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Hundeforum Der Hund
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Woran erkennt man, dass Hunde Dauerstress haben?

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Ich meinte Davinia hat es nicht als Belohnung empfunden, ist ja klar. Auch, daß man seinem Ärger kurz Luft macht. Und auch daß man nicht auf ihm hängenbleibt.

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Lass mal wieder zum Thema zurück kommen, dass Gezicke nervt in der Tat und nimmt mehr Raum ein, als ihm zusteht. Wer ne gute Idee hat, wie man besser damit umgeht als Besserwisser, Schlauberger und Extremnerver bezeichnet zu werden von den immer gleichen 4 Leuten, der kann mir / uns ja mal ne PN schicken. Jetzt sollten wir das Schauspiel beenden.

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Es wird die ganze Zeit darüber geredet, woran Dauerstress zu erkennen ist.

 

Was dabei vergessen wird: Ist der Dauerstress schon da, ist das Kind schon in den Brunnen gefallen!

 

Es gibt einzelne Ereignisse, die traumatische Wirkung haben und deren negative Auswirkungen dann sofort oder im direkten Zusammenhang zu sehen sind.

 

Weitaus stärker verbreitet sind aber Krankheitsbilder, denen ein oft jahrelanger Prozess voraus geht, bis sich erkennbare Symptome zeigen.

 

Die hier im Thread angestrebte Liste sagt dann etwas darüber aus, ob ein Hund schon solche Probleme zeigt - aber nicht, ob er sich in einem Prozess befindet, der zu diesen Symptomen führt.

 

Ich habe mal eine Frau kennengelernt, die Jahrzehnte lang perfekt funktioniert hat: Familie, Existenzgründung und erfolgreicher Ausbau zusammen mit dem Ehemann, alles ganz hervorragend gelungen. Als ihr Mann sich von ihr trennte, funktionierte bei ihr plötzlich gar nichts mehr.

 

Sie konnte weder ihren arbeitsmäßigen, noch familiären (Kinder und Enkeln) noch ihren persönlichen (Körperpflege, Unternehmungen) Aufgaben nachkommen.

 

Ursache dafür war aber nicht die Trennung von ihrem Mann, sondern der jahrzehntelange Dauerstress, den weder sie noch ihre Umwelt als solchen wahr genommen haben.

 

Schon vor der Trennung hatte sie oft das Gefühl, dass ihr Alles zuviel wird. Vieles kam ihr Sinnlos vor - aber durch jahrelange Übung hat sie dies ihrer Umwelt gegenüber, aber auch sich selbst gekonnt überspielt.

 

Ich halte es für sinnlos, sich über die Symptome von Krankheitsbildern auszutauschen, ohne dabei zu berücksichtigen, wie es überhaupt erst zu diesen Symptomen kommen kann - und vor Allem, WIE man das vermeidet ;)

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Das hatte ich schon überlegt, so erklärt sich mein Beitrag von der vorigen Seite, wahrscheinlich würde der Thread dann zu fett. Abgekoppelt von der Krankheitsursache macht eine dazu noch individuell sehr unterschiedliche Symptombetrachtung an dieser Stelle wenig weiteren Sinn, vielleicht sieht das jemand ähnlich und will auch einen neuen aufmachen.

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Ich halte es, wie Marcolino, ebenfalls für nötig, wenn man sich mit dem Thema befasst, sich nicht nur auf pauschalen Symptomen zu beschränken, sondern differenzierter zu durchleuchten.

Muss man nicht - kann man aber.

Ein Strichlisten mässiges Abhaken finde ich viel zu oberflächlich und nichtssagend. Weil alleine beim Aufzählen(und evtl. Abhaken) der Symptome gar nicht auf die unterschiedlichen Stressphasen eingegangen wird und auch nicht auf die individuellen Faktoren, welche das Stressgeschehen mit beeinflussen.

Silkies Beitrag, der auf diese etwas differenzierte Sichtweise hingewiesen hat, wird scheinbar ignoriert, was ich sehr schade finde.

 

Neuen Thread fände ich ebenfalls sinnvoll.

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Das tückische daran ist, dass diese Zeichen nicht unbedingt den reellen IstZustand darstellen. Ein Hund, der sich in extrem stressigen Zeiten eine Bewegungsstereotypie angewöhnt hat, kann diese auch noch Jahre später als Selbstläufer zeigen, selbst wenn der urpsrünglich auslösende Stress schon lange Geschichte ist.

Kann ich absolut bestätigen! Als Finn bei uns einzog, war er ständig auf 180... gar nicht negativ, dem schien eher die Sonne aus dem Popo :D

Um zur Ruhe zu kommen hat er damals seine Vorderpfoten geleckt und das macht er heute noch... da er sich damit aber nicht weh tut, man sieht nichts an den Pfoten, lassen wir ihn das machen... außer Abends, wenn ich wegen dem Geräusch nicht schlafen kann ;)

Akuten Stress verpackt er, indem er sich einen nudelt :kaffee: daran merkt man dann immer, dass er was verarbeitet... soll er machen... wenns hilft :) sorgt halt für den ein oder anderen peinlichen Moment für uns Menschen, aber damit kann ich leben ;)

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@neeroa: Und was hast du getan, um dieses Überdrehen einzudämmen, damit er erst gar nicht mehr diese Stressreaktionen zeigen muss?

 

Das ist jetzt echtes Interesse von mir, weil ich mir nicht vorstellen kann dass du es einfach "so belassen" hast :) In deinem Beitrag finde ich nämlich nichts, wie du mit dem Stress für dich selber umgegangen bist.

 

... außer: Du lässt ihm das ihm eigene Ventil für Stressbearbeitung (Pfotenlecken, Nudeln :D ), weil es SEIN Ventil ist, um Stress abzubauen.

 

Das finde ich noch mal einen wichtigen Hinweis: Jedes Lebewesen hat seine eigenen Strategien, mit Stress umzugehen und diesen abzubauen. Viele Menschen nutzen z. B. den Sport, um Stress abzuarbeiten - manche als Hooligans, andere werden zum Marathonläufer (aber bitte jetzt KEINEN Umkehrschluss ziehen, das funktioniert so nicht ;) ).

 

Die Frage, die sich daraus ableitet, ist folgende: Ist es, aus diesem Blickwinkel betrachtet, tatsächlich richtig, Stresssymptome einfach zu unterbinden? (Hier hat auch Silkies schon Gedanken zu geäußert. Edit: Andere auch, nur wer ist mir gerade nicht so präsent). 

 

Waren wir in dieser Diskussion schon an dem Punkt, wo für jeden nachvollziehbar feststand: Das gelungene Unterbinden von Stresssymptomen kann keine Aussage darüber geben, ob der Stress noch vorhanden ist - oder nur anders kompensiert wird.

 

Ich glaube, diese Erkenntnis ist noch nicht so klar für Alle :)

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hm... das war halt ein Komplettprogramm... schwer zu sagen, was da im Einzelnen geholfen hat...

 

Zum einen haben wir Sachen, die ihn hochdrehen im Alltag vermieden, so gut es ging... er hatte vorher bei einer Familie auf einem Hof gelebt, war viel alleine draußen und wurde zur Auslastung mit dem Bällchen bespaßt... Ballspiele gab es also erstmal so gut wie gar keine und wenn dann in Verbindung mit kleinen Übungen zur Impulskontrolle, dann gab es eine klare Trennung zwischen Action und Ruhe...

 

Es war uns wichtig, dass er nicht immer nur langsam machen musste, sondern auch mal so richtig die Sau raus lassen konnte... er war auch nicht ängstlich, ich würde nicht mal sagen wirklich nervös... sondern nur den ganzen Tag auf der Suche nach Spiel, Spaß und Abenteuer... nach Spaziergängen lag er noch ne 3/4 Stunde hechelnd im Eck... es ist ihm extrem schwer gefallen nach Aufregung wieder runter zu kommen... da haben wir spielerisch ganz viel dran gemacht... im Wechsel gerauft und gekuschelt etc.

 

und irgendwann gings dann :)

 

er ist und bleibt aber ein Hund, der entweder ganz oder gar nicht kann :D

 

Ich hoffe, ich konnte dir da jetzt irgendwie mit weiterhelfen? alles ein bisschen schwammig :kaffee: Wenn du irgendwas genauer wissen magst, einfach Fragen :)

 

edit:

 

Was mir noch einfiel, nachdem ich abgeschickt habe :D

 

Das Lecken hat er sich einfach angewöhnt... da kann ich nicht mal beobachten, dass es mehr oder weniger wird im Zusammenhang mit Stress...

 

Das Nudeln ist ganz klar, ein Zeichen dafür, dass er sich bei irgendwas zusammenreißen musste... das kann ich nur bedingt verhindern :) Zum Beispiel, wenn ein Gasthund, den er nicht so gern mag ein Gitter weiter völlig aus rastet vor Freude, weil er grad abgeholt wird... da würde er gerne reinschreddern und dem die Hammelbeine langziehen, weil er so viel Aufregung sowieso nicht mag... erst recht nicht, wenn der Hund heimlich doof ist :D da kann es dann passieren, dass er sich mal eben entspannen geht :lol:

 

Wirklich verhindern kann ich diese Art von Stress nicht, weil er die Situation auch von noch weiter weg doof findet und wenn ich ihn komplett aussperre ist das erst recht doof... also bleibt er nah, dann kann ich ihn Belohnen, wenn er sich so toll zusammenreißt und nicht motzt... Das macht er auch echt gut! Für jemanden, der nicht genau hinschaut ist wahrscheinlich gar nicht klar, dass er grad Stress hat... im besten Fall sitzt er halt am Gitter und guckt... manchmal fiept er auch leise oder er geht weg, mufft dabei mal und legt sich auf seinen Platz... Ich schaue halt, dass ich die Situation so positiv wie möglich gestalte und den Rest muss er halt einfach aushalten... und wenn er sich hinterher einen nudelt und es ihm dann besser geht, nun ja... dann soll er halt :) schad ja nix und ist gut für für das allgemeine Wohlbefinden... :lol:

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Das finde ich noch mal einen wichtigen Hinweis: Jedes Lebewesen hat seine eigenen Strategien, mit Stress umzugehen und diesen abzubauen. Viele Menschen nutzen z. B. den Sport, um Stress abzuarbeiten

Helfen aber nicht dagegen, daß die Ursachen nunmal Stress auslösen.

Werden die nicht sukzessive aufgelöst, fangen sie sich an zu stapeln und man kommt aus den Coping- Strategien nicht mehr raus (oder Zwangshandlung, je nach Härtgrad), sehe ich auch so.

Zumindest muß ich versuchen alternative Lösungsweisen aufzuzeigen oder finden zu lassen..

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Stressresistenz kann aber auch genauso erarbeitet werden wie Stressstrategien im Umgang mit Stress.

 

Von neeroa fand ich z. B. wichtig, dass sie da bei Finn nichts unterdrückt hat - danke, Helena, für deine Antwort, ja reicht mir aus, weil sie eben deutlich zeigt, dass du bei der Stressverarbeitung bewusst positiv unterstützt und nicht unterdrückst. Gefällt mir :)

 

Bei eigenem Stress frage ich mich z. B.: Was benöige ICH, um unliebsamen, aber unvermeidbaren Stress nicht stapeln zu lassen, sondern tatsächlich zu verarbeiten?

Eigentlich sind wir ja genetisch mit der Fähigkeit ausgestattet, ein bestimmtes Maß an Stress locker weg zu stecken. Unser Verstand und das Vermögen zu Lernen helfen uns dabei, auch mit Stresssituationen fertig zu werden, die über das Maß des üblichen hinausgehen. Da sucht sich wohl jeder seine eigenen Möglichkeiten.

 

Ähnlich ist das bei Hunden, nur dass diese sich uns eben nicht mitteilen können und manche dieser Möglichkeiten nicht unbedingt in die Vorstellungen des Menschen passen.

 

Da müssen wir Menschen über Einfühlungsvermögen genauer hinschauen, was der Hund denn nun braucht, und welche akzeptablen Wege es gibt, um diesen Bedarf zu decken.

 

Eine einfache Strategie wird hier ja von vielen "aus dem Bauch heraus" angewandt: Der Hund DARF im entsprechenden Rahmen auch mal "die Sau" rauslassen. Er muss sich also nicht immer zusammenreißen, sondern hat auch mal Momente, wo er sich nicht beherrschen muss.

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