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polar-chat.de  Der Hund
Sirina

Hunde aus Rumänien

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Hallo zusammen:

 

aus aktuellem Anlass würde ich mich freuen, wenn mir Hundefreunde, die ihren Vierbeiner aus Rumänien oder ähnlichen wenig hundefreundlichen Ländern haben, über ihre Erfahrungen berichten würden.

 Zu meiner Person: Ich bin Katzenmensch, seit meiner Kindheit, und will eine Hund.

Auf meiner Suche habe ich einen Hund aus Rumänien im Tierheim kennengelernt. Er ist seit Anfang des Jahres im Tierheim und trotz der liebevollen Bemühungen der Tierheimmitarbeiter noch nicht leinengängig.

Schweren Herzens habe ich mich entschieden, mich vorerst nicht zu sehr auf ihn zu fixieren, da ich als Anfänger zu wenig Ahnung habe. ..und ich muß auch an meine Katzen denken.

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Ich habe keinen, aber es hat hier einige Rumse im Forum ;) und viele aus anderen Ländern

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Die Erfahrungen sind sicherlich ganz unterschiedlich. Und: Selbst wenn der Hund bereits leinenführig wäre, hieße das nicht, dass er das bei dir auch ist oder bleibt :)

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Ist doch eigentlich egal wo der Hund herkommt - hauptsache nett und passt zur Familie. Lernen können die meisten Hunde an der Leine zu gehen. Meiner könnte aus Rumänien kommen, jedenfalls Süd-/Osteuropa. Und der ist super. :)

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Katze hätte für mich auch Priorität. 

 

Dass ein Tierheimhund nicht leinenführig ist, halte ich fast für selbstverständlich. Die kommen nur einmal am Tag raus, wenn überhaupt und laufen dauernd mit verschiedenen Leuten. Sie stehen unter Strom und sich gestresst. Das kriegt man mit gutem Training und regelmäßigen, ausgiebigen Spaziergängen sicher schnell in den Griff.

 

Ich habe auch eine Rumänin und mag diese Hunde sehr.  :wub:

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(bearbeitet)

Ist er nicht leinenführig? Oder hat er Angst an der Leine/vor der Leine/vor Zug auf dem Halsband?

 

In Ländern wie Rumänien leben viele Hunde auf den Straßen und sind dort allerlei Gefahren, vom Mensch ausgehend, ausgesetzt. Dabei sind die Straßen das eine Übel, der Umgang seitens der Menschen das andere. In manchen Gebieten gibt es viele Menschen, die die Hunde dulden und mit Futter versorgen und so den Hunden lehren, dass vom Menschen aus Gutes kommen kann. In anderen Gebieten ist es anders. Dort werden Hunde verjagt, mit Knüppeln, Steinen oder auch auf andere art und Weise. oder sie werden vergiftet. Die Hunde lernen, dass die Nähe von Menschen Gefahr bedeuten können.

Hunde, die jemandem gehören, leben oft draußen und sind zum Bewachen der Grundstücke da. Sie benötigen daher eine gewisse Wacheigenschaft, so dass dafür gerne Herdenschutzhunde oder deren Mixe genommen werden. Aber natürlich gibt es auch andere. In Rumänien und auch den anderen Ländern in Osteuropa wird relativ wenig auf Schönheit "gezüchtet", sondern eher auf die Eigenschaften. Und da dort auch viele Hunde unkastriert sind, vermehren sie sich auch ungewollt oft noch weiter.

Es gibt dadurch recht wenige Rassehunde, sondern vor allem undefinierbare Mixe.

Viele Straßenhunde werden mit einer Schlingschlaufe eingefangen, so dass die Hunde dabei leicht in Panik geraten, denn diese würgt sie und sie sind nicht in der Lage, die Flucht zu ergreifen, wie sie es gerne wollen. Sie werden dann in ein Auto gesperrt und kommen dann in ein Tierheim mit extrem vielen Hunden. Die Hunde bellen, es ist laut, riecht nach Angst, es ist eng und fremd. Für viele Hunde ist das ein traumatisches Erlebnis. Daher kann es vorkommen, dass ein Hund Panik bekommt, wenn durch eine Leine Zug auf das Halsband kommt. Wir haben aktuell genau so einen Hund im Tierheim Gießen, der daher auf Pflegestelle bei unserer Hundetrainerin lebt.

Es gibt aber auch viele andere Hunde, die entweder anders ins Tierheim kamen, anders eingefangen wurden oder deren Vertrauen in den Menschen größer ist als dass eine solche Einfangaktion das Grundvertrauen nachhaltig stören könnte.

 

Als Ersthund würde ich dir aber keinen Hund mit einer großen Baustelle wie einer Panik an der Leine empfehlen. Um einem solchen Hund die Angst zu nehmen, ist viel Arbeit, Training, Hundekenntnis, Ruhe, Souveranität und Fingerspitzengefühl nötig, welches man als Neuling kaum haben kann. Das Risiko, dass man die Angst verstärkt ist einfach zu groß und dann müsste man sich ggf. wieder vom Hund trennen.

 

Ist der Hund nur nicht leinenführig, so kann er es lernen. Da könntest du dir Unterstützung bei einem Hundetrainer holen.

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Toller, ausführlicher Beitrag Asti.  :)

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Hunde aus Rumänien sind alle... unterschiedlich.  ;)

 

Es gibt allerdings einige für Rumänien typische Umstände. 

- Viele der Mischlinge haben einen Anteil Herdenschutzhund in ihren Vorfahren. 

- Viele Hunde werden mit der Schlinge gefangen und erleben in ihrem vergeblichen Kampf gegen dieses Folterinstrument echte Todesangst. Sie sind schwer traumatisiert.

- Viele Hunde wachsen wild, also ohne Menschenkontakt auf, mindestens ohne positiven. Oft sind schon die Mütter ängstlich. Das lernen dann auch ihre Welpen. 

- Viele Hunde leben lange auf der Straße. Einige Hunde macht dabei schreckliche Erfahrungen mit Menschen, andere werden über Jahre regelmäßig von Menschen gut versorgt.  

- Viele eingefangene Hunde sind eigentlich streunende oder ausgesetzte Besitzerhunde, die ein Zuhause und Menschenbezug hatten. 

 

Je nachdem, welche Geschichte der einzelne Hund hat, ist es mehr oder weniger leicht oder schwer, ihn in unser Leben zu integrieren. 

 

Bei der Hündin, von der Du - auch in einem anderen thread, oder? - schreibst, würde ich vermuten, dass sie in der Tierheimumgebung schlechte Chancen hat, sich an Menschen anzunähern, da sie in ihrem Gehege/Zwinger stets erneut dem räumlichen und unumgänglichen Übergriff von Menschen ausgeliefert ist (Futter, Wasser, Putzen). Für sie wäre es wichtig, eine Pflegestelle mit unendlicher Geduld, Platz zum sicheren Ausweichen bei völlig normalem Leben der Pflegemenschen (so eine Art Katastrophenraum innerhalb der Wohnung, in der der Hund nie bedrängt wird, aber eingebettet in den normalen Lebensraum der/des Menschen) und ausbruchssicherem Garten zu finden, in der der Hund selbst entscheiden kann, wann er sich wie weit annähert und wo er ansonsten in Ruhe gelassen wird. Leinenführigkeit spielt zunächst gar keine Rolle. 

Ich behaupte, dass jeder ängstliche Hund eines Tages zutraulich wird. Es ist eine Frage der Geduld und der Möglichkeiten. Und es ist auch manchmal frustrierend für die Menschen. Man bemüht sich und übt sich in Geduld und dennoch scheint es über Tage, Wochen, Monate nicht besser zu werden. Es wird aber besser. 

 

Wenn ich mir die rumänischen Angsthunde der letzten Jahre ansehe, die ich miterlebt habe, dann haben alle ihren guten Weg gemacht. Je nach Vorgeschichte bleiben Vorsicht oder manche andere Verhaltensbesonderheiten bestehen, aber doch alle in einem Maße, mit dem sowohl Hunde wie Besitzer umgehen und gut leben können. Und manch Angsthund, dem es Niemand zugetraut hatte, entwickelt sich zu einem total coolen Gute- Laune- Hund. 

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Hab' schon mehrere ausgeführt, von völlig souverän bis übervorsichtig/ängstlich war alles dabei. Sie waren alle sehr sozial und intelligent. Die eine eher übervorsichtig ängstliche Hündin hat die anfängliche Skepsis aber sehr schnell abgelegt, Leine konnte sie auch nicht leiden.

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Bei mir leben jetzt 6 Rumänen und drei südländische Hunde. In den letzten Jahren hatte ich auch einige Pflegehunde, die meisten aus Rumänien. Ein Vorteil der Rumänen gegenüber den Südländern ist, dass sie oft weniger Jagdtrieb haben. Ausnahmen kenne ich aber auch. Meine Kayla würde extrem jagen wenn ich sie ließe, eine frühere Pointermix Hündin konnte im Wald frei laufen.   

 

Herdenschutzhundabstammung kann ich bei meinen, weder optisch noch im Verhalten, sehen. Ich empfinde sie als durchwegs tolle und auch einfach zu führende Hunde. Keiner meiner Rumänen hat ein Trauma. Kimba und auch einige der Pflegehunde kam als Angsthunde zu mir. Bei fast allen legt sich das aber mit der Zeit. Leider sind aber manche Menschen nicht bereit ihnen diese Zeit, die sie eben brauchen, zu geben. Darum muss man es sich gut überlegen einen Hund mit diversen Ängsten und Unsicherheiten aufzunehmen. Meine Kimba ist inzwischen ganz normal. Ich kann sie überall mit hin nehmen usw. Sie würde aber nie, wenn ich Besuch habe, diesem auf die Oberschenkel klettern, wie es Akhiro und Gismo (auch aus Rumänien) machen. Das empfinde ich als sehr angenehm. Meine Mutter hat auch einen Angsthund (evtl. hat er auch ein Trauma) aus Rumänien. Er ist nicht wirklich normal geworden. Ich vermute aber es liegt daran, dass er durch das abgeschiedene Leben bei meiner Mutter nicht die Chance hat mehr kennen zu lernen. Mit ihr hat er natürlich keine Probleme und er geht auch gerne spazieren. Aber sobald fremde Menschen in der Nähe sind hat er auch nach Jahren noch Angst.

 

Mein einziger Hund, Weasley; der wirklich ein Trauma hat, kommt aus Spanien und hat dort nicht auf der Straße sondern bei einem Halter gelebt. Einen Hund mit diesem Verhalten zu haben ist oft eine Herausforderung und wäre in einer Familie bei der sich nicht alles um die Hunde dreht nicht machbar. Ich freue mich über seine Fortschritte die er immer noch macht, obwohl er schon fast drei Jahre bei mir lebt.

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