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Hundeforum Der Hund
Juline

Trieb und Motivation

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Hey

 

vor 11 Stunden schrieb kareki:

Ich weiß nicht, ob wir die gleiche Seite durchgelesen haben?

Sorry, du hast recht, ich hätte es deutlicher machen sollen, die Definition ist schon gut, aber warum dann wieder die ollen Kamellen Maslow.

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vor 15 Stunden schrieb hansgeorg:

Hey

 

 

Dem kann ich nur zustimmen.

 

Hier zu möchte ich gerne eine Anmerkung machen, die nicht den Unterschied von Trieben und Motivationen erklärt, sondern etwas ausschließen soll.

 

Wie so oft gibt es nicht nur eine Definition zur Motivation, deshalb kann es wichtig sein, die widerlegten obsoleten Definitionen aus dem Gedächtnis zu streichen.

 

Dazu gehört die hier verlinkte Definition, die auf dem veralteten Modell von Maslow begründet ist.

Dass sie in der Psychologie noch Verwendung findet, mag der Tradition, aber nicht den Fakten geschuldet sein.

 

Es gibt keine, wie von Maslow angenommen und beschriebene Hierarchie der Motivationen, dass brauchbare an diesem Konzept sind die Begriffe der intrinsisch/extrinsische Motivationen.

 

Die Verwirrung ist immer dann groß, wenn angenommen wird, dass Triebe und Motivationen dass Selbe seien, d. h., man für ein und die selbe Sache nur das Wort ausgetauscht hätte, dem ist nicht so.

 

Motivationen lassen sich von sehr komplexen homöostatischen Regelkreisen ableiten, die mit dem Hormonstatus eines Organismus in engem Zusammenhang stehen.

 

Triebe basieren auf einem ganz anderen Konzept, dass inzwischen nicht mehr haltbar ist, bisher konnte kein einziger der angenommenen Triebe wissenschaftlich bestätigt werden, selbst K. Lorenz der das Hydraulische-Instinkt/Trieb-Modell entwickelte, hat das anerkannt.

 

LG HG

 

Die Triebtheorie, wie sie auf Gebrauchshundeplätzen immer gerne erklärt WIRD ist veraltet. Aber das Hundeverhalten kann daran immer noch erklärt werden. Hundeplätze sind keine Unis.

Das Durcheinander kommt daher, weil die psychologischen Begrifflichkeiten natürlich etwas weiter reichen, als Fiffi, der hinter dem Hasen herrennt. Das tat der Fiffi in den 20iger Jahren, in den 50iger, den 90igern und auch in den 2017ern noch.

 

Für den Hundehalter ohner weiterreichendes Psychologiestudium, ist Motivation als Begriff zum Beispiel das was ihn morgens um 04:30 aufstehen lässt und zur Arbeit gehen lässt (so er denn eine hat)

Diese Motivation unterscheidet sich von der Motivation einer Bracke auf eine frische Rotwildspur zu gehen immens....

(Jedenfalls wenn ich morgends um 04:30 in den Badezimmerspiegel gucke, dann denke ich eher mit Motivation ans Bett als an die Arbeit. Mich schaffen Werte und Normen und der Drang(die Motivation) Geld zu verdinen (als sekundäre morgendliche Motivation) an den Arbeitsplatz.

Zwischendurch bin ich motiviert durch den Gedanken an einen Kaffe..dann an die kurze Verschnaufpause im netten Gespräch mit meinen tollen Arbeitskollengen, dann motiviert mich der Gedanke an den Feierabend, ab Mittvoch steigt meine Motivation ins unermessliche, weils dann auf s Wochenende zugeht....

 

Das alles läuft beim jagenden Hund in 1000 facher Geschwindigkeit ab und an jeder frischen Fährte.

Mein Fazit. Ich bin ein Jagdhund auf der Spur zum Feierabend.

 

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Hey

 

vor 3 Stunden schrieb 2010:

 

Die Triebtheorie, wie sie auf Gebrauchshundeplätzen immer gerne erklärt WIRD ist veraltet. Aber das Hundeverhalten kann daran immer noch erklärt werden. Hundeplätze sind keine Unis.

Das Durcheinander kommt daher, weil die psychologischen Begrifflichkeiten natürlich etwas weiter reichen, als Fiffi, der hinter dem Hasen herrennt. Das tat der Fiffi in den 20iger Jahren, in den 50iger, den 90igern und auch in den 2017ern noch.

 

Für den Hundehalter ohner weiterreichendes Psychologiestudium, ist Motivation als Begriff zum Beispiel das was ihn morgens um 04:30 aufstehen lässt und zur Arbeit gehen lässt (so er denn eine hat)

Diese Motivation unterscheidet sich von der Motivation einer Bracke auf eine frische Rotwildspur zu gehen immens....

(Jedenfalls wenn ich morgends um 04:30 in den Badezimmerspiegel gucke, dann denke ich eher mit Motivation ans Bett als an die Arbeit. Mich schaffen Werte und Normen und der Drang(die Motivation) Geld zu verdinen (als sekundäre morgendliche Motivation) an den Arbeitsplatz.

Zwischendurch bin ich motiviert durch den Gedanken an einen Kaffe..dann an die kurze Verschnaufpause im netten Gespräch mit meinen tollen Arbeitskollengen, dann motiviert mich der Gedanke an den Feierabend, ab Mittvoch steigt meine Motivation ins unermessliche, weils dann auf s Wochenende zugeht....

 

Das alles läuft beim jagenden Hund in 1000 facher Geschwindigkeit ab und an jeder frischen Fährte.

Mein Fazit. Ich bin ein Jagdhund auf der Spur zum Feierabend.

 

Das hast du wunderbar beschriebe, deshalb würde ich es gerne so stehenlassen, aber.

 

Vielleicht kennst du das:

 

Um zwölf Uhr mittags schlägt die Turmuhrglocke und das Gartentürchen geht auf, was ist das? ZUFALL!

 

So ist das in etwa mit den Triebtheorien, sie sind falsch, aber funktionieren scheinbar immer noch.

 

Wie du selbst schreibst, beruhen deine Motivationen auf sehr unterschiedlichen Ursachen, aber das Wesentliche daran ist, du hast es in der Hand zu entscheiden, welcher der Motivationen du folgen magst, oder auch nicht, trotz der inneren/äußeren Zwänge die nun mal gegeben sind, die in der Natur der Sache liegen, mit all seinen Konsequenzen.

 

Die Triebtheorien sagen da etwas Anderes, salopp gesagt, du kannst dich nicht entscheiden, du musst.

 

Ein fiktives Beispiel:

 

Der Verteidiger eines Vergewaltigers sagt, sein Sexualtrieb war so übermächtig, er konnte nicht anders, damit soll zum Ausdruck kommen, dass er nicht schuldfähig ist, denn gegen Triebe kann man nicht an.

 

Das wäre vereinfacht und verkürzt die mögliche Begründung dafür, dass Triebe, wenn sie einmal ausgelöst sind, nicht mehr kontrollierbar wären, wie der Pfeil der abgeschossen wurde, der sich auch nicht mehr zurückholen lässt.

 

Bei einem Hund könnte das ein fliehendes Wild sein, dass diesen sogenannten Jagdtrieb auslöst, und dem er sofort hinterherjagt, wäre es also ein Trieb, kein Hund wäre mehr zu stoppen.

Ist das so, nein, wie wir wissen.

 

Das macht die Sache nicht leichter, aber die Chancen sind besser, wenn wir nachvollziehen können, was diese Jagdmotivation auslöst, wie sie abläuft und das wir sie, sicherlich nicht immer, in den Griff bekommen können.

 

Ich hatte schon einmal beschrieben wie ich die Jagdmotivation meine jetzigen ACD-Hündin in den Griff bekam, ohne Anti-Jagd-Training, oder sonst irgendein gegensteuerndes vorgehen.

 

Ich wartete ab, bis sie wieder mal losstürmte und war vorbereitet.

Da ich immer die Gegen nach Wild abscanne, konnte ich sie in dem Moment als sie losstürmte, durch lautes Rufen stoppen.

 

D. h., ich habe offensichtlich den richtigen Moment erwischt, in dem die Jagdmotivation zwar ausgelöst wurde sie trotzdem noch ansprechbar war, neudeutsch das Timing hat gestimmt.

 

Wäre es ein Trieb (Jagdtrieb) gewesen, hätte ich keine Chance mehr gehabt sie noch zu stoppen, einmal ausgelöst, wäre der Jagdtrieb ganz stereotyp abgelaufen.

 

Zurück, du stehst im Bad und denkst, heute hab ich absolut keine Lust auf Arbeit, aber ich muss.

 

Denkbar wäre aber auch, du stehst im Bad und sagst, eigentlich müsste ich arbeiten, aber ich habe absolut keine Lust, ich bleibe heute mal zuhause.

 

Du hast die Wahl, wenn du mit den Konsequenzen leben kannst, so ist das mit den Motivationen, du kannst dich entscheiden du musst nicht.

 

Wäre das „ich muss Arbeiten gehen“ ein Trieb, dann hättest du keine Wahl, du müsstest.

 

Mein Fazit: Du bist ein motivierter Jagdhund auf der Spur zum hochverdienten Feierabend, allerdings auf kleinen Umwegen.

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ich hole diesen Thread einfach mal wieder hoch ...  

die Diskussion zum Thema "Triebe" und "Motivation" kam hier auf (ab ca Seite 64) passt aber hier besser hin

da zu diesem Thema hier schon einiges zusammengetragen wurde:

 

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hier noch der Link zur Theorie der Basisemotionssysteme:

https://tatort-hundeleben.jimdo.com/fakten/basisemotionssysteme/

 

Ich persönlich tue mir allerdings etwas schwer damit und weiß nicht recht

was diese Thesen mit dem Basisemotionssystemen ganz praktisch z.B. in Bezug auf den Jagdtrieb meines Hundes bedeuten sollen ...

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vor 3 Minuten schrieb Schnüffelmaus:

Ich persönlich tue mir allerdings etwas schwer damit und weiß nicht recht

was diese Thesen mit dem Basisemotionssystemen ganz praktisch z.B. in Bezug auf den Jagdtrieb meines Hundes bedeuten sollen ...

 

Du weißt, dass er kein willenloser Zombie ist, was in seinem Hirn abgeht und wie das ggf. zu nehmen ist.

 

Dass der Hund lernen kann, von der Motivation nicht „bestimmt“ zu sein, dass man mit ihr umgehen kann.

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Danke fürs Rüberholen. 

Ich habe zwar schon vor längerer Zeit erfahren, dass "Triebe" veraltet sind und eben dieser Triebstau so nicht stattfinden und dass man jetzt von Motivationen spricht und hab mir dieses System auch angeschaut, aber gänzlich verstanden habe ich es nicht. 

 

Ist das Instinktmodell jetzt auch veraltet z.B., das weiß ich nicht. Und wie nennt man denn das jetzt, was Bienen z.B. können und machen. Heißt das noch Instinkt?! Heißt das jetzt angeborenes Verhalten?!

Werden einfach nur Begriffe getauscht, wie es oft in der Wissenschaft passiert, oder kann man das auch "handfester", also für Doofe, wie mich :P , erklären?!

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vor 12 Minuten schrieb Hoellenhunde:

 

Du weißt, dass er kein willenloser Zombie ist, was in seinem Hirn abgeht und wie das ggf. zu nehmen ist.

 

Dass der Hund lernen kann, von der Motivation nicht „bestimmt“ zu sein, dass man mit ihr umgehen kann.

 

nun das wusste ich eigentlich auch schon vorher,

deshalb arbeite ich ja beharrlich daran die Anlagen meiner Jagdhunde in für mich und meine Umwelt kompatible Bahnen zu lenken.

(ohne einen Jagdschein zu machen oder die Hunde wildern zu lassen...)

 

in diesem Basisemotionssysteme-Modell kommt das Jagdverhalten im Seeking-System, im Play-System und indirekt im Lust-System vor.

Irgendwie nachvollziehbar ... aber etwas abstrakt (vielleicht auch einfach nur sehr ungewohnt in diesen Kategorien zu denken.

 

 

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Wenn du weißt, dass es hauptsächlich im SEEKING vorkommt, ist das dich was grundlegend anderes als ein Trieb?

 

Ich weiß ja auch nicht, was genau du bisher gemacht hast...

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Gerade eben schrieb Hoellenhunde:

Wenn du weißt, dass es hauptsächlich im SEEKING vorkommt, ist das dich was grundlegend anderes als ein Trieb?

 

Ich weiß ja auch nicht, was genau du bisher gemacht hast...

 

Triebe waren speziell definiert: Jagdtrieb, Fortpflanzungstrieb, Wach/Schutztrieb etc. ...

Das Seeking-System beschreibt umfassend das selbst-belohnende Prinzip was hinter allen Bereichen eine wichtige Rolle spielt.

 

 

Was ich bisher gemacht habe mit meiner kleinen Jagdsau?

nun ja ...

- eigenmächtiges Jagen mittels Leine verhindern (Management), sie wird inzwischen auch schon deutlich ruhiger wenn wir im Wald unterwegs sind.

- genug Bewegung: mehrfach in der Woche bin ich zum Ausgleich des vielen Leinenknasts auf einer eingezäunten Hundewiese wo sie frei rennen, spielen und toben kann und einfach "Hund sein darf"...

 

Und zwei mal die Woche Mantrailing als eine für meine Hündin möglichst artgerechten Auslastung:

Meine Hündin ist in ihren Anlagen stark auf Spuren verfolgen selektiert (kleiner Griffon/ PBGV), und wirklich eine ausgeprägte Spurenjägerin.

Da ich ihr eine Jagdliche Ausbildung nicht bieten kann/möchte um sie legal auf Wildspuren suchen zu lassen, habe ich ihr Mantrailing angeboten was sie inzwischen sehr gut annimmt.

Sie verfolgt Menschenspuren auch im urbanen Bereich mit großer Leidenschaft und anhaltendem Spurlaut (den spurlaute Jagdhunde ja häufig nur auf Wildspuren zeigen).

Ich denke das passt wirklich gut zu ihr als Auslastung und sie ist nach einer Suche auch richtig entspannt und zufrieden.

 

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