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Hundeforum Der Hund
Brynja

Vererbte Problematiken

Empfohlene Beiträge

Weil mir gerade etwas auf den Lippen brennt, ich aber nicht sicher bin, wie Du Deine Eingangsfrage abgrenzt/grenzen möchtest:

Meinst Du mit Linien nur Linienzucht oder durch ""natürliche" (umweltbedingte) Selektion hervorgebrachte "Linien"?

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Erst einmal erneut Danke für eure Beteiligung und auch für die Links, sehr spannend.

 

@Ivy2

Wird mit der Linie auch hierzulande weitergezüchtet?Falls ja, wird der "Partner" entsprechend als Gegenpart ausgesucht und weißt du etwas über die Nachzuchten? Also, wie weit es da auch noch ausgeprägt ist?

 

@Juline

Scheu ist auch etwas, was man ja durchaus auch in freier Wildbahn gut beobachten kann bei diversen Tierarten.
Darfst dich da gerne mit Infos hier austoben.


Vielleicht finden ja auch noch Züchter ihren Weg hierher, die bestimmte Verhaltensmuster selbst schon bei Verpaarungen oder in den Stammbäumen hatten, insb. die weniger schönen und wann sie es merkten etc. 

Natürlich ist der Thread nachher nicht so gemeint, dass man jedes unerwünschte Verhalten mit "ererbt" erklärt, aber vielleicht findet ja auch der ein oder andere Lust daran mal genauer hinzusehen und nachzuforschen, insb. wenn Probleme kaum aufzutrainieren sind.

Meist geht das ja leider nur bei Zuchthunden, weil man da oft die Wege gut zurückverfolgen kann.

 

Liebe Grüße


 

 

 

 

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@Fangmich

 

In dem Fall meine ich wirklich die Zucht an sich und nicht die natürliche Auslese/Selektion.
Sprich, das was der Mensch gezielt verpaart hat.

 

Lg

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Epigenetik wurde schon angesprochen, ein ganz wichtiger Faktor!

Ich wollte eigentlich demnächst zu einem Seminar mit Udo Ganßloser zu diesem Thema, aber kann leider nicht.

 

Was ein Hund weiter vererbt, liegt natürlich erst einmal am Zufallsprinzip.

Jedes Lebewesen erbt immer 50% der Gene vom Vater und 50% von der Mutter. Wer welches Gen bekommt, entscheidet aber die Natur (hier könnte man mit Inzucht die genetische Vielfalt einschränken - mehr gleiche Gene, weniger Zufall - aber will schon sowas?).

Beispiel HD:

HD besteht je nac Rasse aus bis zu 25 vershiedenen Genparen, sprich 50 verschiedenen Einzelgenen. D.h. die Möglichkeit, welche Welpe was erbt, ist riesig, denn er bekommt von jeder Seite beliebige 25 Gene vererbt.

 

Und dann gint es eben noch die Vererbung von verschiedenen Charaktereigenschften, das liegt an ein- oder ausgeschalteten Rezeptoren.

Wichtig dafür ist halt die Lebenserfahrung.

Wenn z.B. ein Welpe gern apportiert, aber man ihm genervt alles weg nimmt und womöglich sogar dafür bestraft, dann schaten sich die Rezeptoren für die Apportierfreude aus.

Ist dieser Welpe herzensgut und zutraulich, wird aber immer von Menschen gequält, können sich Rezeptoren für Angst vor dem Menschen bilden.

Bekommt dieser Hund später mal Nachwuchs, vererben sich die eingeschalteten Rezeptoren schon weiter (nicht unbedingt auf jeden Nachkommen - Zufallsprinzip) und es kann ein extrem ängstlicher Welpe herauskommen, der apportieren hasst.

 

Das nächste ist jetzt nur das, was ich erzählt bekommen habe, gebe also keine Garantie für Richtigkeit:

Sind angeschaltete Rezeptoren an, lassen sie sich nur schwer wieder ausschalten, aber in vernünftige Bahnen lenken.

Je nach Lebenserfahrung wird dieser Welpe später durch Training, Erziehung und Üben einfach ein Menschen gegenüber zurückhaltender Hund, der gern die Brötchen nach Hause trägt.

 

Was ich selbst erlebt habe:

Ein Hund wurde etwas falsch erzogen und meinte, er müsse alles allein regeln. Er ist kein einfacher Hund, der mit viel Konsequenz gut funktioniert. Manche würden ihn als sehr charakterstark und eigenwillig bezeichnen (er hat mich mal gestellt, auf meinen Füßen gestanden, die Zähne nur mm von meinem Oberschenkel entfernt).

Seit frauchen die richtige Auslastung und Hilfe eines Trainers gewählt hat, funktioniert er gut.

Aber ich habe gehört, dass immer mal wieder Besitzer von seinen Nachkommen hart arbeiten müssen, da einige der Welpen sich als schwierig herausstellen.

Sie sind nichts für Anfänger.

Ich denke, auch hier liegt es an bestimmten ein- und ausgeschalteten Rezeptoren.

Und ich weiß von einigen, die in den schwierigen Phasen gleich den richtigen Weg gewählt haben und aus den Hunden später ganz souveräne Partner geworden sind.

Hier wurden dann halt günstige Rezeptoren durch die richtigen Lebenserfahrungen zugeschaltet.

 

 

 

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Ich bin pro Linienzucht. Nur da habe ich eine höchstmögliche Gewissheit was in etwa rauskommt. Egal ob es den Phänotyp oder das Wesen betrifft. Die Wahrscheinlichkeiten sind ungleich höher. Wobei von vielen Linienzucht fälschlich immer gleich mit generationsweiter Inzucht verwürfelt wird. Man kann auch durchaus "outcrossen" und dabei zwei gefestigte Linien zusammenführen.

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@Brynja: Ja, es gibt ein paar wenige Züchter, die mit dieser Linie hierzulande züchten, aber die wenigsten sind "reingezüchtet". Dass man durch puren Zufall an eine  solchen Hund gerät, ist ziemlich ausgeschlossen. Man weiß normalerweise, was man sich da ins Haus holt. Meine hat "nur" 25% Anteil, aber bei ihr und ihren Geschwistern schlägts voll durch. Die Linie ist allgemein sehr durchsetzungsstark. Haste die einmal drin, macht sich das noch Generationen später bemerkbar. In meiner Großen steckt die Linie auch, aber nur noch in homöopathischen Anteilen. Ganz zu Anfang benahm sie sich aber genauso spooky, wie ihre kleine Schwester. Sie hat das so gut wie abgelegt und ist inzwischem rotzfrech. Aber die Veranlagung ist auch bei ihr noch da.

 

Das Interessante an den beiden ist, dass sie genau gleich aufgewachsen sind, im genau gleichen  Alter dann zu mir kamen, bis auf den Großvater der kleine  Schwester genau die gleichen Ahnen haben und dennoch so unterschiedlich sind. Natürlich hat jede ihren eigenen Charakter. Aber, was dieses Meideverhalten angeht, spielt ganz sicher auch die Vererbung eine Rolle. Die Linie, von der ich spreche, wird seit über 70 Jahren gezüchtet, mittlerweile in der dritten Züchtergeneration. Die ist also sehr gefestigt.

 

Ich weiß, dass zumindest unsere Züchterin eine ausgesprochene Show-Linie mit eingezüchtet hat (aber eine amerikanische, die sind anatomisch nichr mit den hiesigen vergleichbar), die gelten allgemein als nervemstärker und offener. Hat sich aber bei meoner kleenen weder optisch noch im Wesen durchgesetzt. Ob andere Züchter das auch so machen, weiß ich nicht. Die paar, die ich kenne, legen allgemein Wert auf ausgeglichene Hunde, sowohl anatomisch als auch vom Wesen her. Jeder hat dabei aber einen etwas amderen Fokus und so mag es sein, dass der eine oder andere die extrem meidenden Hunde in Kauf nimmt, wenn sie dafür besser laufen. Ich denke da gerad an eine bestimmte Züchterin, die hat aber auch die passende Umgebung für diese Hunde und züchtet nicht unbedingt mit dem Ziel, dass ihre Hunde sich in jeder hektischen Großfamilie zurecht finden müssen. Die gibt sowieso fast keine ab, die allermeisten sind für den Eigenbedarf. 

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"Other breeds, such as the Beagle, Border Collie, Cocker Spaniel, English Setter and Jack Russell Terrier are common carriers of the same ancestral increased-fear/aggression haplotype on chr18"

 

https://bmcgenomics.biomedcentral.com/articles/10.1186/s12864-016-2936-3

 

Auch sehr interessant.

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Danke für eure Texte und Erfahrungsberichte, auch die Links finde ich prima. (kenne die auch schon)

Ich würde hier gerne bis Ende der kommenden Woche noch ein paar Erfahrungsberichte sammeln, falls jemanden noch etwas einfällt und darauf dann gerne eine neuerliche Diskussion starten.
Es gibt ja doch einiges zum Thema Vererbung und auf den Threads (Wenn Lexx einverstanden ist, dann würde ich auch den mit einbeziehen) basierend, könnte man dann mal wunderbar in die Richtung Erziehung/Auslastung/Umgang mit diesen Hunden wechseln, wenn ihr mögt, bzw. auch noch mal gesondert eine Linksammlung anlegen.

 

Was haltet ihr davon?

 

Lg

 

 

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