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Hundeforum Der Hund
Juline

Trieb und Motivation

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Darüber wüsste ich gerne mehr.

Marcolino, ich zitiere dich mal aus einem anderen Thread:

 

vor 31 Minuten schrieb marcolino:

Zumal der Jagdtrieb kein Jagdtrieb ist, sondern eine Motivation.

 

vor 31 Minuten schrieb marcolino:

Leider hat sich noch nicht weitläufig genug die Methode des "Mit der Motivation eines Hundes zu gehen" herumgesprochen. Der Unterschied ist nämlich, dass ein Trieb nur von Außen reguliert werden kann, während eine Motivation eine intrinsische Regulation ermöglicht. Hunde können eine Kontrolle ihrer Motivation erlernen

 

Das finde ich interessant. Was genau sind "Triebe"? Was sind Motivationen? Wie erkenne ich den Unterschied?

 

Gesprochen wird ja von vielen: Schutztrieb, Hütetrieb, Jagdtrieb, Sexualtrieb.... das das so nicht stimmt, ist mir klar, aber was genau ist das alles?

 

Und wie sieht es denn eigentlich jetzt aus mit der "Triebtherorie"? Sind sich die Wissenschaftler, Verhaltensforscher inzwischen einig? Ich weiß nur, dass es jahrelang ein Streitthema war, was denn nun als "Trieb" zu bezeichnen ist, dass manche das Wort komplett gestrichen haben, dass nur noch von Motivation gesprochen wurde usw. Verwirrend.

Und der Begriff "Instinkt" ist komplett gestrichen im Sprachgebrauch der modernen Kynologie?

 

 

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Vielleicht bringt das ein bisschen Licht ins Dunkel:

 

http://www.sitzplatzfuss.com/kann-denn-liebe-suende-sein/

 

Das Lorenz'sche Instinktmodell ist allerdings seit Jahrzehnten widerlegt. :)

Nicht nur beim Hund.

 

 

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Weil das Thema auch darin vorkam und dort einige Links genannt wurden, nenne ich mal hier den Thread http://www.polar-chat.de/hunde/topic/103982-was-ist-jagdtrieb/?page=3

mit dem Zitat

Zitat
Am 15.11.2016 um 07:56 schrieb Gast:

Zitat: Verhaltensbiologen erklären, dass bei Hunden und auch bei Wölfen nur zwei echte Triebe existieren. Diese sind Hunger/Durst und der Sexualtrieb.

 Quelle: http://hundehalternews.de/?p=829

 

Für mich persönlich macht es viel mehr Sinn, Verhalten nach Instinktverhalten und reflexartigem Verhalten anzuschauen. 

 

http://www.biologie-online.eu/verhaltensbiologie/verhalten-tier-mensch.php

 

Was genau IST denn ein Trieb?

Was soll man darunter verstehen, um beurteilen zu können, was ein Trieb sein könnte?

Da finden sich noch weitere Informationen.

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gmsd, genau an dieses Thema "Jagdtrieb" musste ich auch denken :) Aber dort geht es ja speziell um die Jagdmotivation, hier um die grundsätzlichere Frage, welcher Unterschied überhaupt zwischen den Begriffen "Trieb" und "Motivation" besteht - vielleicht kann dieses Ergebnis ja in dem "Jagdtrieb-Thread" mit einfließen :)

 

Die Unterscheidung ist nicht leicht, weil es

 

- unterschiedliche Anwendungsbereiche 

- unterschiedliche Definitionen

 

für den Begriff "Trieb" gibt.

 

Grundsätzlich ist diese Aussage aber allen Triebbegriffen gemein:

Man geht von der Annahme aus, dass ein inneres Potenzial besteht, eine bestimmte Verhaltensweise auszuleben - hier auch der besondere Hinweis auf das widerlegte "Triebstaumodell" nach Lorenz.

 

Es MUSS also eine bestimmte, genetisch vorprogrammierte Menge an Aggression, Beutefangverhalten, Fortpflanzungsverhalten, Spielverhalten gezeigt werden, weil das Nicht-Abarbeiten dieses Potenzials zu einem Triebstau führt, der sich dann auch ohne äußeren Reiz Bahn bricht.

 

Das vertrackte, und auch schwierig zu verstehende an der ganzen Sache ist: Diese Aussage trifft teilweise zu, aber auf völlig andere Art und Weise, als allgemein bekannt und auch berücksichtigt wird.

 

Es geht nicht um eine (messbare) Menge, die vorliegt und abgearbeitet(bedient) werden muss, oder eben unterdrückt, damit sie sich nicht Bahn schafft. Es geht um etwas viel Ursprünglicheres: Das Überleben eines Organismus.

 

Alle Säugetiere sind mit der gleichen Grundausstattung versehen, die das einzelne Individuum zum Überleben und der Arterhaltung befähigt.

 

Die Fähigkeit zur Aggression ist z. B. zwingend notwendig, um sich mit der äußeren Umwelt auseinander und auch durchsetzen oder wehren zu können.

Der Wunsch nach Fortpflanzung ist zwingend notwendig, um die eigene Art zu erhalten.

Die Fähigkeit des Beuteerwerbs ist zwingend notwendig, um den eigenen Körper mit der nötigen Energie zu versorgen.

Die Fähigkeit zum Spielen ist zwingend notwendig, um in der Zeit, wo die eigenen Fähigkeiten zum Überleben noch nicht ausreichend vorhanden sind, diese ohne Gefahr und Schaden zu nehmen, geübt und entwickelt werden können.

 

Ist bis hierhin deutlich geworden, warum "Trieb" eine nicht nur ungenaue, sondern auch fehlerhafte Bezeichnung für das Verhalten eines Hundes ist?

 

Dazu noch ergänzend: In der Psychologie findet der Begriff "Trieb" durchaus noch Anwendung. Dort bezeichnet er ein (krankhaftes) Zwangsverhalten des Menschen, dessen Ausprägungen in Suchtverhalten enden. (Hierzu gab es einen schönen Artikel von Thomas Riepe "Triebige Hunde", der genau diese psychologische Seite aufzeigte :) )

 

 

 

 

 

 

 

 

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Okay, also, vereinfacht: Triebtheorie, veraltet: der Hund MUSS etwas tun, sonst staut es sich und bricht sich Bahn.

"Überlebenstheorie": der Hund muss etwas KÖNNEN, was zu gegebenem Anlass angeknipst wird.

 

Soweit richtig verstanden?

 

vor 6 Stunden schrieb marcolino:

Grundsätzlich ist diese Aussage aber allen Triebbegriffen gemein:

Man geht von der Annahme aus, dass ein inneres Potenzial besteht, eine bestimmte Verhaltensweise auszuleben -

 

Ich verstehe noch nicht den Unterschied zwischen Trieb und Motivation.

Hab aber die anderen Threads /Links noch nicht gelesen.

 

Also ganz konkret, Monika: was sind die Triebe des Hundes? Du schriebst, der "Jagdtrieb" sei keiner, das klingt danach, dass es welche gibt.

 

Und was heißt gsmd?

 

Ich fühle mich gerade sehr auf dem Schlauch :blink:

 

edit

gsmd hab ich inzwischen kapiert ...ich dachte, Gott sei mit dir :D 

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Zitat
Am 15.11.2016 um 07:56 schrieb Gast:

Zitat: Verhaltensbiologen erklären, dass bei Hunden und auch bei Wölfen nur zwei echte Triebe existieren. Diese sind Hunger/Durst und der Sexualtrieb.

 

 

Das wären lt.Thread Beispiele für Triebe, weil sie nicht an einen Außenreiz gekoppelt sind, also intrinsisch motiviert.

Wobei natürlich Außenreize verstärken.

Gottverlassene Grüße!

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vor 4 Minuten schrieb gebemeinensenfdazu:

dass bei Hunden und auch bei Wölfen nur zwei echte Triebe existieren. Diese sind Hunger/Durst und der Sexualtrieb.

 

 

Sexualtrieb, okay, lass ich gerne als "Trieb" gelten (sehe aber nicht den gravierenden Unterschied zum Jagd"trieb", der laut marcolino keiner ist, deshalb dieser Thread)

 

Aber Hunger /Durst als Trieb zu bezeichnen, kommt mir spanisch vor. Das ist ein körperliches überlebenswichtiges Bedürfnis. Sonst müsste man ja auch Kotabsatz und Urinieren als Trieb bezeichnen, oder? Und es müsste auch einen Schlaftrieb geben.

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Intrinsische Motivation heißt ja bei Menschen, dass nach Überwindung einer Hürde (Aktivität kostet Anstrengung) das tun selbstbelohnend ist, sich ein flow einstellt. Wer dies oft genug erlebt hat, ist eher bereit, die erste Hürde zu überwinden. 

 

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zur Klärung der intrinsischen Motivation

http://www.lernpsychologie.net/motivation/intrinsische-motivation

 

Der Hund muß nicht jagen, um sich zu ernähren, der Hunger (nicht Appetit) braucht keinen Außenreiz, der Jäger schon. Der Hunger treibt den Hund von innen an, etwas zu unternehmen. Kot und Urinabsatz haben zwar noch anderen Info-Wert für den Hund (vor llem vonvon anderen Hunden), aber sie treiben nicht an (also eigener Kot und Urin)? So vielleicht?

Irgendwo stand bei Trieb "grundlegend zur Erhaltung der Art". Kotabsatz und Schlaf dienen dem Erhalt des Individuums. Etwas gebogen vielleicht, aber das wäre mein Deutungsversuch.

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vor 32 Minuten schrieb gebemeinensenfdazu:

treibt den Hund von innen an, etwas zu unternehmen.

 

Okay das ist ein Unterschied.

Ich werde auch gerade vom Hunger angetrieben und hab jetzt Kochtrieb :)

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