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Hundeforum Der Hund
Schmolli

Umgang mit Reaktion auf andere Hunde

Empfohlene Beiträge

(bearbeitet)

Moin Leute, wie geht mann am besten mit dem Verhalten um, dass meine Hündin Finja ( 1Jahr) an den Tag legt ;)

Sie is freundlich und will beim Spazierengehen immer zu den anderen Hunden die uns begegnen. Sie fängt dann an zu bellen und zu zerren, stellt sich ins Geschirr und reagiert auf keine Ansprache. Soll ich stehen bleiben und die Situation aushalten? ( ohne sie an die anderen Hunde zu lassen) oder versuchen einfach vorbei zu "gehen" um ihr zu verdeutlichen, dass eine Hundebegegnung etwas ganz normales ist?

 

Liebe Grüße, Schmolli

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Die Frage aller Fragen: Wie oft darf sie denn mit anderen Hunden interagieren?

 

Ganz pauschal, um es deiner Hündin und dir zunächst leichter zu machen: So deutlich Abstand nehmen, dass es deiner Hündin reicht, um diese Reaktion nicht zeigen zu müssen.

 

"Da muss sie jetzt mal durch!" ist eine Lektion, die man von einem Hund mit den entsprechenden Lernerfahrungen erwarten kann, dazu gehört z.B. eine hohe Frustrationstoleranz.

Anbetracht des Alters von Finja halte ich es für wahrscheinlich, dass Frustrationstoleranz derzeit noch ein Wort ohne Inhalt für sie ist ;)

(oder der Inhalt wird derzeit von den Hormonen weggeblasen ... :D )

 

 

 

 

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Stehenbleiben ist eine nicht so gute Option - eher weggehen, umdrehen. Wenn du noch weit genug weg bist, sieht das anders aus - dann muss sie aber ruhig schauen. Ich kenne das von Bolle auch, der geht auch gerne jeden Hund besuchen - darf er aber nicht. Ich leine den Burschen an wenn ich Hunde sehe, wenn Kontakt klar geht, darf er auch flitzen. Wenn er aber wie ein Berserker an der Leine Gezogen hat - schade, schade. :) Wichtig ist aber, dass deine Hündin ausreichend Kontakt und genug Freilauf (wegen Energieabbau) hat. So langsam wird das bei uns.

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Ganz wichtig...selbst ruhig und locker bleiben.

 

Ansonsten das unbedingt beachten.

 

vor 2 Minuten schrieb taringa:

Wichtig ist aber, dass deine Hündin ausreichend Kontakt und genug Freilauf (wegen Energieabbau) hat.

 

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Habe sie erst seit 2 Wochen, Freilaufen lassen kann und möchte ich sie daher noch nicht ;) ab und zu gestattet ich ihr zu den anderen Hunden zu gehen , sie schnüffelt dann , fordert zum spielen auf und wenn sie merkt das der andere Hund kein bock hat kommt sie mit mir entspannt weiter. Bin momentan auf der Suche nach ner gute Hundeschule bei der sie dann Kontakt zu anderen Hunden hat 

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Ok, dann würde ich auch nicht unbedingt frei laufen lassen. Hundeschule ist vermutlich eine gute Sache für euch.

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vor 59 Minuten schrieb Schmolli:

Habe sie erst seit 2 Wochen, Freilaufen lassen kann und möchte ich sie daher noch nicht ;) ab und zu gestattet ich ihr zu den anderen Hunden zu gehen , sie schnüffelt dann , fordert zum spielen auf und wenn sie merkt das der andere Hund kein bock hat kommt sie mit mir entspannt weiter. Bin momentan auf der Suche nach ner gute Hundeschule bei der sie dann Kontakt zu anderen Hunden hat 

 

Wovon machst du es abhängig, ob du sie hinlässt und was ist, wenn der andere Hund auch Bock hat auf spielen? 

 

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Als ich unseren großen Hund mit 7 Jahren bekam, war er nie von der Leine gewesen. hatte praktisch nie Kontakt zu fremden Hunden. Und sie hatte aufgrund ihrer Geschichte - die Halterin wurde schwer krank und verstarb schließlich, der Hund war einige Monate immer mal wieder irgendwo untergebracht - enorme Verlustängste.

 

Eine Hundetrainerin, die ich kontaktierte, bevor ich den Hund bekam, meinte, ich sollte direkt sie mit anderen Hunden und Hundegruppen möglichst im Freilauf oder an der schleifenden Schlepp konfrontieren, weil es noch eine Phase der Unsicherheit sei und der Hund sich aus diesem Grund nicht direkt in Konflikte mit den anderen Hunden stürzen würde. Habe ich gemacht, dazugetan von mir habe ich möglichst viel Ruhe, möglichst souveräne Ausstrahlung meinerseits (Kinn hoch), freundliches Grüßen der anderen, konsequentes Weitergehen ohne direkt auf meinen Hund zu achten. Waren mir die fremden Hunde nicht so ganz geheuer, bin ich einen Bogen gelaufen.

Auf unserem Feld war immer Freilauf möglich. Dies habe ich genutzt und heute haben wir einen sehr souveränen Hund, der mit allen zurecht kommt (auch wenn sie terriermäßig nicht zurücksteckt, wenn sie blöd angemacht wird). Es ging nur ein einziges Mal schief, weil sie mich wohl einen kurzen Moment nicht sah und aufgrund ihrer Verlustängste sofort nach Hause lief. Da hätte ich - aus den Augenwinkeln - besser aufpassen müssen. Ich halte aber direktes Beobachten des Hundes immer noch für kontraproduktiv.

 

Ich schreibe dies, um euch Mut zu machen, den Hund an einem geeigneten Ort frei laufen zu lassen und Hundebegnungen zu ermöglichen. Zugleich aber auch sich vorzubereiten, seinen eigenen Hund bei überreagierenden anderen Hunden demonstrativ zu schützen (vorgehen und den fremden Hund abblocken). Und sich schon Strategien zu überlegen, wie man für den Hund interessant bleibt. Und ihn auf keinen Fall zu oft zu rufen. Und ein Superleckerli dabei zu haben (Tubenleberwurst).

 

Es ist aufregend, macht aber Spass!!!

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      Dazu kommt noch die Affektheuristik. Es geht um Stimmung. Wenn sich etwas gut anfühlt, dann muss es doch gut sein. Und wenn es sich nicht gut anfühlt, dann kann es gar nicht gut sein. Glauben wir zumindest oft. Und haben damit auch oft genug recht. Was den Verzerreffekt ja noch verstärkt. Denn manchmal mögen wir etwas nicht, obwohl es genau richtig ist. Oder zumindest nicht falsch. Jemand assoziiert Halsbänder mit Sklaverei. Außerdem erscheint ihm offensichtlich, dass das Führen an einem Halsband den Hund viel mehr einschränkt, als wenn die Leine am Geschirr befestigt ist. Objektiv ist das keinesfalls so, aber allein das schlechte Gefühl des Besitzers erzeugt in ihm die Überzeugung, dass es für den Hund auch schlecht ist. Und er fühlt sich sofort besser, als er ihm das erste Mal das Geschirr anlegt. Naheliegend, dass er dann denkt, für den Hund sei das ebenfalls besser. Überlege mal, weshalb so viele Menschen gegen einen Maulkorb sind? Vor allem doch, weil sie es selbst als eine schlimme Einschränkung empfinden. Ich z.B. habe sofort eine Assoziation: Hannibal Lecter, wie er in "Das Schweigen der Lämmer" mit seiner Gummimaske auftritt. (Ich bin allerdings doch zu rational, um mich dadurch beeinflussen zu lassen).   Der Weg zur Überzeugung   Man kann anhand dieser Ausführung nun leicht skizzieren, weshalb viele Hundehalter vom Positivtraining überzeugt sind. Es fängt mit einer in der Regel nicht neutralen Haltung an: wahrlich kein vernünftiger Mensch möchte seinem Hund Gewalt antun. Gewaltfrei hört sich daher genau richtig an. Hier greift zunächst einmal die Affektheuristik, die eigene Stimmung, in das Rationale verzerrend ein: Mit Leckerlis fühlt sich so mancher besser als mit Korrekturen; also nimmt man diesen Weg als den besseren wahr. Aus dem eigenen Gefühl wird Überzeugung. Mit dem Hund an sich hat das erst einmal gar nichts zu tun. Ist der Anfang getan und klappen einfache Übungen beim Hund auf positive Weise, kommt der Confirmation Bias hinzu: Gegenargumente werden zunehmend ignoriert und Bestätigungen verstärkt wahrgenommen. Man tauscht sich nun mit Gleichgesinnten aus. Der Trainer arbeitet auch vor allem positiv. Es kommt also auch noch der Mere-Exposure-Effekt hinzu: eine Flut aus Informationen, die das als richtig festigen, was man tut. Und die funktionierende Praxis bestätigt die Wirksamkeit der Methode. Alles passt zusammen.
      Die Affektheuristik hat im Falle des Positivtrainings übrigens eine herausragende Rolle. Denn es kommt hinzu, dass man sich dabei gleich auch noch als ein besserer Mensch Tieren gegenüber vorkommt. Besser als die anderen, die nicht so rücksichtsvoll und stets freundlich mit ihren Hunden umgehen. Moralisch empfindet man sich um ein Treppchen höher stehend.   Bei den natürlich agierenden ist es nicht viel anders. Man vertritt ohnehin die Einstellung, dass zu jedem gesunden Umgang mit einem Lebewesen sowohl positive als auch negative Rückmeldungen gehören. Alles andere ist doch realitätsfern. Und negative Rückmeldungen, Verbote, Warnungen und direkte Grenzen sind noch lange keine Gewalt. Und genauso greifen auch hier die Affektheuristik, das bessere Gefühl beim Handeln, das logisch folgende Confirmation Bias in den Medien und schließlich auch der Mere-Exposure-Effekt.   Und nun? Heißt das, es gibt keine wirklich sachlich, ganz trocken, rein rational getroffenen Entscheidungen? In der Tat gibt es diese wohl nur in sehr abstrakten Dingen, wo pure Logik anwendbar ist. In allen anderen Situationen spielt mehr oder weniger das Bauchgefühl eine Rolle und bei einer so emotionalen und persönlichen Angelegenheit wie dem Umgang mit unseren Hunden auch die grundsätzliche Lebensphilosophie. Und natürlich die kognitiven Verzerrungen.   Und was ist mit objektiven Studien? Beruft man sich da nicht immer wieder auf wissenschaftliche modernste Erkenntnisse, die eine Vorgehensweise als richtig belegen? Nein. Die Richtigkeit von Vorgehensweisen im Sinne von natürlich oder positiv werden durch Studien ohnehin nicht nachgewiesen. Erkenntnisse gewinnt man durch Studien und Untersuchungen über partielle Bereiche: Lernen beim Stress, Abläufe im Gehirn, kausale Zusammenhänge unter bestimmten Laborbedingungen. Was man daraus so alles ableitet ist nicht nur fraglich, sondern hat ebenfalls mit kognitiven Verzerrungen zu tun. Wenn der seriöse Wissenschaftler keine fragwürdigen Folgerungen anstellt, dann doch spätestens der bereits festgelegte Leser, der seine Interpretation dann kundtut und teilt. Und schon sind wir bei dem Mere-Exposure-Effekt: nicht die nachgewiesene Wahrheit entfaltet Wirkung sondern die wiederholte fragwürdige Meinung anderer. Zum Beispiel meinen noch heute viele Hundehalter und -trainer, Hunde würden bei Stress nicht lernen können, womit eine Korrektur ja automatisch verbunden und daher fürs Lernen ungeeignet wäre. Abgesehen davon, dass es bei Korrekturen nicht immer darum geht, dass ein Hund etwas daraus lernt, sondern sich situativ gerade in diesem Augenblick anders verhält, basiert die bekannte Gegenkonditionierung auf durch den Hund bewältigbarem Stress, indem er einen Stressor bereits so weit wahrnimmt, dass er nicht mehr völlig entspannt ist (sonst gäbe es gar keinen Lernfortschritt), aber noch ansprechbar und leicht beeinflussbar ist.   Glaubst Du, dass Du Deine Wahl, wie Du mit Deinem Hund umgehst, absolut rational aufgrund von konkreten Informationen zum Besten Deines Hundes getroffen hast und Dich nicht von Deiner grundsätzlichen Lebenseinstellung und der Umwelt hast beeinflussen lassen? Falls ja, wäre das keineswegs überraschend. Denn es gibt noch eine weitere Verzerrung, eine besonders gemeine: den Bias Blind Spot. Und die besagt: Wir Menschen neigen zu der Überzeugung, dass wir uns von außen nicht haben unsachlich beeinflussen lassen.   Viel Spaß beim Reflektieren, wie Du tatsächlich zu Deiner Haltung gekommen bist. Und schönen Gruß an Deinen Bias Blind Spot!   ------------------------ Ein Dankeschön sei an dieser Stelle ausgesprochen an die Diplompsychologin Ines Neuhof, die einen sehr interessanten Blog über die Psychologie für Hundehalter führt und dem ich viele der obigen Informationen verdanke.

      in Hundeerziehung & Probleme

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      Da ja immer wieder Anfragen hinsichtlich "Problemen" mit Welpen auftauchen, kam mir die Idee, mal den geballten Forenschatz an Erfahrungen von euch zu sammeln.   Vielleicht kann daraus dann ein informativer Text zusammengebastelt werden, der so mitten aus dem prallen Leben viele erste Informationen und auch Hilfestellungen für Welpenbesitzer gibt ...   Also:   Hinsichtlich   - Stubenreinheit - Beißhemmung - Betreuung - Beschäftigung - Spiele - Kennenlernen der großen, weiten Welt - Hundekontakte - Freilauf   würde ich (und ich hoffe, auch viele, viele andere User) gerne mal eure Erfahrungen, Probleme und wie ihr diese bewältigt habt, Anekdoten und mehr hier lesen   Von meiner Züchterin wurde ich als Ersthundebesitzerin mit folgenden Grundtipps ausgestattet:   Ihre Telefonnummer Den Tipp, nach jedem Schlafen, Spielen, Fressen, sonstiger Aktivität den Hund packen und zu einem möglichst immer gleichen, ruhigen und begrüntem Platz begeben, der super schnell erreichbar ist, und dort mit einem ruhigen, mantramäßigen "Geh Pippi  " so lange zu warten, bis der Kleine sein Geschäft macht. Dann loben.   Darauf achten, immer ein weiches Kauspielzeug zur Hand zu haben, welches dem Hund als Alternative zur Hand oder sonstigen nicht kauresistenten Gegenständen/Körperteilen ins Maul geschoben werden kann, um dessen Kaufbedürfnis zu befriedigen.    Nicht zu lange laufen lassen, mir wurde die 5-Minuten-Regel ans Herz gelegt - aber mit dem Hinweis, dies mehr im Kopf zu haben als Brücke, um den Hund nicht zu überfordern.   WARNUNG! Diese 5-Minuten-Regel ist längst überholt, und hat sogar vielfach zu einer Unterforderung geführt. Dennoch kursiert sie immer noch als Richtlinie durch die Hundewelt. Im weiteren Verlauf und auch zum Ende des Threads wird hierzu noch mal gesondert eingegangen.   Die ersten Ausflüge so gestalten, dass der Welpe nicht an die Leine muss. Lieber ihn selber in gefahrloser Umgebung die Welt erkunden lassen und ihm bei Bedarf zur Seite stehen.   Nicht mit Hundekontakten überfordern und darauf achten, nette Hunde für die erste Zeit auszuwählen.   Ihn nicht in seiner Angst zu bestärken, sondern ihm als sicherer Anker zur Verfügung zu stehen bei Bedarf.   Die Wohnung möglichst welpensicher machen. Besonders das unzugänglich machen von Kabeln wurde mir sehr ans Herz gelegt. Dass ich meine Schuhe lieber ordentlich wegpacke, habe ich dann selber gelernt    Am Allerwichtigsten war: Liebe, Geduld, liebevolle Nachsicht. So ein Welpe kennt nix, wird von seiner gewohnten Umgebung und seiner Familie getrennt - da ist das Allerwichtigste, ihm sein neues Zuhause als liebevolles Nest nahezubringen, und seine neuen Menschen als vertrauenswürdige Begleiter und Freunde.   Ach - und hatte ich Geduld schon erwähnt?        

      in Hundewelpen


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