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Hundeforum Hundeforum
Lisa-Lotte

"Böser, böser" Hund...

Empfohlene Beiträge

Hallo zusammen,

 

ich muss das mir hier hauptsächlich einmal von der Seele schreiben.

Ich war heute mit der Lisa spazieren, die wir vor 4 Wochen aus dem TH geholt haben. Bisher hatten wir beim Gassi gehen lediglich Probleme mit anderen Tieren (jeglicher Größe und Art, aber das ist eine andere Baustelle ;) ).

 

Bereits bekannt ist mir, dass Lisa auf fremde Menschen häufig mit einem "da will ich hin" -Verhalten reagiert, dass wir aber durch Abstand halten und kurze Leine an der Straße soweit gut im Griff haben... oder auch hatten. Denn heute Nachmittag hat sie es geschafft trotz sämtlicher Vorkehrungen einen kleinen Jungen in die Bauchgegend zu springen und zu gnapschen. :( Gott sei Dank hat dieser "nur" einen blauen Fleck davon getragen (keine Sorge, die Eltern wissen Bescheid und Daten wurden ausgetauscht. Also soweit es das rechtliche betrifft ist alles geregelt.).

Bevor nun gesagt wird: Wenn sie das trotzdem geschafft habt scheint ihr nicht viel Abstand zu halten... In der Regel halten wir mehr Abstand (am liebsten andere Straßenseite oder halt auf die Straße ausweichen), das war heute aber leider nicht anders möglich.

 

Mich hat lediglich die Tat selber geschockt und auch die plötzliche Explosion - in einer Sekunde sitzen wir ruhig da und gucken aufmerksam Frauchen an und im nächsten gehen wir auf das Kind los. Ein Umschwung mit dem ich nicht gerechnet habe.

 

Nun steht wohl leider erstmal ein Maulkorbtraining auf dem Programm, bis wir a) genau wissen was der Auslöser dieser plötzlichen Ausraster ist und auch nach welchen Merkmalen/Eigenschaften bei Menschen differenziert wird und wir B) dann dementsprechend dagegen arbeiten können mit ihr.

 

Leider hat man mir direkt einen gemeingefährlichen, aggressiven Hund an die Leine geschwatzt, was ich so erstmal nicht unterschreiben würde.

 

Traurig ist, dass dies ganz ohen Vorwarnung (Zähne fletschen, knurren, Nackenhaare aufstellen, Leftzen hochziehn etc) passierte sondern sie direkt drauf ging. Das Vertrauen in den Hund leidet stark, plötzlich hat man Angst, dass in jeder Situation nun etwas unvorhergesehenes passieren wird. Ich kann plötzlich nachempfinden wenn Leute sagen, mit dem Hund geh ich nicht mehr raus- wer weiß was passiert. :mellow:

 

 

Hat einer schon einmal ähnliches erlebt?

 

Von der Seele geschrieben gehts mir direkt etwas besser :unsure:

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Schreib doch mal mehr zum Hund.

 

Gute Nerven, aber noch nicht alles verloren geben. Bitte.

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Wenn ich könnte würde ich dich in den Arm nehmen. Ist eine echt unangenehme Situation, bin leider kein Profi und meine Tipps wären sehr sehr laienhaft . Aber manchmal hilft , wenn man in dem Fall ich sage ich fühle echt mit dir und denke hier werden dir einige helfen können. Mit Tipps und Adressen für Hilfe.

Alles alles gute

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Ja so ähnliches ist mir auch schon passiert, allerdings hats Julchen es nicht geschafft, zu Leuten hin zukommen. Sie ist ängstlich und unsicher allem Fremden gegenüber. Wir waren in der Hundeschule und dort ging das Los. Begegneten wir Leuten, wollte sie stehend und bellend auf die los. Wir suchten uns eine Trainerin, die ins Haus kam, mit uns Spaziergang und uns zeigte, was wir machen können.

Ich würde dir auch zu einer guten Hundeschule oder Trainer/in raten

Jetzt mal erst mit Maulkorb gehen, finde ich auch ok.

Edit: genau, noch nicht aufgeben, sie verdient eine Chance.

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WOLLT ihr den Hund noch, das ist die Frage!


Dass Hunde auch ohne Vorwarnung sowas machen können, ist nicht ungewöhnlich. Es gibt gar nicht so wenig reaktive Hunde.
Wie wurde denn "vorgesorgt", dass da nichts passieren kann - wie kam das Kind in Hundenähe?

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ja, ich kenne sowas auch - Lily kann kneifen.....und das ohne Vorwarnung.....sie hat das jetzt Wochen nicht mal mehr im Ansatz probiert, aber halte im Normalfall Menschen von mir fern.

Geht das nicht, oder will ich das nicht, dann bin ich sehr vorsichtig  - Lily hat angefangen, bei Kontakten, hinter mich zu gehen, von sich aus Abstand zu schaffen.....das ist gut.

 

Aber den Schrecken kann ich gut nachvollziehen und es tut mir sehr Leid!

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Wie hat es denn der Junge verarbeitet? Geht's ihm gut? 

 

Ansonsten wurde schon alles zum weiteren Vorgehen geschrieben. Maulkorb (hat auch den Vorteil, dass die Menschen von sich aus mehr Abstand halten), 

guten Trainer suchen (und schlechte höflich ablehnen) und die Geduld nicht verlieren. 

Weiß man denn mehr über die Vergangenheit des Hundes? 

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Erstmal vielen lieben Dank für eure lieben Worte!! :rolleyes:

 

Die Lisa ist ausm Tierheim. Dort hin gekommen ist sie als Sicherstellungshund. Vom Vorbesitzer konnte man nicht viel erzählen. Sie wurde vermutlich als Hofhund in einem keinen Hinterhof als "Wachhund" gehalten. Soll wohl alles ziemlich zugeschissen gewesen sein weswegen man im TH davon ausgegangen ist, dass sie hauptsächlich dort war und nicht viel draußen. Der Vorbesitzer war dann iwann weg (vermutlich Knast) und die Polizei hat sich nur im TH gemeldet, dass die den Hund einsammeln sollen.

Ansonsten ist sie ein freundlicher Hund. Sie geht durchaus sehr aufgeschlossen auf Menschen zu, bevorzugt wenn diese sitzen. Anfassen ist aber tabu. Wenn das doch mal geschieht ist sie eher vom Körpergewicht rückwärts verlagert (trotzdem bereit jederzeit nach vorne zu gehen...). Deshalb lass ich keinen mehr so einfach an sie ran. Was ich wiederum auch gar nicht verkehrt finde, dass nicht jeder meinen Hund einfach so betatschen darf.

 

Eine Trainerin haben wir auch seit letzter Woche, aber auch das Training ist halt im Moment eher noch darauf ausgerichtet, dass die Lisa Vertrauen fasst und Sicherheit bei uns findet. Dadurch das sie ja erst 4 Wochen bei uns ist, ist das mit dem Vertrauen nämlich noch etwas wankelmütig. Auch die Aufmerksamkeit uns ggü. versuchen wir zu erhöhen, das wir besser jederzeit zur ihr durchdringen können und sie sich mehr an mir/uns orientiert.

Aber das geht natürich nicht von heute auf morgen :unsure:  Der Trainerin habe ich den Vorfall auch schon geschildert und sie rät natürlich auch erstmal dazu Maulkorbtraining zu machen und dann aktiv den Maulkorb zu tragen. (Wobei sie diese Stoffdinger empfiehlt - ich mir aber nicht sicher bin, ob die festen "drahtigen" nicht erstens die sicherere und zweitens die Hundefreundlichere Variante bzgl. Hecheln/Schnüffeln sind...?)

 

Wie kam der Junge in Hundenähe? Blöd gelaufen, muss man leider so sagen. Wir hatten unter nem Baum Zuflucht vorm Regen gesucht, saßen und guckten uns die Welt an, ganz entspannt. Der Junge kam von vorne auf uns zu, aber sozusagen auf der Straßenseite und wir waren auf der Zaunseite. Daher leicht versetztes herankommen, nicht 100% frontal. Und da ausweichen nicht möglich war, dank Verkehrslage, habe ich die Leine kurz genommen, micht dazwischen gestellt um sie quasi vorm Reiz abzuschirmen und sie war auch echt entspannt bis er auf unserer Höhe war und ist dann durchgestartet. Und obwohl ich sie ganz kurz hatte, hat diese 180° Drehung in die sie mich mitgenommen hat gereicht, dass sie beim Jungen angekommen ist.

 

Fettes JA zum Hund! Absolut kein Abgabegrund für mich! Ich suche da die Schuld auch eher bei mir als bei ihr.

 

Dem Jungen ging es ... gut... Er ist auch nicht hingefallen und ich hatte sie ja auch dadruch das sie so kurz war zügig wieder an meiner Seite. Auf Nachfrage wie es ihm geht und ob er getroffen worden sei sagte er direkt alles wäre gut und ging dann auch weiter. Hatte ja nun das Problem, dass ich nicht wirklich hinter her laufen wollte mit dem Hund der zuvor noch attackieren wollte. Habe dann noch kurz gewartet und dann kam auch der Vater raus und hat mit mir gesprochen. Es ist wohl mit einem möchtigen Schrecken und nem blauen Flecken getan (Gott sei Dank).

 

Manchmal läuft es echt blöd. Ich fahr normalerweise mit ihr in Wald/Wiese damit wir möglichst wenig Begegnungen haben oder geht dort wo wenig los ist und leider reicht dann manchmal eine doofe Situation aus. :(

 

Hoffe nun, dass die restliche Familie das natürlich auch so sieht wie ich es sehe und weiterhin pro Hund bleibt - sonst muss ich wohl notgedrungen ausziehen, denn den Hund geb ich so fix nicht her :wub:

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  Der Trainerin habe ich den Vorfall auch schon geschildert und sie rät natürlich auch erstmal dazu Maulkorbtraining zu machen und dann aktiv den Maulkorb zu tragen. (Wobei sie diese Stoffdinger empfiehlt - ich mir aber nicht sicher bin, ob die festen "drahtigen" nicht erstens die sicherere und zweitens die Hundefreundlichere Variante bzgl. Hecheln/Schnüffeln sind...?)

 

Auf jeden Fall würde ich darauf achten, dass der MK einen Stirnriemen hat - sonst kann der Hund ihn leicht abmachen. Die Stoffdinger bekommt meine Lily mit einer Pfotenbewegung ab (abgesehen davon, dass die, wenn ein Hund beissen will, dagegen nix nutzen, glaub ich).

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Die "Stoffdinger" kann man beim Tierarzt nutzen, wenn die Schnute eng zugemacht werden soll und man nicht einen Drahtkorb ins Gesicht bekommen will.

Zum Verhindern von Beißvorfällen unterwegs sind sie ungeeignet - macht man sie eng zu, kann der Hund weder hecheln, noch trinken oder fressen. Macht man sie nicht eng zu, verhindern sie ein zuschnappen nicht (und selbst wenn der Hund nur mit den Vorderzähnen zuschnappt, ist das schmerzhaft und kann einem eine Anzeie einbringen). Bei manchen Hunden gehen sie auch einfach auf, wenn sie die Klappe richtig aufreißen. Und wohl jeder Hund bekommt das Ding in Milisekunden ab, wenn er will.

Hier gibt es einen Thread zu Maulkörben, schau mal, da sind gute Empfehlungen dabei, auch ein Video zum Training, wenn ich mich recht erinnere.

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