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Autos jagen

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Die Vorbereitung ist bei uns Beiden gleich :)

 

Der Hund wird gesichert, damit die Möglichkeit zum "Fehlverhalten" erst gar nicht gegeben ist.

Eine Reizüberflutung wird verhindert durch das gezielte Aussuchen eines geeigneten Platzes. 

SOLLTE der Reiz auftauchen, dann muss genügend Zeit für den Hund zur Verfügung stehen, diesen Reiz zu verarbeiten, ohne direkt erneut davon getriggert zu werden.

Hier greift dein Hinweis mit dem Entschleunigen - eben auch, weil damit zunächst die Erwartungshaltung des Hundes "zur Ruhe" kommen kann.

 

Mein Grundgedanke ist: "Beute" wird verfolgt = die Distanz wird verringert; "Nicht-Beute" wird nicht verfolgt = die Distanz wird vergrößert.

 

Diese Distanzvergrößerung etabliere ich, indem ich zunächst durch Umkehren die Distanz vergrößere. 

Dabei hat sich bei mir folgende Vorgehensweise bewährt: ich bleibe zunächst stehen, gebe meinen Hunden ein "Sitz" (falls nötig) und motiviere sie dann, mir beim Umkehren zu folgen.

In sehr hohen Reizlagen warte ich ab, bis die potenzielle "Beute" aus dem Blickfeld der Hunde verschwunden ist. Dann ist das Wahrnehmen des Ansprechens zu Beginn leichter.

Das Umkehren vermittelt dabei zunächst die Information: Wir gehen jetzt NICHT schauen, wohin die "Beute" verschwunden ist - dann DAS würde die Jagdmotivation noch einmal triggern. Genau diese will ich aber Stück für Stück in Bezug auf die "Beute" verringern.

 

In der Theorie wird durch das konsequente Umsetzen der Distanzvergrößerung ein Objekt immer mehr zur Gewohnheit und löst also immer weniger Jagdverhalten aus.

 

Das ist das Ziel.

 

Dieses Ziel muss nicht immer in seiner Perfektion erreicht werden. So halte ich es z. B. durchaus für praktikabel, wenn ich mir nur die Möglichkeit "erarbeite", bei einem von hinten ankommenden Auto den Hund zuverlässig an die Leine nehmen zu können (oder auch ihn nur "bei Fuß" zu halten für einen Moment), und dann etwas später bei verschwundenem oder fast verschwundenem Auto wieder laufen zu lassen in der Gewissheit, er zischt jetzt NICHT hinterher. Sein Jagdverhalten ist dann möglicherweise nicht 100% eingedämmt, aber für mich und den Hund gefahrlos händelbar. 

 

Bei manchen Hunden wird - nach meiner Erfahrung - durch das Mitgehen mit dem Beuteobjekt noch das Verfolgen unnötig getriggert. Das wäre z. B. bei meinem Amigo der Fall, er würde sich tatsächlich in die Leine legen, wenn ich hinter einem Beuteobjekt hinterher gehe. Ihm hilft es ungemein, wenn ich mich von einer Beute weg bewege. Das wurde zumindest teilweise in einem völlig anderen Rahmen geübt, bei der Arbeit mit dem Dummy. 

 

Wenn ich feststelle, dass mein Hund auch nach einer bestimmten Zeit, in der ich die Situation immer durch Anleinen verhindere, immer noch nicht auf ein Ansprechen reagiert - dann würde ich durch dieses Wegbewegen versuchen, den Fokus weg vom Beuteobjekt zu bekommen. 

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So, ich möchte euch mal auf den neuesten Stand bringen. 

 

Wir trainieren nun seit einiger Zeit konsequent und es sind auch schon deutliche Erfolge sichtbar.

 

Angefangen haben wir damit, dass ich sie bei jedem nahenden Fahrzeug auf dass sie in der Regel reagiert mit einem 'Schau' angesprochen und den folgenden Blickkontakt damit belohnt habe, dass ein Leckerlie weg vom Fahrzeug geflogen ist. Inzwischen zeigt sie jedes Fahrzeug, was sie sonst hat hochfahren lassen, an, indem die sie Blickkontakt zu mir sucht. 

Parallel dazu haben wir im Freilauf ebenfalls jeden Blickkontakt zu mir bestätigt, da sie oft minutenlang hin und her stromerte und überhaupt nicht bewusst auf mich geachtet hat. Sie blieb zwar immer in einem recht geringen Radius (15-20m), aber Blickkontakt nahm sie nur selten auf. 

 

Heute morgen beim Gassi hat sich dann ein riesen Teilerfolg gezeigt. Wir sind eine Strecke gelaufen wo Kensi sich in der Regel total hochfährt und die wir daher seit gut 2 Wochen meiden. Da läuft man frontal auf eine Autobahnbrücke zu und Kensi kann schon von weitem die LKW sehen und hören. Ein weiteres Teilstück geht etwa 500m parallel zu Autobahn. Bisher war sie dort so gut wie gar nicht ansprechbar weil einfach immer wieder ein LKW in Hör- oder Sichtweite kam. 

Heute war sie allerdings einfach nur klasse. Als sie den ersten LKW sah hat sie sich sofort zu mir umgedreht, was natürlich mit einem fliegenden Leckerlie quittiert wurde. Und das ging die ganze Zeit so. Sie hat die LKW registriert, aber bewusst entschieden, sich lieber mir zuzuwenden und ein Leckerlie zu jagen als den LKW hinterher zu hetzen :wub:

 

Wir sind zwar noch lange nicht da wo wir hin wollen, aber wir sind schon einen großen Schritt näher dran. 

 

 

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Ich finde, das ist schon ein riesiger Erfolg - der negative Stress, den sie vorher hatte ist weg, statt dessen ist jetzt zumindest positive, wenn nicht sogar freudige Erwartung auf ein Leckerlie an dessen Stelle getreten.

 

Toll!

 

 

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