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Hundeforum Der Hund
charly.fan

Iwan Pawlow und die Glocke?

Empfohlene Beiträge

Hallo!

Hunde lernen durch Verknüpfung. Von wem wissen wir das? Von Pawlow!

Karl

Is mir schon bekannt, dass Hunde durch Verknüpfung lernen.

Aber für mich ist das irgendwie so selbstverständlich, dass ich mir keine Gedanken gemacht habe, wer das zu erst bemerkt hat! :(

Wie gesagt, Pawlow möge mir verzeihen, dass ich noch kein Buch von ihm gelesen habe!

Warscheinlich stehn bei mir auch die falschen Bücher im Regal! :(

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Macht ja nichts. Man kann nicht alles wissen. Aber: Dieser Mann ist quasi eine Institution. Man sollte ihn kennen und wenn man ihn bislang noch nicht kennen gelernt hat, dann hat sich das ab heute geändert! :)

Pawlow ist weit über die Grenzen aller Hundefreunde weltweit und überall bekannt.

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Hey Mark,

dann erklär doch gleich mal mit wer Burrhus Frederic Skinner ist. Bin mir sicher, denn kennt hier auch keiner.

LG,

Karl

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Skinner prägte den Begriff der „operanten Konditionierung“ und stellte diese Form des Lernens der „klassischen Konditionierung“ gegenüber.

Die klassische Konditionierung, siehe Erläutreung zu Pawlow weiter oben hier im Thema, nutzt die Existenz einer bereits vorhandenen Abfolge von Reiz und Reaktion (schon das Riechen von leckerer Nahrung hat zur Folge, dass Speichelfluss einsetzt). Der Versuchsleiter bietet sodann parallel zum gewöhnlichen Reiz stets einen völlig andersartigen Reiz (zum Beispiel einen Glockenton), mit der Folge, dass nach erfolgreicher Konditionierung schon beim Ertönen der Glocke der Speichelfluss einsetzt.

Im Unterschied zur klassischen Konditionierung kommt bei der operanten Konditionierung ein weiteres Element hinzu: die der Reaktion folgende Konsequenz. Am wirkungsvollsten haben sich auch im Tierexperiment angenehme Konsequenzen („positive Verstärkung“) herausgestellt, also eine Belohnung zum Beispiel durch Futter. Allerdings können auch Vermeidungsreaktionen konditioniert werden, bei Katzen und anderen Haustieren zum Beispiel mit Hilfe einer Bestrafung durch Wasserspritzer.

Während die klassische Konditionierung also stets auf einem bereits weitgehend vorhandenen Verhaltensrepertoir aufbaut und dieses im Grunde nur variiert, können mit Hilfe der operanten Konditionierung sehr vielfältige neue Verhaltensmuster erzeugt werden (gleichwohl müssen natürlich auch hier die grundlegenden Bewegungsabfolgen zumindest als physiologisch möglich schon vorher existieren).

Ich mache es mal ganz kurz: Leckerchen in der Hundeerziehung = Skinner :)

Vielleicht noch einmal zur Verdeutlichung: Der entscheidende Unterschied zwischen klassischer und operanter Konditionierung ist folgender:

Klassische Konditionierung = Verhalten des Hundes selbst hat keine Konsequenzen!

Operante Konditionierung = Das Verhalten des Hundes hat Konsequenzen!

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Ich kann ja wohl nicht jeden kennen der was herausgefunden hat.

Ich habe auch keine Ahnung wer die Sache mit der Glühbirne oder dem Strom herausgefunden hat und trotzdem habe ich jeden Abend Licht...

Viele Grüße

Carmen

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Das ist ja auch alle nicht schlimm. Wir sollten es vielmehr als Anregung verstehen mehr über ihn zu erfahren, denn jeder der sich für Hundeerziehung bzw. Hundeverhalten interessiert sollte Pawlow kennen.

Ich hätte, wenn das Thema nicht eröffnet worden wäre, eigentlich auch gedacht, dass Pawlow nahezu jeder kennt. Aber es ist doch toll, dass dieses Forum täglich dazu beiträgt auch wirkliche Informationen zu vermitteln und neugierig zu machen.

Der Name Pawlow steht weithin für das, was man als Allgemeinbildung im Bereich Biologie bezeichnet. Vergleichbar mit Albert Einstein in der Physik.

Kurzum: Man kann nicht alles wissen, aber man kann bemüht sein ein Leben lang zu lernen und neugierig zu bleiben.

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Ich habe schon so viele Bücher über Hundeerziehung und über Hunde allgemein gelesen. Ich gehe seit fünf Jahren regelmäßig auf den Hundeplatz, da wird ja auch viel über die Hunde gesprochen und ich bin ja auch hier im Forum weil ich so viel wie nur möglich über Hunde, deren Verhalten, Erziehung und alles lernen möchte.

Ich habe mal ein paar Monate in der Welpenstunde mitgeholfen. Da habe ich auch ganz viele Bücher bekommen und auch sonst viele Infos damit ich keine Fehler mache.

Aber ich habe echt noch nie von diesen Menschen gehört. Ich finde das schon etwas seltsam.

Ich denke ich werde mal so richtig gemein sein und die Namen auf dem Hupla fallen lassen. Mal sehen was die Ausbilder so alles wissen - und es uns nicht weitergeben...

Vorher muss ich aber den Text auswendig lernen, damit ich mal so richtig angeben kann :D:so

(Weshalb gehen meine Smileys nicht?)

Viele Grüße

Carmen

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Danke schön für die vielen Antworten.

Jetzt weiß ich wie das heißt und von wem es heraus gefunden wurde. Darüber bin ich sehr froh.

DANKE!!! :)

Ich habe auch schon viele Bücher über Hunde(-erziehung) gelesen, mich im Internet informiert und tausche mich auch auf dem Hundeplatz aus. Aber genauso wie die anderen hier schon gesagt haben, habe ich noch nie von diesen Männern gehört.

Man lernt eben in seinem ganzen Leben. ;)

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Wie populär ist Pawlow? Pawlow ist einer der berühmtesten Wissenschaftler aller Zeiten; daher hier noch ein paar interessante Infos:

1902 Wenn der Pavlov einmal klingelt

Der russische Mediziner Ivan Petrowitsch Pavlov hält einen kuriosen Rekord: Nach keinen Experimenten wurden mehr Musikgruppen benannt, als nach jenen, die er Anfang des 20. Jahrhunderts mit Hunden anstellte. In den Siebzigerjahren des 20. Jahrhunderts gab es eine Rockband mit Namen »Pavlov’s Dog and the Condition Reflex Soul Revue and Concert Choir«, in den Achtzigern traten »Ivan Pavlov and the Salivation Army« auf, aus den Neunzigern kommen die Bluegrassband »Pavlov’s Dawgs« und die Rockband »Conditioned Response«, im neuen Jahrtausend spielt die englische Folk-Formation »Pavlov’s Cat« auf. Und Musiker waren nicht die Einzigen, die auf der Suche nach einem Namen bei Pavlov hängen blieben. »Pavlov’s Dog« heißt auch eine Kommunikationsagentur in Irland, ein Pub in England, eine Theatergruppe in Kanada und ein Drink im One World Café in Baltimore, USA – gemixt aus Kahlua, Bailey’s und Milch.

Pavlov erhielt 1904 den Nobelpreis für seine Forschungen über die Verdauung. Doch das ist nicht der Grund, weshalb sein Name heute so populär ist. Vielmehr ist es der fundamentale Lernmechanismus, den er bei dieser Arbeit zufälligerweise entdeckte.

Bei seinen Studien der Verdauung interessierte sich Pavlov auch für die Funktion der Speicheldrüsen. Um ihre Tätigkeit an lebenden Hunden beobachten zu können, führte er den Speichel der Tiere durch ein Loch in der Wange direkt von der Drüse in einen kleinen Messbecher. Eigentlich wollte er so die Zusammensetzung des Speichels bestimmen, wenn er die Hunde mit unterschiedlicher Nahrung fütterte. Doch bald tauchte ein Problem auf. Nachdem die Hunde ein paarmal gefüttert worden waren, begannen sie schon Speichel abzusondern, wenn sie das Fressen nur sahen. Zuerst betrachtete Pavlov diesen Effekt als Störfaktor und entwickelte Techniken, den Hunden das Fressen ohne Vorwarnung ins Maul zu geben. Doch es zeigte sich, dass die Tiere auch ganz subtile Signale mit dem Fressen verknüpften. Es reichte schon der Anblick des Forschers oder das Geräusch seiner Schritte, um den Speichelfluss in Gang zu bringen.

Bald schon sah Pavlov dieses Phänomen nicht mehr als Makel seiner Versuche, sondern als neues Forschungsgebiet. Er machte Experimente, bei denen er die Signale kontrollierte, die vor der Fütterung erfolgten: Fünf Sekunden vorher wurde ein Metronom in Gang gesetzt oder eine elektrische Glocke. Nach eingen solchen Paarungen – bei der Glocke reichte eine einzige – begann der Speichel schon bei den Signalen zu fließen. Die Hunde hatten gelernt, dass sie nach dem Glockenläuten gefüttert wurden.

Weil die Hunde selbst kleinste Hinweise aus ihrer Umwelt als Signale für die Fütterung deuteten, ließ Pavlov in St. Petersburg ein neues Gebäude mit schalldichten Räumen bauen, in denen er alle nötigen Manipulationen über Hebel und Seilzüge ferngesteuert vornehmen konnte.

Der so von Pavlov entdeckte grundlegende Lernmechanismus heißt »klassisches Konditionieren«. Dabei wird an eine natürliche Reiz-Reaktions-Kombination (Futter-Speichelfluss) ein neuer Reiz gekoppelt (Glocke). Ein neuer Reiz kann dabei also nur ein angeborenes Verhalten auslösen. Das allerdings in fast beliebiger Kombination. Wie dagegen neue Verhalten gelernt werden, untersuchte dreißig Jahre nach Pavlov der amerikanische Psychologe B. F. Skinner mit der so genannten Skinnerbox (mehr dazu im Buch).

Pavlov fand bei seinen Versuchen auch heraus, wie sich die Konditionierung wieder löschen lässt. Man brauchte bloß ein paarmal mit der Glocke zu klingeln, ohne den Hund danach zu füttern, und er verlernte den Zusammenhang wieder. Auf diesem Prinzip basiert die später entwickelte Verhaltenstherapie, bei der Patienten kontrolliert mit jenen Situationen konfrontiert werden, die bei ihnen zum Beispiel Angst auslösen. Auf diese Weise soll die Verknüpfung zwischen Situation und Angst gelöscht werden.

Heute sind Pavlovs Hunde ein Alltagsbegriff. Für Kulturkritiker wurden sie zum Symbol für die breite Masse in westlichen Industriegesellschaften, die sich von der Werbung zu »Konsum-Tieren« dressieren lässt und auf bestimmte Reize vorhersehbare Kaufreaktionen zeigt.

Anders als Pavlov selbst, der einer der berühmtesten Wissenschaftler aller Zeiten ist, haben die nach ihm benannten Bands den Durchbruch nie oder zumindest noch nicht geschafft. Am nächsten kam ihm die Rockgruppe »Pavlov’s Dog and the Condition Reflex Soul Revue and Concert Choir«, die 1973 in »Pavlov’s Dog« unbenannt wurde und für ihr Debütalbum 600000 Dollar erhielt, den höchsten bis dahin in den USA bezahlten Vorschuss für eine Platte. Drei Jahre später ließ die Plattenfirma sie fallen, die Musiker waren pleite und zerstritten.

Und hier ein ganz besonderer Link, den das Nobelpreiskomitee zur Verfügung stellt. Hier kann man selbst Pawlow spielen - lohnt sich auf jeden Fall:

Konditioniere einen Hund nach Pawlow

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Das was Pawlow und Skinner herausgefunden haben ist ja echt toll!

Aber erziehen wir nicht alle seit Jahren unsere Hunde bewusst oder unbewusst nach den Theorien der beiden Herren? :???

Wenn ich die Kühlschranktür aufmache, steht eine sabbernde Shelly vor mir: Im Kühlschrank steht ihr Nassfutter!

Hantiere ich mit Tupperdosen, steht ein sabbernder Boomer vor mir: In ner Tupperdose ist sein Trockenfutter!

Ich kenne die Beobachtungen und Forschungen von Herrn Pawlow und Skinner, aber nicht, weil ich deren Bücher gelesen habe, sondern ich selbst Augen im Kopf habe, meine Hunde beobachte und noch einigermassen genug graue Zellen habe, um zu wissen, dass die Hunde die von mir erzeugten Geräuche mit ihrem Futter in Verbindung bringen!

Bin ich nun ein schlechter Hundehalter und Trainer, weil ich kein einziges Buch von den beiden gelesen habe?

Die Theorien und Beobachtungen von Pawlow und Skinner scheinen so grundlegend wichtig in der Erziehung der Hunde zu sein, dass sie weltweit jeder anwendet, auch wenn man eigentlich nicht weiss, von wem sie kommen.

Hier wurde das Beispiel mit dem Licht gebracht.

Genau so seh ich es auch: Ich mach jeden Abend Licht an, damit ich nicht im Dunkeln sitzen muss, hab mir aber noch nie richtig Gedanken gemacht, wem ich das zu verdanken hab, wie der Herr heisst, ob nun Müller, Meiyer oder Schmitz.

Wir benutzen es alle, ohne gross nachzudenken woher der Ursprung kommt.

Ich denke, genau so ist es in diesem Fall: Alle wissen Bescheid und wissen wie und was gemeint ist, aber die Namen Pawlow und Skinner fallen dabei nicht!

Die beiden Herren mögen uns das verzeihen und nachsehen!

Mark, kannst du vielleicht mal ein paar Buchtitel hier reinstellen, damit man die Möglichkeit hat, sein Defizit in Literatur und Wissen aufzufrischen? ;)

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      in Hundefilme / Reportagen & Hundebücher


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