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Hundeforum Der Hund
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Der Hund denkt, er muss mich beschützen

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Ich glaube ich hab in dem anderen Beitrag schon geschrieben, dass ich nie Hunde hatte, die mich beschützen wollten und ich war auch immer froh drüber.
Alle 3 gingen nie selbst nach vor wenn sie etwas beunruhigte, sondern kamen immer zu mir.

 

Bis auf eine Ausnahme. Ich habe das in Caillous Tagebuch auch irgendwo vermerkt.
Das war für mich auch neu, damit habe ich nicht gerechnet.

Nach meiner OP war ich insgesamt über 6 Wochen an 2 Krücken.
Natürlich war ich unsicher. Alles war komplizierter, schwieriger, anstrengender.

Links und rechts ne Krücke, rechts noch zwischen Griff und Hand die Leine eingeklemmt. Kein Vertrauen in das Bein/die Hüfte. Nicht ganz schmerzfrei.

 

Und das brachte Caillou auf den Plan (oder völlig durcheinander).

Ich hab ihn ja direkt nach der Krankenhausentlassung nach 5 Tagen zurückgeholt. Kleine Ruden ging ich mit ihm (auch als Anreiz, schnell wieder auf die Beine zu bekommen) und für die großen Runden wurde er von seinen Samojedenfreunden abgeholt. Da erzählte mir das Frauchen schon, er sei ohne mich wesentlich zurückhaltender. Nicht ängstlich, aber vorsichtiger.

Aber er hielt sich dann auch an sie oder den Rüden. Grundsätzlich war er aber wohl verhaltender, anders also als wenn er mit mir zusammen unterwegs ist (dann ist seine Welt ja rosarot und alles ist toll und nie passiert was böses...)

 

Und ganz schnell änderte er sich auch, wenn er mit mir an den Krücken unterwegs war (vor den Krücken hatte er keinerlei Angst)

Er ignorierte alle Hunde. Selbst seine besten, liebsten Hundefreunde die er sonst IMMER begrüßte. Er wollte sie nicht mal in der Nähe haben, war genervt davon.

Manche wollte er angehen wenn sie zu nahe kamen. ( :huh:  absolut neu, nie vorher passiert)

Er lief nur 2, 3 Meter vor mir, drehte sich oft nach mir um. Blieb stehen, wartete. Kaum schnüffeln, keine Kaffeebecher finden und tragen mehr, kein spielen mit Stöckchen auf der Strasse. Kaum markiert. 

 

Eines morgens traf ich meinen Arzt, der fuhr mit dem Rad an mir vorbei, sah mich. Stoppte und kam auf den Gehweg und sich zu erkundigen wie es mir ginge.

DAS ging für den Kleinen gar nicht! Das erste mal in seinem Leben knurrte er ernsthaft einen Menschen an. Den Doc nämlich, als er mir nahe kam.  :huh:

Keine Spur davon, hinter mich zu gehen wie sonst - er stand vor mir, böse knurrend (so nie gehört von ihm vorher), quasi schon sprungbereit  :huh:  :o

Ich konnte das dann deeskalieren und trotzdem auch mit dem Arzt reden, so ganz gepasst hat dem Caillou das aber nicht.

 

Und das ging die ganzen 6 Wochen lang an Krücken so weiter.

Sämtliche Kontakte zu Hunden und Menschen wollte er unterbinden und da auch einschreiten.  :huh:  :o

 

In der 7. Woche lies ich eine Krücke weg.

Der Hund entspannte.

 

In der 8. war ich wieder ohne unterwegs - und mein Hund wieder komplett der Alte.

Fröhlich, lebenslustig, freundlich oder halt ignorant. Interessiert am schnüffeln, markieren - wie immer halt.

Jeder Hund durfte zu uns, alle Menschen. Über die wurde sich wieder gefreut. Der Clown war wieder da, everybodys darling zurück.

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Der Kleine mit dem Löwenherz!!! Ganz bezaubernd, mal eine zeitlang Aufgaben zu übernehmen, die Dir nicht möglich waren und Dir (vermeintliche) Gefahren vom Leib zu halten.

Dabei aber trotzdem händelbar zu bleiben und Dir die Entscheidung zu überlassen, ob Kontakt nun letztlich ok ist, oder nicht.

Bezaubernd

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Interpretieren kann man 2 Seiten:

Eine wäre, er wollte mich tatsächlich beschützen.

Die andere wäre, er wollte nur sich beschützen, weil ich dazu fehlte und nicht wirklich in der Lage dazu war, seiner Meinung nach.

 

Also entweder die romantische "Kleiner Hund beschützt Besitzerin weil sie grad nicht voll da ist" - Version oder die eher kühle "Kleiner Hund beschützt sich selbst weil grad sonst keiner da ist" - Version.  :D

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Ist aber doch beides tapfer!!!

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Die typischen HSH, die gerne mal "selbst regeln", die können das ja meist auch, einfach aufgrund ihrer sehr überzeugenden Präsenz. Die machen ja oft ihr Leben lang kein einziges Mal die Erfahrung, dass ihnen jemand eine vor den Latz haut. Menschen nehmen diese Hunde in ihrem selbstbewussten Auftreten normalerweise durchaus für voll, wahren Distanz, bewegen sich nicht ruckartig. Wenn diese entschiedene, sehr natürliche Präsenz dauernd vom Halter unterbrochen wird, durch Ansprache, an der Leine ziehen oder ähnliches, dann neigen diese Hunde - so scheint es mir -, dazu, einen oben drauf zu legen, also z.B. laut zu werden. Ebenfalls nicht, um den Halter zu schützen (dazu reicht ihre Präsenz), sondern um irgendwie die Form zu wahren, also beeindruckend zu wirken, was der Halter ihnen durch sein Einwirken leider vermasselt hat.

So, das war jetzt reichlich unzusammenhängend, aber egal, kleine Gedankensammlung :D

Laut werden viele bestimmt auch, aber wenn sie von den wenigen Leuten, denen sie folgen dermaßen reglementiert/limitiert werden, kann auch schonmal ein depressiver, gefrusteter Hund dabei herauskommen. Die sind (zumindest in meiner emprischen Wahrnehmung) oft unängstlich und durchaus sensibel.  Verletzter Stolz und fehlendes Betätigungsfeld bedeutet dann ziemlich bald mangelndes Selbstwertgefühl.

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Es gibt einfach viele Menschen die es als besondere tiefe der Beziehung sehen "mein Hund beschützt mich ".

Jetzt habe ich ja zwei so Vögel.

Gerade bei Arvid ist es für mich Elementar,das er soviel Vertrauen in mich hat das er nicht auslöst.

So ein Riesenschatz wie er ist, schaltet er ins verteidigen /beschützen wird es wirklich gefährlich.

Soweit kam es noch nie .

Ja im Extremfall würde er ernst machen deshalb ist es zwingend mein Job zu verhindern das es soweit kommt.

Kürzlich meinte ein Kollege bei einer Sitzung "wenn ihm einer auf den Schwanz steht ,wird er sich schon wehren "

Nein würde er nicht, das ist für seinen "Arbeit"elementar (finde ich ).

Arvid hat Menschen mit Handycap,Kindern. ..gegenüber eine hohe Reizschwelle.

Trotzdem ist er ein Hund mit Schutztrieb,das ist auch OK.

Leider finden das viele "cool" und kaufen sich entsprechende Hunde, ohne diese Eigenheit weiter zu Durchdenken.

Wieviele Schäfer,Rottis ...sitzen in TH,bei denen der Schutztrieb zum Problem wurde.

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https://www.kfuh.de/de/hunderassen/mudi/kfuh-mudi-rassenbeschreibung.php

Das ist zwar kein Beispiel für "Menschen beschützen" (und kein typischer HSH oder Schutzhund) aber ein Held ist es auch... auf der Seite der drittletzte Abschnitt, ziemlich beeindruckend und sind echt nicht besonders groß gewachsen.

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Ständig diese Pauschalisierungen...

Ja es gibt Hunde, die würden diverse Dinge gerne selber regeln, wenn sie einem glauben, dann kann man sie anderweitig überzeugen, dann machen sie das nicht ohne dein Einverständnis. Und nein, diese Hunde sind nicht unsicher. Die sind zum großen Teil sogar darauf gezüchtet worden (z.B. ein paar ( vor allem Herden-)Schutzhunde). Und ja ich kenne auch Unsichere, die nach vorne gehen und nein, das ist überhaupt nicht vergleichbar im Umgang.

Hier gab' s mal einen Link zu einem Artikel, in dem Territorialiität mit Angstverhalten begründet wurde. Auch hier: Bei manchen, bei anderen nicht. Differenzieren macht Spaß, Leute.

 

Hab doch Hunde, denen ein Schutztrieb angezüchtet wurde, extra ausgeklammert.

Finde "Ständig diese Pauschalisierungen" genaugenommen auch pauschalisiert.

 

Meine Vermutung ist doch einfach, dass die Motivation hinter dem "Schutzverhalten" nicht wirklich "ich beschütze meinen Menschen" ist. Damit sag  ich nicht aus, dass das wirklich so ist bei allen Hunden dieser Welt. Damit sag ich lediglich, was ich dazu denke.

 

Emma ist ja nun kein großer und Furcht einflößender Hund. Wenn ich mich aber erschrecke (oder eine fette Spinne taucht im Haus auf :D ),dann wird sie sehr groß und ist in Sekundenschnelle an meiner Seite. 

 

Das find ich ein super Beispiel. Sowas erlebe ich mit meinem Hund natürlich auch. Auch mit den Hunden, die ich vor meinem jetzigen Hund hatte.

 

Aber da hab ich eher das Gefühl, dass der Hund meine Verunsicherung spürt und darauf reagiert. Aber nicht mit "Ok, deine Stimmung verändert sich gerade negativ, deshalb pass ich auf, dass dir nix passiert" sondern eher "Oha, deine Stimmung verändert sich gerade negativ, mit dieser Spinne da scheint irgendwas nicht zu stimmen, ich weiß zwar nicht was, aber du wirst damit schon recht haben, also sind wir jetzt beide irgendwie erschrocken".

Für mich ist das eher eine Stimmungsübertragung. Kann ja durchaus falsch sein.

 

_____________________________

 

 

Wenn ich sicher wäre, dass meine Gedanken zum Thema 'Hund beschützt Halter' absolut wahr wären und auf jeden Hund zutreffen würden, hätte ich dazu keinen Thread geschrieben. Mich interessiert ja, wie andere darüber denken.

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Wenn du sagst "Hunde, denen eine Schutztrieb angezüchtet wurde" suggerierst du, daß das Verhalten unnatürlich und eigentlich nicht vorhanden wäre und pauschalisierst damit auf alle (nicht gezüchteten) Hunde.

Du kannst ja glauben, was du willst, definitiv sagen, was sich der Hund dabei denkt, wird dir keiner sagen können. Eben nur Beispiele liefern, die eine Interpretation zulassen und das eben auch nur für den einen Hund.

Ich glaube ja, daß es eine große Bandbreite von Hundecharakteren gibt und daß die auch ohne Zucht existieren würden, sehe deshalb keinen Sinn darin, in der Frage "die die auf Schutztrieb gezüchtet wurden" herauszunehmen. Das klappt nämlich manchmal gar nicht und dann gibt es Hunde die nicht darauf gezüchtet wurden und die machen das einfach situationsabhängig trotzdem.

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Hab doch Hunde, denen ein Schutztrieb angezüchtet wurde, extra ausgeklammert.

Finde "Ständig diese Pauschalisierungen" genaugenommen auch pauschalisiert.

 

Meine Vermutung ist doch einfach, dass die Motivation hinter dem "Schutzverhalten" nicht wirklich "ich beschütze meinen Menschen" ist. Damit sag  ich nicht aus, dass das wirklich so ist bei allen Hunden dieser Welt. Damit sag ich lediglich, was ich dazu denke.

 

 

Das find ich ein super Beispiel. Sowas erlebe ich mit meinem Hund natürlich auch. Auch mit den Hunden, die ich vor meinem jetzigen Hund hatte.

 

Aber da hab ich eher das Gefühl, dass der Hund meine Verunsicherung spürt und darauf reagiert. Aber nicht mit "Ok, deine Stimmung verändert sich gerade negativ, deshalb pass ich auf, dass dir nix passiert" sondern eher "Oha, deine Stimmung verändert sich gerade negativ, mit dieser Spinne da scheint irgendwas nicht zu stimmen, ich weiß zwar nicht was, aber du wirst damit schon recht haben, also sind wir jetzt beide irgendwie erschrocken".

Für mich ist das eher eine Stimmungsübertragung. Kann ja durchaus falsch sein.

 

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Wenn ich sicher wäre, dass meine Gedanken zum Thema 'Hund beschützt Halter' absolut wahr wären und auf jeden Hund zutreffen würden, hätte ich dazu keinen Thread geschrieben. Mich interessiert ja, wie andere darüber denken.

 

 

Emma will immer helfen. Jag ich z.B. einen Hund weg, ist sie auch direkt zur Stelle und will den mit verjagen. Sie hat z.B. Schiss vor Wildschweinen und wenn sie die riecht, kommt sie an meine Seite und verstellt mir den Weg,damit ich umkehre und nicht weiterlaufe. Als ich mal nicht darauf gehört hatte und plötzlich 2 Schweine unmittelbar vor uns über den Weg liefen,blieb sie stehen. Aber mir ist dann ein Schreck-Geräusch ausm Mund geflutscht und ich hab mich wirklich sehr erschrocken. Daraufhin wollte Emma die Schweine verjagen  :o  

Gott sei Dank reicht ein "Zurück" oder ein "Alles ok, ich mach das" aus, damit sie nicht weiter die Heldin spielt. 

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