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Hundeforum Der Hund
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Entspannte Hundehaltung - was ist das?

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Entspannte Hundehaltung ist für mich, wenn ich mich und den Hund zu nichts zwingen muss und wir so akzeptiert und respektiert werden, wie wir sind. Und vor allem wenn Hundebesitzer mit Fremdhunden Abstand von mir und meinem Hund halten. Dann bin ich total entspannt :) Ich bin eigentlich mit ganz wenig zufrieden. Möchte nur in Ruhe gelassen werden, ansonsten werde ich schnell zickig.

Leider nehme ich meinen Hund unter der Woche mit zur Arbeit und zwar mit den Öffentlichen. Das ist sowas von -100 Entspannung. Es nervt. Grabscher, Locker und Kreischer nerven einfach.:mellow:

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Super Thema :)

mir geht's ähnlichwie Karl, habe nach den ersten zwei Seiten aufgehört 'gefällt mir ' zu drücken. Gibt es eine gefällt mir sammel Funktion für einen thread:lol:??

Kann nur die Beiträge meiner Vorredner unterstreichen. Leistungsdruck und vermeintlichen perfektionismus bezüglich der 'außenwirkung' aus dem eigenen Kopf nehmen. Gerade wenn man eine in der Öffentlichkeit als 'schwierig' eingeordnete Rasse besitzt, neigt man dazu, sich selbst zu sehr unter Druck zu setzen um die Umgebung davon zu überzeugen, dass man diesem 'schwierigen'Hund gewachsen ist und dieser möglichst 150% besser funktionieren muss als jeder andere, um blöde Kommentare zu vermeiden. 

Wenn man sich davon frei macht, führt dass zu einem viel entspannteren hundehaltung. V.a. wenn man erkennt dass viele andere Hunde ähnliche junghundeprobleme zeigen und der eigene vermeintlich 'schwierige' Hund trotzdem ein 'normaler' junghund ist und einfach prozentual viel mehr Freude macht als Probleme ;)...

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Wow, so viele Antworten :)

 

Es scheint ja vielen so zu gehen, dass die Entspannung sich dann zeigt, wenn ich mich (weitestgehend) von der Außenwirkung unabhängig mache. 

Wobei mir da spontan einfällt: Das tun doch auch die Hundehalter, die ihre Hunde ungebremst zu jedem anderen Hund machen und damit (oft) Ärger produzieren.

Aber darum geht es ja mal gerade nicht (oder doch, auch? :think:), fiel mir nur spontan ein, weil der damit zusammenhängende Ärger ja wohl nicht unbedingt zu Entspannung führt.

 

Ich selber war nicht immer so entspannt unterwegs und erinnere mich noch - etwas verschwommen - an Momente und Situationen, wo ich aufgrund meiner eigenen Vorstellungen, aber auch aufgrund Reaktionen meiner Umwelt ziemlich verspannt war.

 

Es gab Momente, wo mich ein "Ihr Hund hört aber nicht gut/überhaupt nicht!" ganz schön irritiert hat, und auch meinen Ehrgeiz anstachelte, nun daran zu arbeiten dass mein Hund "so gut hört", wie es mein Gegenüber zum Ausdruck brachte. Dabei war ich dann dankbarer Abnehmer von Methoden/Empfehlungen/Tipps ... über die ich heute nur noch den Kopf schüttele. Vor allem über meine eigene Dummheit, die mich unreflektiert zunächst diese Tipps anwenden ließ ...

 

Beim Anwenden dieser Tipps bemerkte ich aber immer ein Unwohlsein, einen Knoten im Bauch, was irgendwann dazu führte, dass ich die allgemeine Aussage: "Ein Hund muss gehorchen!" grundsätzlich in Frage stellte. 

 

Jo, und jetzt könnte ich ein Buch schreiben, zumindest einen Kurzroman ... aber ich versuche es mal in kurz:

 

Jeder Mensch hat seine eigenen Erfahrungen, seine eigenen Maßstäbe und seine eigene Vorstellung von einem "gehorchenden Hund".

 

Ich mache mir keinen Kopp mehr darum, ob mein Hund mir gehorcht, und zwar hauptsächlich dann, wenn er sich scheinbar meinem Willen widersetzt, also ungehorsam ist ...

Ich überlege mir lieber, wie ich diesem denkenden und fühlenden Leben beibringen kann, in bestimmten Momenten so zu agieren, dass es umweltkompatibel ist.

Weil ein Hund ein denkendes und fühlendes Lebewesen ist, hat er aber auch Macken und Vorlieben, die nicht immer umweltkompatibel sind.

Statt ihm da "Gehorsam" beizubringen, setze ich lieber meinen Verstand ein, wie ich das managen kann sodass mein Hund umweltkompatibel bleibt.

 

Jetzt lebe ich herrlich entspannt mit meinen Hunden, weiß was sie können und nicht können, nehme darauf Rücksicht ... und bin ziemlich resilient gegen Kritik von Außen :)

 

Zum Abschluss dazu mal ein Beispiel aus meinem Reallife:

 

Meine Hunde sind im Freilauf und uns kommt ein Mensch mit angeleintem Hund entgegen. Amigo wird durch ein freundliches "Amigo - hier (bitte)" in meine unmittelbare Nähe gerufen, Vasco bekommt von mir ein "Vasco?!". Er setzt sich ... und wenn nicht, so geht er zumindest langsamer weiter. Dann bekommt er ein sehr freundliches: "Vasco - erinnerst du dich bitte an ein Sitz?". Dann setzt er sich, und wenn nicht, dann bleibt er zumindest stehen. Dann bekommt er ein weiteres, freundliches: "Vasco 

 

 

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... ups, auf den falschen Knopf gedrückt, hier der Rest:

 

 

 

"Vasco - ich möchte bitte das du Sitz machst  "

 

Durchaus möglich, dass ich bis zu fünf mal diese Bitte wiederholen muss ... 

In der Zeit bin ich dann bei meinem - mittlerweile sitzenden - Vasco angelangt und halte ihn entweder locker am Halsband, oder leine ihn an. Kommt auf die Signale an, die ich meine von den Entgegenkommenden zu erhalten. Dann grüße ich die Menschen freundlich und tausche mich kurz über die weitere Vorgehensweise aus.

 

Variante A: die mir entgegen Kommenden befinden, dass ich meine Hunde toll im Griff habe. Diese Menschen haben oftmals ihren Hund schon frühzeitig angeleint /dauerhaft angeleint, weil sie ihn nicht (immer) zuverlässig abrufen können. Ich freue mich über dieses Kompliment und lächle.

 

Variante B: die mir entgegen Kommenden befinden, dass meine Hunde schlecht hören, weil sie mein Kommando "Sitz" nicht sofort ausführen. Diese Menschen haben als Gehorsamsdefinition die prompte Ausführung von Kommandos im Kopf. Ich lächle und mache den Weg frei.

 

Dagegen steht, was ICH im Kopf habe: Ich weiß mit völliger Sicherheit, dass Vasco meiner Bitte folgen wird, nicht einfach zu dem Hund hin zu gehen. Das haben wir gelernt, gemeinsam. Deshalb kann ich lächeln.

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