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Hundeforum Der Hund
Nils89

Hund, 6 Monate, hat totale Panik draußen

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Deprivation hat gar nichts mit Aggressionen zu tun, das bedeutet ganz schlicht, dass Hunde reizarm aufgewachsen sind und nicht auf unsere Umweltreize geprägt wurden (wie Kaspar Hauser).
Sie fürchten sich vor allen unbekannten Dingen, normalen Alltagsgeräuschen, Kindern, Autos, Straßenlärm, Flugzeugen, Dingen, die für uns -und für die meisten Hunde- völlig selbstverständlich sind.

Es macht ihnen so große Angst, dass manche Hunde regelrechte Panikattacken draußen bekommen und am liebsten immer flüchten wollen.

Der Hund steht dabei so unter Stress, dass er nichts anderes mehr wahrnimmt und auch nicht lernen kann, da der Körper permanent auf Flucht programmiert ist.

Hier braucht es ein einfühlsames und langsames Training, Schritt für Schritt, damit der Hund die Defizite langsam aufholen kann.

 

Hier ist eine Erklärung:

 

Als Deprivationssyndrom wird die Gesamtheit der Symptome bezeichnet, die durch eine reizarme Aufzucht entstehen, wenn sich der Hund in seinem weiteren Leben in einer komplexen und anregenden Umwelt befindet.

Durch seine Defizite in der Gehirnstruktur kann er mit den vielen Umwelteinflüssen nicht umgehen. Er reagiert zunächst mit einer Phobie vor allem, was neu ist und aufgrund der dynamischen Vorgänge im Rahmen dieser Erkrankung lebt er sehr bald in einem dauernden Zustand von Angst: deprivationsbedingte Ängstlichkeit. Allzu schnell lernt ein Hund in diesem überwachsamen, angespannten Zustand, dass aggressives Verhalten ein hervorragende Methode ist, sich alles und jeden vom Leib zu halten.

Da diesen chronisch ängstlichen Hunden aufgrund ihrer Erkrankung eine vernünftige Selbstkontrolle fehlt, stellen sie eine nicht zu unterschätzende Gefahr für die Öffentlichkeit und, wenn die Kommunikation gestört ist, auch für ihre Familie dar! In manchen Fällen finden diese ängstlichen Hunde für sich eine – scheinbar – grossartige Lösung. Sie kann die Ursache für das nächste Problem sein ...

http://angsthund.de/content/deprivation/scholl/

 

Aggression ist nach meiner Erfahrung ein selten resultierendes Verhalten, die meisten Hunde, die ich trainierte, waren nur ständig auf der Flucht, bis hin zu körperlichen Panikattacken.

Einige geben sich auf, wenn sie nicht die Möglichkeit bekommen, eine angstfreie Zone zu bekommen.

Euer Hund ist zum Glück noch sehr jung, mit etwas Unterstützung und Üben in kleinen Schritten wird sie das sicher lernen.

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Vielleicht hat er ein Problem mit der Beengtheit von Häusern/Wänden ringsum, weil er keinen Fluchtraum sieht evt. ist die Sackgasse grad nicht so ideal,wenn das ein enger Weg ist.

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Ihr habt ja schon gute Tipps bekommen. Als Ergänzung: Die meisten Hunde zeigen am Ende einer Angstphase ein deutliches Zeichen der Erleichterung. Sehr häufig schütteln sie sich dann. Versucht, den Hund gut zu beobachten und ihn in dem Moment zu bestätigen, in dem er seinen Stress "abschüttelt". Freundliches unaufgeregtes Loben oder auch Leckerchen sind da gut. Versucht auch, herauszufinden, was für den Hund einfach das Mega- Leckerchen ist (bei meiner Panikmaus ist es stark duftendes Brathähnchen - man gönnt sich ja sonst nix, ne!). Das würde ich als Belohnung ins "feindliche Land" (Sackgasse) mitnehmen und ruhig immer mal wieder anbieten. Freue Dich und lobe ihn, wenn er es bemerkt und daran schnüffelt oder auch nur sein Interesse kurz dahin richtet und erst recht, wenn er es annimmt.

Und ansonsten: Geduld, Geduld, Geduld... viel Erfolg und noch mehr Freude wünsche ich Euch!

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Er schüttelt ich wirklich zwischendurch mal. Danke für das Wissen, dass er sich so von seiner Angst erleichtert. Haben direkt heute mehr darauf geachtet und ihn dann direkt bestätigt

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