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Hundeforum Der Hund
Mischlingsmädchen

Freilauf...wie weiter vorgehen?

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So wieder mal ich mit einer Frage, ich hoffe ihr mögt mir eure Meinung dazu sagen...

 

Unsere Hündin aus dem Tierschutz ist nun ca. 5 Monate bei uns. Im Grunde läuft alles ganz gut, immer wieder tauchen ein paar Probleme auf, die sich aber meist gut klären lassen mit üben und Geduld oder einfach Zeit geben. Ich habe auch nicht sehr viel Hunde-Erfahrung, deshalb erscheint euch manche Frage vielleicht banal ;) , aber beim Thema Freilauf bin ich wirklich im zweifeln.

 

Ich habe meine Hündin nach einigen Wochen beim Gassi gehen im Freilaf gehen lassen (obwohl das bei uns in der Region ansich nicht erlaubt ist - Leinenpflicht!). So, wir waren immer in einem Wäldchen, ich habe sie ein paar Mal abgerufen, vor allem wenn ich Wild entdeckt habe oder sie sich zu weit entfernen wollte, sie kam jedesmal angebrettert wenn ich sie gerufen habe. ich habe sie offline laufen lassen, entgegen dem Rat der Trainer in der Hundeschule und aufgrund eures Rates hier und auch aufgrund meines Bauchgefühls. Davor habe ich mit ihr Rückruf mit Pfeife trainiert um sie auch zu erreichen, sollte sie sich mal weit entfernen. Als besonderes Leckerli fürs zurückkommen gab es immer Käse. So, dann passierte es einmal dass sie einen Hasen (?) entdeckte und mir davonlief. Alles rufen und pfeifen und sie suchen führte zu nichts, sie war verschwunden und sass dann nach 30 Minuten vor unserem Auto.

 

Seither ist sie immer an der langen Leine (Schleppleine). In der Hundeschule meinten sie, es war falsch sie laufen zu lassen solange sie nicht 100% abrufbar sei. Sie habe nun ein Erfolgserlebnis gehabt (Jagd?) und werde bei nächster Gelegenheit wieder davon laufen. Dann kam noch ihre Läufigkeit dazu und 2x 1 Woche Urlaub sodass sie nun seit mehreren Wochen immer angeleint ist, außer in unserem Garten natürlich, der sehr groß ist und eingezäunt und am Hundeplatz.

 

Im Garten und am Hundeplatz kommt sie immer wenn ich sie rufe. Gehen wir allerdings spazieren, gibts manchmal Hundebgegnungen wo sie wahnsinnig zu dem Hund hinzieht und nicht mehr auf mich hört. Sie möchte bei manchen Hunden immer schnuppern/spielen. Wäre sie offline würde sie auf den Hund zugaloppieren und nicht mehr auf meinen Abruf hören, da bin ich mir sicher. Hundschule empfiehlt also nicht mehr ableinen für die nächste Zeit!

 

Nun hat mir ein befreundeter Hundehalter empfohlen, ich solle sie sobald es geht wieder ableinen, denn, je älter der Hund wird, desto schwieriger wird es, den Rückruf zu trainieren. Unsere Hündin ist jetzt ca. 11 Monate alt.

 

Was denkt ihr?

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Ganz kurz, da in Eile: 

Neuen Rückruf neu aufbauen!

Und zwar in Minischrittchen!

Begonnen im Haus, dann im Garten, dann auf dem HuPla, dann im Wald,

grundsätzlich an allen Orten in den Schritten "ohne jede Ablenkung, mit leichter (für den Hund unwichtigen) Ablenkung, mit normaler Ablenkung, mit großer (aufregender) Ablenkung.

4 x 4 = 16 Trainingsschritte.

 

Der Rückruf (oder Pfiff) ist kein Alltagsrückruf, sondern ein Ernstfallrückruf, er wird niemals öfter als 1x gerufen. Der Hund muss dann kommen. Fehler dürfen nicht vorkommen. Kommt er nicht, machst Du mindestens einen Schritt in der Trainingsleiter zurück und gehst erst dann weiter, wenn der Hund ohne jedes Zögern zu Dir geschossen kommt.  

 

Bei Fragen später mehr.

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Übe das ganze doch bei den Hundebegegnungen, die hat man öfter als Wild (naja, je nachdem, wo man wohnt) und sie sind weniger riskant. Vielleicht findest Du einen Hundehalter, mit dem Du Dich für diese "zufälligen"'Treffen verabreden kannst, so dass Du auf die Situation vorbereitet bist.

Ansonsten nutzt Du eben die, die Du sowieso hast. Wobei die Frage ist, ob es unbedingt Rückruf sein muss, oder Deinem Hund vielleicht ein Stop Signal eher liegt, so dass er zwar auf dich warten muss, aber weiter zum anderen Hund gucken kann. Meinem fällt das erheblich leichter.

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Ich merke, dass für mich ein Rückrufsignal ein Schutzsignal bedeutet - ist also extrem wichtig, dass es gut funktioniert.

Ich muss ja meinen Hund im schlimmsten Fall nicht nur daran HINDERN etwas zu tun - sondern ihn davor SCHÜTZEN, dass jemand anderes ihm was tut: ein freilaufender Hund, der auf meinen zugeschossen kommt und es echt gar nicht gut meint, ich kann mir gut noch anderes vorstellen...... Wenn Meine dann nach vorne schiesst, hab ich ein Problem, ich hab das eventuell auch, wen sie nur stehenbleibt, weil ich vielleicht nicht schnell genug bei ihr sein kann. Im schlimmsten Fall muss mein Hund auf MICH reagieren - damit ihm nix passiert......und, damit nsie weiss, sie ist bei mir beschützt und muss das nicht selber machen.

 

 

@Andrea und ER: hast mir selber grad wertvolle Tipps gegeben, ich danke sehr dafür! :)

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Danke schonmal an euch für eure Antworten!

 

Rückruf im haus und im Garten klappt IMMER, da kommt sie sofort, auch wenn sie zB jemand anbellt der zu nah an den Zaun kommt, einmal rufen und sie kommt!

Auf dem Hundeplatz kommt sie auch (fast) immer, AUSSER sie ist grad mitten drinnen im Spiel mit den anderen Hunden.

 

Ist es vielleicht auch zu viel erwartet, dass der Rückruf jetzt schon klappen sollte?

Ich habe das Gefühl, ich muss auch an unserer Beziehung/Bindung arbeiten. Sie achtet beim spazieren nicht permanent auf mich, so wie es eigentlich sein sollte.

Habt ihr Tipps, wie ich daran arbeiten könnte?

 

In der Hundeschule üben wir jedesmal folgendes:

Leinenführigkeit

Vorbeigehen an anderen Hunden

Abruf

Impulskontrolle

 

dazwischen ist immer wieder Zeiten mit freiem Spiel für die Hunde.

 

Mir erscheint das nicht das exakt richtige zu sein für mich und meine Hündin. Leider ist in der HuSch individuelles arbeiten nicht möglich, also eben an der Bindung zu arbeiten.

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Danke schonmal an euch für eure Antworten!

 

Rückruf im haus und im Garten klappt IMMER, da kommt sie sofort, auch wenn sie zB jemand anbellt der zu nah an den Zaun kommt, einmal rufen und sie kommt!

Auf dem Hundeplatz kommt sie auch (fast) immer, AUSSER sie ist grad mitten drinnen im Spiel mit den anderen Hunden.

 

Ist es vielleicht auch zu viel erwartet, dass der Rückruf jetzt schon klappen sollte?

Ich habe das Gefühl, ich muss auch an unserer Beziehung/Bindung arbeiten. Sie achtet beim spazieren nicht permanent auf mich, so wie es eigentlich sein sollte.

Habt ihr Tipps, wie ich daran arbeiten könnte?

 

In der Hundeschule üben wir jedesmal folgendes:

Leinenführigkeit

Vorbeigehen an anderen Hunden

Abruf

Impulskontrolle

 

dazwischen ist immer wieder Zeiten mit freiem Spiel für die Hunde.

 

Mir erscheint das nicht das exakt richtige zu sein für mich und meine Hündin. Leider ist in der HuSch individuelles arbeiten nicht möglich, also eben an der Bindung zu arbeiten.

 

Eure Beziehung / Bindung wird sich mit der Zeit stärken - keine Sorge :) Deine Hündin ist noch jung und natürlich findet sie draußen vieles total spannend. Auch das wird sich mit der Zeit verändern und dann wird sie auch mehr auf dich achten. Ich würde mir da keinen Stress machen.

 

Außerdem: Hunde sind ja nicht doof und warum sollte sie auf dich achten, wenn sie eh durch die Leine mit dir verbunden ist :) Im Freilauf sieht das halt anders aus. Da muss der Hund auf den Menschen viel mehr achten.

 

Vielleicht rufst du sie beim Spaziergang zu oft und deshalb überhört sie manchmal deinen Ruf? 

 

Ich würde halt immer, auch im Garten und im Haus, noch vieeeel loben, wenn sie auf den Ruf zu dir kommt. Und beim Spaziergang würde ich nur dann rufen, wenn es wirklich notwendig ist.

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Warum ist es nicht exakt das richtige für dich? Ich dachte Abruf und Vorbeigehen an anderen Hunden ist genau euer Problem?

Das an der Bindung arbeiten geschieht doch ganz viel und überwiegend im Alltag?
Ich habe auch oft das Problem, dass Nala im Freilauf gern zu anderen Hunden direkt hinlaufen würde (deswegen leine ich sie meist vorher an, es sei denn ich kann abschätzen, dass sie nicht hinlaufen wird)

Nala ist jetzt 9 Monate alt. Meine Hundetrainerin meinte, in diesem Alter ist diese Neugier auf andere Hunde noch ganz normal.

Ich denke, dass dieser Drang von allein weniger werden wird. Hab ich bei anderen Sachen auch schon gemerkt. (früher wollte Nala unbedingt Vögeln hinterher, mittlerweile dreht sie sofort ab, sobald ich mich nur räuspere)
 

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Was für eine Rasse ist dein Hund denn ? Beim Mischling, zu erkennen, was für Rassen beteiligt sind ?

 

Gerade Jagdhunde-Rassen besitzen nun mal einen gewissen Jagdtrieb. Haben sie einen Hasen gesehen UND sind hinterher, dann hilft bei normaler Ausbildung kein Ruf, kein Pfiff, nichts. Du erreichst den Hund einfach nicht mehr.

 

In diesem Fall hilft nur :

Rechtzeitig rufen, bevor der Hund abschaltet,  oder .......

 

warten

 

Alles andere hat Andrea und Er schon super beschrieben.

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Edit: Und ja, Freilauf im Wald erst, wenn der Rückruf auf überwachbaren (eingezäunten) Gelände 100% trotz Ablenkung funktioniert.

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Ich merke, dass für mich ein Rückrufsignal ein Schutzsignal bedeutet - ist also extrem wichtig, dass es gut funktioniert.

Ich muss ja meinen Hund im schlimmsten Fall nicht nur daran HINDERN etwas zu tun - sondern ihn davor SCHÜTZEN, dass jemand anderes ihm was tut: ein freilaufender Hund, der auf meinen zugeschossen kommt und es echt gar nicht gut meint, ich kann mir gut noch anderes vorstellen...... Wenn Meine dann nach vorne schiesst, hab ich ein Problem, ich hab das eventuell auch, wen sie nur stehenbleibt, weil ich vielleicht nicht schnell genug bei ihr sein kann. Im schlimmsten Fall muss mein Hund auf MICH reagieren - damit ihm nix passiert......und, damit nsie weiss, sie ist bei mir beschützt und muss das nicht selber machen.

@Andrea und ER: hast mir selber grad wertvolle Tipps gegeben, ich danke sehr dafür! :)

Lily: Verlass Dich nicht nur auf Rückruf zum Schutz Deines Hundes, dafür ist auch ein sicheres Stop wichtig. Ich finde es immer furchtbar, wenn Hunde unerlaubt über die Straße laufen und der Besitzer dann reflexartig den Hund zurück ruft - da ist er mit Glück heil rüber gekommen und nun kommt er postwendend wieder über die Straße zurück ... eventuell dieses mal mit weniger Glück. Das Gleiche aber auch im Feld - wenn mein Hund aus irgendeinem Grund auf der anderen Seite eines Stacheldrahtes, Elektorzauns oder Grabens ist, Glasscherben auf dem Weg liegen oder sonstwas ... manchmal ist zurückkommen auf dem direkten Weg wirklich das schlechteste, ein Warten an Ort und Stelle auf den Halter hingegen viel sicherer.

Nur als Hinweis, hat schon so mancher seinen Hund reflexartig mit "Superpfiff" zurückbefördert und dabei direkt in sein Unglück laufen lassen.

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