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Hundeforum Der Hund
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Todesangst

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Ich mache eigentlich keine Threads auf, aber sonst schreibe ich es vielen Menschen immer und immer wieder unsortiert.

Wir sind heute früh morgens, es war noch dunkel, unterwegs gewesen. Das machen wir öfters so, gerade weils ich Akuma ind er DUnkelheit, dem beruhigten Verkehr, der dünnen Hundedichte usw. sehr wohl fühlt. Die Hunde dürfen da auch frei laufen. Sanji und Akuma spielen derzeit immer, Akuma kann es gar nicht erwarten, bis Sanji abgeleint wird.

Wir laufen also zu unserer Lieblingswiese, es waren Yoma und Akuma abgeleint, Sanji wird dort nicht abgeleint, weil es da noch zu Straße hochgeht. Yoma und Akuma laufen da sicher. Es knallte. Es hörte sich wie umgefallene Bretter an, Akuma horchte auf, läuft zu mir ich clicke/Leckerli und leine ihn an. Wir haben das viel trainiert und das geht gut. Yoma hat da keine Angst.

Akuma lief dann etwas misstrauisch mit, aber ich hatte ihn ja angeleint, Sanji war normal und Yoma ebenso.

Und dann passiert es, auf der Wiese gegenüber (20 Meter Luftlinie) lassen zwei Jugendliche ein Arsenal an Feuerwerkskörper hochgehen, der Knaller war nur zum Warmwerden, es war wie im Krieg, direkt vor unserer Nase. Wer rechnet damit (zumal es Juli und nicht Jahresende ist)? Ich schwöre, wir sind von umfallenden Brettern ausgegangen und habn das als Desensibilisierungssituation auch ausgenutzt.

Ich musste mich auf den Boden werfen, um Akuma zu halten, so schreckliche Angst hatte er und so eine Kraft hat er entwickelt, das mir beinahe die Leine aus der Hand gelitten wäre. Gott sei Dank war ich NICHT alleine.
Schnell konnte ich die zweite Leine (Akuma war an der 5 Meter Schleppleine), einen Kurzführer am Brustring des Führgeschirrs einhaken, nachdem ich den Rückensteg zu fassen bekam, damit er mir nicht doch noch aus dem Geschirr rutscht.
Er hat gebellt und geschrien, aber ich konnte noch nicht weg, weil er so voller Todesangst war, dass ich die Befürchtung hatte, ich könnte ihn nicht halten (mir ist er schon einmal samt Leine vor 4 Jahren aus der Hand und ich will das nie wieder erleben, da haben wir ihn 6 Stunden gesucht und gedacht, er sei tot. Eine Frau hat ihn damals gefunden und zur Polizei gebracht..).

Ich habe dann noch gebrüllt, dass ich die Polizei rufe, nur um sicher zu gehen, dass die nicht noch mehr von dem Zeug zünden (die sind auch abgehauen und es gab keine Knaller mehr), Akuma hat mich ja eh nicht mehr wahrgenommen. Als ich mich gesammelt hatte, sind wir weg, Akuma wollte natürlich heim (obs eher Zufall war, dass er dahin gezogen hat). Sanji war auch ganz durch den Wind. Doch wir entschieden uns, als wir einige hundert Meter weit gelaufen sind, dass die Hunde den Stress noch etwas ablaufen sollten, weil Sanji sich von Akumas Angst sehr angesteckt hat. Außerdem hatten sie ihr Geschäft noch nicht verrichtet, was natürlich bei dem Angstpegel nicht verwunderlich war. Yoma bleibt cool, das ist eine große Hilfe.

Es kam uns eine Frau entgegen, die meinte, ob wie die Schüsse gehört hätten und ich erklärte ihr, was vorgefallen war, mein Kopf war krebsrot vor Aufregung, ich habs gemerkt, wie er geglüht hat.

Wir sind eine zeitlang gelaufen und dann am Weiher hat Akuma auf allen Vieren seine Blase entleert und danach rollte er die Rute wieder etwas ein, bei Sanji war es nicht so schlimm, er hat nach ein paar Metern schon seine beiden Geschäfte verrichtet und dann wieder geschnuppert.

Wir üben ja derzeit über Hindernisse zu springen und als Akuma wieder angfeangen hat,die Umwelt wahrzunehmen und nicht mehr zu ziehen, habe ich ihn eingeladen, auf Sachen zu hüpfen, was er gerne getan hat und auch Leckerlis genommen - mich hat es fast schon etwas gewundert, das war immerhin eine halbe Stunde nach der Sache, er lieb selbstverständlich angeleint, Sanji auch.
Nach einer Stunde schließlich liefen die Hunde wieder ganz normal und Akuma hat dann auch noch seinen Haufen erledigt, hat Leckerlis gejagt und war "wie immer". Die spontane Entscheidung doch noch zu laufen, war hier genau richtig, ich weiß selbst nicht, warum ich mich so entschieden habe.


Es war schön zu sehen, dass unser Training greift, aber ich habe immer noch daran zu knabbern, weil er wirklich in dem Moment Todesangst hatte. Ich bin etwas gehemmt für heute, ich kann mich nicht entscheiden, ob ich heute Nachmittag an der Stelle vorbeigehen soll oder sie lieber ein paar Tage meiden sollte.
Ableinen werde ich Akuma zumindest die Tage in der Nacht nicht mehr... ich war so froh, dass ich ihn angeleint habe.

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Schlimm, sehr schlimm! Und tut mir sehr Leid ......

Wenn wir hier Gewitter haben, ist Lily manchmal noch einen Tag später ganz durcheinander.

 

Erholt Euch gut!

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Oh schrecklich. Kann das nachempfinden da Emma bei ihrem ersten Erlebnis mit Feuerwerk ebenso Panik hatte. Sie schrie und war ganz außer sich

.

Wir hatten letzte Woche auf unserer Tour wieder einen Stellplatz erwischt, wo wegen Feier geschossen wurde. Diesmal Gott sei Dank nicht die ganze Nacht. Wir waren im wohnmobil. Emma fiepte und kroch unters Bett.

Nach etwa einer Stunde musste sie mal. Also ging ich mit ihr raus, angeleint natürlich. Sie hat nochmal in die Luft geschaut, ob da noch mehr kommt und konnte dann ganz entspannt spazieren, schnüffeln und so.

Ich konnte also nicht meiden und ich denke das war auch gut.

Wir waeren aber weggefahren, wenn die Boellerei nicht aufgehört hätte

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Was ne Kacke....wie kommen die Kids auf so bekloppte Ideen?  ?!?

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Ich glaube, trotz "Warnknall" habt einfach keiner von uns mit sowas gerechnet. Unser Timing war auch mehr als blöd. Sogar Yoma wollte umdrehen, war aber mit Worten zu beeinflussen (von daher ein kurzes Erschrecken, was normal ist.). Es ging dann auch alles wie im Film ab:
Akuma halten, Leine ums Handgelenk winkeln, mich wie eine Bekloppte auf den Boden geworfen - Akuma zappelnd, schreiend halten, Rückensteg ertasten, andere Leine im Brustring verhaken (ein Hoch, dass ich NIE am Halsband gehe bei den Spaziergängen, also als Führwerkzeug)... es war bunt und laut und hell...
Ich habe irgendwas von "Polizei" gebrüllt (die ich nie und nimme rhätte rufen können).... und ich hab echt keine Ahnung, warum man auf so eine Idee kommt. Würde das hier öfter passieren... tut es aber nicht. An Silvester (und die Tage drumherum)... aber nicht im Sommer. Wären es "nur" Böller gewesen, hätten wir das noch händeln können, aber ich fühlt emich (ohne Gewaltopfer verhöhnen zu wollen) als würde jemand auf uns schießen. Mich hat es so kalt erwischt.

Ich weiß nicht, ob meine Brüllerei oder Akumas wirklich erbärmliches Geschrei sie dann hat abhauen lassen..

Zumal es ja andere aus ihren Betten geholt hat... war ja nicht irgendwo in der Einöde.



Akuma reagierte ja mal viel schlimmer auf sowas. Jeder Knall löste sein Trauma neu aus (als er nicht mal ein Jahr alt war, wurde lt. Vorbesitzerin, ihm an Silvester Böller vor die Pfoten geworfen...)... dazu eh noch depriviert, also "Angsthund" + Kastration = Geräuschangst. Bei Gewitter haben wir es gut im Griff. Knaller/Schüsse gehen auch gut, aber der Geruch und das Licht bei Feuerwerk sind schlimm.. an Silvester sind wir vorbereitet und es wird von Jahr zu Jahr auch besser. Letztes Jahr durfte ich ihn fest an mich drücken und das hat unser Verhältnis nochmal verbessert, er hat sich beschützt gefühlt und die halbe Stunde Feuerwerk für seine Verhältnisse gut weggesteckt (Medikamente gebe ich keine wegen seiner Aggressionsproblematiken).

Ach ja, als wir daheim war, gabs Fressen - mehr als sonst, er konnte ide Stärkung gut vertragen und hat heute im Bett geschlafen, was er sonst eher nicht so macht. Am Vormittag ist er wieder in seinem Bett gewesen.

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Oh man, solche Erfahrungen braucht wirklich niemand, man ist selber erschrocken und kann seinem Hund in seiner Panik nicht helfen. Ich glaub, ich würde die Stelle, solange ich selber noch Magenkneifen beim Gedanken daran habe, noch meiden. Eine Nacht darüber schlafen und es morgen wieder angehen. Bei meinem Hund Linus habe ich mal eine ähnliche Erfahrungen gemacht, da haben ihm Kinder beim Vorbeigehen Böller zwischen die Pfoten geschmissen. Wir haben uns beide furchtbar erschrocken und ich habe die Kinder angeschrien. Das war nicht so schlau von mir, das hat's für ihn leider noch schlimmer gemacht, aber ich war halt selber so erschrocken. Ergebnis: 14 Jahre Panik bei lauten Geräuschen und viel viel Training um an der Angst vor Menschengruppen (seine Unsicherheit äußerte er durch sehr reaktive Verhalten) zu arbeiten.

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Ohje...so ein Mist!!! Gerade mit einem vorbelasteten Hund tut das ja noch weniger Not als ohnehin schon...ich drücke einfach mal die Daumen, dass Akuma das gut verarbeitet. 

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Ich muss sagen, dass es mir wohl noch mehr nachgeht als ihm. Ein bisschen Angst habe ich schon noch, dass sowas wieder passieren könnte.

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Dann kann man nur hoffen, dass so was nie wieder passiert. Was für ein Mist... :(

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Oh je :(

 

Das war ja totale Oberkacke!!!

 

Da hat euer Schutzengel heute echt alles gegeben :ph34r:

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      in Körpersprache & Kommunikation

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