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Bernielein

Total verzweifelt - Hund weggeben?

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Hallo zusammen, 

 

ich bin neu im Forum und habe ein Problem mit meinem Berner Sennenhund das mich schier verzweifeln lässt. Wir, meine Familie und ich, wissen nicht mehr weiter. Wir haben einen 8 Jahre alten Berner Sennenhund, der auf den Namen Balu hört. Von Anfang an war Balu kein "einfacher Hund". Aber es war alles in Ordnung. Im Alter von 2-3 Jahren machte er eine unangenehme Erfahrung beim TA. Ihm wurden unter Narkose die Ohren gespült, weil er damit ab und an Probleme hat. Als der Hund abholbereit war, fuhren wir zur Tierklinik und warteten darauf ihn in Empfang zu nehmen. Er kam auch schwanzwedeln und offensichtlich sehr freudig auf uns zu, hatte allerdings noch die Infusionsnadel im Fuß. Eine der Helferinnen setzte sich neben den Hund, schnitt das Klebeband auf und zog die Nadel heraus. Der Hund hatte wohl Schmerzen dabei, hat übelst geknurrt und die Zähne gefletscht und die Helferin durch seine Drohgebärden in eine Ecke gedrängt. Sie musste daraufhin den Raum verlassen, damit er sich beruhigt. Bei allen anderen inklusive meiner Mama und mir saß der Schock tief. Der TA meinte, das wäre nur eine Reaktion auf den Schmerz gewesen. Wir hofften das auch. Allerdings zeigte der Hund in der folgenden Zeit weiteres aggressives Verhalten ggü. der Familie. Allerdings nicht immer sondern nur in manchen Situationen. Wir haben uns daraufhin mit einem Hundetrainer in Verbindung gesetzt, der uns den Rat gab Balu einschläfern zu lassen. Wir waren geschockt und befragten uns bei einem anderen TA. Der meinte wir sollten eine Kastration in Erwägung ziehen und mit dem Hund konsequent arbeiten. Wir haben auf ihn gehört und es hat ganz gut funktioniert. Nach der Kastration wurde das "dominante Verhalten" immer weniger. Nachdem wir diese Klippe umschifft hatten, tauchte das nächste Problem auf. Aus heiterem Himmel entwickelte Balu Panik, wenn es ein Gewitter hat, und an Sylvester. Egal was man versucht, es hilft nicht. Desensibilisierung mit Gewitter-CD. Ignorieren, Trösten... Keine Chance. Er ist und bleibt in diesen Momenten in seiner Panik gefangen und zeigt keinerlei Reaktion auf die Familie. Zu allem Überfluss hatte meine Oma jetzt auch noch einen Schlaganfall. Das bedeutet, dass der Hund jetzt auch noch umziehen muss. Er wohnte bisher bei ihr in der Einliegerwohnung und muss jetzt in den angrenzenden Stadel (50 qm2, isoliert, Zugang zu einem großen Garten) umziehen. Natürlich ist dann der Kontakt zur Familie deutlich weniger geworden, auch wenn ihn tagsüber immer wieder ein Familienmitglied Gesellschaft leistet. Da ich tagsüber arbeiten bin, gehe ich morgens eine kleine Runde mit ihm und am Abend eine große Runde. Problem ist nun, dass er manche Nächte komplett durchbellt in anderen kein Mucks von ihm zu hören ist. Die Frage ist allerdings, wie lange die Nachbarn das noch mitmachen. Wir betrachten Balu als Familienmitglied und würden ihn nie leichtfertig weggeben, sonst hätten wir das bereits damals getan, als er das aggressive Verhalten gezeigt hat. Allerdings sind wir uns im Moment nicht klar darüber, ob wir den Hund so noch artgerecht halten können oder ob es für das Tier besser wäre in eine andere Familie zu kommen. Hat jemand einen Rat für mich?

 

Danke, dass ich mir meinen Kummer von der Seele schreiben durfte. 

 

Bernielein

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Nun ja... spekulativ:

Also, so ein Schmerzgedächtnis (ein Hund hat Schmerzen und reagiert dann aggressiv auf so einen Reiz - einer TA-Helferin traut man da auch mehr zu, zudem der Stress in der Tierklinik und das Wiedersehen) kann Kreise ziehen. Der Hund hat vielleicht Erleichterung durch das Stellen erfahren und es dannals Strategie angewendet. Kann man nicht mehr klären. Dominant war das allerdings nicht - und deshalb war die Kastration eh so eine semioptimale Idee - vor allem, da sie bei "Dominanz" (wie auch immer) eh nicht helfen würde, allerdings kann es durch die Kastration beim Rüden vermehrt zu Unsicherheiten kommen......

Den Hund umzusiedeln... war natürlich nun keine gute Idee... :(
Wie du das händeln kannst: Keine Ahnung, ich find es nicht schön...

Zur Angst bei Geräuschen: Desensibilsierung durch Geräusch-CDs wirkt in den seltensten Fällen, hierbei braucht es eine ganzheitliche Therapie, ich habe hier geschrieben, was ich mit Akuma mache. Ganz ist das nicht weg, aber sehr viel besser. Letztes Mal an Silvester konnte ich mit ih intensiv kuscheln und nach einer halben Stunde hat er sich dann schon beruhigt gegabt, sonst war der ganzen Tag nicht ansprechbar und wollte nie angefasst werden:
https://maulkorbfrei.wordpress.com/2013/12/29/silvesternacht-albtraumnacht/
Gewitter sind kaum mehr ein Problem für ihn.
 

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Hallo kareki,

 

dass es keine gute Idee war, den Hund umzusiedeln, ist mir durchaus klar. Wenn es allerdings keine andere Möglichkeit gibt, was soll man machen? Schön finde ich das auch nicht, sonst wäre ich wohl kaum so verzweifelt. Aber danke für deine Meinung. 

 

Bernilein

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Habt ihr den Hund seit der Welpenzeit?

Ich befürchte, viele Probleme sind hausgemacht.

 

Das Ziehen einer Braunüle verursacht keinen Schmerz. Es kann höchstens ganz leicht unangenehm sein.

 

Allerdings zeigte der Hund in der folgenden Zeit weiteres aggressives Verhalten ggü. der Familie.

 

 

Das hat nichts mit dem Ziehen der Braunüle zu tun. Wurde der Hund von der Großmutter erzogen?

Die Aggression liegt meistens an einer falschen Erziehung.

 

Nach der Kastration wurde das "dominante Verhalten" immer weniger. Nachdem wir diese Klippe umschifft hatten, tauchte das nächste Problem auf. Aus heiterem Himmel entwickelte Balu Panik,....

 

 

Die Kastration war ein Fehler. Die Panik bei Knallen und Gewitter ist eine Folge der Kastration. Das ist bekannt.

 

Er wohnte bisher bei ihr in der Einliegerwohnung und muss jetzt in den angrenzenden Stadel (50 qm2, isoliert, Zugang zu einem großen Garten) umziehen

 

 

Es ist für einen Hund die größte Strafe, wenn er auf einmal von seiner Familie isoliert wird.

Du wunderst Dich nicht wirklich, dass er durchgehend bellt???

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Meine Hunde sind kastriert und ultracool bei egal welchen Geräuschen.

Das ziehen einer Braunüle macht wirklich keine Schmerzen.

Wenn ich all die Probleme lese,Trainer.

Es ist wichtig das jemand live die Probleme sieht, im Netz kann man nur spekulieren.

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Infusionen tun angeblich auch nie weh, bei mirhat es wehgetan und auch das entfernen. Sowa sist nämlich total individuell.

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Meine Hunde sind kastriert und ultracool bei egal welchen Geräuschen.

 

 

Dann hast Du Glück gehabt.

 

Ich zitiere mal Dr. Rückert:

 

Auch bestimmte Verhaltensstörungen, vor allem die Angst vor Gewittern, kamen bei kastrierten Tieren deutlich häufiger vor.

 

http://www.tierarzt-rueckert.de/blog/details.php?Kunde=1489&Modul=3&ID=18951

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Hallo Bubuka, 

 

ja wir haben den Hund seit der Welpenzeit und nein er wurde nicht von der Oma erzogen.Das mit der Gewitterangst begann vor 2 Jahren, die Kastration war vor 5 Jahren. Ob das zusammenhängt kann ich dir nicht sagen.  Woher du weißt, dass der Hund beim entfernen der Braunüle keine Schmerzen hat, bzz beim entfernen des Klebestreifens auf der Pfote, würde mich allerdings schon interessieren. Aggressiv war er nämlich später genau dann, wenn man seine Pfoten begutachten wollte oder diesen aus Versehen zu Nahe kam. Und auch an dich die Frage: Wenn es einfach nicht mehr möglich ist, dass Oma und Hund zusammenleben, was soll man dann tun? Ich bin jetzt echt mal ketzerisch: Hätte ich meine Oma nach dem Schlaganfall weggeben sollen? Klar ist das nicht toll. Genau deshalb wollte ich eure Hilfe. Vorwürfe mache ich mir schon genug. Und ich wundere mich schon, dass er bellt, weil er das nicht jede Nacht macht. 

 

Bernielein

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Wenn das Ziehen einer Braunüle und das Entfernen eines Pflasters so schlimm wären, dann wären viele Hunde verhaltensgestört.

Natürlich kann der Hund in dem Moment mit Knurren reagieren. Wenn er aber noch Tage und Wochen später aggressiv innerhalb der Familie reagiert, dann hat das andere Ursachen.

 

Natürlich ist dann der Kontakt zur Familie deutlich weniger geworden, auch wenn ihn tagsüber immer wieder ein Familienmitglied Gesellschaft leistet.
Problem ist nun, dass er manche Nächte komplett durchbellt in anderen kein Mucks von ihm zu hören ist.

 

Ich verstehe das Problem nicht. Warum ist der Hund tagsüber und in der Nacht eingesperrt, wenn ihr Zuhause seid???

Wenn die Oma eine eigene Wohnung hat, dann holt den Hund doch in eure Wohnung.

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Ich fasse mal zusammen:

Der Hund ist ein Familienmitglied, dass man nach 8 Jahren des Zusammenlebens in den Stall sperrt. Und dann ist es lästig, dass er die Nachbarn durch sein Bellen stört. Vielleicht sollte man ihn deswegen lieber abgeben. Außerdem ist er (vermutlich aufgrund der Kastration, die man ihm zugemutet hat), Geräuschempfindlich geworden und hat nun Angst, was irgendwie auch nervt.

Krass.

Wirklich krass.

(Übrigens tut mir das Setzen oder Entfernen von Braunülen sehr wohl weh. Ich bin gut genug erzogen, dass ich nicht um mich beiße, aber wäre ich ein Hund, würde ich das vermutlich tun)

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