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Hundeforum Der Hund
acerino

"Die regeln das unter sich" vs...

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@velvetypoison

Caillou ist dahingehend aber auch ein sehr unkomplizierter Hund. Das kann man nicht vergleichen, glaube ich.

 

@marcolino

Ich mache das exakt so wie du sagst. Aber auf der Hundewiese will ich ihn nicht immer anleinen wenn ein neuer Hund dazukommt. Da gehe ich dann lieber selbst hin, rufe ihn dazu und gut ist. Wenn der andere Hund keinen Kontakt mit mir möchte, merke ich das. Dann stelle ich mich nur dazu und rede mit dem Halter. Viele freuen sich aber und begrüßen mich gern. Die Körpersprache gemischt mit meinen positiven Worten sorgen bei Femo dafür, dass er die Stimmung spiegelt. 

 

Ich will halt, dass der Kontakt in meiner Nähe stattfindet, damit ich eingreifen kann. Das mache ich ja aus Rücksicht den anderen gegenüber. Jetzt mal nur so theoretisch gesprochen: Wir kämen auch klar, wenn er im Freilauf alles allein regeln dürfte. Zu Beginn habe ich das versucht. Streit kann er vermeiden, er hat viele Eskalationsstufen, im Zweifel deeskaliert er erfolgreich und sowieso ist er schnell genug, wenn jemand ihm was will. Von mir weglaufen tut er eh nicht. Er hält einen gewissen Radius hundefrei - super. Hat er sein ganzes Leben so gemacht. 

So stelle ICH mir das aber nicht vor. :D Und ich denke, die anderen Leute und Hunde hier auch nicht. Wir konnten ja auch schon diverse Erfolge mit der Strategie feiern. 

 

 

 

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vor 19 Stunden schrieb acerino:

... menschliches Eingreifen.

 

 

*Sorry, wird lang*

 

 

Vor ein paar Tagen hatte ich eine Situation, die mich nicht so richtig loslässt, obwohl es nicht spektakulär war.

 

Der Jungspund und ich waren draußen unterwegs, in einer Ecke wo eigentlich 99% aller Hunde frei laufen; soll heißen: wo Kontaktaufnahme zwischen Hunden, die sich begegnen, die Regel ist und nicht die Ausnahme.
Dennoch spricht man sich natürlich ab, wenn kein Kontakt gewünscht ist.

 

Nun begegnete uns ein Schäferhund samt Halterin, ohne Leine, die Hunde gingen aufeinander zu und beschnüffelten sich. 
Plötzlich hat meiner ein tiefes Grollen aus der Kehle losgelassen und gab dem Schäfi auch körperlich zu verstehen, dass er gefälligst ruhig stehen bleiben soll, während er an ihm schnüffelte.

Der Schäfi blieb auch ruhig stehen, meiner ließ nach ein paar Sekunden von ihm ab und die zwei trabten in unterschiedliche Richtungen weiter.

 

Die Halterin war hörbar angespannt und rief in beinahe schrillen Tönen nach ihrem Hund. Ich hatte den Eindruck sie hat wirklich Sorge.


Ihr Schäfirüde hörte das Rufen, seine Ohren drehten sich zu Frauchen, er blickte auch vorsichtig in ihre Richtung, aber wollte und konnte nicht folgen, weil er ja gerade die "Ansage" von meinem bekommen hat, sich nicht zu rühren.
Der Hund war sichtlich in der Zwickmühle.

Die Situation dauerte ein paar Sekunden; dann ging jeder zu seinem Menschen und vorbei wars.


Ich persönlich habe die Situation als relativ entspannt empfunden, auch wenn ich so ein Verhalten von meinem Lulatsch nicht wirklich kenne. Wenn irgendjemand nicht möchte, dass man an ihm schnüffelt, geht er einfach weiter und fertig. In dieser Situation war er offensichtlich der Ansicht, er muss das so machen. Weiß der Geier, wieso.
Ich erlebe den als sozial sehr verträglich und konfliktfähig, so dass ich dazu neige seinem Urteil zu vertrauen und ihn viel interagieren lasse, sofern bestimmte Grenzen nicht überschritten werden.


Gefallen hat mir die Situation dennoch nicht, weil wir die Wohlfühlzone der anderen Halterin (ich glaube nicht mal die des anderen Hundes) deutlich überschritten haben. 

Sie schien die Situation anders zu bewerten. Vielleicht ja aus gutem Grund! Ich weiß schließlich nicht, was sie und ihr Hund für Vorerfahrungen haben und wie der Rüde sonst so reagiert.

 

Ich bin mit mir selber in Konflikt geraten, weil ich eigentlich sowas niemandem zumuten will und das Gefühl hatte, ich lasse die Dame im Regen stehen.
Auf der anderen Seite aber das Gefühl hatte, wenn ich da als Mensch nun in die Situation zwischen den Hunden  eingreife, richte ich möglicher Weise mehr Schaden als Nutzen an.
Einfach weil ich Anspannung in die Situation gebracht hätte, die die Hunde sehr wohl in der Lage waren alleine auszutragen.

 

 

Früher habe ich sehr viel mehr in solche Kontaktsituationen eingegriffen (bzw erst gar nicht zugelassen) einfach weil das meine Hunde damals  brauchten. 

"Die regeln das unter sich" war der Kommentar, auf den ich regelmäßig Stresspickel bekommen habe.

Nein, die haben ja gar nichts zu regeln!
"Oder vielleicht doch ein bisschen?" denke ich heute immer häufiger 
(ich meine übrigens nicht, dass irgendwelche "Ränge" geklärt werden müssten oder "Dominanzbeziehungen" ausgefochten werden).

 

Ich greife da ein, wo Kommunikation zwischen Hunden scheitert oder erst gar kein Kontakt gewünscht ist bzw Hunde Hilfe/Unterstützung brauchen. Aber sonst?

 

Wie verhaltet ihr euch bei sowas?
Was hättet ihr gemacht?
Was lasst ihr eure Hunde klären bzw kommunizieren?
Habt ihr beobachtet, dass euer Eingreifen (zB einfaches Rufen/Abholen) in manchen Situationen stört?

 


 

Hi,

ich weiss nicht, was du für einen Hund hast und wie alt dieser ist.

IN der Situation rufe ich nicht den, der stehen muss ab. IN der Situation hätte ich gehandelt wie du.

 

 

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Also ich ich vertraue Leni da mittlerweile blind und auch meinem Bachgefühl (hat allerdings ein paar Jährchen gedauert). Wir hatten mal eine Situation, die ganz anders, aber irgendwie doch ähnlich war - eine andere Halterin war verunsichert, ich zuerst auch und dann klärte sich für mich alles.

Leni ist in ihrer Kommunikation sehr deutlich, aber immer maßvoll und angemessen. Und ganz individuell. Jetzt trafen wir letztens im Park einen 11 Wochen alten "Neuzugang", der zu uns geschlurft kam. Und Leni gab ein warnendes und sehr lautes Knurren von sich, wie ich es noch nie von ihr gehört habe. Mit einem ähnlich eindrucksvollen Gesichtsausdruck wie Akuma  auf dem Foto oben. Ich etwas überrascht und fassungslos, andere Halterin ängstlich und verunsichert. Der Kleine blieb stehen, war verunsichert und man merkte, wie es in kleinen Hirn arbeitete . Dann hatte er aber die Ansage verstanden und ging zur Besitzerin. Leni schlenderte dann ganz freundlich zu ihm und beschnupperte ihn. Im Gespräch stellte sich dann raus, dass der Welpe irgendwie Schwierigkeiten in der Kommunikation  mit anderen hatte,  deren Signale nicht erkennen würde und deshalb schon aus der Welpengruppe genommen worden war.

Aha! Da hatte meine Leni also aus 50m Entfernung erkannt, dass dieser Knirps mehr als deutliche Signale brauchte um zu verstehen, und war deshalb so überdeutlich in ihrer Kommunikation. Und als er verstanden hatte ja auch ganz freundlich. Diese Aktion hat mein Vertrauen in meinen Hund und seine Fähigkeiten definitiv bestätigt und verstärkt. 

 

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@NannyPlum Das würde ich jetzt fast unglaublich finden - wenn ich nicht selber schon Ähnliches erlebt hätte. 

Klasse finde ich das Vertrauen, welches sich zwischen Leni und dir aufgebaut hat. 

Das erlebe ich immer wieder als sehr berührend im interspezifischen Zusammensein :wub:

 

Tolle Aktion von euch Beiden - und zumindest aus meiner Sicht auch eine durchaus positive Erfahrung für den Welpen und dessen Halterin -- weil es ja vor Allem EINES zeigt: Der Welpe KANN auch anders. Hoffentlich baut sie darauf auf :)

 

 

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Minyok macht mir da irgendwie angst. :ph34r:

 

Von einem "Fatzke" mal abgesehen (den mag er einfach nicht) hat er ein fast unnatürliches Talent der Diplomatie. Irgendwie schafft er es, mit allen Hunden die er so trifft gut bis bestens auszukommen. 

 

so weit

Maico

+ Minyok: "Ich bin halt nett! smilie_op_046.gif"

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Ich habe jetzt hier- ausgehend vom Thema- drei völlig verschiedene Hunde.

 

Kissy kann ich alles alleine regeln lassen. Sie ist nicht wirklich an anderen Hunden interessiert, schnüffelt mal,  ist vorsichtig, souverän, geht Streit aus dem Weg. Es sei denn, sie trifft auf ein Individuum ihrer eigenen Rasse. Da schaltet sie in einen Kampf- und Vernichtungsmodus, wie wir sehr überrascht feststellen mussten. 

 

Carlos, nun 4 Wochen bei uns, freut sich über jeden Hund, den er sieht. Da er wegen Beinschonung sehr selten von der Leine kommt, gibt es da noch nicht wirklich Aussagekräftiges. Bisher absolut unproblematisch.

 

Phoebe- der Hund, den wir von 12 Wochen an haben. Und problematisch!

Meiner Meinung nach, weil ich - erstmalig Halter eines Minihundes- sie nicht zu einem Schosshund werden lassen wollte und sie damit viel zu vielen Situationen mit anderen Hunden AUSGELIEFERT habe, die sie nicht alleine bewältigen konnte und auch nicht hätte sollen. Alles nach dem Motto: das machen die unter sich aus......

 

Nur - wie schützt man einen Kleinhund, ohne ihn auf den Arm zu nehmen?

 

Keine Ahnung, heute nehme ich sie auf den Arm: ich biete ihr meine Hand über dem Boden an und wenn sie will, stellt sie sich drüber und ich nehme sie hoch.

Ist die Gelegenheit, lasse ich sie auf Bänke, Mauern oder Bäume springen und streichle sie dort, auch das hilft, dass sie nicht ausrastet.

Bei Hundebegegnungen im Freilauf lasse ich die Hunde kurz hinter mir gehen, das nehmen sie in der Regel sehr gerne an.

Wir laufen Bögen. 

Sie dürfen aber dann auch selbst entscheiden, was sie machen.

 

Ich gehe selbst nicht auf andere Hunde zu, suche in der Regel keinen Kontakt, habe aber auch nichts dagegen, wenn sich etwas ergibt.

Die Erfahrungen mit der ersten Hündin waren die, dass sie sich bei erst friedlicher Kontaktaufnahme bei längerem Verweilen und Unterhaltung immer wie der Platzhirsch aufführte: nur dass du es weisst- ich bin hier das Oberweib.

Da habe ich auch bei den jetzigen ein Auge drauf. Gebranntes Kind.

Nix ist mit selber regeln.

 

Anstürmende Hunde werden konsequent von mir abgeblockt und von meinen so gut wie möglich abgeschirmt.

Fixierende Hunde werden wenn möglich gemieden. Wir bleiben stehen oder gehen weg- die sollen sich bewegen.

Auch nix mit selber regeln.

 

Oft nehme ich Phoebe dann hoch.

Auf dem Arm drücke ich sie mit dem Unterarm und Ellenbogen fest an mich, das hilft ganz eindeutig.

 

Entpuppt sich der andere Hund auch in ihren Augen als harmlos, entspannt sie sich (das kann man fühlen) und ich lasse sie wieder auf die Erde und selbst bestimmen, was sie machen will.

Da ist selber regeln erwünscht.

 

Aber, es gibt Hunde, da rastet sie aus, wird hysterisch, ist nicht zu beruhigen. Auch auf dem Arm nicht. 

Riesenhunde werden durchaus angegriffen, keifend angegangen. 

 

Was sollen die da unter sich ausmachen? Lebensgefährlich!

 

Letzendlich habe ich noch keine Möglichkeit für uns gefunden, ihr das abzugewöhnen in dem Sinne, dass sie es nicht mehr nötig hat.

 

Auch muss sie ja jeden Hund, den sie sieht, bellend melden, 

auch da möchte ich gerne, dass sie entspannter ist. Drücken, Streicheln hilft.

Aber das ist ein anderes Thema.

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vor 4 Stunden schrieb gatil:

Aber, es gibt Hunde, da rastet sie aus, wird hysterisch, ist nicht zu beruhigen. Auch auf dem Arm nicht. 

Riesenhunde werden durchaus angegriffen, keifend angegangen. 

 

Was sollen die da unter sich ausmachen? Lebensgefährlich!

 

Sich mal mit Minyok treffen - oder mit meine Beiden.

 

@mikesch0815 Du brauchst keine Angst haben, es gibt noch mehr Diplomaten unter Hunden - Vasco z. B.

 

Der hat letztens einem Dobermann die Rute hingehalten zum Reinbeißen - weil er genau wusste, der nimmt maximal die Haare, wenn überhaupt.

 

 

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Ich glaube da gibt es sehr viele. Kenne etliche. Meine auch. Für die Begrüßung von Fremden nimmt sie sich sehr viel Zeit und sendet viele Signale vorsichtig aus Distanz, bevor sie sich nähert. Da gibt es auch keine richtigen Feinde, ablehnende kriegen ein deeskalierendes Signal und sie wahrt Individualdistanz, dabei achtet sie aber genauso auf den anderen Halter wie auf mich, sie nimmt da alle Schwingungen auf. Das ist manchmal, bei zu vielen Begegnungen auf Dauer auch anstrengend.

Da  zieht sie es dann vor, lieber eine Runde mit mir (oder echten Hundefreunden) zu spielen, da muß man sich nicht dauernd auseinandersetzen.

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Auch bei "Diplomaten" kann es sein, dass diese Hunde "ausrasten". :rolleyes:

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Das ist wahr. Kann gut selbstkonditioniertes Verhalten (Geh-weg! als Vorsichtsmaßnahme) sein oder  reflexhafte Aufregung (weil der Hund keine echte Strategie entwickelt hat und er im Aufregungsbellen hängenbleibt) oder gar Spielritualisierung ( kennen wir von einem Jack Russell-  keifen weil gejagt werden wollen) oder Angst vor der Größe oder Angst vor der Angst des Halters vor der Größe oder irgendwas anderes sein- jedenfalls ist mir das generalisierte Verhalten bei vonehmlich Kleinhunden schon, wenn auch selten, aufgefallen.

 

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