeit(vor Furcht erstarren).

-          Neugierverhalten: Ist ein Erkundungsverhalten und kann als Gegenspieler (nicht Gegenteil!) von Furcht betrachtet werden. Neugier treibt nach Vorne, erhöhte Neugier treibt erhöht nach Vorne J

-          Körperbau und körperliche Verfassung: Schwer gebaute Hunde sind vielfach „träger“ (im Sinne von phlegmatischer) im Verhalten, leichter gebaute Hunde eher wenig „träge“. Dabei ist der Körperbau für die Bewegungsvorlieben von großer Bedeutung: Hunde mit einer stark gewinkelten, überaus starken, kraftübertragenden Hinterhand sind deutlich schneller in der Lage, blitzartige „Schnellstarts“ zu vollziehen, als Hunde mit weniger gewinkelter und weniger starker Hinterhand. Dabei ist auch die Funktion und die Ausprägung der Muskeln genetisch vorgegeben; manche Rassen haben eher weniger fest und stark ausgeprägte Muskeln, andere haben genetisch bedingt feste und stark ausgeprägte Muskulatur, teilweise auf einige Körperbereiche besonders ausgeprägt (Molosser z. B. in der Vorhand, Windhunde und viele Schäferartige in der Hinterhand).

Aber auch Umweltbedingungen spielen hier stark mit; so zeigen Hunde mit keinem Gramm zu viel auf den Rippen andere Bewegungsabläufe und Vorlieben als Hunde, die „zu gut gefüttert werden ;)

Als besonderes Beispiel: Hunde mit einer entsprechend konstituierten Hinterhand für ein blitzartiges Nach-Vorne-Gehen werden dies auch verstärkt in ihren Verhaltensweisen zeigen.

 

 

Wenn wir uns das Zusammenspiel dieser Merkmale mal genauer ansehen, dann ist bei einem Hund, auf den 2 oder mehr Merkmale in der entsprechenden Ausprägung zutreffen ein „Nach-Vorne-Gehen“ deutlich wahrscheinlicher.

 

Die Verbindung mit einer niedrigen Reizschwelle für das Auslösen von Wehrverhalten zeigt dann genauso einen „Lass-das-Hund“ wie die Verbindung mit einer niedrigen Reizschwelle für das Zeigen von Aggressionsverhalten.

Das wäre z. B. der Fall bei der Kombination von hoher Wehrmotivation, gepaart mit Furchtlosigkeit und einem Körperbau, der plötzliche Bewegungen nach Vorne bevorzugt einsetzt. 

Dabei ist die Kombination von niedriger Reizschwelle bei hoher Wehrmotivation und hoher Motivation für Aggressionsverhalten noch mit besonderer Brisanz verbunden.

 

Wenn man dann viel mit solchen Hunden zu tun hat (als Trainer z. B.), oder auch als einfacher Hundehalter eine Vorliebe für solche Hunde, dann ist die persönliche Erfahrungswelt deutlich geprägt von eben diesen Erfahrungen.

 

Daraus kann dann eine Verallgemeinerung resultieren, indem dies auf alle Hunde übertragen wird.

 

Eine besondere Bedeutung liegt hier bei den jeweiligen Reizschwellen dieser Merkmale zugrunde: Durch entsprechendes Handling(z. B.Training) können diese Reizschwellen herabgesetzt und das entsprechende Verhalten besonders leicht getriggert werden.

 

Der Vollständigkeit halber: Natürlich können auch traumatische Erfahrungen zu einem ausgeprägten "Lass-das"-Verhalten führen, ohne dass dafür leicht zu triggernde Motivationen zugrunde liegen müssen.

Traumatische Erfahrungen bei Hunden, deren genetische Dispositionen sowieso schon einem "Lass-Das"-Verhalten zuträglich sind, sind dann allerdings fatal.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Öh, nein :ph34r:  oder ich muss noch ein paar Jahre warten :rolleyes:

Ich finde es bei Butsch immer nur so interessant dass Mädels echt alles (!) mit ihm machen können, wohingegen Rüden die sich aufdringlich benehmen sofort eins

auf den Deckel bekommen.

Weiß ich, kann ich verhindern aber dass er da irgendwann mal tiefenentspannt sein wird, daran glaube ich nicht.

 

Edit: vorallem solange nicht, bis ich da nicht tiefenentspannt bin. <_<   Thread dazu folgt die Tage mal wenn die anderen Baustellen abgearbeitet sind.

 

 

Die Frage ist dabei, 1. wirklich bei jedem Rüden, und 2. wie sieht der Deckel aus? Passiert da schlimmeres? Im Grunde ist das ein normales Verhalten, dass wenn einer blöd kommt, wird er eingegrenzt, solange das mit fairen Mitteln passiert und noch differenziert wird.

 

Die Frage ist, benehmen sich die anderen Rüden nicht und er sagt Lass-Das zu Recht mit fairen Mitteln ? Je differenzierter er da wäre, je normaler finde ich sein Verhalten.

 

Unsere Wunschvorstellung, vom Hund, der mit jedem spielen will und immer nur nett mit jedem ist, ist eigentlich nicht 100 % reales  Hundeverhalten, womit ich nicht sagen will, dass es unnormal ist, aber es sind auch Hunde völlig normal und bestens sozialisiert, die angemessen Lass-Das deutlich machen. Für viele Menschen sind Hunde ja bereits aggressiv, nur weil sie bellen. Lefzenheben wir von vielen schon als no-go angesehen. Ich seh das anders.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Ich kann es gerne morgen genauer beschreiben, ICH finde sein Verhalten im Prinzip normal.

Nein, es passiert nichts schlimmes.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Auch Karekis Rassebeschreibung der Japaner ist sehr interessant und erklärt einiges. 

 

Danke :)

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

In diesem Zusammenhang wäre es sicher interessant zu erfahren, 

wie Hunde mit ausgeprägter Körpersprache ihr "Lass-das" an Hunde

mit reduzierter Körpersprache verteilen und inwieweit körpersprachlich begrenzte Hunde

fähig sind diese Aussage zu verstehen.

 

Mein roter Cattle Dog war stets und gern bereit Ruhe und Distanz mit einem handelsüblichen "Lass-Das"

einzufordern. Nun wohnen in unserer Siedlung zwei Bobtails, die morgens stets ohne Begleitung zur Tür

rausgelassen wurden. Diese beiden habe ich regelmäßig in der Früh mit meinem Hund getroffen.

Distanzlos wie die Zwei waren, kamen sie angerannt, unterschritten Doggies individualdistanz,

stupsten ihn auch an,

holten sich eine Schelle ab, erst der Eine, dann der Andere, und zogen fröhlich wieder ab.

Manchmal eine Woche lang jeden Morgen.

Und man konnte  meinem Hund deutlich ansehen, dass er dachte, "och nee, doch nicht jeden Tag, Ihr Stoffel".

 

Mit Spock habe ich mir noch mehr Mühe gegeben und ihm schon als Welpen alle möglichen 

"zugewachsenen" Hunde gezeigt. Vom Tibet Terrier über Beardies bis zum Bobtail,

was immerhin dazu geführt hat, dass Spock sie nicht für Außerirdische hält, die wie Hunde riechen.

 

Der Begriff "Lass-das" triftt es wirklich super!

post-30765-0-05171200-1465192906_thumb.jpg

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Ich überlege gerade, ob mir das "Lass das" als Beschreibung dafür ausreichend ist, was Hunde alles tun, um sich abzugrenzen und auch auf vielfältige Art und Weise  diese Grenzen aufzuzeigen.

Ich sehe da viel mehr auch: "ich möchte nicht"-  "Lass mich bitte in Ruhe" -"rutsch mir doch den Buckel runter" - "so nicht - probiers anders" - "jetzt reichts!!!!!!" - "neeeeee-nicht schon wieder" -  "komm schon, wenn Du Dich traust" - "Jeah - mach mal - ich nämlich auch!"- "Ich tu Dir nix, aber sei vorsichtigt" - "einfach nur der Stinkefinger" usw.....

Ist jetzt in etwa in Menschensprache übersetzt, damit klar wird, was ich meine.

 

Es steckt ja auch immer eine Empfindung im Hund, die ihn agieren lässt und da denke ich, steckt viel mehr und unterschiedlicheres dahinter, als ein blosses "Lass das".

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

In Bezug auf die Körpersprache, und die Fähigkeit des diese Lesen-Könnens, gibt es auch unterschiedliche Faktoren, die zu berücksichtigen sind:

 

1. Hunde sind sehr gute Beobachter, nicht nur des Menschen, sondern ihrer gesamten Umwelt, also auch anderer Hunde. Wie viele und welche Lernerfahrungen sie dabei gemacht haben, spielt bei diesem Lesen-Können eine große Rolle. 

2. Die körpersprachliche Ausdrucksfähigkeit, vor allem der Mimik, ist im Laufe der Domestikation bei unseren Hunden "geschrumpft", übrigens genauso wie auch die Sinnes- und Motorikleistungen in einigen Bereichen geringer geworden sind, hier auch mit Unterschieden innerhalb der Rassen. Für einen Wolf sind die Schlappohren eines Hundes z. B. deutlich befremdlicher als für Hunde, weil das "Spiel" der Ohren bei Wölfen stärker, weil viel feiner, am Ausdruck beteiligt ist als bei Hunden. 

3. Die Assoziationssysteme im Gehirn von Hunden haben im Laufe der Domestikation zugenommen. Damit einher geht auch eine größere kognitive Verarbeitung von Umwelteindrücken, zu denen eben auch die Vielfältigkeit der Hundepopulation gehört.

 

So kann man sagen: Hunde kommunizieren körpersprachlich zwar "gröber", sind dafür aber in der Lage, stärkere Abweichungen bei den körperlichen Ausdrucksmöglichkeiten der einzelnen Rassen besser einzuordnen (zu lernen).

 

Edit:

@Duoungleich: So wie in deinem letzten post sehe ich das auch, da gibt es viel mehr. Die Ausgangsfrage war allerdings, wieso es anscheinend einen "Lass-das"-Typen bei Hunden gibt :)

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Will kurz einwerfen: mein Labbi hat durch Schlappohren und Baby-Face definitiv weniger mimisches Ausdrucksvermögen, als zum Beispiel ein Schäferhund, wenn er "lass das" sagen will, reicht kein böser Blick mit passender Ohrenstellung ... er kann weder böse gucken, noch mit seinen Ohren allzu viel anstellen, jedenfalls nichts beeindruckend bedrohliches.

ABER er ist König im Lesen der subtilen Anzeichen anderer. Da reicht ein schräger Blick und er läuft einen bilderbuchmäßigen Bogen. Allerdings nur, wenn er das Signal auch für voll nimmt, also als ernstzunehmende Drohung. Wenn es eher ein unsicheres "ich würde ja gerne spielen aber ich habe auch irgendwie Angst vor Dir"-Drohen ist, dann spielt er den anderen an, da holt er die ganze Labbi-Palette von albern sein raus, was natürlich dann auch funktioniert, zumindest entspannt der andere sich da schnell. Ob Oliver den anderen ernst nimmt oder nicht, hängt nicht von den Größenverhältnissen ab, er respektiert da auch Zwerge, die einen schrägen Blick werfen - was teilweise echt lustig ausschaut. Allerdings ist er bei freundlichen großen Hunden zumindest erst mal vorsichtig, ob die nicht nur nett tun, den kleinen netten vertraut er direkt.

Wegschnappende genervte Hündinnen - egal welcher Größe - werden auch in zwei Gruppen geteilt, bei den einen reicht eine Ansage und gut ist (teilweise für immer), den anderen scheint er nicht zu glauben, dass sie wirklich keine Lust auf "mehr" haben. Ich kann den Unterschied nicht erkennen, aber es muss einen geben.

Irgendwann, es muss diverse Jahrzehnte her sein, machte ein Forscher ein Experiment, Haushunde sollten ohne Kontakt zu Menschen aufgezogen werden und quasi wild leben (in einem Gehege, versteht sich), um dann Beobachtungen anstellen zu können. Ich meine mich zu erinnern, dass der Versuch erst mit Golden und dann mit Beaglen gestartet wurde, beides scheiterte, da die Hunde nicht in der Lage waren, stabile Rudel-Strukturen zu entwickeln, im dritten Anlauf nahm man Deutsche Schäferhunde (von denen man zuvor angenommen hatte, sie seien zu fixiert auf die Zusammenarbeit mit dem Menschen) und mit denen funktionierte das dann. Vielleicht kennt irgendjemand das Experiment, ich kann mich nur dunkel dran erinnern, davon gehört oder gelesen zu haben?

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

  • Das könnte Dich auch interessieren

    • "Lass die Kleinen in Ruhe"

      Hier in unserer Ecke der Welt nimmt die Zahl der Hunde stetig zu, und ganz besonders die Zahl der kleinen und sehr kleinen Vierbeiner. Spock ignoriert kleinere Hunde meistens, nett ist er immer zu ihnen, aber sobald so ein Krümel Kontakt mit Spock hatte, findet dieser, dass andere größere Hunde, die auch mal schnuppern möchten, doch bitte weitergehen sollen. Dieses Verhalten wird augenscheinlich durch die Körpersprache mancher Winzlinge verstärkt, die bei Ansicht ei

      in Körpersprache & Kommunikation

    • Lass mich rein!

      Heute früh beim Aufbruch zur Arbeit spricht mich mein Nachbar an: Da ist eine Katze. Die will rein! Ich: Kennst Du die Katze, Manfred? Er: Nein, die gehört hier nicht hin. Ich: Was machen wir nun? Er: Futter hinstellen Ich: O.K. Lässt Du sie rein? Er: Nein, lass sie in den Schuppen. Ich: Wenn sie heute nachmittag noch da ist, hole ich sie rein. Am späten Nachmittag komme ich von der Arbeit, gehe hoch, das Telefon klingelt. Er: Gudrun, die Katze ist wieder da! Ich: O.K. ich lass sie rein. K

      in Plauderecke

    • Bücher: Lass mich nicht allein / Waldi allein zuhaus

      Hallo, da wir länger das Alleinbleiben nicht geübt haben weil unser Hund uns immer begleiten konnte, müssen wir jetzt leider nochmal von vorne anfangen. Möchte jemand eines der o.g. Bücher abgeben? Sind von Nicole Wilde und Patricia McConnell. LG, Sandra

      in Suche / Biete

    • "Neulich im Park" oder "Herr lass Hirn regnen"

      Vor ein paar Tagen war ich unterwegs in einem großen Park. Es war früh am Tage, alles sehr entspannt. Mir kam eine Frau entgegen, sie telefonierte, also ließ Dota abseits von ihr an meiner Seite vorbei laufen. Dabei fiel mir auf, dass sie eine Leine um den Hals trug. Kurz danach beendete sie spontan das Gespräch und rief hektisch nach einem "Paul". Wenn das alles gewesen wäre, ok schlimm genug, aber sie erzählte ihrem "Paul" (der nicht zu sehen war) lauthals wie unfair es wäre, einfach so zu

      in Plauderecke

    • Bitte lass es nur eine Zerrung sein

      Hallo ihr, ich brauche dringend ein paar gedrückte Däumchen für meine Doodle-Shanti. Gestern ist sie mit ihrem Whippet Freund um die Wette gelaufen (wobei Shanti das ganze ziemlich frustriert hat, gegen Flock kommt sie natürlich nicht an), also hat sie angefangen Ecken abzukürzen. Tja, und irgendwann hat sie zu sehr abgekürtzt, ist mit der Hüfte an einer schmiedeisernen Bank hängen geblieben und gestürtzt. Zum ersten mal in ihren 7 Monaten habe ich den Hund wirklich aufquietschen gehört. Danach

      in Kummerkasten

×
×
  • Neu erstellen...

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie zu, dass wir Cookies verwenden, um unser Angebot zu personalisieren. Mehr erfahren.