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Junghund beisst

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Ich habe einen immerhin schon 6jährigen Hund übernommen, der offensichtlich erst lernen musste, wie das Herumtollen mit mir funktioniert, denn am Anfang hat er mich oft "in die Nase gebissen". Also nicht wirklich, sondern er hat seinen Kopf mit offenem Maul (Beißhemmung) so schnell bewegt vor lauter Vergnügen, dass er manchmal meine Nase erwischt hat. Ich habe kurz reagiert mit ablehnender Gestik/Mimik, und entsprechenden Lautäußerungen (danach sofort wieder neutrale bis fröhliche Stimmung). Wenn ich glaubte, eine "Antwort" (Gestik/Mimik) erkennen zu können, haben wir weiter gespielt. Da mein Hund sowieso etwas Probleme mit der Feinmotorik hat, brauchte er etwas Zeit zum Lernen. Inzwischen geht das ganze ohne "Kollateralschäden" ab und ich merke, dass mein Hund jetzt sensibel darauf reagiert, was er - auch versehentlich - ins Maul bekommt. Also hat er gelernt, wie "Herumtollen" mit mir funktioniert.

 

Daher solltest du gerade einem jungen Hund eine gewisse Lernphase zugestehen. Aber du musst auch ein deutliches Feedback liefern, von "Aua" bis zu Konsequenz "mit dir spiele ich jetzt nicht mehr" (ohne "ätsch"!!! ;)) - alles möglicht neutral und ohne dass du böse wirst oder dich ärgerst: Hund hat Fehler gemacht > Kommentar/Korrektur/Konsequenz > ganz neutral bleiben > weiterspielen oder Hund ignorieren und etwas ganz anderes tun. Natürlich bist du in dem Moment, in dem du entrüstet "Aua" sagtst, nicht neutral - aber sofort danach wieder.

 

Wenn du deine Hündin ignorierst, wird recht schnell ein Annäherungsversuch von ihr kommen. Wenn du meinst, "alles vergeben und verziehen", lässt du die Annäherung zu. Keine überschwenglichen Gesten, eventuell nur kurz streicheln, oder etwas Nettes sagen in liebem Tonfall, dann weiß sie, dass alles wieder in Ordnung ist.

 

Ebenso bei der Begrüßung: Du schreibst, das "Zwicken" kommt auch bei der Begrüßung vor. Hunde unter sich begrüßen sich nicht überschwenglich. Untersage deiner Hündin also, dass sie sich dabei "hochpusht". Du kannst sie z.B. ins Köbchen schicken, oder einfach "Platz" machen lassen. Wenn du "angekommen" bist (z.B. Jacke/Schuhe ausziehen) dann kannst du entweder zu ihr gehen oder sie zu dir rufen und dann ganz ruhig und lieb begrüßen. Du bestimmst dann auch, wann die Begrüßung zu Ende ist.

Mein Hund ist dann trotzdem oft so aufgedreht, dass er wie eine Klette an mir hängt. Ich schicke ihn dann auf seinen Platz, von dem er mich gut im Blick hat. Aber er liegt dann ruhig und schaukelt sich nicht immer stärker auf. Wenn ich den Eindruck habe, er ist ganz entspannt, gibt es auch ein Leckerli.

 

Also: Bring Ruhe hinein und bestimme die Spielregeln! ;)

 

Das wird auch eure Bindung stärken, weil deine Hündin merkt, dass du ihr helfen kannst. Vermenschlicht: "Ich bin immer so hibbelig und dann weiss ich gar nicht mehr, was ich tue, aber Herrchen/Frauchen hilft mir immer, wieder ruhig zu werden, dann fühle ich mich auch viel besser."

 

Wenn deine Hündin dir dein "nein", dein Ignorieren etc. nicht glaubt, dann bist du vermutlich nicht überzeugend genug. ;)

Bist du sicher, dass du das "nein" auch aus tieftstem Herzen meinst? Oder findest du die Reaktion deiner Hündin eigentlich ganz niedlich? Sie merkt es sofort, wenn du nicht 100% hinter deinen Ansagen stehst ...

 

Besonders junge Hunde neigen dazu, "den Clown zu machen", dann ignorieren sie alle Anweisungen und probieren alles aus, was in ihrer Erinnerung schon mal Erfolg brachte. Lass dich nicht mit solchen Tricks um den Finger wickeln ... ;)

Wenn es dir nicht gefällt, dann ein konsequentes und ernst gemeintes "nein" - Punkt. Erst wenn dir das Verhalten deiner Hündin wieder gefällt, gibt es deine Aufmehrksamkein, dein Lob - was immer du willst.

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Lia hat das als Welpe und Junghündin auch gemacht. Da hakte einfach kurz was aus, sie führte sich auf als hätte sie Tollwut und dann wars wieder gut. Das waren ihre 5 Minuten. Ich denke nicht das sunny dich absichtlich verletzen will. Heute hat Lia immernoch ihre seltsamen Momente aber das bedeutet jetzt, dass sie einfach durch die Bude rammelt als wäre sie verrückt geworden.

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Vielen Dank für Eure vielen Antworten. Ich werde das mal probieren. 

Lg 

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Hat dein Hund Kontakt zu anderen Hunden und kann sie frei laufen und kommt, wenn du sie rufst?

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vor 8 Stunden schrieb Estray:

Hat dein Hund Kontakt zu anderen Hunden und kann sie frei laufen und kommt, wenn du sie rufst?

Ja. Wir gehen einmal die Woche zur Hundeschule und treffen auch oft andere Hunde beim spazieren gehen. Frei laufen lasse ich sie noch nicht, da der Rückruf bei Ablenkung noch nicht klappt.

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Das Problem haben wir auch. Den Hund (jetzt sieben Monate) haben wir allerdings erst seit 3 Wochen und es ist schon besser geworden. Allerdings kriegen wir sie wirklich nur runtergefahren, wenn wir sie räumlich begrenzen. Finde ich zwar oft schade, aber sie dreht bei allen anderen Aktionen noch mehr auf.  "Au!" sagen, wegschieben, ignorieren, wegdrehen etc. klappt alles nicht wirklich. Sie ist da total "stumpf" und auch sonst ziemlich grobmotorisch (ist Boxer mit drin, das wird bei deinem Labi ja ähnlich sein).

Wobei es je nach Aufdrehgrad doch ab und zu klappt. Am besten noch bei mir, bei den Kindern eher schlechter. Die sind dann aber auch selbst aufgeregt, kann ich auch verstehen, dass sie das nicht so runterbringt.

 

Sie springt auch alle wie wild zur Begrüßung an, aber wirklich total freudig. Da habe ich sie aber inzwischen so weit, dass sie das bei mir nicht mehr macht. Sie setzt sich hin (hüpft dann im sitzen halbwegs weiter - zu süß :-D), bleibt aber mit allen Pfoten auf dem Boden. Erst dann wird sie begrüßt. Das hatte sie recht schnell raus. 

 

Zu Beginn hab ich total wenig mit ihr gemacht, weil mir von allen Seiten gesagt wurde, dass sie erstmal Ruhe bräuchte etc. Ich merke aber, wenn sie einen bestimmten Grad an Auslastung hat, ist es im Haus besser. Sie hat einfach viel Energie und die muss ja auch irgendwo hin. 

 

Ich finde es aber auch oft echt schwierig und bin froh, dass sie so klein ist, dass ich sie mir im Ernstfall noch vom Leib halten kann. Sie kann schon echt kraftvoll sein und mir wird es dann auch oft zu viel, man wird dann auf´m Sofa regelrecht angesprungen und attackiert. Puh. 

 

Auf den Platz schicken geht nicht, da sie das noch nicht gelernt hat. Ihre Vorbesitzer haben ihr außer Sitz nichts beigebracht, kein Grundgehorsam vorhanden, sie war viel allein...

 

Freue mich, wenn das besser wird! 

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