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Hundeforum Der Hund
Pollux2402

Leinenaggression, Vertrauen

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Hallöchen erstmal. Ich habe mich vor einiger Zeit schon mal vorgestellt, werde es trotzdem nochmal tun :P 

Also ich bin Jennifer 17 Jahre und wir haben nun seit etwa einem halben Jahr einen nun fast 2 jährigen Golden Retriever. 

Bei den Vorbesitzer wurde Pollux nie an der Leine geführt, da sie auch im nirgendwo lebten, wo es kaum Autos Hunde etc gab.

Da wir am Wald wohnen wo ständig Hunde kommen und Pollux leider nicht wirklich abrufbar ist, müssen wir ihn außer zum spielen und rennen

an der Leine lassen. Weil nicht gelernt zieht er sehr stark an der Leine, was ich durch ständiges drehen einigermaßen in den Griff bekomme.  

Anfangs haben wir ihn immer freilaufen lassen und es war toll wie gut er mit allen Hunden zurecht kam. Er war immer passiv abwartend und egal wie

der andere drauf war, Pollux blieb immer ruhig. Nur er läuft ständig 50 meter oder weiter voraus und ist dazu nicht abrufbar. Durch

das Leinengehen entwickelt sich mittlerweile Leinenaggression. Er knurrt alle Hunde die er sieht an und bellt sie manchmal aus. Er zerrt dann dort hin und ich

muss mir die Blicke der anderen angucken " Der muss aber erzogen werden :angry: "

Ich habe es schon mit belohnen bei sichtkontakt versucht, da ich gelesen habe, dass man kein starren zulassen soll und direkt ablenken soll. Sobald Pollux einen

Hund aber nur undeutlich wahrnimmt und nur vermutet, fixiert er schon und ist nicht mehr aus der Konzentration zu bekommen. Wenn ich die Richtung wechsel, geht es einigermaßen,

aber ich muss meistens ja auch in die Richtung wo der Hund ist und dann geht das gepöbel los. Vor ihn stellen bringt nix, stachelt ihn erst recht an. Ich habe so einen quietscher der für 0.001´sek

die Aufmerksamkeit auf mich lenkt. Einen Befehl geht zwar, wird aber ignoriert. 

Ich habe mir die ganze Nacht Videos und Tipps durchgelesen und so tolle Hunde gesehen, die immer Blickkontakt halten und auf den Halter achten, die anderen Hunde werden

links liegen gelassen. Pollux hingegen zeigt null Aufmerksamkeit. Ich habe seit einiger Zeit leckerchen dabei was ihn manchmal dazu bringt kurz zur Hand zu schauen ob ein

leckerchen kommt. Wenn er guckt, bekommt er es auch meistens oder wird sprachlich belohnt. Ich bleibe auch häufig stehen und bringe ihn ins sitz, dann warte ich

solange bis er blickkontakt aufnimmt, leckerchen und weiter geht's. Aber das mache ich schon seit wir ihn habe, am liebsten möchte ich ihn ja frei laufen lassen, aber

er hat vor ein paar tagen das erste mal sein aggressives verhalten auch unangeleint gezeigt... Wir haben in der Nähe auch ein Feld, vielleicht gibt es dort weniger Ablenkung

da alles übersichtlicher ist und ich kann dort trainieren. Aber was kann ich noch tun ? Ich möchte keine volle leinenaggression bei ihm auslösen. Dann die ganzen Videos

wo die Hunde sich am Halter orientieren, kann man das ejdem Hund antrainieren ? Ich möchte nicht dass er mich ununterbrochen ansieht, aber er ignoriert mich ja völlig und

weint auch direkt wenn ich ihm einen befehl gebe, ich weoß nicht ob er sowas nie machen musste ...

Wäre toll wenn es ein paar Tipps geben würde

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Hallo Pollux,

 

als allerersten Tip...Gelassenheit und Geduld. Dann lös dich am besten auch von "den Blicken" der anderen. Macht nur unnötig Druck.

Bei den allermeisten würde es nicht schaden erstmal den Blick auf sich selbst zu richten.

 

Ich würde dir zuerst vorschlagen noch weiter an der Beziehung zu arbeiten. Ein halbes Jahr ist jetzt auch noch nicht so lange,

Dann hat dein Wort auch ein ganz anderes Gewicht. Tolle Sachen aus Hundesicht machen. Mal mitten rein in den Wald.(möglichst dort wo keine anderen Hunde rumlaufen)

Kleine Spielchen machen und das Ganze erstmal spielerisch trainieren.

Du versteckst ein Leckerlie und rufst dann freudig "Pollux, schau mal was ich hier hab". Nur als kleines Beispiel.

 

Beim Rückruftraining würde ich erstmal die Augenblicke nutzen wenn der Hund zu dir schaut.

Nicht gleich mit dem "Schwierigsten" anfangen wenn der Hund schon fixiert oder sonstwie stark abgelenkt ist.

 

Ich hab jetzt kein Trainingsvideo aber hier mal ein Ausschnitt wie ich das so mit meinen drei mache.

 

 

Mir ist es wichtig zu schauen das die Hunde wirklich gut ausgelastet sind. Bewegung und vom Kopf her.

Da muss man auch kein Buch lesen oder sonstwas veranstalten. 1-1,5h Walsgassi lastet den Hund sowohl körperlich als auch geistig aus.

Ich vermute bei euch bildet sich langsam ein kleiner "Teufelskreis". Du wirst immer unsicherer, der Hund ist immer öfter an der Leine und es baut sich langsam Frust auf.

Ganz ehrlich...wenn ich Frust habe bin ich auch nicht mehr der freundlichste :-)

 

Also kurz zusammengefasst. Nicht versuchen jetzt direkt an dem Problem zu arbeiten sondern erstmal zu kucken das dein Wauz möglichst zufrieden ist.

Dann klappt das andere fast wie von selbst. Das heisst jetzt nicht das du nur nur noch flöten oder quietschen musst.

Im Prinzip normal ansprechen. Mal freudig oder auch je nachdem mal mit mehr Nachdruck. Manchmal muss man sich auch beim Hund durchsetzen aber nicht so wie das im allgemeinen verstanden wird.

Eher so wie du dich manchmal bei Freunden oder in der Familie durchsetzt. Ich gehe davon aus das du da auch nicht rumbrüllst oder andere körperlich angehst^^

 

Auch nicht zuviel erwarten. Das ganze wird Zeit brauchen. Manchmal wirds gut klappen an anderen Tagen wieder nicht.

Dranbleiben ist wichtig und möglichst positiv rangehen.

 

Hoffe es ist verständlich...ist noch ziemlich früh :)

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Hallo,

Ich möchte einwerfen, dass es wichtig wäre zu wissen, welche Motivation hinter dem Verhalten steckt. Ist er aggressiv oder vor allem unsicher oder frustriert weil er keinen Kontakt aufnehmen darf?

Nicht alle Hunde reagieren in der Situation positiv auf Ablenkung wie Spielzeug und Leckerlies. Wir haben noch einen weiten Weg vor uns. Aber ich habe bei meinem gemerkt, dass den Blickkontakt zu unterbrechen ihn richtig frustriert und nervös macht. Wir versuchen es jetzt über Anzeigen und Bestätigung in einer für den Hund angenehmen Entfernung. Und die verringern wir sehr langsam. Fixieren erlaube ich nicht. Lässt sich bei ihm gut unterscheiden.

Das Blöde bei dem Thema ist, dass der Fortschritt dadurch gehemmt wird, dass man zu oft in Situationen kommt, die den Hund überfordern. Es sind einfach viele Hunde unterwegs. Mit manchen Hundehaltern kann man sich auf Entfernung verständigen. Aber die meisten merken nicht, dass es ein Problem gibt oder denen ist es egal. Gestern hat ein sehr netter Mann mit seinem Hund extra lange an der Ampel gewartet, damit wir uns langsam und Schritt für Schritt vorbeibewegen konnten und Femo hat es super gemacht.

Ich versuche jetzt auch Begegnungen ohne Leine besser zu managen. Da kommt er gut klar, aber es wäre besser, wenn ich da mehr die Führung übernehmen würde.

Ich hoffe, ihr findet einen Weg für euch. Würde mich auf jeden Fall interessieren zu lesen. :)

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Hallo, danke schonmal für die Antworten.      

Also sollte ich lieber in den Wald gehen und ihn dort ableinen oder auch anleinen ? Das habe ich auch schon öfters gemacht,

er dreht dann komplett durch. einerseits ist es ja gut, dann kann er sich richtig auspowern, aber der rennt dann ohne Rücksicht auf verluste und rennt mich manchmal fast um.

Wenn ich sehe dass er kommt, also er dreht in sehr schnellem Tempo viele Runden um mich rum und ist nicht ansprechbar, dann halte ich schonmal mein Knie hin, dem weicht er dann aus :rolleyes: 

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Hallo, danke schonmal für die Antworten.      

Also sollte ich lieber in den Wald gehen und ihn dort ableinen oder auch anleinen ? Das habe ich auch schon öfters gemacht,

er dreht dann komplett durch. einerseits ist es ja gut, dann kann er sich richtig auspowern, aber der rennt dann ohne Rücksicht auf verluste und rennt mich manchmal fast um.

Wenn ich sehe dass er kommt, also er dreht in sehr schnellem Tempo viele Runden um mich rum und ist nicht ansprechbar, dann halte ich schonmal mein Knie hin, dem weicht er dann aus :rolleyes:

 

Also solange er nicht jagen geht würde ich ableinen. Im Prinzip zeigt er dir schon mit den "dollen 5 Minuten" das er das Klasse findet und das sich wohl auch schon ein bischen was angestaut hat.

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Hallo,

Ich möchte einwerfen, dass es wichtig wäre zu wissen, welche Motivation hinter dem Verhalten steckt. Ist er aggressiv oder vor allem unsicher oder frustriert weil er keinen Kontakt aufnehmen darf?

 

Also, sagen kann ich es nicht genau, aber wenn ich zum Beispiel versuche ihn abzuschirmen und mich zwischen ihm und dem Hund stelle, dann springt er an mir vorbei und fängt direkt an zu knurren.

Ich denke bei einigen fühlt er sich auch durch die Leine sicher, er hatte mit einem Hund schon oft Probleme, da dieser immer bei unserem Nachbarn abhaut und ich ihm dann mit Pollux begegnet bin.

Ich musste lange warten bis die Türe geöffnet wurde und währenddessen hat der andere meinen ununterbrochen angeknurrt und ist auf ihn gestiegen ...

Ich habe versucht den anderen wegzudrängen, aber der hat dann so komisch geguckt und ich hab es sein lassen. Seitdem wird er bei jeder Begegnung mit ihm sehr gereizt und will knurrend dahin.

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Also, sagen kann ich es nicht genau, aber wenn ich zum Beispiel versuche ihn abzuschirmen und mich zwischen ihm und dem Hund stelle, dann springt er an mir vorbei und fängt direkt an zu knurren.

Ich denke bei einigen fühlt er sich auch durch die Leine sicher, er hatte mit einem Hund schon oft Probleme, da dieser immer bei unserem Nachbarn abhaut und ich ihm dann mit Pollux begegnet bin.

Ich musste lange warten bis die Türe geöffnet wurde und währenddessen hat der andere meinen ununterbrochen angeknurrt und ist auf ihn gestiegen ...

Ich habe versucht den anderen wegzudrängen, aber der hat dann so komisch geguckt und ich hab es sein lassen. Seitdem wird er bei jeder Begegnung mit ihm sehr gereizt und will knurrend dahin.

 

Die Situation ist sehr dumm gelaufen, sowohl für dich als für deinen Hund :(

 

Nun hat dein Hund seinen Lieblingsfeind - gehe ihm besser zukünftig aus dem Weg. Möglich, dass sich das später noch mal ändern wird, wenn Pollux und du zu einem Team zusammen gewachsen seid. Aber sieh es mal so: Dein Pollux hat die Situation (angeknurrt und bestiegen zu werden) NOCH nicht mit eigener Aggression beantwortet - und darauf solltest du es auch nicht ankommen lassen.

 

Ich sehe es wie Geisi2: Lass die Beziehung erst mal wachsen, durch gemeinsame Beschäftigung.

 

Suche dir gezielt Plätze, die ruhiger sind, wo du nicht so viele Hunde triffst, und lasse den Kontakt mit Hunden die ihr beide mögt, zu.

Allen anderen Hunden gehst du großräumig aus dem Weg, und zwar so rechtzeitig, dass Pollux noch ohne groß zu meckern mitkommt. Dieses Mitkommen belohnst du dann, mit Lob, auch Leckerchen, aber auch daran anschließend eine Beschäftigung die er mag. So kannst du verknüpfen: Dass wir uns von dem anderen Hund entfernen, bedeutet für dich nichts Schlechtes, sondern etwas Gutes!

 

Das kann ein gemeinsames Spiel sein, aber auch ein anderer Hund, mit dem er dann Kontakt haben soll und darf.

 

Dein Hund ist jetzt 2 - bei Golden das typische Alter für die "2. Pubertät". Zu diesem Zeitpunkt macht der Hund noch mal einen Sprung ins frühe Erwachsenenstadium, da schießen die Hormone schon mal quer, aber die Hunde probieren sich selber auch aus, um herauszufinden, wo denn "ihr Platz" in dieser Welt ist.

 

Dazu kommt, dass Pollux bisher bei den Vorbesitzern nicht die Dinge gelernt hat, die in den meisten Umgebungen einfach notwendig sind um gefahrlos durch diese Welt zu kommen.

 

Den Rückruf baust du freudig auf, rufe ihn freudig und zeige ihm immer, dass es etwas ganz Tolles ist, wenn er dann kommt. 

Das dauert bis es sich etabliert hat, achte also darauf dass du

 

1. wirklich nur dann rufst, wenn du dir sicher bist dass er kommen KANN (auf halber Strecke zum nächsten Hund ist leider zu spät im Moment)

2. immer mal wieder einen Rückruf bei euren Spaziergängen einbaust, in der ersten Zeit dann, wenn nichts Anderes ihn ablenkt (dazu zählt auch Schnüffeln und Markieren, bitte erst dann rufen, wenn er fertig ist oder seinen Blick zu dir wendet) Überhaupt kannst du seinen Blickkontakt öfter dazu nutzen, ihn zu loben - und mal schnell zu dir zu kommen :)

 

Ich denke auch, dein Hund hat Frust - er kennt die ganzen Beschränkungen, die bei euch ja notwendig sind, bisher gar nicht ... dazu das Alter ...  :rolleyes:

 

Hm - mit deinen 17 Jahren kennst du diesen Frust vielleicht selber, immer dann wenn deine Eltern dir z. B. etwas untersagen, was dir so gar nicht gefällt ;)

 

Ähnlich geht es deinem Hund jetzt - nur dass DU weißt, bald darfst du selber entscheiden und über dein Leben selber bestimmen. Pollux weiß aber nicht, wieviel Freiheit er eigentlich haben darf, wenn er erst mal die Regeln kennen gelernt hat und sich an diese hält, die in seinem jetzigen Leben notwendig sind.

 

Ach ja - lass das mit dem "Vor-ihn-Stellen" - er nimmt es eh nicht ernst, und du bietest ihm damit wieder eine Situation, in der er lernt dass er dich nicht ernst nehmen muss.

 

Zeige ihm lieber, dass du eine klügere Alternative kennst - weggehen, Abstand nehmen, aus dem sicheren Abstand gemeinsam beobachten ... und dann entscheiden, ob ein Kontakt doch möglich ist, oder ob ihr lieber zu Zweit etwas Tolles, Gemeinsames macht.

 

Übrigens: Für einen Golden Retriever gibt es eine ganz tolle, gemeinsame Beschäftigung: Apportieren :D

 

Das hat überhaupt nichts zu tun mit dem einfachen "Bällchenwerfen" (möglichst noch mit dieser blöden "Schleuder"  :unsure: ), sondern ist ein Sport, der den Hund sowohl körperlich als auch vom Kopf her perfekt auslastet (und so ganz nebenbei die Jagdpassion des JAGDhundes Golden Retriever perfekt lenkbar macht).

 

Lieber Gruß

Moni

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Danke nochmals für die vielen Tipps und die Hilfe. Übrigens:

Ich bin eben mit Pollux nochmal an der schleppleine in den Wald und bin mit ihm tiefer in den Wald gegangen und dort Rum gelaufen. Es hat ihm total Spaß gemacht, ich habe auch mit Stöckchen gespielt und er war sich immer wieder wenn ich leise wurde nach mit am umsehen.

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Versuche es erst mal mit einem Futterdummy - den MUSS er nämlich bringen, weil da die Leckerchen drin sind, auf die er scharf ist :)

 

Mit dem Futterdummy kannst du direkt mehrere kleine Übungen ausführen: 

 

- Du kannst werfen (zu Beginn nicht zu weit, und auch erst mal da, wo er das Dummy noch SEHEN kann, also kein Gestrüpp, kein hohes Gras, oder auch viel Laub) = Signalwort "Apport"

- Du kannst es ablegen und ihn dann dahin SCHICKEN (vielleicht zu Beginn Pollux erst mal anbinden, damit er weiß er soll WARTEN, dann 5m entfernt hinlegen, dann hingehen, los machen und schicken; die Distanz wird auch hier LANGSAM vergrößert und auch schwieriger gemacht) = Signalwort "Voran"

- du kannst das Dummy "verstecken" und ihn dann gemeinsam mit deiner Hilfe/Anleitung danach suchen lassen = Signalwort "Such"

 

Versuche nicht, ihn zu "fangen", wenn er mit der Beute im Maul freudig rumrennt - freu dich lieber mit ihm und versuche, dass er über DEINE Freude näher zu dir rankommt :)

 

Ein Retriever soll seine Beute GERNE abgeben, deshalb wird zu Beginn die Beute GETAUSCHT - gegen ein Leckerchen, aber manchmal auch gegen ein anderes Spielzeug.

 

Lässt er es in deiner Nähe fallen um sich dann die Belohnung abzuholen, so ist das zunächst völlig ok - Hauptsache, er bringt es in deine Nähe.

 

Alle Feinheiten werden in kleinen Schritten nach und nach beigebracht :)

 

Ein kleiner Trick, wie du vermeidest dass dein Hund vor dir wegrennt: Sage ihm, was er statt wegzurennen tun soll :)

 

Bei mir ist das ein "Sitz" - aber nie dem Hund hinterherrufen, sondern warten, bis er in deiner Nähe ist (beim Fangenspiel) und einen Moment verharrt. Du wartes in aller Ruhe ab, bis er sitzt und näherst dich auf keinen Fall frontal, sondern im leichten Bogen auf seine Seite zu bewegend. Dabei jedes Mal verharren, wenn Pollux "zuckt" und ein freundliches "Sitz" geben. Bist du dann bei ihm, bekommt er seinen "Lohn" - ein tolles Leckerchen z. B.

 

Bitte dann unbedingt darauf achten, dass du ihn anschließend nur dann anleinst, wenn das zwingend erforderlich ist - so lernt dein Hund, dass zu dir kommen nicht automatisch "Ende der Freiheit" bedeutet, sondern toll ist und belohnt wird.

 

Zu den Situationen in denen Pollux dir zu einem anderen Hund ausbüxt: Sollte natürlich nicht passieren, aber du kannst solche Situationen für dich nutzen, um Pollux zu zeigen, was du dir wünscht.

 

1. Nicht ärgern, wenn das passiert - Pollux weiß es noch nicht besser :)

2. Hingehen und ihn abholen, ohne zu schimpfen. Entschuldige dich bei dem Halter des anderen Hundes. Sind die Hunde in einer schönen, gemeinsamen Beschäftigung und dem anderen Halter ist das angenehm, dann warte einen Moment. Vielleicht kann dir der andere Halter ja auch helfen, dass Pollux und du etwas aus dieser Situation lernt. Das wäre dann 3.

3. Wenn es für den anderen Halter ok ist, dann kannst du diese Situation zu einer Korrektur nutzen. Die Lektion für Pollux (und dich) heißt: "Du darfst - aber unter Einhaltung von Regeln!" Dazu holst du freundlich deinen Hund ab, leinst ihn an und entfernst dich ein gutes Stück von dem anderen Halter. Dieser sollte seinen Hund auch bei sich behalten. Dann gehst du mit Pollux in ruhigem Tempo zu dem anderen Hund hin, bis du 3-5m vom anderen Hund entfernt bist, leinst Pollux ab und erlaubst ihm dann, mit dem anderen Hund Kontakt aufzunehmen. 

 

Warten zu können, Geduld zu haben, muss jeder Hund auch erst LERNEN. Pollux wird sich ungern auf dein Tempo beim Annähern einlassen, aber: Er KANN es noch nicht anders. Gerade am Anfang wirst du einen Kompromiss eingehen müssen, zwischen Ziehen von Pollux und dem gewünschten Tempo, mit dem ihr euch annähert. Bleibe dabei freundlich, verharre immer mal wieder kurz und drossel so das Tempo eurer Annäherung, aber bleibe freudlich und geduldig dabei.

 

Faustregel: Will ich keinen Kontakt, bewege ich mich von dem Objekt (anderer Hund) WEG, will ich Kontakt, bewege ich mich regelhaft auf das andere Objekt ZU.

 

Auch du wirst im Laufe der Zeit lernen, andere Hundehalter mit ihren Hunden einzuschätzen. Wo du dir nicht sicher bist, ob ein Kontakt gewünscht ist oder nicht, ist es immer besser, zunächst auf einen genügend großen Abstand zu gehen. Wie groß dieser Abstand sein muss, hängt nicht nur von Pollux ab, sondern auch vom anderen Hund.

Ist nicht schön, wenn deinem Pollux 10m Abstand ausreichen - aber der andere Hund dann tobend in der Leine hängt ...

 

Du wirst hier gerade mit richtig vielen Information überrollt ... vielleicht wäre das Buch "Das andere Ende der Leine" von Patricia B. McConnell ja eine gute Lektüre für dich.

 

Eine Bitte hätte ich noch: Nicht in jedem Bundesland ist es erlaubt, mit dem unangeleinten Hund quer durch den Wald zu stöbern. In NRW müssen Hunde z. B. angeleint werden, wenn der Mensch mit ihnen die Wege verlässt. Bei einem wirklich gehorsamen Hund drücken die Förster auch schon mal ein Auge zu, in bestimmten Situationen.

Grundsätzlich gilt aber: Wir TEILEN uns den Lebensraum Wald (und Feld) auch mit den dort ansässigen Bewohnern. Diese haben auch ein Recht darauf, möglichst ungestört dort ihr Leben zu verbringen :)

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Hey, wow danke für die ausführliche Antwort und Tipps. Also ich habe bisher die Erfahrung mit pollux gemacht, wenn er zum hund darf ist er lieb, muss er dran vorbei dreht er durch.

Dann zu der Erlaubnis mit ableinen, in dem Wald trifft man zig hunde die abgeleint sind. Ich hatte es vor ein paar Wochen auch so gemacht, immer wenn ich gesehen habe dass ich an Hunden vorbei muss die aber abgelehnt sind, habe ich pollux auch abgeleint da er dann lieb war.

Ich habe eben auch im Haus mit pollux apportieren eines spielzeug Knochens geübt, er hat mir das schon meistens vor die Füße geworfen.

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