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Hundeforum Der Hund
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Entspannte Hundehaltung - was ist das?

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Immer mal wieder - zuletzt mir aufgefallen im klargestellt-Thread - kommt der Begriff einer "entspannten Hundehaltung" auf.

Das löst bei mir (auch) immer ein reflexartiges Kopfnicken aus.

 

Aber was ist eigentlich eine "entspannte Hundehaltung", also ein entspanntes Verhältnis mit und im Umgang mit meinen Hunden?

 

Mir fällt da spontan der Satz "auch mal Fünfe gerade sein lassen können" zu ein.

 

Das widerum hat für mich etwas mit der Erkenntnis zu tun, dass nichts in dieser Welt perfekt ist - also auch ich nicht, und auch nicht meine Hunde.

 

Dazu gehört dann auch, die Macken und auch ungeliebten Vorlieben meiner Hunde einfach auch mal hinzunehmen, und mein Leben so zu gestalten, dass ich sie lächelnd akzeptieren kann.

(und - btw. - genau das wünsche ich mir ja auch für mich, im Umgang mit mir ... :whistle).

 

Aber wie kann ich als Mensch diese Entspannheit erlangen und auf meine Hunde, auf meinen Umgang mit Ihnen übertragen?

 

Für mich hat das sehr viel damit zu tun, dass ich im häuslichen Umfeld keine Störfaktoren habe, die mir dort ein Unwohlsein bescheren, aber auch mich mit meinen Hunden außerhalb dieses Umfeldes bewegen zu können, ohne dabei immer einem unwohlen Druck zu unterliegen.

 

Bevor die Frage geklärt werden kann, wie ein "entspannter Umgang mit meinen Hunden" erlangt werden kann, sollten wir vielleicht erst mal überlegen, was ein "entspannter Umgang" eigentlich ist :)

 

So grob für mich heißt das: Mit meinen Hunden im Hier und Jetzt leben und mir selber keinen Druck machen, was die Rumzuppelei am Verhalten meiner Hunde betrifft. Aber auch Druck von Außen lasse ich von mir abprallen. Nachdenken tue ich ja gerne, aber mir die Vorstellungen Anderer überstülpen lassen, vor Allem wenn diese Anderen tatsächlich nur Momentaufnahmen beurteilen - Danke, aber: Nein danke :)

 

Bei mir betrifft das also einerseits das im Zaum halten meines persönlichen Ehrgeizes/meiner Vorstellungen, als auch das Unabhängig-Machen von Meinungen anderer Menschen.

 

Was betrifft das bei euch?

Was ist für euch ein entspannter Umgang mit euren Hunden?

 

 

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Für mich ist das allerwichtigste in der Hundehaltung überhaupt erstmal, daß das Zuhause ein absolut streßfreier Ort ist. Daher ist für mich z.B. es immens wichtig, das mehrere Hunde sich wirklich sehr mögen müssen und keine Managements notwendig sind. Das ist ein Ideal, vielleicht - aber es ist erreichbar wenn man ggf. mal auf die Interessen der Hunde achtet und nicht auf seine eigenen Wunschvorstellung. 

Wenn Hunde ein sehr entspanntes und absolut sicheres Zuhause haben, lassen sich auch stressige Momente außen in der Welt oft leichter wuppen. Aber auch hier: Nicht alle Hunde kommen in allen Umgebungen prinzipiell gleich gut zurecht. 

 

so weit

Maico

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vor 3 Minuten schrieb marcolino:

 

So grob für mich heißt das: Mit meinen Hunden im Hier und Jetzt leben und mir selber keinen Druck machen, was die Rumzuppelei am Verhalten meiner Hunde betrifft. Aber auch Druck von Außen lasse ich von mir abprallen. Nachdenken tue ich ja gerne, aber mir die Vorstellungen Anderer überstülpen lassen, vor Allem wenn diese Anderen tatsächlich nur Momentaufnahmen beurteilen - Danke, aber: Nein danke

 

Ja, das entspricht in etwa auch dem was mich sehr entspannt hat werden lassen.

Das muss ich für mich nämlich auch erwähnen - ich musste das bei Lemmy erst lernen. Denn wo ich vorher NUR entspannt war, weil unsere Hunde Marlowe und Butch das einfach locker hergaben - solche easy-peasy-Hunde muss man erstmal finden ;) - lehrte mich mein eigener Hund, dass eben nicht alles mit laisser-faire geht. bzw zu gehen scheint - denn es geht ja!

Man muss aber eben anders durch das Leben wandeln, wenn man einen Hund hat der nicht jeden liebt oder auch nur toleriert, dennoch aber gerne entspannt leben will mit dem tier. Da ich wirklich viel Blick in meine Umwelt habe, kann ich es mir leisten, meinen Hund wenig zu kontrollieren. Ich kenne ihn dazu auch sehr gut und kann ihn gut lesen - die Kombi macht es mir möglich, laisser-faire zu handeln.

Hätte ich: weniger Blick auf die Umwelt ODER weniger Blick auf den Hund ODER andere Problemzonen beim Hund, die sich nicht so schnell erblicken lassen (zB Hund jagt Radfahrer - die sind schnell und leise, da ist mensch nicht immer schnell genug) dann müsste ich entweder mehr absoluten Gehorsam in den Hund trainieren (also "Platz" heißt nicht "leg dich mal hin" sondern "Fall sofort platt auf den Boden, egal was du tust!!") , oder aber eben weniger Freilauf erlauben.

Weniger Freilauf führt automatisch zu mehr Restricktionen, und nicht nur durch die länge der Leine. Auch muss ein Hund an der Leine mehr aufpassen sich nicht um bäume und Pfähle zu wickeln, kann nicht ruckartig die Richtung wechseln oder abrupt stehen bleiben, ohne dass es einen Ruck gibt. Das schränkt also beider Lebewesen Freiheiten ein, aber auch da kann man sich in einer entspannten welt bewegen.

 

 

Wichtig für mich war tatsächlich die "Scheiß drauf"-Haltung in Punkto Hundehaltung. Ich kann andere Menschen nicht kontrollieren, und deren Hunde auch nicht. Ich KANN aber meinen Hund kontrollieren bzw unter Kontrolle halten, kann ihn einschätzen und mich selber kontrollieren.

Hat man das erkannt, fällt es leichter einfach doofe Begegnungen an sich abprallen zu lassen. Änderung beginnt bei mir, nicht beim anderen. Ärgere ich mich über Kackhaufen? JA! Aber ich kann nichts anderes tun als selber ordentlich zu sein und zu hoffen, dass beim Anblick meiner Sorgfalt andere ein Schlechtes gewissen bekommen und mir nacheifern. Ärgere ich mich über doofe Hundehalter? JA! Aber ich kann sie nicht wegzaubern. Also weich ich aus oder gehe eben meiner wege, bleibe bei meinem für mich richtigen verhalten mit Hund und lass die anderen an meiner kalten schulter abprallen :)

 

Hilft ungemein, wenn man sich nicht genötigt fühlt, in jedes scharmützel hineinzuspringen .:D

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vor 9 Minuten schrieb marcolino:

Bei mir betrifft das also einerseits das im Zaum halten meines persönlichen Ehrgeizes/meiner Vorstellungen, als auch das Unabhängig-Machen von Meinungen anderer Menschen.

 

 

 

vor 5 Minuten schrieb mikesch0815:

 mal auf die Interessen der Hunde achtet und nicht auf seine eigenen Wunschvorstellung. 

 

 

jep, das unterschreib ich so :)

 

jederzeit bereit sein seine eigenen Ansichten und bisherigen Meinungen zu überdenken, nie zu festgefahren im Kopf zu sein

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Ich nehm halt vieles nicht so ernst.

Für mich ist es zb nicht so wichtig, ob Wega sitzt oder liegt, Hauptsache sie bleibt dort, wenn sie das soll. Leinenführigkeit naja, ganz ok, aber nicht perfekt, mir egal, Wega ist meistens ohne Leine unterwegs.

Sie bellt sogar wenn jemand an der Türe ist :14_relaxed: nun, Miauen kann sie halt nicht!

Wichtig ist mir, dass wir miteinander und mit den anderen Menschen und Hunden klarkommen

 

Das sind so Kleinigkeiten, die einem vielleicht das Leben schwer machen könnten, wenn man das Gefühl hat alles genau nach Lehrbuch machen zu müssen.

 

Was die Hundehaltung auch entspannt, ist, dass man Fehler von anderen HH und Hunden, halt als Fehler und nicht als persönliche Angriff sieht.

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Das machen, was ich früher auch gemacht habe :) Früher = vor Zlavia. 

 

Und was ich jetzt wieder mache - zum Glück! Hundebücher weg, keine Erziehungstipps googeln, mehr aus dem Bauch heraus, intuitiv und situativ. 

 

Hund nehmen wie er ist, ihm die Zeit einräumen die er braucht. Und nichts erzwingen.

 

Bsp Vorherige Hunde mochten Besuch, waren total entspannt und sind offen auf fremde Menschen zu. Zlavia mag keine fremden Menschen, schon gar nicht in ihrem Zuhause. Manche Besucher haben Angst vor ihr. Also ist Zlavia nicht da, wenn Besuch kommt, den sie nicht mag und / oder der Besuch Zlavia nicht mag..... ;) 

 

Je entspannter ich - umso entspannter Hund......

 

 

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Oh schönes Thema. Eigentlich kann ich marcolino´s Beitrag voll unterschreiben und auch Nebelfrei´s Version trifft auch auf meine Ansicht zu.

 

Entspannt wird eine Hundehaltung - meiner Meinung nach - erst nach und nach, wenn sich Mensch und Hund gut kennengelernt haben. Man weiß sich einzuschätzen und Mensch kennt Stärken und Schwächen des Hundes (wahrscheinlich kennt der Hund die auch von seinem Menschen :D ).

 

5 grade sein zu lassen, Perfektionismus loslassen - dann wird es entspannter. Hund auch Hund sein lassen,also ihn einfach mal machen zu lassen, ohne Kommentare und Kommandos - das finde ich auch sehr wichtig. Kontrolle ist gut,aber nicht ständig.

 

Auf der anderen Seite tragen wir Hundehalter Verantwortung und das nicht nur für den Hund,sondern auch für die Umwelt. Entspannt wird es also auch dann, wenn ein gewisses Maß an Erziehung vorhanden ist,sodass sich andere Menschen und Hunde ungestört bewegen können,wenn wir mit unserem Hund unterwegs sind.

 

 

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Interessantes Thema.

 

Ich glaube, dass man "Entspannte Hundehaltung" gar nicht allgemeingültig definieren kann und auch nicht sollte. Für mich ist das sehr wahrscheinlich etwas ganz anderes als für jemand anderen.

 

Ich zum Beispiel mache mir rein gar nichts aus den neuesten (oder alten, aber gültigen) wissenschaftlichen Erkenntnissen. Ich verfolge auch die entsprechenden Threads nicht. Weil mich das in der Form belastet, dass ich meine Zeit dafür investieren müsste. Ich habe ausreichend Kenntnisse über menschliches Lernverhalten. Überraschenderweise ist dieses sehr gut auf den Hund übertragbar. Damit kann ich meine Hundeerziehung "aus dem Bauch raus" gestalten. Das ist für mich mein Beitrag zur entspannten Hundehaltung.

 

Ich lebe mit meinem Hund zusammen, wie es mir passt. Sie kennt die Regeln, die MIR wichtig sind. Kann schon sein, dass das völlig andere sind, als bei jemand anderem. Mit meinen Regeln sorge ich wiederum dafür, dass die Hundehaltung entspannt ist. 

 

Für mich gehört auch dazu, dass ich MIT meinem Hund lebe aber nicht FÜR. Auch das ist für mich entspannend. Dass mein Hund damit klar kommt, dass ich auch andere Interessen habe.

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Jetzt wollte ich etwas schreiben ,steht im Post vor mir schon alles da .

 

Ich schließe mich an  :D muss nur Hunde heißen  !

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Ich konsumiere keinerlei "Erziehungsliteratur". Das sind für mich komplett uninteressante Sachen. Wissenschaftliche Lektüre hingegen find ich spannend und interessant, vorallem weil sie keinerlei Kochrezepte aufweist, sondern nur aktuelle Interpretationen beobachteter Phänomene und Modelle.

 

so weit

Maico

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