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Mark

Studie: Hunde, die Hilfe erfahren, sind selbst hilfsbereiter

Empfohlene Beiträge

Mark   

Bin gerade auf diese Studie gestoßen. Hunde helfen anderen Hunden häufiger, wenn sie selbst zuvor Hilfe erfahren haben. Dabei ist es anscheinend egal, ob es sich um den vorherigen Helfer gehandelt hat oder einen fremden Artgenossen.

 

Hier ist der Bericht:

http://derstandard.at/2000054292362/Hunde-die-Hilfe-erfahren-sind-selbst-hilfsbereiter

 

Hier die Studie:

https://www.nature.com/articles/srep43867

 

Durchaus erstaunlich. Hätte ich so nicht vermutet.

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Juline   
(bearbeitet)

Ja, erstaunlich.

Mich irritiert aber, dass keinerlei Auswahl des Empfängers stattfindet.

 

Ich kann mir daher auch oder vielleicht sogar eher vorstellen, dass Hunde, die diese Futtergabe erhalten haben, die Tätigkeit (Seil ziehen) einfach nur als Nachahmungshandlung eher /öfter ausführen.

Vielleicht auch, weil sie beobachtet haben, dass beim Ziehen des Seils ihnen selbst Futter zugespielt wurde, in der Ho´ffnung / Erwartung, dass dies auch geschieht, wenn sie selbst ziehen?

 

Damit möchte ich Hunden die Fähigkeit nicht absprechen, mir gefällt allerdings der Gedanke irgendwie nicht, "Hilfsbereitschaft", also ein sehr komplexes soziales Verhalten, auf das Ziehen eines Seiles, wodurch dem anderen Hund Futter zugespielt wird, herunterzureduzieren. Das hat was von Skinner, in erweitertem Sinn.

 

 

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gast   
(bearbeitet)

Ich finde die alternative Erklärung viel stumpsinniger als irgendwas, das von Skinner (dem damit auch Unrecht getan wird) hätte kommen können. Sorry, Juline.

 

Hilfsbereitschaft ist nicht so "komplex", da sie durchaus Vorteile bei sozialen Lebewesen hat. Besonders, wenn das "generalisiert" und nicht "direkt" ist.

 

Jedenfalls ist es ein starkes Indiz dafür, dass Hunde gar nicht so "opportunistisch" ist, wie von vielen behauptet. Für mich.

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mimimi   
(bearbeitet)

Schön, dass die Wissenschafft endlich auch drauf kommt, was sie früher als unzulässige Vermenschlichung abgetan hat. :)

Wir wissen inzwischen ja schon eine Weile, dass Hunde soziale Wesen sind, dass Hundehirne im Grunde nicht anders funktionieren als Menschenhirne und dass Lernen bei Hunden auch nicht so anders funktioniert als bei Menschen. Spätestens seit diesen Erkenntnissen sollte uns der Hausverstand wieder sagen (dürfen), dass Hunde als soziale Wesen selbstverständlich wissen, was Hilfsbereitschaft ist. Und dass sie die Bedeutung von Hilfsbereitschaft aus ihren sozialen Erfahrungen lernen. Der Grundgedanke, Hunden "Schutz" und Unterstützung zu bieten bis hin zum "Hund muss das nicht selbst übernehmen" baut ja irgendwie auch auf einem Verständnis von Hilfsbereitschaft auf.

 

Es gibt da übrigens ein altes Sprichwort: Wie der Herr, so der Hund...

 

(Die Einwände bzgl. "Seil ziehen" teile ich übrigens. Aber ich bin da nicht so pingelig. Immerhin haben wir jetzt einen wissenschaftlichen Beweis für unser Bauchgefühl. :) )

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gast   

Ich habe das Gefühl, dass nicht gelesen wurde.

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2010   
(bearbeitet)
Zitat

Spendable Geber, enttarnte Schmarotzer

Auch hier eine kurze Expedition ins Tierreich. Gibst du mir, gebe ich dir – dieses einfache Prinzip findet in der Natur mitunter eine sehr komplexe Ausgestaltung. Eines der spannendsten Beispiele für reziproken Altruismus entdeckte der Biologe Gerald Wilkinson in Costa Rica. Mittelamerikanischen Vampirfledermäusen gelingt es bei ihren nächtlichen Streifzügen nicht immer, ein größeres Opfer zu finden, von dessen Blut sie unbemerkt trinken können. Alte Fledermäuse verstehen ihr Handwerk besser. Nur jede zehnte Nacht gehen sie leer aus. Unerfahrene Artgenossen hingegen kommen oft nur in jeder zweiten Nacht in den Genuss, einem Säugetier Blut abzunehmen. Bleiben Vampirfledermäuse zwei Nächte in Folge ohne Beute, wird es lebensgefährlich. Nach 60 Stunden ohne fremdes Blut verhungern sie.

So vom ständigen Hungertod bedroht, haben die Fledermäuse die Angewohnheit entwickelt, immer mehr Blut als nötig zu saugen – sofern sie die Gelegenheit dazu haben. Den Überschuss können sie herauswürgen und einem Tier spenden, das kein Jagdglück hatte. Genau das praktizieren die Vampirfledermäuse unabhängig davon, ob Geber und Nehmer miteinander verwandt sind. Damit Geben und Nehmen aber in einem fairen Verhältnis bleiben, haben Vampirfledermäuse ein erstaunlich gutes Gedächtnis entwickelt, welches Tier sich spendabel zeigt und welches nicht. Wilkinson konnte nachweisen, dass großzügige Fledermäuse bevorzugt behandelt werden, wenn sie selbst in einer Blutnotlage sind. Zudem verfügt die Spezies über einen raffinierten Kontrollmechanismus, Schmarotzer zu enttarnen. Vampirfledermäuse putzen sich gegenseitig, indem sie sich das Fell ablecken. Mit besonderer Sorgfalt geschieht das in der Magengegend. Ein gut gefüllter Bauch bleibt der Gruppe somit nie verborgen. Für Vampirfledermäuse gilt daher, was auch auf Verkäufer bei Internetplattformen zutrifft: Es lohnt sich materiell, sich einen guten Ruf zu erwerben. Mit den allzu Cleveren möchte niemand zusammenarbeiten, denn ihnen kann man nicht trauen.

 

https://www.brandeins.de/wissen/siemens-notizen/impulse/evolution-der-fairness-warum-die-hilfsbereitschaft-in-unserer-natur-liegt/

 

Wenn man googlet, findet man sehr viel über Hilfsbereitschaft im Tierreich. Auch über Hunde.

Neu ist anicht, aber hochinteressant.

 

Danke für das Einstellen, des Artikels Mark

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Juline   
(bearbeitet)
vor 8 Stunden schrieb kareki:

Ich finde die alternative Erklärung viel stumpsinniger als irgendwas, das von Skinner (dem damit auch Unrecht getan wird) hätte kommen können.

 

Bei meiner "alternativen Erklärung" bedenke ich einfach die spielerische Neugier des Hundes, den Drang etwas auszuprobieren, nachzumachen.

 

Und wenn ein Hund erfährt, dass mit einer bestimmten Handlung (Seil ziehen) ein bestimmtes Ergebnis (Futter) verknüpft ist, wird er vermehrtes Interesse am Ziehen des Seils zeigen.

Ich finde den Gedanken nicht stumpfsinnig.

 

Das heißt ja nicht, dass ich Hunden die Fähigkeit zu Hilfsbereitschaft abspreche, das tue ich bestimmt nicht :)  ...ich wage nur anzuzweifeln, dass die alleinige Motivation des am Seil ziehenden Hundes tatsächlich die ist, dem anderen Hund Futter zuzuspielen. Das ist eine Interpretation.

 

 

 

 

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2010   
vor 59 Minuten schrieb Juline:

 

Das heißt ja nicht, dass ich Hunden die Fähigkeit zu Hilfsbereitschaft abspreche, das tue ich bestimmt nicht :)  ...ich wage nur anzuzweifeln, dass die alleinige Motivation des am Seil ziehenden Hundes tatsächlich die ist, dem anderen Hund Futter zuzuspielen. Das ist eine Interpretation.

 

 

Das ist ja nicht die erste Studie zu dem Thema.

Es gibt mittlerweile viel Literatur zu dem Thema.

Dass Tiere Mitgefühl haben, ist uns Hundehaltern meist klar, endet aber schon bei Hühnerhaltern. Und ich schwöre, meine Hühner haben Gefühle und sind sich gegenseitig hilfsbereit. Ich bin kein Biologe, deshalb sind da nur Beobachtungen an meinen Tieren und dem was ich hobbymässig lese.

Was ich immer wieder in den Diskussionen lese und höre ist, dass den Tieren von modernen Menschen schon gefühle zugesprochen werden, aber dann gibt es Einschränkungen. Gefühle ja, aber....Hilfsbereit? Nein.

 

Die Psychologie der Kinder fing auch so an. Und das meiste, was man Kindern früher absprach ist mittlerweile überholt.

Auch 12 Monate alte Kinder zeigen in Versuchen "Hilfsbereitschaft". Früher meinte man, die lernen das ab dem 6. Lebensjahr.

 

Die alleinige Motivation der Hunde in dieser Versuchsreihe kann ich nicht beurteilen.

Zitat:

"Aufgrund der Studie seien frühere Berichte mit Vorsicht zu genießen, wo bei einer langen Liste von Tierarten – von Antilopen über Eulen und Vampirfledermäuse bis zu Zebrafinken – direkte Reziprozität "gezeigt", aber generalisierte Wechselseitigkeit nicht ausgeschlossen wurde. Übrig bleiben bloß Menschen und Wanderratten, bei denen beide Varianten von Kooperation definitiv nachgewiesen wurden, so Taborsky. - derstandard.at/2000054292362/Hunde-die-Hilfe-erfahren-sind-selbst-hilfsbereiter"

Die Aussage hier, zweifelt NICHT die Hilfbereitschaft an, sondern stellt dar, dass dei Hunde ALLEN anderen gegenüber HILFSBEREIT sind. Nicht nur bekannten Tieren, oder Tiere, die ihnen vorher hilfbereit gegenüber war.

Die Hunde  sind so gesehen (hab ich eh immer angenommen) sozialer in ihrem Tun als die meisten Menschen.

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2010   
vor einer Stunde schrieb Juline:

Das heißt ja nicht, dass ich Hunden die Fähigkeit zu Hilfsbereitschaft abspreche, das tue ich bestimmt nicht :)  ...ich wage nur anzuzweifeln, dass die alleinige Motivation des am Seil ziehenden Hundes tatsächlich die ist, dem anderen Hund Futter zuzuspielen. Das ist eine Interpretation.

 

Nicht nur Interpretation, sondern DARÜBER wurde doch die Studie gemacht.

Hast du sie überhaupt gelesen?

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