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Hundeforum Der Hund
Hasel

Ignorieren von Drohverhalten

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Hallo Leute,

da unser nächstes Turnier am WE stattfindet war ich gerade an einem Schotterparkplatz trainieren. Der "Parkplatz" ist eher verwildert und gut eingezäunt aber für jeden zugänglich, sodass einige HH ihre Hunde dort frei laufen lassen.

Im Training kam ein Mann mit seinem Cockerspaniel dazu, der frei lief. Der Hund lief direkt zu Khaleesi und sie zeigte gleich Drohverhalten (Leftzen hoch und laut geknurrt) trotzdem blieb sie bei mir. Den anderen Hund interessierte es null und lief trotzdem auf uns zu. Der Mann rief aber seinen Hund zurück, der auch sofort kam, leite ihn an und ging an uns vorbei und machte ihn dann wieder ab.

Diese Situation ist uns aber nicht zum ersten Mal passiert. Khali hat an der Leine nie sonderlich Bock andere Hunde kennen zu lernen, sodass sie bei manchen Hunden schon von weiten Drohverhalten zeigt. Aber mache Hunde ignorieren dies und wollen trotzdem zu ihr. Und Khali kommuniziert sehr deutlich, sodass der netteste Tu-Nix-Halter das checkt und schon von weiten seinen Hund versucht nicht zu meiner zu lassen.

 

Aber warum ignorieren manche Hunde Drohverhalten? Können sie es nicht oder wollen sie es nicht verstehen? Wurde in der Sozi-phase zu wenig oder zu viel an Hundekontakt gearbeitet?

 

Kann es mir einer die Ursachen erklären?

 

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Vielleicht wollen sie etwas zurechtrücken, weil sie ihre Unsicherheit spüren, vielleicht sind sie ignorant, vielleiht einfach nur optimistisch, daß es nur an der Leine liegt und du vielleicht ableinst. Oder irgendwas anderes.

Ich frage mich auch, warum der eine Junghund neulich jedem andauernd ununterbrochen die Schnauze geleckt hat, so daß alle Spielgefährten schon triefend naß waren/irgendwie versucht haben, weiteres Abschlecken zu vermeiden  und meine nach einer Weile das erste Mal Wegknurren mußte. Es macht wenig Sinn da zu grübeln, was mit den anderen Hunden ist, ich würde mich auf den eigenen konzentrieren.

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vor 2 Stunden schrieb Hasel:

Aber warum ignorieren manche Hunde Drohverhalten?

 

Bei manchen Hunden habe ich den Eindruck, dass dieses nicht lesen oder nicht verstehen können /wollen anderer Hunde tatsächlich Mängel im Verhaltensrepertoire sind, angeboren oder nicht erlernt. Auch Verhalten hat mit genetischen Voraussetzungen zu tun.

 

Ich finde es ebenso befremdlich, wenn mir ein völlig fremder Hund auf ein nettes Wort hin freudequiekend auf den Schoß springt und nicht mehr runter will. Everybodys Darling oder das abgedroschene Wort "Distanzlosigkeit" trifft es sehr gut - ein Verhalten, welches ich, wenn es stark ausgeprägt ist, als nicht "normal" (und auch nicht als angenehm)  empfinde.

 

Die Häufung in manchen Rassen spricht für genetische Disposition :huh:

 

 

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Ich denke, es wird nicht nur genetisch, somdern auch erzieherisch gefördert. Ein Gesellschaftshund zb soll eben verschmust, distanzlos sein. Das wird so gezüchtet und in der Erziehung gefördert.

Andere Hunde sollen mit jedem spielen, da passt es nicht wenn es einer abwehrt und oft gelingt es ja, einen nur halbwegs abwehrenden Hund zu motivieren.

 

Mir fällt es mit Wega auf, dass sie als völlig unnormal, asozial angeschaut wird, dass sie nicht mit anderen Hunden spielt und es ihr unngenehm ist, wenn andere Hunde oder Menschen zu nahe kommen, aufdringlich würde sie sagen.

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Hier spielen sicherlich viele Faktoren eine rolle. Bei uns würde ich sagen "nur" die Genetik :7_sweat_smile: anders kann ich mir nicht erklären warum unser hund so distanzlos ist :6_smile:. Wenn dexter freundlich angesprochen wird ist er sofort auf freu und kuschelmodus. Wir haben das nie gefördert. Im Gegenteil, ich musste viel gegen an "erziehen" weil es auch Phasen gab in denen er unaufgefordert zu jedem Spaziergänger gerannt ist und sich gefreut hat. Die Züchterin meinte ihr wäre es wichtig in ihrer Zucht darauf zu achten das die Hunde nicht mehr so distanziert sind. Ich habe mich daran gewöhnt :D und bei vielen Gelegenheiten ist es auch schön einen Hund zu haben der "jeden" liebt. Hündisches drohverhalten deutet er aber auch als solches und macht bei drohverhalten einem groooooßen Bogen.

 

Dexters Vorgänger in unserer Familie waren was das angeht alle unterschiedlich. Vondaher Denke ich das die Genetik eine sehr große Rolle spielt. Wir hatten unsere Hunde fast immer von welpe an.unsere letzte Hündin war distanziert und auch an Hunden wenig interessiert. Und ich meine zu beobachten das es bestimmte Rassen gibt die besonders dazu neigen bestimmte gebaren anderer hunde zu ignorieren. Zumindest haben wir persönlich oft das Problem das im Spiel ignoriert wir wenn dexter keine lust mehr hat. Leider ist er da manchmal auch nicht wehement genug aber er ist eben ein sensibelchen. BeI vielen hunden langt es das er dann in leftzen hochzieht und körpersprachlich deutlich zeigt das er nicht mehr spielen möchte bei einigen aber auch nicht. Dann muss ich das spiel beenden weil leider auch viele halter nicht merken das mein hund keinen spass mehr hat. 

 

 

 

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Ich denke dass da drei Faktoren eine Rolle spielen auf die man man nur mehr oder weniger Einfluss hat.

Zum einen die bereits genannte Genetik.  Quintas Vater war eher nicht so der Kuschelhund,  der hat nach Malinois-Art eher selber entschieden ob er da jetzt Lust drauf hat oder eben nicht,  kam da aber nicht dahergelaufen.  Quintas Mutter allerdings,  Border-Collie-Labbi-Mix,  war eben doch der distanzlose "Magnethund".  Im Bezug auf fremde Hunde weiß ich niecht wie diese da reagiert hätte,  ich vermute aber mal,  nicht anders als Quinta es jetzt tut.  Also ohne Leine jegliches ablehnde Verhalten ignorieren und ständig Spielaufforderungen zu machen,  den anderen Hund meist bedrängen... Der Grad zwischen Mobbing und Spielaufforderungen ist schmal und bei nem schäferhundähnlichem hund mit gewisser Größe sehen die meisten Leute das Verhalten verständlicherweise sehr negativ.  Auch zu Spaziergängern ist sie distanzlos,  das haben wir aber mittlerweile etwas in den Griff bekommen.

Der zweite Punkt ist die Erziehung.  Ich denke schon dass man sich durch (perverse)  Mittel einen distanzvollen oder distanzlosen Hund anerziehen kann. Verknüpft man Hunde im frühen Alter mit etwas gutem, oder bekommt er nur selten Hundekontakt und lernt dadurch nicht bzw kaum,  wenn jemand Abstand möchte. 

Der dritte Punkt ist der Erfahrungswert den der Hund in diesen Situationen im frühen Alter macht. Es gibt Hunde,  die wurden von schwarzen Hunden gebissen,  bedrängt und versuchen daher zu meiden,  steigen in die Leine etc pp.  Obwohl sie zu anderen Hunden  sehr distanzlos sind. Quinta hat da beispielsweise ihr Kryptonit in dem Border-Collie einer Hundeschultrainerin gefunden.  Dieser hat im Welpenunterricht Quinta und andere Welpen ziemlich grob gemaßregelt.  Das Verhalten  dannach zeigte bei so ziemlich allen welpen dannach,  dass sie diesen Hund meiden. Mussten sie in ihrer Nähe laufen,  war der Schweif meist eingezogen.  Kam sie auf die Hunde zugerannt,  fingen sie bereits vorher an zu schreien.  

Dass dieser Hund dieses Verhalten zeigt,  war mir übrigens vorher nicht bewusst,  bevor man mich hier nun anprangert ;)  Jedenfalls ist das der einzige Hund bei dem Quinta distanz hält.

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(bearbeitet)

Um nochmal F's ins Spiel zu bringen. Fight kann auch einfach Vorsorgemaßnahme sein aus Angst, begegnet der andere Hund dann mit Fiddlen, kann das "fight" u.U. nicht mehr nötig sein, da der Hund als ungefährlich eingestuft wird. Hat ein fiddlender Hund diese Erfahrung bei Hunden gemacht, (fight aus ANgstaggression) fiddlet er vielleicht noch mehr, weil er es nicht kennt, daß es einen Hund gar nicht interessiert, ob er wohlgesonnen ist.

Ich glaube da spielt Erfahrung und Sozialisation eine größere Rolle. Distanzlosigkeit ist ja erstmal nur initial das Reinbrettern und bedeutet nicht, daß der Hund nach Begrüßungsablehnung das nicht kapiert,auch Labradore hab ich schon abhauen gesehen.

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Das Thema beschäftigt mich auch schon länger.

 

Ich denke das fremde Hunde auch differenzieren, wie gefährlichvder andere Hund werden kann...

Zumindest würde das erklären warum hier nicht ein einziger Hund auf Nicis drohen und knurren und und und Abstand hält sondern trotzdem kommt. Und nicht nur das, obwohl der Nici sehr deutlich abschnappt versuchen viele andere Hunde trotzdem mal am Popo zu schnuppern. Die ignorieren das einfach... 

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Viele Beiträge haben ja schon einleuchtende Erklärungen geliefert,

ich möchte noch auf die unterschiedliche Ausprägung der Körpersprache hinweisen,

und damit zusammenhängend auf ein gar nicht so seltenes "Aneinander-vorbeireden".

 

Eine der großen Lieben meines Hundes ist ein Husky-Mädchen, das eine derart

ausgeprägte Körpersprache zeigt, dass sogar ich armseliger Mensch mitunter

das Gefühl bekommt, dass sie andere Hunde anschreit. Neulich hat ihr ein Mopsrüde

den Hof gemacht, ich habe Spock angeleint, damit ich mitansehen konnte, wie seine Liebste

auf den Kleinen reagiert, ohne dass Spock ihn vertreibt. Die Hündin hat das ganze umfangreiche Proramm

der Ablehnung gezeigt, aber der Mops hat "kein Wort verstanden".

 

Ich habe das Möpschen dann doch lieber auf den Arm genommen und dem Besitzer gereicht,

bevor dem armen, klingt vielleicht hart, traf aber bei diesem Hund voll zu,

Hunde-Legastheniker etwas passieren konnte.

 

 

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Mal so grundsätzlich: Die gesamte Verhaltenspalette an unterschiedlichem Kontaktverhalten bei Hunden kennen wir auch von Menschen. Da trifft der sehr Distanzbewusste auf den freudestrahlenden Distanzlosen, und nicht immer merken die Beteiligen, dass sein Gegenüber möglicherweise Unwohlsein verspürt. Manche empfindet man als übergriffig, Andere werden als brummig/eigenbrödlerisch oder auch wenig zugänglich empfunden.

 

Bestimmte Kontaktverhalten sind ritualisiert (Händeschütteln z. b.), in manchen Gruppen/Kreisen ist eine Umarmung mit aufgehauchtem Wangenküsschen als Begrüßung etabliert, und jeder Mensch verfügt über die Fähigkeit, sich bestimmten Bedingungen anzupassen.

Es entstehen aber auch Konfliktmomente, die üblicherweise NICHT ausgetragen, sondern ertragen werden - zumeist mit dem Wissen: Diese unangenehme Situation ist nicht dauerhaft und geht vorbei.

Manche Menschen sind sehr empfänglich für die Signale ihres Gegenübers, andere haben eher ein Auftreten, welches an die Axt im Walde erinnert ...

 

Bei Hunden funktioniert das im Prinzip genauso, und auch bei Hunden gibt es sowohl die Sensibleren, die sich lieber und auch gut auf die Empfindungen ihres Gegenüber einstellen, und solche, die eher an die Axt im Walde erinnern.

 

Was die entstehenden Konflikte bei Hunden aber tatsächlich verstärkt, ist der Mensch, der maßgeblich die Umgangsfähigkeiten des Hundes beeinflusst.

 

Insofern kann ich all die bisherigen Aussagen hier bestätigen, greife aber mal den Aspekt von gmsd auf:

 

vor 2 Stunden schrieb gebemeinensenfdazu:

Um nochmal F's ins Spiel zu bringen. Fight kann auch einfach Vorsorgemaßnahme sein aus Angst, begegnet der andere Hund dann mit Fiddlen, kann das "fight" u.U. nicht mehr nötig sein, da der Hund als ungefährlich eingestuft wird. Hat ein fiddlender Hund diese Erfahrung bei Hunden gemacht, (fight aus ANgstaggression) fiddlet er vielleicht noch mehr, weil er es nicht kennt, daß es einen Hund gar nicht interessiert, ob er wohlgesonnen ist.

Ich glaube da spielt Erfahrung und Sozialisation eine größere Rolle. Distanzlosigkeit ist ja erstmal nur initial das Reinbrettern und bedeutet nicht, daß der Hund nach Begrüßungsablehnung das nicht kapiert,auch Labradore hab ich schon abhauen gesehen.

 

Die 4 F (Fight, Flight, Freeze, Fiddle about/Flirt) sind ein Grundkonzept. Bei jeder einzelnen Strategie, die ein Hund ergreift, können aber unterschiedliche Beweggründe vorliegen.

Ein Hund kann sich aus Angst, aus Territorialverhalten, aus Konkurrenzverhalten, aus Wehrverhalten, aus Verteidigungsverhalten von Schwächeren (Nachwuchs, schutzbedürftigen Gruppenmitgliedern) oder auch anerzogen (sogenannte "dominante" Hunde) für die Strategie des Fight entscheiden.

Je mehr sich dieses Verhalten als bewährt herausgestellt hat, desto häufiger wird ein Hund dieses Verhalten zeigen. 

Manche Verhaltensweisen werden durcht genetische Anlagen auch begünstigt.

 

Ein Hund der droht, macht zunächst einmal eine Mitteilung: Bleibe auf Distanz! Warum der Hund diese Distanz will, ist nicht immer leicht zu erkennen.

 

@Hasel Um das jetzt  auf die Situation mit Khaleesi zu beziehen: Im Reallife frage ich ab und an einen Hundehalter, der die Frage nach einem Kontakt unentschlossen mit einem: "Mein Hund ist aber aggressiv :think: " beantwortet, mit wie vielen Stichen der letzte Hund denn genäht werden musste ... :whistle

Kommt dann als Antwort: "Ja, also - ähm - nein, das war noch nicht, aber er/sie schnappt schon zu!"

"Mit Blut? :) "

"Ähm, ja, also... ich habe immer Angst, dass was passiert ... :( "

 

Solche Gesprächsverläufe, bei denen ich immer die - noch nicht im direkten Kontakt befindlichen - Hunde beobachte, bestätigen mir das, was ich bis dahin vom Fremdhund wahrgenommen habe: Ambivalentes Verhalten, bei dem sowohl die Möglichkeit auf aggressive Auseinandersetzung als auch friedliches, aber vorsichtiges Miteinander signalisiert wird.

Jeder Hund KANN mit einem solchen Verhalten umgehen - aber nicht jeder Hund geht mit diesem Verhalten so um, wie wir Menschen uns das wünschen: Der eine Hund geht hin und legt den "aggressiven" Hund einmal flach, andere Hunde gehen einem Kontakt aus dem Weg, wieder andere Hunde signalisieren umsichtig, dass sie keine Gefahr darstellen und begünstigen dadurch ein vorsichtiges, langsamen einander-Annähern ... und wiederum andere Hunde sehen oder ignorieren diese Signale und brettern einfach rein.

 

Da ich im Fall von Khaleesi nicht weiß, ob diese tatsächlich beschädigend agiert oder nicht, halte ich es durchaus für möglich, dass der Cockerspaniel entweder zu "blind" war, und die Zeichen von Khaleesi deshalb ignoriert hat, oder er hat das Drohverhalten als "keine Beschädigungsabsicht signalisierend" erkannt, und ist deshalb selbstbewusst auf Khaleesi weiter zugegangen. 

Drohverhalten soll ja erstmal einschüchtern - und es gibt eben auch unterschiedliche Wege, seinem Gegenüber klar zu machen, dass man nicht eingeschüchtert ist.

 

 

 

 

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