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Tiervermittlung aus dem Ausland: Ein anderer Ansatz

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DogCareClinic   

Hallo zusammen,

wir möchten euch gerne unseren Ansatz der Tiervermittlung vorstellen und hoffen damit inspirieren zu können, dass Tierschutz auch sehr gut vor Ort funktionieren kann.
Seit zehn Jahren sind wir in Sri Lanka aktiv. Was für uns Menschen das Paradies ist, ist für die Tiere die Hölle auf Erden. Ca. 40 Millionen Straßenhunde gibt es dort, die an Krankheiten, Hunger und unbehandelten Verletzungen leiden. Mit Massenkastrations und -impfprogrammen können wir die Hundepopulation vermindern. Ausgesetzte Welpen werden von uns aufgepäppelt und in einheimische Familien vermittelt. Leider haben wir aber viel mehr Welpen als Interessenten.
Sri Lanka ist sehr weit weg und in Europa warten sooo viele Hunde auf ein Zuhause, dass wir beschlossen haben, keine Tiere ins Ausland zu vermitteln. Stattdessen wollen wir die Probleme vor Ort lösen. Da Doghoarding aber natürlich keine Option ist, müssen wir neue Wege der Vermittlung gehen.
Wir haben daher ein Adoptionsprogramm ins Leben gerufen, das sich Rehome 50+ nennt. 50plus, da wir Hunde an arme, ältere Einheimische (über 50 Jahre alt) vermitteln. Sie erhalten von uns 35 Euro im Monat, mit denen sie den Hund versorgen können und auch für sich selber noch etwas Geld über haben. Diese Hunde dürfen NICHT - wie in Sri Lanka üblich - angekettet sein. Sie müssen frei herumlaufen dürfen. Monatlich kontrollieren wir ohne Voranmeldung, ob die Hunde frei sind und checken ihren Gesundheitszustand. Die medizinische Versorgung für diese Tiere stellen wir kostenlos.
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Über 100 Hunde haben wir so bereits erfolgreich vermittelt und jeder dieser Hunde ist Botschafter für ein gutes Verhältnis zwischen Mensch und Tier. Dieses Verständnis ist in Sri Lanka noch nicht sehr verbreitet.

Wer mehr Informationen (und v.a. eine aussagekräftige Bilder-Galerie) anschauen möchte, ist dazu natürlich herzlich eingeladen: http://www.dogcare-clinic.com/unsere-projekte/dcc-50-programm-hilfe-fuer-mensch-und-tier.html

 

Was haltet ihr von diesem Konzept? Denkt ihr, das lässt sich auch auf z.B. europäische Länder anwenden?

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Gerhard   

40 Millionen Straßenhunde? So eine Population erreicht keine wildlebende Art dort.

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Estray   

Hm...also ich befürchte, die Hunde sind nicht so geliebt, wie sie es verdient hätten und für die armen Menschen nur Mittel zu Zweck. Die Hunde sehen auf den Bildern / Videos auch nicht sehr happy aus. 

Schlimm, dass die Leute Hunde aufnehmen müssen, um die nötige Unterstützung zu bekommen. :/

Für die Hunde wünsche ich mir einen Ort, an dem sie in Frieden leben können und sich Freiwillige liebevoll um sie kümmern. Man könnte Hütten an Back Packer vermieten, die da für kleines Geld Urlaub machen können und nebenbei Hunde knuddeln und bespaßen. 

 

 

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gebemeinensenfdazu   

Das Projekt erinnert mich an die Omahunde in Hamburg, das ich prinzipiell sehr gut finde.

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gast   

Ich finde das Projekt auf den ersten Blick sehr gut.

 

Dass die Hunde dort unglücklich aussehen kann ich so nicht unterschreiben. Man muss es einfach anders sehen. Das ist nicht Deutschland und das sind nicht die verhätschelten kleinen süßen Hündchen die man in der westlichen Welt hauptsächlich sieht. Ich weiß es nur aus Indien, denke aber Sri Lanka dürfte mindestens ähnlich sein: Menschen bedeuten dort für Hunde nicht eine streichelnde Hand und warmes Körbchen wie hier. Daher sehe ich in den kritischen Hundeblicken per se keine Qual o. Ä. sondern Unsicherheit.

Dass die Hunde auf dem ein oder anderen Bild z. B. nicht richtig getragen werden ist offensichtlich, aber auch hier gilt: Hunde sind für Menschen dort nicht das, was sie hier für uns sind. Das lässt sich aber alles lernen und ich denke, dass dieses Projekt -wenn es denn richtig geführt wird- einen sehr großen Schritt in die richtige Richtung bedeuten kann.

 

Ich persönlich würde mich freuen bei diesem Pojekt auf dem Laufenden zu bleiben. Gerne auch hier im Forum (weil ich immer etwas faul bin. ;)). Jetzt gerade bleibt nur der erste Eindruck, der nicht wirklich aussagekräftig ist. Man muss erstmal das Ganze sehen, bevor man sich eine wirkliche Meinung bilden kann. :)

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Antrina   
(bearbeitet)

Grundsätzlich finde ich die Idee nicht so schlecht, je mehr Hunde man ohne die ortstypische Kette sieht, desto eher wird sich das Bild der Haltung ändern? Ziemlich ehrgeiziges Projekt und irgendwie bezweifel ich, dass man das darüber schafft..

35€ finde ich zudem sehr viel,. Ich zahle zur Zeit 15€ pro Kind für ein Projekt in Uganda. Davon wird Schuldgeld, 2 Mahlzeiten am Tag, Schuluniform + Gesundheitsfürsorge finanziert. Bevor ich 35 € für eine Leistung bezahle, in der nur kontrolliert wird, dass der Hund nicht an der Kette sitzt - finanziere ich lieber zwei Kindern eine Zukunft.

 

Die Angaben von diesem Projekt finde ich viel zu schwammig. Bekommt der Hund auch das Futter geliefert? Werden von den 30€ auch die Tierarztkosten bezahlt oder der Mitarbeiter der jeden Monat nach den Hunden guckt? Was von meiner Spende genau kommt bei den älteren Leuten und schlußendlich bei dem Hund an, mit dem hier für das Projekt beworben wird?

 

Grundsätzlich muss man auch daran denken, dass meine Motivation einen Hund aus dem Ausland zu nehmen nicht nur der Tierschutzgedanke ist. Ich habe ja selbst was davon und wenn ich spenden will, da gibt es doch eine große Masse an Tierheimen, die versuchen das Leid durch Aufklärung und Kastration + tierärztliche Behandlungen zu lindern. Da kämen meine 30€ zu 100% beim Tier an und nicht zu irgendwelchen Teilen bei einem älteren MEnschen, der das sicher auch benötigt, für den ein wenig Saatgut oder medizinische Hilfe (siehe Fotos) doch besser wäre, als aus Armutsgründen ein Tier aufnehmen zu müssen, was man vielleicht gar nicht will..

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DogCareClinic   

Vielen Dank für Eure Kommentare!

 

Zunächst zu den Kosten: jeder Rentner bekommt für einen Hund 5.000 LKR im Monat. Je nach Wechselkurs sind dies ca. 35 Euro. Natürlich ist dies mehr Geld, als man benötigt, nur um einen Hund zu füttern. Es geht hier aber nicht "nur" um die Hunde, sondern auch um die Menschen, die sehr arm sind (man kann es ja an den Häusern auf den Bildern erkennen). Gerade in ländlichen Gegenden herrscht sehr viel Armut und in Sri Lanka gibt es so gut wie kein funktionierendes Sozialsystem. Die Älteren sind davon abhängig, dass sie von ihrer Familie mitversorgt werden. Geschieht dies nicht, haben sie schlichtweg kein Geld! Das Leben in Sri Lanka wird kontinuierlich teurer und v.a. die Lebensmittelpreise steigen. Ich kenne die Preise in Uganda nicht, aber ich würde davon ausgehen, dass die Lebenshaltungskosten in Sri Lanka deutlich höher sind. Viele unserer DCC 50+ Familien haben schwere Schicksale erlitten, z.T. durch den Bürgerkrieg oder den Tsunami.
Neben den 35 Euro, die direkt an die Familien gehen, fallen pro Hund für die Dog Care Clinic zusätzlich rund 35 Euro monatlich an. Diese Kosten entstehen hauptsächlich durch die Kontrolle und medizinische Versorgung. Die Senioren müssen den Hund mit Futter versorgen und wir übernehmen kostenlos die medizinische Seite - bis hin zu großen Operationen.
Unserer Meinung nach muss man in solchen Ländern wie Sri Lanka den Tierschutz mit der Hilfe für Bedürftige verbinden, damit sich dauerhaft etwas im Umgang mit den Tieren verändert. Im DCC 50+ erhalten die Hunde einen Wert und die Leute lernen auch ganz anders mit den Tieren umzugehen, als es der Normalfall ist.

Princesalein hat es schon richtig geschrieben: der Umgang mit Hunden ist in Sri Lanka nicht mir Mitteleuropa vergleichbar. Auf der Insel leben die wenigsten Hunde als Familienmitglied und Freund im Haushalt der Leute. Der Großteil wird vor dem Haus angekettet oder im Käfig gehalten. Die Ketten werden häufig dem Wachstum des Tieres nicht angepasst und sind ohne Halsband direkt um den Hals gelegt. Mit der Zeit fressen sie sich richtig in die Haut ein. Das sind schreckliche Bilder. Andere benutzen Seile oder Kabel als Halsbänder, was auch zu schlimmen Verletzungen führt. Die Hunde fungieren als Alarmanlage und haben nur dieeine Aufgabe: bellen, wenn jemand kommt. Sie erfahren keine Zuneigung. Fast täglich werden uns Tiere gebracht, die schreckliche Wunden haben, weil sie tage- und wochenlang nicht versorgt wurden. Manche dieser armen Geschöpfe stinken schon bis zum Himmel, weil sie von Maden zerfressen werden und die Besitzer ekeln sich vor ihrem eigenen Hund so sehr, dass sie sich mit Handschuhen schützen.

Viele der 50+ Hunde sind nicht nur frei, sondern dürfen auch in das Haus der Pflegefamilien. Das ist in Sri Lanka nicht der Normalfall! Dadurch, dass die Senioren nicht alleine zu Hause sind, sondern von Failienmitgliedern umgeben, lernt auch die jüngste Generation, dass man viel Freude an einem Tier haben kann. Hier leisten wir zusätzlich Aufklärungsarbeit.

 

Natürlich MUSS niemand der Senioren einen Hund aufnehmen. Es ist ein Angebot. Interessenten melden sich bei der Klinik. Im Vorfeld der Vermittlung besuchen wir die Leute zuhause und kontrollieren, ob die Umgebung geeignet und ob die Familie hilfsbedürftig ist.

 

@Antrina: Du sprichst noch an, dass dass es besser wäre, den Menschen unabhängig der Hunde - u.a. auch medzinisch - zu helfen. Auch das ist Teil des Programms, wird aber nicht durch Spenden, sondern durch die Gründerin der Klinik, Marina Möbius, abgedeckt (im Übrigen wird die gesamte Dog Care Clinic noch immer zu über 80% von Marina selber finanziert.). Auf dem dritten Bild im ersten Beitrag hier im Thread hat Marina beispielsweise die Kosten für eine künstlich Linse für eine Star-OP bei dem Mann übernommen. Das Foto entstand bei einem Besuch, um zu gucken, ob die OP gut verlief. Durch die monatlichen Kontrollbesuche stehen wir im engen Kontakt zu den DCC 50+ Familien und helfen natürlich in Notsituationen aus.

 

Bitte beachtet: das DCC 50+ ist nur EINES unserer Projekte. Hier werden die Hunde vermittelt, die sonst nie ein Zuhause finden würden, weil sie die "falsche" Farbe haben (braun), das "falsche" Geschlecht haben (weiblich) oder behindert sind.

Für die Welpen, die fast täglich wie Müll vor der Klinik entsorgt werden, haben wir ein "normales" Adoptionsprogramm, das sogenannte "Rehome"-Programm. Hier können sich Leute, die einen Hund haben wollen, einen unserer Welpen aussuchen. Auch für diese Hunde übernehmen wir die weitere Behandlung kostenlos. All unsere Rehome-Hunde werden auch von uns im richtigen Alter zur Kastration abgeholt. Wir vermitteln Hunde nur in der Umgebung der Klinik, so dass wir die weitere medizinische Betreuung auch gewährleisten und die Haltebedingungen kontrollieren können.

Die von Antrina angesprochenen Kastrationen führen wir natürlich auch durch - tatsächlich ist dies eines unserer Kernprograme. Täglich können wir bis zu 20 Hunde (kostenlos!) kastrieren - Streuner und Besitzerhunde. An 365 Tagen im Jahr sind unsere Teams unterwegs und fangen nicht kastrierte Hunde. Seit der Gründung konnten wir so über 50.000 Hunde kastrieren! Es liegt noch viel Arbei vor uns, aber nach fast zehn Jahren unermüdlichem Einsatzes können wir auf viele Erfolgserlebnisse zurückblicken-

Im Übrigen steht unsere Klinik Besuchern immer offen, so dass sich jeder selbst ein Bild von der Arbeit machen kann.

 

Ich hoffe, diese Antwort konnte ein paar Punkte klarer darstellen. Ich freue mich auf eine weitere konstruktive Diskussion!
Lg Bettina vom DCC-Team

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Mrs.Midnight   

Finde ich ne klasse Sache. Aufkärungaarbeit direkt vor Ort halte ich ohnehin viel viel sinnvoller, als das man ständig massen an Hunden einfach mach Deutschland karrt. 

 

 

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Antrina   

Vielen Dank für die Aufklärung. Das Projekt als Teil eines Gesamtprojektes gesehen finde ich gut :)

 

 

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