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Hundeforum Der Hund
Luzie.Fer

Und wieder einmal- alleine bleiben trainieren...

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Hallo liebe Leute,

 

ja, ich weiß, das Thema gab es bereits 1000 x und trotzdem finde ich auf meine Fragen keine wirklich passenden Antworten.

Denn leider ist ja jeder Fall ein individueller Einzelfall.

 

Meine Hündin ist heute seit genau 14 Tagen bei mir.

Sie wurde freigekauft von einem "Züchter", den man besser Vermehrer nennen sollte. Sie kennt nichts und war ihr Leben lang in einem Zwinger um Welpen zu bekommen. Dann wurde sie freigekauft mit den verbliebenen (lebenden) Welpen des letzten Wurfes und war in einem schlimmen Zustand. Viel zu dünn, ausgemergelt, verfilzt und stank wie die Pest. Es wurde als Notfallmaßnahme das Fell mit der Schere bearbeitet um die Verfilzungen los zu werden usw. Sie kennt nichts, keine Befehle, keine Autos, gar nichts.

Egal, sie war dann etwa 5 Wochen bei ihrer Retterin, und dann holte ich sie ab.

 

Nun wohnt sie seit 14 Tagen bei mir. Aus einem resignierten und sehr traurigen und schüchternen Hund wird langsam eine muntere Maus, die neuerdings wedeln kann, schnüffelt jetzt beim spazieren gehen auch mal (ich glaube aber sie kannte den Sinn von Spaziergängen nicht so recht) und fängt an Leckerchen und Kauknochen schätzen zu lernen.

 

Sie wohnt mit meinen beiden Katzen und mir in meiner Wohnung und darf tagsüber mit ins Büro.

Unser Tag: Aufstehen, Kaffee, Gassi gehen (etwa 20 Minuten), ins Auto, Büro, Mittags Gassi gehen (etwa 30 Minuten), wieder Büro, abends Pferdestall, seit wenigen Tagen auch mit Freilauf, dann wieder Gassi, Wohnung, Abendbrot, TV, Gassi, Schlafen.

 

Und nun zu meinem Problem: Sie bindet sich sehr (!) an mich, was natürlich auch total verständlich ist. Ich kann sie fast 24 Stunden am Tag bei mir haben, aber trotzdem muss sie natürlich auch lernen, dass sie mal (etwa 2-3 mal die Woche) etwa 2-4 Stunden alleine bleiben muss. Irgendwann möchte ich mal wieder ins Kino, und vor allem auch mal wieder mein Pferd bewegen.

 

Sobald ich aufstehe, egal ob im Büro oder in der Wohnung, steht sie auf und will mit.

Wohnung:

Sie kennt bereits zwischen uns geschlossene Türen (Badezimmer z.B.) und das ist auch kein Problem. Allerdings ist sie ja nicht blöd, und weiß genau, dass ich noch in der Wohnung bin. Sobald ich tatsächlich kurz das Gebäude verlasse weint sie und kratzt an der Tür. Manchmal bellt sie auch. Sie ist nach meiner Rückkehr sehr gestresst, speichelt, und hechelt, und manchmal setzt sie dann auch Urin ab. (Sie war zwei Mal etwa 30 Minuten alleine, ließ sich leider nicht verhindern)

 

Im Büro springt sie auf, sobald ich aufstehe und wartet hinter der Tür. Nach etwa 2 Minuten weint sie und kratzt an der Tür.

Bis gestern ging es noch, dass ich einfach jemanden anders kurz an meinen Schreibtisch gesetzt habe, da war sie auch ruhig. Seit heute reicht das nicht mehr. Sie weint trotzdem und läuft suchend durchs Büro. Die längste Zeit die sie hier je alleine sein musste waren 15 Minuten. Sobald ich wieder rein komme läuft sie auf ihren Platz, himmelt mich kurz an und schläft ruhig weiter.

 

Ich muss üben, ist mir klar.

Aber wie? 

1. Minutenweise üben- okay. Aber wie weit gehe ich? Bis sie weint, oder muss ich den Zeitpunkt abpassen wiederzukommen BEVOR sie weint? (Wieder rein gehe ich sowohl im Büro als auch in der Wohnung immer erst in einer "Weinpause")

2. Hilft ihr ein abgesperrter Raum? Badezimmer? Kennel? Geht das, als ehemaliger Zwingerhund?

Zuhause üben ist einfacher, da ich sehr tolerante Nachbarn habe. Aber im Büro sind Bell-Orgien großer Mift. Das will ich nicht so weit kommen lassen. 

3. Ich ignoriere sie soweit es geht beim rein kommen und auch beim Weggang. Ich verwische "Weggeh-Rituale" wie Jacke anziehen und Schlüssel nehmen. Ich versuche alles so selbstverständlich wie möglich zu machen, aber durch die erstarkende Bindung zwischen uns machen wir seit etwa einer Woche eher Rückschritte was die Zeit angeht. Ist das normal?

4. Kann ich etwas tun, als Einzelperson (wohne nicht mit meinem Freund zusammen), dass sie auch andere Menschen als Gesellschaft akzeptiert?

5. Sollte ich mit dem Training einfach noch warten bis sie ganz angekommen ist? So noch 2-4 Wochen warten? (Ich kann sie auch zu jeder Rauchpause mit raus nehmen, aber manchmal habe ich berufsbedingt Termine bei denen sie wirklich nicht mit kann. Diese Termine werden kommen, bald, Dauer etwa 1-2 Stunden)

 

Ich hoffe ihr könnt mir ein paar Tipps geben, Die Rückschritte erscheinen mir logisch, aber leider ist das nicht hilfreich. Wie mache ich ihr klar, dass ich immer wieder komme?

 

VlG Luzie.Fer

 

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Ich würde kleinschrittig einfach jetzt schon üben und halt nicht so viel erwarten - aber das tust du ja nicht.

Denn - wie du ja auch schon festgestellt hast - manchmal läßt es sich nicht verhindern,daß der Hund trotzdem kurz allein sein muß.

Was ich überlege - wie wäre es mit dem Ansatz,die Unterordnung zu üben?

Und zwar:mein Dalmi war mit 7 Monaten schon durch 4 "Hände" gegangen und sehr unsicher.

Das äußerte sich zwar nicht so wie bei deinem Hund - er konnte recht gut allein bleiben - aber er hatte große Mühe,im Haus zur Ruhe zu kommen ,sobald sich am üblichen Ablauf etwas änderte und setzte dann seinen Streß in Bewegung um.Ich sehe durchaus Parallelen zu deinem Problem.

Wir sind dann irgendwann an eine kleine Hundegruppe geraten und haben trainiert.

Es fiel meinem Hund wahnsinnig schwer,ein "Bleib" auszuführen. ("Oh Gott - sie geht drei Schritte weg! - Und jetzt läuft sie um mich herum - ich bin doch keine Eule!")

Wir haben über ein halbes Jahr gebraucht,ehe der Hund entspannt!!! ohne Zittern und Klappern und Speicheln in der Lage war,ein solches Kommando auszuführen.Dann war der Bann gebrochen ,und er begann.Spaß an der Sache zu kriegen und wurde zum absoluten Oberstreber!

Er wußte:es ist zwar ein bißchen langweilig,immer abzuwarten,aber sonst passiert ja nix.Und die Mama  Frauchen steht immer noch da...

Das Verhalten zu Hause besserte sich auch - die Unruhe,der Streß,die Magen/Darmprobleme....vielleicht wäre das ein Ansatz für euch?

Evtl. findest du auch eine Hundeschule mit einem einfühlsamen Trainer oder Trainerin?Es geht ja selbstverständlich  nicht darum,daß der Hund die Kommandos besonders schnell oder exakt ausführt - er soll nur darüber zu einer gewissen Entspannung finden.

 

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Ich würde erst mal nur abwarten... mit dem Vertrauen fassen könnte sich auch was von selbst lösen.... 14 Tage ist einfach noch nix! Ich habe es mit meinem Welpen eher umgekehrt gemacht.... statt zu trainieren, alleine zu bleiben, habe ich mich als Klette verhalten. Vermutlich hat der Hund irgendwann genervt gedacht... boah ey da kriegste ja gar nie ne Pause! Und war dann wohl froh wenn wir mal ein Weilchen verschwanden und Ruhe war...

 

Ich habe jedenfalls nie drängen müssen und sie bleibt jetzt mit 6 Monaten bis zu 5 Stunden problemlos allein. Das sind allerdings seltene Ausnahmen, die Norm sind 4 Stunden.

 

ich habe es mit meinen Kindern übrigens genauso gemacht mit der Fremdbetreuung...

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Bindung bedeutet ja auch echtes Vertrauen und nicht Verlustängste, das braucht etwas Erfahrung, Gewöhnung und Zeit, die du ihr lassen mußt.

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vor 2 Stunden schrieb Luzie.Fer:

Ich muss üben, ist mir klar.

Aber wie? 

1. Minutenweise üben- okay. Aber wie weit gehe ich? Bis sie weint, oder muss ich den Zeitpunkt abpassen wiederzukommen BEVOR sie weint?

2. Hilft ihr ein abgesperrter Raum? Badezimmer? Kennel? Geht das, als ehemaliger Zwingerhund?

 

3. Ich ignoriere sie soweit es geht beim rein kommen und auch beim Weggang. Ich verwische "Weggeh-Rituale" wie Jacke anziehen und Schlüssel nehmen.

 

Damit ein Hund alleine bleiben kann, muss er halbwegs Selbstvertrauen haben, eine gute Bindung haben, sich Zuhause fühlen.

Der Mensch muss für ihn verständlich und berechenbar sein.

 

Bist du berechenbar, wenn du die Hündin ignorierst beim Kommen und Gehen, sie einsperrst, dir ständig ohne Grund die Jacke an- und ausziehst? Wohl eher nicht. Darum ist das der falsche Weg.

 

 

 

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vor 11 Minuten schrieb Bubuka:

 

Damit ein Hund alleine bleiben kann, muss er halbwegs Selbstvertrauen haben, eine gute Bindung haben, sich Zuhause fühlen.

Der Mensch muss für ihn verständlich und berechenbar sein.

 

Bist du berechenbar, wenn du die Hündin ignorierst beim Kommen und Gehen, sie einsperrst, dir ständig ohne Grund die Jacke an- und ausziehst? Wohl eher nicht. Darum ist das der falsche Weg.

 

 

 

Ich sperre sie nicht ein. Außer eben manchmal im Büro oder eben in der Wohnung. Das war als Frage gemeint ob es ihr helfen könnte. Und in fast allen Beiträgen zu ähnlichen Fragen steht, dass man kein Remmidemmi ums Weggehen und Wiederkommen machen soll. Weil es eben ganz normal ist. Oder eben sein soll. Und das mit dem Verwischen habe ich auch in fast allen Beiträgen gelesen. Sie springt sofort auf wenn sie hört, dass ich den Schlüssel nehme... 

 

Was ist nun richtig? 

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Das kommt auf deinen Hund an:D

Manche macht es umso besorgter, wenn bestimmte Rituale und Ankündigungen eingeführt werden, manchen gibt es Sicherheit.

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Hallo,

 

bitte bedenke, was allein die letzte Zeit an Veränderungen auf diese Hündin zugekommen sind. Sie kannte ja wohl rein gar nichts außer dem Zwinger und bekam bestimmt auch außer der Fütterung keine Zuwendung.

 

Ich kann gut verstehen, dass Du auch mal alleine weggehen willst bzw. manchmal auch mußt. Ich würde auf alle Fälle versuchen, dass sie sich an eine zweite Person gewöhnt -

eventuell einen Dogsitter oder eine gute Freundin, bei der sie in der Zeit bleiben kann, wenn Du andere Dinge erledigen willst.

 

Was allerdings angesagt ist, dass ist   Geduld   zu haben und mit kleinen Schritten anzufangen. Also einfach innerhalb der Wohnung anfangen und sie mal für ein paar Minuten alleine lassen und dann kommst Du wieder zurück.

Am besten klappt so ein Training nach einem ausgiebigen Spaziergang, wenn der Hund eh schon etwas müde ist. Wahrscheinlich hat sie eh keine Kondition als bisheriger Zwingerhund. Da muß man aufpassen, dass man so einen Hund nicht mit zu vielen neuen Dingen überfordert.

 

Ich weiß wovon ich spreche, da mein Hund die ersten 6 Monate sehr isoliert aufgewachsen ist und vor vielen Dingen panische Angst hat. Da finde ich es schon sehr erstaunlich,

wieviel Deine Hündin jetzt schon mitmacht. Es ist ja auch verständlich, dass sie Angst hat, Dich zu verlieren, wenn sie vorher so ein Leben gar nicht kennenlernen durfte.

 

Hab Geduld und trainier mit kleinen Schritten - das Ergebnis kommt dann. Wenn Du es übertreibst, dann wird es nur noch schlimmer und der Hund weiß gar nicht mehr, was

Du von ihm willst.

 

Liebe Grüße

 

Cony

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Ich bin selber erstaunt, wie toll und gelassen sie alles mit macht :) Sie hat wenig Kondition und wir gehen ruhig spazieren und sie schläft viel. 

Mir ist vieles vollkommen klar. Kleine Schritte, Geduld. 

Habe ich aber ich bin halt in einigen Dingen unsicher... 

 

Jetzt muss die Kleine auch noch operiert werden :(

 

VlG Luzie.Fer

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Vielleicht muss die kleine auch erst zu Hause richtig ankommen. Es ist ja schon toll, dass sie Fortschritte macht, aber vergiss nicht dass es trotzdem auch viel Programm für einen Neuankömmling ist. 

Meine kam auch aus vierter Hand, orientiert hat sie sich am Anfang nur an mir (die Bindung war erstaunlich schnell, erstaunlich stark (zumindest für mein Empfinden)), die Wohnung war aber noch kein zu Hause. Ganz schlimm waren Ortswechsel (Wohnung meiner Eltern, Freunde etc.) , oder zur Ruhe kommen wenn ich nicht da war (selbst mit sitterin in meiner Wohnung). Mit der Zeit hat sich das gebessert und das alleine bleiben wurde leichter je mehr sie ankam. Wir sind mittlerweile so weit, dass sie im zu Hause entspannter ist, als wo anders wenn jemand bei ihr ist. Hier fühlt sie sich sicher und entspannt (Wohnung/Umgebung geht also bei ihr vor ).

Übe weiter in kleinen Schritten. Vielleicht übungseinheiten auf die Wohnung beschränken (Büro, wenn mehr Sicherheit da ist). Ich wünsche euch viel Erfolg :)

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