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Dein Hundeforum  Der Hund
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Hundebetreuung im Alter

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LisaH.   

Hallo,

 

... Wenn ich wüsste, hier in meiner Gegend sind HH, die haben einen alten Hund und zeitweise Betreuungsengpässe, dann würd ich meine Dienste anbieten. Und zwar nicht, weil ich Geld verdienen will, sondern damit es für sie leichter machbar wird für den Hund das Bestmögliche zu tun. Würd ich jedem gönnen- pflegenden Angehörigen auch.

 

Klingt nett, aber so einfach ist's dann meistens nicht. Zumindest nicht, wenn zum Alter noch 'ne fiese Krankheit dazu kommt.

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devito   

Danke Angelika ich bin zu Tränen gerührt.

 

Ja wir stecken jetzt gerade mittendrin und es ist alles andere wie einfach.

Maruscha ist nicht krank sondern sehr alt.

Und ja auch ich hab die Erfahrung gemacht, dass uns viele in unseren Umfeld lieber ohne Maruscha sehen würden.

Woanders wäre Maruscha nicht mehr am Leben viel zu anstrengend.

Schulmedizinisch gibt es für Maruscha nur noch Schmerzmittel, darum versuchen wir mit Heilpraktikerin und Chiropraktikerin Maruschas Lebensabschnitt so angenehm wie möglich zu gestalten.

 

Es ist eine Gragwanderung zwischen unendlicher Traurigkeit und herzzerspringender Freude.

 

Es dreht sich das ganze Leben nur noch um Hund.

Man lernt die Langsamkeit

Es wird geschoben und getragen

Es wird genäht und gestrickt

Extra Würste gekocht

Der Hund wird geduscht und gewaschen, immer wieder neu gebettet, gedreht und gewendet.

Geschmiert und geölt

gewaschen und geputz

Die Nacht wird zum Tag

 

Ich bin wirklich froh, dass ich Maruscha mit in die Arbeit nehmen kann und sie jede Sekunde bei mir sein kann.

Das macht das ganze für mich aber nicht einfacher, die Arbeitstage sind doppelt so anstrengend.

Ich muß immer aufpassen, dass ich sie rechtzeitig nach draußen bringe, dass sie keine Pfütze macht.

Manchmal, wenn sie nicht laufen kann stelle ich sie gefühlte 100 mal auf.

Wenn ich von der Arbeit heim komme bin ich oft so kaputt, dass ich am liebsten nur ins Bett fallen würde.

Nein dann geht es nochmal richtig Rund.

 

Ja manchmal hat man das Gefühl man vereinsamt, man bleibt zuhause, könnte ja was passieren.

An Weihnachten treffen wir Geschwister uns eigentlich immer, dieses Jahr fällt es für uns aus.

Bei uns ist es mir viel zu anstrengend alle zu verköstigen, zu meinen Brüdern kann Maruscha nicht mit.

Das kann ich auch niemanden zumuten einen undichten Hund in eine fremde Wohnung zu legen.

 

Dann kommt ja auch noch die finanzielle Belastung mit dazu, ein bisschen hirvon, ein bisschen davon, sind gleich mal 400- bis 500.-€ zusammen.

 

Also ich wüßte nicht, wem ich Maruscha anvertrauen könnte, da gibt es so viele Dinge zu beachten.

Ich glaube der Pflegeaufwand wäre unbezahlbar.

 

Ach ich könnte stundenlang darüber schreiben, danke Gudrun für das Thema, man hat ja sonst keinen mit dem man darüber sprechen kann.

Das will ja eigentlich niemand hören. Du mit deinem Hund, man kommt sich schon vor wie ein Ausßerirdischer.

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LisaH.   
(bearbeitet)

Ach Angie...

 

tun kann ich nix, aber es denken ganz viele an Euch. :wub:

EDIT: Und anderen geht es ähnlich, ging es ähnlich wird es ähnlich gehen.

 

Liebe Grüße

Lisa

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devito   

Ja das weiß ich doch Lisa :)  ;) 

 

Ist ja schön hier zu lesen, dass es viele Gleichgesinnte gibt.

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gast   
(bearbeitet)

und trotzdem sind es die besonders innigen Momente, die die ganze Mühe wert sind,m auch wenn das viele, die keine Hunde haben niemals verstehen werden. Und vergessen wir eins nicht, nicht jedem ist es gegönnt, so viele Jahr mit seinem Hund zu teilen und jedes Jahr mehr, wächst man mehr zusammen, das ist was ganz besonders, für das wir alle dankbar sind.

 

Als meine beiden dement waren,hab ich kaum eine Nacht länger als 2 Stunden am Stück geschlafen, spätestens dann hat mich eine wach gemacht, weil sie den AUsgang aus der Ecke in der Küche nicht gefunden hat, oder im Wassernapf saß oder sonst wo feststeckte und Hilfe rief.

 

Ist wie mit Babies, man wird hellhörig. Als sie dann nicht mehr waren hab ich noch wochenlang das Tapsen und Rufen nachts gehört und bin sogar aufgestanden, um nachzuschauen, obwohl mir vom Verstand her klar war, dass das nicht sein kann, aber ich hab es wirklich gehört und dachte, ich werd wahnsinnig.

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gast   

Ach ich könnte stundenlang darüber schreiben, danke Gudrun für das Thema, man hat ja sonst keinen mit dem man darüber sprechen kann.

Das will ja eigentlich niemand hören. Du mit deinem Hund, man kommt sich schon vor wie ein Ausßerirdischer.

 

Mach dir da mal keinen Stress. Ich schaue immer sehr gerne bei Euch im Thread vorbei. Und wenn ich mir die Zahlen ansehe dann machen das sehr viele und hören gerne zu :)

 

Und was andere sagen oder denken...die sollen mal lieber bei sich selbst schauen. Meinen Respekt hast du auf jedenfall.

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Squeezy   

@ Lisa: Nein, einfach ist das alles nicht. Weder mit Hunden noch mit Menschen. Und ganz für umsonst gibt' s die Hilfe von Fremden auch selten. Aber eine bedarfsgerechte, bedürfnisentsprechende Unterstützung, sachkundig und liebevoll,.ist viel wert. Und da gibt es tolle Leute, das weiß ich.

Für Zweibeiner haben wir hier einiges an Ehrenamtlichen Angeboten. Ich lebe allerdings in einer dicht besiedelten Gegend. Und ich hab mit der Materie zu tun, mache grad eine Schulung zur Demenzbetreuerin.

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segugiospinone   

WIr hatten nun ja zu Zampa (9) und Mila (8) noch unsere drei Oldies mit 16, 16 und 15 Jahren gleichzeitig, bis Morando vor fast 6 Wochen über die Regenbogenbrücke ging.

 

Was mich manchmal bedrückt ist, dass Zampa und Mila zurückstecken müssen. Denn natürlich dreht sich alles um den Hund, der krank ist oder eben einfach altersbedingt nicht mehr so kann wie die jüngeren bzw. gesünderen Hunde.

Statt einem Futter macht man plötzlich einige zur Auswahl. Schon wissend, dass heute der Geschmack ein anderer sein wird als gestern. Also stellt man vorsorglich schon mehrere Näpfe mit verschiedenen Futtersorten bereit in der Hoffnung, dass zumindest ausreichend gefuttert wird. Was auch immer. Der Dörrautomat läuft quasi rund um die Uhr, denn gedörrter Fisch und gedörrtes Fleisch gehen öfter als rohes oder gekochtes Fleisch, während Dose oder Trockenfutter quasi gar nicht mehr gefressen werden.

Die Gabe von Medikamenten wird zu einer Mischung aus Spiel und Kampf. Kreativität ist gefragt, wenn der Hund schlau genug ist, mit einer Tablette gefüllte Leberwurst, Käse oder Würstchen wieder auszuspucken und selbst gemörserte und in die Lefzen geschmierte Tabletten wieder auf den Teppich gespuckt werden. Die Wahl fällt, soweit möglich, auf Tropfen, die man ins Hundegöscherl spritzen kann.

Zeit ist kostbar. Der Tierarzt - einfache Strecke - 40 km entfernt. Bei täglichen Besuchen für Infusionen oder Spritzen bleibt der Part der Spaziergänge mit den anderen Hunden am Partner hängen. Eher unwichtige Dinge wie Fensterputzen werden auf unbestimmte Zeit verschoben. So wie viele andere Dinge, die keinesfalls so wichtig sind wie das Wohl der Hunde.

Die Kosten für Tierarzt, Chiropraktiker, Physiotherapeut und diverse Futterzusätze erreichen bei drei alten und kranken Hunden schwindelerregende Höhen und ich frage mich oft, was wäre, wenn wir sie nicht mehr zahlen könnten.

Wir können uns glücklich schätzen über einen sehr großzügigen Arbeitgeber. Ein Anruf am Morgen genügt, und die Arbeitszeit wird auf den Nachmittag oder Abend gelegt oder ein freier Tag genommen, wenn ein längerer/größerer Tierarztbesuch ansteht. Und ich bin dankbar, dass ich nur 30 Stunden pro Woche arbeiten muss und mein Mann seit dem Sommer Arbeitszeit verkürzern konnte und nun ca. 80 Tage pro Jahr Urlaub und freie Tage hat.

 

Die Waschmaschine läuft öfter und auf den Sofas liegen nun vorsorglich Inkontinenzauflagen. Die zwar nur selten nötig sind, aber sicher ist sicher. Im an sich leicht zu reinigenden, da mit Fliesenboden ausgestattetem Haus liegen nun allüberall Teppiche für stabileren Tritt der Hunde und natürlich stehen an jeder Couch Podeste, damit die Hunde die Couch besser erklimmen und wieder verlassen können.

Am allerwichtigsten ist aber die gemeinsame Zeit. Zeit zum Schmusen, zum Kuscheln, einfach da sein. Gerade nachts, wenn es eben mal wieder eine Nacht ist, wo Pupa nicht zur Ruhe kommt. Dank eines Tablettencocktails (Klosterfrau Nachtruhe, Sedarom direkt und einer geringen Menge Novalgin) schläft sie seit 2 Wochen nun wieder durch. Wobei durchschlafen einfach bedeutet, dass sie nicht stundenlang wandert und hechelt. Sie steht natürlich nachts auf, geht raus (wir haben eine Klappe in der Tür) und so bin ich trotzdem wach und achte darauf, dass sie den Weg ins Haus wieder findet.

Ist Pupa unruhig oder hat Nonna Schmerzen, liege ich nachts halt stundenlang bei ihnen und versuche, sie in den Schlaf zu knuddeln. Hat mein Mann frei, übernimmt er diese Aufgabe.

Ich stöbere im Internet, um Tipps zu bekommen, wie ich den Hundels die Lebensqualität erhöhen bzw. erhalten kann.

Keine Zeit ist so intensiv wie diese Monate, in denen man genau weiß, dass der Abschied naht :wub: und wenn der Tag, die Stunde dann gekommen ist, weiß ich, dass wir alles getan haben, was möglich war und doch den Zeitpunkt erwischt haben, damit unser geliebter Vierbeiner nicht leiden musste. Ich wünsche mir sehr, dass das auch künftig so sein wird.



 

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gast   

ja, so sieht es aus, das hast du sehr gut beschrieben. :wub:  :wub: :wub:  

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gast   
(bearbeitet)

Ich habe großen Respekt vor den Menschen, die ihren Hund bis zur allerletzten Minute pflegen und versorgen. Auch blöde Kommentare finde ich das allerletzte, aber jetzt kommt ein ABER und bitte nicht falsch verstehen, es soll nicht taktlos erscheinen:

Außenstehende haben manchmal einen besseren Blick für den seelischen und körperlichen Zustand von Hund und Halter. Es gibt leider Fälle wo ein Tier um jeden Preis am Leben gehalten wird - da finde ich Anregungen/Nachfragen durchaus sinnvoll. Es kann einfach nicht sein, dass man selber völlig kaputt ist, "nur" um Tier zu pflegen.

Wir hatten einen Fall auf dem Pferdehof, wo das Tier wenigstens 2 Jahre lang am Leben gehalten wurde für nichts - es ist sozusagen verhungert, weil der Organismus trotz TA Behandlung einfach nicht konnte. Männe und ich haben uns geschworen, es bei unseren Tieren nicht so weit kommen zu lassen.

Ich selber habe meinen Vater monatelang mit meiner Mutter zusammen gepflegt - danach waren wir beide durch. Und diese menschliche Komponente ist für mich wichtiger als Lebenerhalten um jeden Preis.

Ich möchte auf keinen Fall damit sagen, dass z.B. Maruscha eingeschläfert gehört - ich möchte nur damit sagen, den Menschen (also den HuHa) nicht aus den Augen zu verlieren. Es nutzt niemandem, wenn der Hund lebt, der Mensch aber kaputt geht oder ist.

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