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Jero

Lymphdrüsenkrebs?

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Liebes Forum, 

 

wir sind gestern mit unserer 9 Jahre alten Terrier-Hündin zum Tierarztnotdienst gefahren, weil ich am Abend einen Golfball großen Knoten am Hals/Unterkiefer ertastet habe und sie auch matt wirkte. Die junge Ärztin meinte es kann alles mögliche sein und gab ihr nach Röntgen des Bauchraumes, Herzabhöhren und Zahnkontrolle 3 verschiedene Spritzen. Antibiotikum, Cortison, Schmerzmittel. Nun geben wir ihr bis Montag das Antibiotikum mit Magenschutz. Ich meine, dass der Knoten bereits geringfügig kleiner geworden ist - in jedem Fall ist sie heute fitter gewesen. Nun meine Frage: Wenn eine Punktion gemacht würde um festzustellen, was sie nun konkret hat, ist das schmerzhaft für den Hund? Würde mich über Erfahrungswerte freuen; sind schließlich im Ausnahmezustand :-(

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Das tut mir sehr leid, dass es deiner Hündin schlecht geht.

 

Aber: Die Ärztin hätte bei Verdacht auf Lymphdrüsenkrebs auf gar keinen Fall Cortison geben dürfen, weil damit der Erfolg einer evt Chemotherapie nachweislich sinkt.

 

Sind die LK generalisiert geschwollen, oder ist nur einer betroffen? Im Falle, dass sie nicht abschwellen, ist zur Biopsie zu raten. Hierbei muss nicht ein ganzer LK entnommen werden, sondern es ist ratsam eine sogenannte Fünfachstanzung zu machen. Das geschieht unter Narkose. das entnommene Gewebe wird eingeschickt und die Zellen auf Beschaffenheit und Typ untersucht. Sollte es das maligne Lymphom sein, ist der Zelltyp ( B oder T Zell Lymphom) wichtig, weil dies die Prognose einer evt Chemotherapie bestimmt.

 

Ich drücke jetzt erstmal ganz doll die Daumen, dass es nur eine Erkältung ist!

 

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Vielen Dank für Deine Antwort. Gerade das mit der Cortisongabe war mir neu. Auch die unterschiedlichen Lymphkrebsarten kannte ich nicht. Entsprechend wäre für uns die Diagnose 'Krebs' erstmal das Todesurteil. Ich möchte anmerken, dass ich einer Chemotherapie von Haus aus skeptisch gegenüber stehe. Ich weiß nicht, wie wir uns im Falle eines Falles entscheiden würden. Kommt sicherlich auf die Erfolgsaussichten an. Um lediglich 2, 3 Monate ihr Leben zu verlängern würde ich ihr die Prozedur wahrscheinlich nicht antun. Vor über 20 Jahren habe ich meinem damaligen Hund im Alter von 14 Jahren eine Blasenkrebs-OP zugemutet. Der Hund ist mir 2 Wochen nach dem Eingriff elendig eingegangen. Das will ich kein zweites Mal erleben. Solche Bilder vergisst man nie!

 

Es ist nur ein Lymphknoten stark vergrößert. Dieser Knoten ist steinhart und in meinen Augen nicht beweglich. Druckschmerz scheint sie nicht zu haben. Sie schläft derzeit mehr wie sonst, hat eine warme Nase und wirkt eben nicht so glücklich. Appetit ist normal. Ich habe den Eindruck, dass der Knoten bereits etwas kleiner geworden ist. Von ursprünglich Golfballgröße ist jetzt eine Walnussgröße daraus geworden, würde ich sagen. Es ist natürlich schwer einzuschätzen ob das aufgrund der einmaligen Cortisongabe (vorgestern) geschehen ist oder wegen der andauernden Antibiotikabehandlung. Mein Bauchgefühl sagt mir schlechtes voraus,  allerdings sind wir momentan auch sehr verängstigt. 

 

-Ist so eine Biopsie unter Narkose sehr schmerzhaft? Also ich meine anschließend, wenn Hundi wieder wach wird. 

 

-Reagiert Lymphdrüsenkrebs auch auf Antibiotika? Können wir es als gutes Zeichen werten, dass der Knoten kleiner wird und andere Schwellungen nicht tastbar sind?

 

Am Montag bin ich wieder mit unserer Hündin beim TA. Ich werde weiter berichten. 

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Nein das maligne Lymphom reagiert nicht auf Antibiotika. Schon eher auf Cortison, dadurch können die LK vorübergehend kleiner werden, der Zustand hält allerdings nicht sehr lange an.

Ich würde an eurer Stelle jetzt erstmal durchatmen und nicht den Teufel an die wand malen, auch wenns schwer fällt. Möglicherweise hat sie eine Erkältung und ist deswegen schlapp. Habt ihr Fieber gemessen?

Wenn nur ein LK geschwollen ist, hat sie möglicherweise keinen Krebs, oder ist in einem sehr frühen Stadium. Ich würde sie jetzt weiterbeobachten. Wenn der LK ganz abschwillt und sie wieder fit ist: Super, dann habt ihr euch umsonst Sorgen gemacht.

Sollte er nicht weiter abschwellen oder wieder größer werden, würde ich die Stanzung bei einem erfahrenen Arzt machen lassen ( Klinik), dann habt ihr Klarheit.

Die Stanzung ist nicht schlimm, da werden aus verschiedenen LK gewebeteilchen entnommen, und zurück bleibt ein minimales Löchlein ( milimetergroß), das evt mit einer kleinen Naht vernäht wird. Der Hund hat dabei keine Schmerzen und muss nur mit den Folgen der Narkose klarkommen. Manche TÄ wollen einen ganzen LK entnehmen, das würde ich ablehnen, weil unnötig. Durch die Stanzung werden aussagekräftige Ergebnisse erzielt, die das Labor analysieren kann.

Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, wie eure TÄ ins Blaue hinein ohne Diagnose den Hund mit Cortison vollballert, gerade wenn Lymphomverdacht besteht.

Sollte es das maligne Lymphom sein, habt ihr drei Möglichkeiten:

1. Chemotherapie: dem Hund werden je nach Protokoll wöchentlich und später dreiwöchentlich Infusionen mit Zythostatika gegeben. Det Vorteil der Chemo ist, dass das maligne Lymphom im Allgemeinen sehr gut anspricht auf eine Chemotherapie. Bei und waren bereits am ersten Tag nach der Chemo sämtliche LK komplett abgeschwollen, am Hals waren sie bereits Tennisballgroß, und an den Schultern ebenfalls, so dass der Hund Hustenanfälle hatte. Am ersten Tag nach der Infusion waren alle weg.

Nachteil sind die teilweise schweren Nebenwirkungen: Übelkeit, Durchfall, Bauchschmerzen, hohes Fieber, Apathie. Dies ist bei uns alles am zweiten Tag nach der Chemo aufgetreten, und zwar so schlimm, dass ich die Chemo abgebrochen habe.

Mediane Überlebenszeit mit Chemo: Die Hälfte der Hunde überlebt das erste halbe Jahr, die andere Hälfte stirbt. Einige Hunde überleben das erste Jahr, sehr wenige leben noch zwei Jahre.

2: Solltet ihr euch gegen eine Chemo entscheiden, könnt ihr dem Hund täglich Cortison geben. Daraufhin schwellen die LK möglicherweise ab, aber die Überlebenszeit beträgt laut Prognose nur ca einen Monat.

3. Ihr macht nichts dergleichen und unterstützt euren Hund mit Naturheilkunde und entsprechendem Futter: es gibt die Möglichkeit der Horvi Enzymtherapie ( sehr teuer), Heilpilze, Kräuter, Budwig Diät etc. Von der Misteltherapie ist bei dieser Krankheit abzuraten.

 

Das war jetzt mal ein Überblick. Verzweifelt nicht, auch wenn es erstmal schwer ist, weil euer Hund eure Stimmung mitkriegt. Auch wenn es das maligne Lymphom sein sollte: Ich kenne Hunde die mit dieser Krankheit noch gut zwei Jahre gelebt haben. Das muss nicht gleich das Todesurteil sein.

Ich wünsche euch jedenfalls, dass es kein Krebs ist, und eure Hündin bald wieder fit ist.

 

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@LeonderProfi

 

Wow. Da hast du Dir aber viel Mühe gemacht. Vielen, vielen Dank dafür. Wir wissen das sehr zu schätzen!!!

 

Interessanterweise schwillt der Knoten immer weiter ab. Nunmehr hat er schätzungsweise 50% des Volumens im Vergleich zu dem Zeitpunkt, als wir in der Tierklinik waren (vor 2 Tagen). So plötzlich die Schwellung begann, so schnell scheint sie sich zu verflüchtigen. Langsam bekomme ich Hoffnung das es tatsächlich kein Lymphdrüsenkrebs ist, sondern was harmloseres  (Speicheldrüsenentzündung o.ä...), denn scheinbar wirkt das Antibiotikum. Auch ist unsere Hündin etwas agiler. Die Tierärztin in der 'Notnacht' war sehr jung und vermutlich eher unerfahren. Daher wende ich mich in der Zwischenzeit auch an das Forum. Ich glaube, so manches Mal können Betroffene eher Licht ins Dunkle bringen, wie blutjunge Tierärzte die noch mehr Praxis benötigen. Eigentlich bin Ich mit der Klinik in all den Jahren ganz gut gefahren, daher will ich jetzt auch nicht gleich meckern (trotz Cortisongabe). Ich hoffe jetzt einfach mal, dass die Besserung auf das Antibiotikum zurückzuzführen ist und nicht mit der Kortisoninjektion vor 2 Tagen zusammenhängt. Montag habe ich erneut einen Termin - ich werde weiter berichten. Nochmals danke für die hilfreichen Auskünfte! 

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Ich drück die Daumen, dass der LK bald ganz weg ist!

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Ich wünsch dir für den Hund auch alles Gute und die Daumen sind gedrückt. 

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Ich freu mich, dass es bergauf geht :)

 

So einen einzelnen Riesenlymphknoten, der so schnell wieder abschwillt, würde ich mit Erleichterung betrachten.

 

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Ich halte die Daumen, dass alles gut ist!

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Hallo @Jero,

bei meiner Hündin Laila habe ich damals auch dicke Lympfknoten ertastet. Allerdings an beiden Seiten des Halses und in der Leiste.

Bei der Biopsie kam die schlimme Diagnose  - malignes Lymphom. Uns hat damals Cortison 2 1/2 "gute" Monate gebracht.

Eine Chemo wollte ich Laila nicht zumuten da sie eh schon große gesundheitliche Probleme hatte.

 

Ich drücke ganz feste die Daumen für eine andere, gut behandelbare Diagnose!!!

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