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Hundeforum Der Hund
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"Body-Block" - wer hat Erfahrung damit und welche?

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hallöchen,

ich hätte mal wieder eine Frage an die alten Hasen unter Euch:

Ich lese gerade das Buch "das andere Ende der Leine".

Ein Thema, der "Body-Block" wie es genannt wird habe ich gestern durchgeschmökert.

Also z.B.: wenn Hundi einen anspringt, nicht zurückweichen oder sich wegdrehen, sondern blitzschnell mit verschränkten Armen nach vorne beugen, also Hundi mit meiner Körperpräsenz abblocken. (Um nur eine von vielen Anwendungssituationen zu nennen)

Ich habe das bei meiner Morgenrunde mal ausprobiert. Meggie ist wirklich kein "Hochspringhund", aber wenn ich ihr Spielie in der Hand habe, dann fliegt sie mir im Eifer schon manchmal entgegen (was ich nicht möchte).

Also bin ich - statt nur wegdrehen, ignorieren und warten bis sie wieder "artig" ist, Meggie einfach mal blitzschnell und energisch in genannter Körperhaltung einen Schritt entgegengekommen.

Die Botschaft schien Hundi gut zu verstehen, sie wich zurück und nach ein paar wenigen mal hielt sie dann eigentlich die gewünschte höfliche Distanz ein. (ohne dass ich den Eindruck hatte sie zu erschrecken oder so)

:):)

Ich würde gerne wissen, welche Erfahrungen Ihr mit diesem Thema habt :Oo:Oo

- und was möglicherweise noch zu beachten ist.

*neugierigsein*

LG

Rike mit Meggie.

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Kann Dir da von meiner Erfahrung her nur Positives dazu berichten, aaaaaaaaber, man muss es beherrschen, genau wissen, was man tut, und sehr, sehr individuell auf den Hund anpassen.

Seit einigen Monaten bin ich dabei, eine Führtechnik zu entwickeln, die ausschließlich auf Arbeit mit dem Körper/Oberkörper beruht. Er wird je nach Situation als "Druckmittel", Block, Lockmittel oder Ignoranzmittel eingesetzt.

Bei der Arbeit mit vielen, vielen Teams habe ich beobachtet, dass es so genannte "Bewegungslegastheniker" gibt. Also manche Menschen können die Übungen relativ schnell verinnerlichen und umsetzen, diese kommunizieren ruckzuck bewusst über den Körper. Andere sehen immer irgendwie aus, als hätten sie gerade Schmerzen und gehen in Schonhaltung. Sie lernen es auch, aber langsamer.

Ich vergleiche diese Arbeit gerne mit einer Sportart. Baue Dir einen Olympiabarren und versuche, die Goldmedaillen-Übung der letzten Olympiade nachzuturnen. Du wirst erst mal aussehen, wie ein nasser Sack. Mit regelmäßigen Training wirst Du aber irgendwann dem Soll näher kommen. Genau so sehe ich es mit der Körpersprache auch. Zumal man auch den Hund sehr gut lesen und die Körpersprache dem anpassen können sollte.

Am besten, man übt sie mit einem menschlichen Partner, der einem dann sagt, ob er versteht, was man will. Somit verunsichert man den Hund nicht und kann trainieren.

Was man unbedingt beachten muss, wie der Hund insgesamt drauf ist. Ein sensibler Hund kann mit einem starken Bodyblock fix und fertig gemacht werden, weil es für ihn wirklich Druck und Bedrohung bedeutet. Ein distanzloser Labrador, der einen von sich aus auch ständig bedrängt, kann in der Regel deutlich mehr ab, als der gerade vom Tierheim aufgenommene Bordercollie.

Mir hat ein erfahrener Trainer einmal gezeigt, wie ich meinen Hund "bedrängen" kann, in Augenblicken, wenn er mich auch bedrängt. Beim ersten Versuch hat er sich halb tot gelacht, mein Hund übrigens auch. Ich habe den "Versuch" so deutlich kommuniziert, dass er von Sherlock schlicht nicht ernst zu nehmen war. Hätte ich dieselbe Aktion aber beispielsweise mit Kira von Sonja gemacht, dann wäre sie vermutlich völlig in sich zusammen gefallen oder hätte vielleicht sogar soviel Angst gehabt, dass sie nach vorne gegangen wäre.

Ein weiterer Aspekt ist, dass man sehr schnell zwischen "Bedrohung" und Belohnung umstellen können muss. Schiebe ich also z.B. den Hund bei der Leinenführarbeit mit dem Oberkörper zurück in eine lockere Fußposition, schaut der Hund mich an und nimmt die Position wieder ein, muss ich das sofort bestätigen können. Genauso, wenn ich mich auf diese Weise an Reize heran arbeite. Barriere aufbauen und Barriere nachlassen, exakt in dem Moment, wo es erforderlich ist, Erwünschtes bestätigen... perfektes Timing... das ist wichtig!

Von daher kann ich JEDEM nur empfehlen, es nicht einfach zu probieren, sondern mit Trainern oder Menschen zu üben, die Erfahrung damit haben. Die ersten Stunden sollte wirklich jemand zusehen, der diese feinen Dinge sehen KANN, der korrigiert und eingreift. Man kann wie bei allem, sicher viel kaputt machen.

LG Anja

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Ich hab das beim pöpeln gemacht wenn ich als Blocker vor Kyra stand.

Meine Trainerin hat es mir gezeigt und ich hatte anfänglich auch Probleme weil ich auf alles geachtet habe obwohl es gereicht hätte nur meinen Hund zu beobachten.

Die erstenmale hab ich auch das Timing nicht hinbekommen sofort zu loben aber dadurch das wir dann angefangen zu longieren und da das raus mit einem sofortigen Lob oder dem Kommando Lauf sofort folgen muß hat es dann dabei auch ganz gut geklappt.

Gerade am Anfang steht man sich oft selbst im Weg weil man sich doof vorkommt oder es halt einfach nicht umsetzten kann.

Lg Birgit

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Von daher kann ich JEDEM nur empfehlen, es nicht einfach zu probieren, sondern mit Trainern oder Menschen zu üben, die Erfahrung damit haben. Die ersten Stunden sollte wirklich jemand zusehen, der diese feinen Dinge sehen KANN, der korrigiert und eingreift. Man kann wie bei allem, sicher viel kaputt machen.
o.k., es gibt nichts wo man nichts kaputt machen kann. Der Gefahr, dass ich meinen Hund zu sehr unter Druck setzen oder einschüchtern kann bin ich mir bewusst, deshalb frage ich ja auch.

Aber ich denke ich kenne und beobachte Meggie nun schon lange genug um wesentliche Signale von ihr zu verstehen wie Verunsicherung oder Angst...

Wie war das mit dem Bauchgefühl und meinen Hund lesen das mir hier im Forum immer wieder so nahe gelegt wird... ? ;)

Ich halte es einfach nicht für realistisch für alles wo ich mich im Umgang mit meinem Hund behutsam herantaste stets erst mal beim jeweiligen Profi Einzelstunden zu nehmen ...

Ich merke schon lange, dass "reden" im Sinne von argumentieren mit dem Hund relativer Blödsinn ist (im Gegensatz zu meinen Kindern, da spielen Logik und Begründung eine wichtige Rolle).

Ich merke auch schon lange, dass ich mit meiner Körpersprache bei Meggie viel erreichen kann und taste mich da zunehmend weiter ran und beobachte einfach, was wie bei meinem Hund wirkt.

Ich denke, ich bin mit Meggie auf einem guten Weg,

lasse mir aber gerne Tips - und auch Warnungen geben.

:Oo:Oo

LG

Rike mit Meggie.

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Ich halte es einfach nicht für realistisch für alles wo ich mich im Umgang mit meinem Hund behutsam herantaste stets erst mal beim jeweiligen Profi Einzelstunden zu nehmen ...

Ein richtiger Bodyblock, wenn Dich Dein Hund anspringt, ist kein behutsames heran tasten... Je nach dem, wie der Hund drauf ist, kann er auch angreifen. Und dann ist das Geschrei wieder groß!

Das mit dem Profi sehe ich etwas anders. Kaum jemand würde auf die Idee kommen, im Haus selbst neue Wasserleitungen zu verlegen oder elektrische Installationen vorzunehmen, aber an seinem Hund doktort jeder munter selbst rum...

Ich unterscheide halt, ob jemand selbst mal etwas rumklickert, weil da nicht so viel Gravierendes schief gehen kann, oder ob man in bedrohlicher Art und Weise auf seinen Hund los geht. Es wird einfach viel zu viel kritiklos nachgemacht oder "ausprobiert", dem möchte ich mit meiner Warnung vorbeugen.

Rike, damit meine ich jetzt nicht Dich, hab Dir aber auch noch ne PN geschrieben.

LG Anja

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Ich merke auch schon lange, dass ich mit meiner Körpersprache bei Meggie viel erreichen kann und taste mich da zunehmend weiter ran und beobachte einfach, was wie bei meinem Hund wirkt.

Jaaaaaaaa.... :klatsch:

So ging es mir am Anfang auch!!! Das beste ist auch wirklich einfach auszuprobieren. (bei mir waren das auch meist nur lapidare Sachen... also kein "bedrohen" in dem Sinn o.ä.)

Was die Körpersprache allgemein angeht:

Anita (Karl) sagte mal (ungefähr) zu mir als Aufgabenstellung: Geh auf die Wiese mit möglichst wenig/keiner Ablenkung. Versuche mit dem Hund NICHT zu reden. Kein Wort... nix. Versuche nur über Körpersprache mit ihm zu kommunizieren. (wenn Hund nicht so wie Shelly bei einem bleibt, am besten anfangs mit Schleppleine sichern)

Mir war zwar nicht klar, wie ich das anstellen soll :Oo , aber nun gut.

Ich zur Wiese, Shelly abgeleint.... und mal gucken. (da lief es aber noch lange nicht so gut, wie auf dem Video... Blickkontakt war zu dem Zeitpunkt noch ein Fremdwort)

Okay... nichts sagen..... ääääh... und wie mache ich dem Hund klar, dass er zu mir kommen soll, wenn sie mit dem Rücken zu mir steht???? :o

Ich stand erstmal ungefähr so da: :??? . Hmmm... irgendwas MUSST du machen, dachte ich. Also fing ich an wild umherzufuchteln.... so: att.gif (Auweiha, darf gar nicht dran denken... :D ) Ich fuchtelte "lauter" (wie Mario Barth so schön sagt :D ).... hmmm. Dann konnte ich nicht mehr und fing laut an zu lachen. Wie blöd musste DAS denn ausgesehen haben. :D

Ich versuchte es nun auf jeder Runde mit ihr.... probierte immer mal was anderes aus, schaute, wie sie worauf reagiert, ohne je ein Wort mit ihr zu reden. Und iiiiiiiiiirgendwann hatte ich den Dreh raus. Sie kam sofort. Juhu... (wahrscheinlich eher, weil sie gucken wollte, ob mit mir alles in Ordnung sei... :Oo )

Ich war so überwältigt.... und fing an, alles über Körpersprache zu machen. Sitz, Platz, Hier.... usw. Das hat SO einen Spaß gemacht und macht es heut noch.

Vor allem weil mein Problem anfangs war, dass ich immer schnell hochfuhr, wenn was nicht klappte. :Oo Das merkte man natürlich SOFORT an meiner Stimme und dementsprechend reagierte Shelly natürlich damals auch. Ich glaube deshalb bekam ich die Aufgabe von Anita auch.

Durch das Nicht-Reden blieb ich beim Training selbst viiiiiiiiiiiiiiiel ruhiger.

Und nachher, wo es um die Kunststückchen geht, die wir auch fast nur über Körpersprache usw. machen, machte ich noch eine andere Entdeckung: Wenn ich mal schluder und mich nicht richtig konzentriere kann es passieren, dass Shelly mich dann nicht versteht.

Dann gibts zwei Möglichkeiten: Entweder Shelly spult ALLE Kunststücke hintereinander ab, die sie kann (irgendwas von dem wirds schon sein, was Frauchen will :D ) oder sie quittert das mit "Unsicher-"Bellen. Dann spule ich nochmal zurück, konzentriere mich... und schwupps, klappts auch. :)

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Sehr interessantes Thema...

Ricky, verrätst du mir bitte, was du schlußendlich angestellt hast, damit Shelly "ohne Worte" auf dich aufmerksam wurde?

menno, ich vergess immer die Grüße :so

neugierige Grüße

Gudrun mit Suko und Didge

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@Ricky:

wir kriegen in der Hundeschule bei der Unterordnung auch öfter die Anweisung

mal eine Übung ganz ohne Mundwerk zu machen.

Klappt eigentlich ganz gut, ich habe immer mit Meggie parallel Sichtzeichen geübt.

Schwieriger wird es dann schon, wenn wir die Übung wiederholen sollen, aber diesmal NUR mit Stimme (also Flossen komplett wie festgefroren...). Der Hund reagiert eben doch besser auf Sichtzeichen im weitesten Sinne.

Und ganz fies wird es, wenn wir Hundi nicht mal angucken dürfen.

z.B.: "Sitz bleib" ein paar Meter weiter mit Rücken zum Hund stehen und dann ins

Platz legen und so...

:D:D

relativ neu für mich ist Körpersprache OHNE Hände (und ohne Stimme).

Also eben wirklich mit nur meinem Körper auf den Hund einzuwirken.

Echt interessant...

LG

Rike mit Meggie.

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Sichtzeichen und Körpersprache sind für mich zwei völlig unterschiedliche Dinge. Man kann Sitzzeichen geben, ohne auch nur einen Furz den Körper zu bewegen. Das gildet fei nich ;)

LG Anja

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Von daher kann ich JEDEM nur empfehlen, es nicht einfach zu probieren, sondern mit Trainern oder Menschen zu üben, die Erfahrung damit haben. Die ersten Stunden sollte wirklich jemand zusehen, der diese feinen Dinge sehen KANN, der korrigiert und eingreift. Man kann wie bei allem, sicher viel kaputt machen.

:klatsch: DEM kann ich nur 100%ig zustimmen!

Der *Aussenstehende* kann einen nämlich super darauf hinweisen, wie grottenschlecht das eigene Timing ist, gell Anja! ;)

Ich habe zwischenzeitlich sogar gemerkt, dass es mit zwei Hunden, einer recht, einer links, auch wunderbar klappt! :klatsch:

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