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Hundeforum Der Hund
Lissy-und-Missy

Ich bin der Nabel der Welt - und das muss sich ändern!

Empfohlene Beiträge

vor 8 Stunden schrieb Lissy-und-Missy:

 

Die Trainerin meinte dazu: "Ziel muss es sein, dass der Hund irgendwann mal denkt 'Boah... wann geht denn die Alte endlich mal weg, damit ich (beispielsweise) meinen Leberwurst-Kong endlich mal wieder in Ruhe schlabbern kann!'". Ganz einfach und platt ausgedrückt! Das muss selbstverständlich in vielen kleinen Schritten aufgebaut werden!

 

Ich glaube nicht, daß das Ziel sein MUSS. Das wäre anzustreben, aber wenn nun dabei herauskommt "Naja, sie kommt ja wieder, bis dahin nehme ich das mal" ist es auch super.

Erwartungshaltungen sind total hinderlich.

Auch wenn ich selbstverständlich will, daß deiner Hündin damit geholfen ist, teile ich doch eher die kritischen Argumente.

Meine Erfahrungswerte bei Menschen decken sich mit deinen. Beobachte bei der medikamentösen Therapie genau, laß Zweifel zu, bespreche sie und wenn sie dann noch bleiben, breche sie ab. Das läuft unter Versuch. Wenn du weißt, daß diese TÄ normalerweise nicht zu Psychopharmaka greift, dann ist es gut. Wenn nicht, gibt es keinen Grund sie zu verharmlosen.

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Erwartungshaltungen sind nicht pauschal hinderlich, haben schließlich etwas mit Emotionen zu tun und man kann sie gezielt nutzen, um aus Todesangst die Erwartungshaltung zu formen: "Sie kommt immer zurück und währendessen gehts mir prima."

Erwartungshaltungen auf die falschen Dinge - ja, die sind hinderlich, wie zB bei Emsi die Rituale die Erwartungshaltung "Hilfe, gleich bin ich mutterseelenalleine, dem Tode geweiht" auslösen - unbeabsichtigt, aber es hat sich so ergeben.

Da kann ganz gezielte Gegenkonditionierung hilfreich sein.

 

Mein Ziel damals bei Nicky war ganz konkret: Die Erwartungshaltung von "ich sterbe sicher gleich, alleingelassen, eingesperrt, hilflos, ohne jegliche Möglichkeit irgendwas an meiner Situation verändern oder kontrollieren zu können" in die Erwartungshaltung: "Ui - sie sagt, ich soll bleiben, das ist ganz toll, hat immer ein superschönes Ende und nie muss ich mich dabei Scheiße fühlen, weil mir während des Bleibens nur Gutes wiederfährt" , zu verändern. 

Manchmal ist der Zwischenschritt, aus einer hocherregenden Erwartungssituation (Todesangst), erstmal eine hocherregte freudige Erwartung zu formen, sehr hilfreich. Die Intensität der freudigen Erregung abzubauen , kann individuell viel einfacher sein, als einem panischen Hund beizubringen, es "aushalten zu können".

 

Nicky lernte zuerst - vor Allein Bleiben - ein freudiges Bleiben können, gezielt mit dem Aufbau freudiger Erwartungshaltung, denn diese Emotion sollte ihm dabei helfen, keine Panik hochkommen zu lassen, wenn ich außer Sicht ging. Hat einwandfrei gefunzt.

 

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Jetzt kann ich leider nicht bearbeiten. Wollte den Begriff "Gegenkonditionierung" mit diesem Link unterlegen.

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Ich finde die Entscheidung völlig ok. Na klar Psychopharmaka haben Nebenwirkungen, sind abhängigkeitsfördert usw. Aber ich denke man muss zwischen Nutzen und Schaden abwägen. Panik ist schlimm, ich kenne Menschen die sagen das ist schlimmer als jeder Schmerz den man fühlen kann. Damit möchte man nicht leben. Wenn es also eine Möglichkeit gibt dem Hund diese Panik zu nehmen kann das gar nicht falsch sein. Meiner Meinung nach, selbst wenn dadurch die Lebenserwartung geringfügig (!) verringert wird. Lieber ein kürzeres schönes Leben als ein langes trauriges oder angsterfülltes. 

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Ich verstehe zwar die Angst vor Psychopharmaka. Aber finde es in dieser Situation einfach toll dass du den Versuch damit wagst! Ich wünsche Euch so sehr dass es sich alles bald richtig toll löst.

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Kennst du die Tankerhunde, die Aldington in seinem Buch "Über die Seele des Hundes" beschreibt?

 

Kurzfassung: Dort wurde ein Hund beschrieben, der auch durch die Gabe eines Medikamentes von der psychischen Blockade in einer bestimmten Situation befreit werden konnte. Das unter Einfluss der Medikamente erlernte Verhalten hat sich - zum damaligen Erstaunen der Ausbilder dieses Hundes - auch nach Absetzen des Mittels weiter etabliert.

 

Das wünsche ich dir und Esmeralda auch! Nur Mut :kuss:

 

 

 

 

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Im Gegensatz zu "Hoffnung" - und in der sehe ich in erster Linie Emotionen wirksam und die finde ich völlig wichtig - erzeugt Erwartungshaltung Druck. Und den sehe ich kontraproduktiv, vielleicht hängt es am Wort.

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vor 10 Minuten schrieb gebemeinensenfdazu:

Im Gegensatz zu "Hoffnung" - und in der sehe ich in erster Linie Emotionen wirksam und die finde ich völlig wichtig - erzeugt Erwartungshaltung Druck. Und den sehe ich kontraproduktiv, vielleicht hängt es am Wort.

Weshalb erzeugt Deiner Meinung nach eine Erwartungshaltung kontraproduktiven Druck?

Erwartungshaltung kann durchaus auch zu etwas Erwünschtem, Positiven führen - nämlich zu einer Überzeugung, dass alles gut ist und bleibt. 

Kontraproduktiv wäre, wenn man eine Erwartungshaltung künstlich aufrecht erhalten und verstärkt wird, anstatt sie sinnvollerweise, wenn die erwünschten Lerninhalte etabliert sind, individuell abzubauen.

 

 

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Also erstmal finde ich es toll, wie intensiv du dich mit deiner Hündin beschäftigst und dass du möchtest, dass sie ihre Panik verliert.

Und wenn es ihr durch die Medikamente ( wie heissen die eigentlich) besser geht, und diese ein Türöffner sind, dann ist es evt. ein Versuch wert. Sollte sie negative gesundheitliche Anzeichen entwickeln, oder nur noch schlafen oder Ähnliches, würde ich allerdings abbrechen.

 

Zur Problematik Alleinebleiben und Autofahren gebe ich nur einen Punkt zu bedenken, weil ich einen Hund einer Rasse habe, wo das zwei Hauptproblematiken sind: Es ist möglich, dass deine Hündin niemals alleinebleiben werden kann. Sollte sie wirklich Panik, also Todesangst emfinden, dann tendiert sie wohl eher in diese Richtung. Bei vielen Verwandten meines Hundes besteht diese Problematik. Das ist nicht einfach Langeweile, die sie die Wohnung zerstören lässt, sondern tiefe Panik, das Rudel zu verlieren. Ich kenne die Hündin einer Freundin, die durch mehrere Hände ging. Wenn meine Freundin ihre Wohnung verlässt, zerstört der Hund sofort, ab Sekunde 1. Diese Hündin wird niemals alleinebleiben können, ob mit oder ohne Psychopharmaka.

Viele Verwandte meines Hundes fahren äußerst ungern Auto, kotzen und sabbern und haben einfach sehr viel Angst und Unwohlsein. Stetiges Üben bessert diesen Zustand aber meistens ( so auch bei uns).

Wie dem auch sei, in welche Richtung sich deine Hündin entwickelt: Euer Schlüssel wird eure große Bindung sein. Da bin ich mir sicher.

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vor 23 Minuten schrieb Duoungleich:

Weshalb erzeugt Deiner Meinung nach eine Erwartungshaltung kontraproduktiven Druck?

völlig OT:)

Ganz plattes Beispiel, geht ja nicht um die Erwartungshaltung einem selbst gegenüber , sondern gegenüber jemand anderem.

 

"Ich erwarte, daß du in der nächsten Arbeit eine 1 schreibst."

und

"Ich hoffe, daß du in der nächsten Arbeit eine 1 schreibst".

 

Da liegt für mich ein Unterschied, in der ersten Formulierung spielt der Druck mit, im zweiten Satz doch eher der gute Wunsch.

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