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Hundeforum Der Hund
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Leinenführigkeit ist verflixt anstrengend!

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Zur Zeit übe ich mit Laika , 14,5 Jahre, ganz intensiv Leinenführigkeit, ununterbrochen, bei jedem Gang , bei dem die Leine dran ist. Sie wird ja auch immer dementer und verschnüffelt sich auch gedankenverloren mal vom Gehweg auf die Strasse runter, deshalb geht ohne Leine neben Strassen gar nicht mehr.

Da sie zu geschätzten 95%taub geworden ist und nun auch noch die Sehkraft merklich nachlässt, ist mir eine wirklich korrekte Leinenführigkeit sehr wichtig, damits nicht zu ungewollten Rucken kommt,welche sie zusätzlich verunsichern.

Die Restgeräusche, die sie noch wahrnimmt, kann sie nicht mehr zuordnen und auch optische Reize fallen ihr immer schwerer, sie auf Distanz genau zu erkennen.

So wird jeder Spaziergang dort, wo sich "viel rührt"  immer mehr zum verunsichernden Faktor für sie und sie neigt dann dazu,  nur noch Umwelt meidend hinter mir zu schleichen und sich hilflos auf mich zu fixieren, was aber dann verhindert, dass sie sich unbefangen mit den Reizen auseinandersetzen könnte.

Das ist dann ein Bild des Jammers.

Wenn immer möglich, fahren wir ins freie Gelände, wo sie offline laufen kann. Da mäuselt sie mit Nicky fröhlich mit , läuft auch unbefangen voraus - aber immer geht das halt nicht , vor allem, weil ich inzwischen fast nur noch einzeln laufe, damit jeder sein eigenes Tempo haben kann, das er braucht. Und sie ist nunmal nicht mehr so fit wie der Krümel.

 

Also dachte ich mir, mit perfekter Leinenführigkeit kann ich ihr mehr Sicherheit bieten und damit auch ein klein wenig mehr Freude, auch auf angeleinten Spaziergängen.

 

Ich sag Euch was: Leinenführig zu sein ist mega-hammer-anstrengend!!!!!

Da sie sowieso meist innerhalb eines 3 Meter Radius um mich rum bleibt (ausser beim Mäuseln), ziehen wir nun immer mit gaaanz leichter 3 Meter Leine los, die sie kaum spürt. 

Wir gehen erst los, wen sie soweit ist und ich und ich schaue akribisch darauf, die richtige Position einzuhalten.

 

Aaaalso, das sieht so aus:

Ich gehe ganz knapp hinter ihr los, wenn sie los geht und bleibe genau in dem Bereich.  Estwas eitlich versetzt, hinter ihr, sodass sie problemlos auch vorne kreuzen kann, ohne die Leine zu spüren.

Sie überprüft ob ich noch da bin, immer mal wiedr  mit einer minimalen seitlichen Kopfbewegung und für sie ist das dann, wenn sie mal gespannt hat, dass das zuverlässig ausgeführt wird, ein ganz wesentlicher Sicherheitsfaktor, sodass sie wieder anfängt mit locker schwingender Rute vorne dran zu traben, spontan zu interessanten Schnüffelstellen abzubiegen, mal stehen zu bleiben und nur zu gucken und zu horchen, auch mal umzudrehen, weil sie ne interessante Schnüffelstelle überlaufen hat usw.

 

Aber ich sag Euch was:

Das erfordert so ne Menge an Konzentration und Selbstbeherrschung, auch achten auf die Körpersprache, um nicht störende, unbewusste Signale zu geben, das ist der Hammer!

Es ist aber schön, zu erleben, wie sie das annimmt und wieder lieber auch an der Leine durch die Siedlung schlendert, so als wäre sie frei, weil die Leine niemals auf Spannung kommt, nie stoppend oder mitziehend ruckt und sie dabei ungestört in ihrer Ömmiwelt versinken kann. Wenn sie mich braucht, weil irgendwas sie trotzdem verunsichert, kommt sie nahe neben mich und bleibt stehen. Ich dann auch und wir gucken, so lange, bis sie mich mit aufgestellten, statt angeklappten Ohren anguckt: "Ich bin soweit,Du auch?" und dann setzen wir uns beide wieder in Bewegung. Sie vorne dran.

Wenn ich wirklich ein Signal geben muss, zB. zum Stehenbleiben, weil von hinten ein Fahrrad kommt oder ähnliche Situationen auftauchen, reicht ein sanftes ausstreichen der Leine, das sie spürt und sofort guckt sie um und stoppt.

Sie war sehr ausgeprägt Angsthund, als sie bei mir einzog und mit der Demenz scheinen allte Ängste wieder hochzukommen und zusätzlich das Nachlassen der Sinne machts nicht leichter.

Aber wo ein Wille, da ein Weg - und den gehen wir nun, wenn wir nicht fortfahren können - auf diese Weise gemeinsam weiter.

 

Da wird mir erst nochmal deutlicher bewusst, was wir von unseren Hunden verlangen, wenn wir sie leinenführig haben möchten. Nicht rucken, nicht ziehen, immer auf den Menschen achten, wann der stehenbleibt, abbiegt, umdreht usw.......................echt heftig!

 

Danke allen meinen Hunden, die diese Leistung im Miteinander erbracht haben, oder sich zumindest echt bemühten!

 

 

 

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Du gibst der Laika soviel Sicherheit damit und hast meinen vollen Respekt, ja es ist bestimmt schwer für euch beide, aber so kann sie noch etwas draußen genießen und das ist einfach schön.

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Das klingt total super, wie du deine Kommunikation mit Laika beschreibst!

Das ist bestimmt nicht einfach für sie, wenn die Sinne allmählich schwinden, insbesondere wenn sie eine Vorgeschichte hat. Ich habe das ähnlich bei meinem Ömchen erlebt, aber nicht ganz so ausgeprägt. Aber ist es nicht ein schönes Gefühl, wenn man Wege und Hilfsmittel findet, um seinem Omihund das Leben zu erleichtern?!

Und dann kommt das auch noch so gut bei ihr an! Sie scheint sich sicherer an der Leine zu fühlen und sie weiß, wo sie hin muss, wenn sie etwas verunsichert. Das ist toll! Und ihr habt beide etwas davon. Sie kann sich ihrer Ömmiwelt widmen und du lernst wieder neu, was Körpersprache bewirken kann. Das ist doch alle Mühe wert!

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Leinenführigkeit finde ich definitiv das anstrengendste überhaupt, für Hund und Mensch (so eine Leine hat ja zwei Enden, an beiden muss jemand mitdenken ;) )

Drum verzichte ich weitestgehend drauf :D

Aber klar, wenn der Hund alt wird, muss man sich was einfallen lassen. Ich hatte das Glück, dass mein ganz alter bester Freund auf vier Pfoten die letzten Jahre mit mir mitten im Wald gelebt hat. Der brauchte keine Leine, kein Halsband oder Geschirr. In der Stadt oder auch nur in ansatzweise städtischem Gebiet wären seine alten Tage ganz anders verlaufen. Und meine mit ihm natürlich auch.

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Seit Ruby verzichte ich auch drauf :lol:

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Ja - ohne Leine ist ganz anders. Mit leinenführigem Frauchen ist aber fast wie frei, da stört dann ausser den unberechenbaren Umweltreizen nix, wenn die funktioniert, die am oberen Ende der Leine.

In der Natur ist sowieso nochmal anders, als in trubeliger Siedlung und neben befahrenen Strassen laufen zu müssen, bis man draußen ist.

Heute waren wir  wieder im Wald, wo Ömmi frei laufen durfte, inclusive allgemeine Brotzeit beim Bänkchen und gaaanz viel Natur erschnüffeln, bummeln und relaxen.

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Manchmal verändert so ein kleiner Perspektivenwechsel die ganze Welt - danke, dass du uns das wieder so klar ins Gedächtnis rufst! :)

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Da sieht man mal wieder wie contrair wir ticken. Leinenführigkeit ist das erste was meine Hunde lernen, schon als Welpe und da ist das nunmal gar nicht schwer. Denn Fehler, mich auf die Freiläufigkeit zu verlassen, hab ich bei meinen ersten beiden Hunden gemacht und dasselbe Thema im Alter gehabt, als Chiqui dement wurde, da ist es in der Tat dann eine Herausforderung für beide, wenn man eine lockere Leine anstrebt. Für meine dementen Hunde war eine Flexibandleine die beste Hilfe, gerade weil die Leine leicht auf Zug ist, so hatten sie eine Orientierung, ohne sehen oder hören zu können. Mit Geruch arbeiten ist auch noch eine Hilfe, Anika hat sich fast nur noch auf ihre Nase verlassen und die war zunehmend besser, je weniger sie sah und hörte.

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Da sieht man mal wieder wie contrair wir ticken. Leinenführigkeit ist das erste was meine Hunde lernen, schon als Welpe und da ist das nunmal gar nicht schwer. 

:klatsch: Der war gut.

Langsam frage ich mich tatsächlich, ob Du Probleme beim zusammenhängenden Lesen und verstehen hast.

Lies nochmal , Hirn einschalten und dann schweige besser. 

 

 

Flexileine macht immer leicht Zug - das stimmt. Aber Laika IST leinenführig, perfekt, läßt selbst keinen Zug entstehen, reagiert dort, wo es langewilig ist, auf jeden noch so feinen Zug und dementsprechend bremst sie das in dieser Situation eher.

Die kann ich dran machen, wenn wir dort gehen, wo sie durch viel Wild abgelenkt ist, sodass sie den nervenden Dauerzug kaum wahrnimmt. 

Sie soll sich FREI fühlen dürfen und nicht aufpassen müssen, was die Leine macht, wieviel Spielraum sie hat, wann diese ansteht  (und das tut auch eine Flexileine.)

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Wir machen nämlich gerade genau das Gegenteil von dem, was ein Hund zur Leinenführigkeit erlernen muss=> Frauchen wird auf Leinenführigkeit trainiert, sodass Laika sich im Kopf beruhigt von ihrer erlernten Führigkeit lösen kann und ohne irgendwelche Ansprüche erfüllen zu müssen, einfach Hund sein darf. Und das klappte  nun, seit ich meine innere Einstellung diesbezüglich verändert habe, sehr gut.

Ich gebe ihr nun das zurück, was sie , seit sie mit zweieinhalb Jahren gelernt hat , auf die verbindende Leine zu achten, geleistet hat.

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