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Dogsupilami

Bücher zum Thema Aggression beim Hund - ein Überblick

Empfohlene Beiträge

Dogsupilami   

Vor zwei Tagen habe ich das neue Buch von Nora Brede, Ute Heberer und Normen Mrozinski erhalten. Dazu möchte ich Euch meine Meinung mitteilen, die auch andere Bücher zu diesem Thema beinhaltet und kurz bewertet. Ich hoffe, der Beitrag ist für Euch interessant. Vielleicht kennt ihr einen der Autoren ja: Nora ist Dozentin bei "Kynologisch", Ute ist im Vorstand von TINO (Tiere in Not Odenwald) und betreibt u.a. eine Raufergruppe und Normen ist halt Normen, ein Querdenker und betreibt den Blog bei nomro.de
 

"Aggressionsverhalten beim Hund" - Kosmos

 

Das Buch bietet einen sehr guten Einstieg in das Thema "Aggression" bei Hunden.
Durch den Aufbau, der mit der Bedeutung und dem Zweck der Aggression beginnt, auf die zwei Hauptformen der Aggression (gegenüber Artgenossen und gegenüber Menschen) eingeht, die verschiedenen Motivationen für das Aggressionsverhalten vorstellt und schließlich die Körpersprache der Hunde interpretiert, enthält es alle Grundinformationen zu dieser Thematik. Fallbeispiele und Verhaltenstipps für Halter und Trainer runden das Buch ab.

 

Obwohl das Buch auch (besonders im letzten Kapitel) Hundetrainer anspricht, bietet es da fachlich keine Tiefe. Dafür ist es das vermutlich beste Buch derzeit für an diesem Thema interessierte Hundehalter. Es ist eine hervorragende, leicht verständliche Vorbereitung darauf, mit dem eigenen ungewünschte Aggressionen zeigenden Hund eine(n) Hundetrainer(in) aufsuchen. So ist man nicht völlig unbeleckt bzgl. des Themas und kann einen etwaigen Trainer nach dieser Lektüre sowohl besser auswählen als auch seine Arbeit und Professionalität einschätzen.
Eine schöne Ergänzung zu diesem Buch bietet Udo Gansloßers Natürlich aggressiv (Expertenwissen für Hundehalter) mit Beiträgen von G. Bloch, S. Strodtbeck, T. Baumann, A. Lanzerath und weiteren.

 

Umfassend ausgebildete, mit dem Thema daher vertraute Hundetrainer dürften hier dagegen nicht allzu viel Neues entdecken. Als Ergänzungsliteratur ist das Buch allerdings eine Erwägung durchaus wert.

 

Wer Lösungen für die Aggression des eigenen Hundes sucht, der sucht, wie auch bei Duell auf offener Straße von Nadin Matthews vergeblich. Die Autorinnen und der Autor sind sich ihrer Verantwortung genauso bewusst wie Matthews und weisen darauf deutlich hin, dass das MHP-Komplex (Mensch+Hund+Problem) sowohl zu vielfältig ist, um mehr als sehr allgemeine, aber dennoch hilfreiche Managementtipps zu geben als auch im Falle von P = Aggression zu gefährlich, um Vorgehensweisen in die Hände von Leien zu legen.

Das Buch wurde bewusst so geschrieben, dass es von allen Hundehaltern gelesen werden kann, unabhängig davon, wie diese mit ihrem Hund umgehen. Dennoch zeigen einige (echte) Fallbeispiele, dass die oft als modern und dabei fälschlicherweise als besonders artgerecht und einzig fair bezeichneten Trainingsansätze nicht immer tauglich sind bzw. zuweilen sich gar als problemfestigend und -verschlimmernd erweisen.

 

Fachlich tiefergehende aber auch nicht ganz so einfache Literatur bietet, vor allem für Hundetrainer, James O'Heares Das Agressionsverhalten des Hundes: Ein Arbeitsbuch und mit vielen Tipps Nicole Wildes Knurrende Kunden: Aggressionsverhalten bei Hunden: Fallmanagement für Hundetrainer.

Ein übrigens recht ähnlich aufgebautes Buch, allerdings ausführlicher und mit Lösungsansätzen, Trainingsschritten und Therapieplänen aber auch durch sein addressiertes Fachpublikum schwerer aufzunehmen ist das Werk von Dr. Renate Jones: Aggression bei Hunden: Von Besitzanspruch bis Drohverhalten.

 

Keine Literatur ersetzt den auf Aggressionen spezialisierten, erfahrenen Hundetrainer. Das ist auch die Meinung und Botschaft des Autorenteams dieses Buches. Ich schließe mich da an.

Fragen zum Buch bzw. zu allen oben erwähnten Büchern und zum Thema Aggression allgemein beantworte ich in der Beitragsdiskussion gerne.

books_thema_aggressivitaet_bei_hunden.jpg

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gast   

Ich habe zwar keinen aggressiven Hund, freue mich aber immer über Threads zu Literatur! und Lesetipps! Also danke dafür ;)

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Nesaja25   

Ich finde es eigentlich ganz gut einfach ein bisschen darüber bescheid zu wissen. Selbst wenn man keinen aggressiven Hund hat.

Man weiß ja nie was mal kommt und dann ist ein bisschen Hintergrundwissen bestimmt nicht schlecht....

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Amaterasu   
(bearbeitet)

...

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Juline   
(bearbeitet)
vor 4 Stunden schrieb Dogsupilami:

Ein übrigens recht ähnlich aufgebautes Buch, allerdings ausführlicher und mit Lösungsansätzen, Trainingsschritten und Therapieplänen aber auch durch sein addressiertes Fachpublikum schwerer aufzunehmen ist das Werk von Dr. Renate Jones: Aggression bei Hunden: Von Besitzanspruch bis Drohverhalten.

 

Ich finde dieses Buch sehr gut und auch leicht verständlich, auch für Laien.

Es ist sachlich, klar, ausführlich, mit modernem wissenschaftlichen Hintergrund, dennoch praxisorientiert. Absolut lesenswert auch für Nicht-Aggrohundhalter :D

 

Mir hat es in der ersten Zeit sehr geholfen zu kapieren.

 

 

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2010   

Ich habe dermassen viele Bücher im Schrank (Hunde) und bin mittlerweile etwas abgenervt über das 10000000 ste Sachbuch.

Gibt es eigentlich neuere Fachbücher zu diesem Thema?

 

Oder lohnt sich das wirklich?

Die Autoren "kennt" "man" ja. Aber ist das wirklich ein Buch, was neue Erkenntnisse bringt? Oder ist es eine neue gut aufgearbeitete Wiederholung von bestehenden Fakten aus Sicht der Autoren?

 

Ich habe schon schon soviel hochgelobte Fehlgriffe im Schrank, dass ich zögere, obschon mich das Buch neugierig macht.

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Michelle003   

@2010 

Vielleicht kannst du es dir wo leihen? Ich war erstaunt wie viele Bücher in Bezug auf Hunde/Hundeerziehung/... in manchen Bibliotheken vorhanden sind. 

In einer örtlichen oder nahen Bibliothek von dir vielleicht auch. :)

 

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Dogsupilami   

@2010 Nein, keine besonderen neuen Erkenntnisse zu diesem Thema. Ein sehr guter Einstieg und Standardbuch zum Thema, aber nichts überraschendes für Menschen, die sich mit dem Thema schon recht gut auseinandergesetzt haben.

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gast   

Bei Herrn Mrozinski - ein Querdenker ist er nicht, er befindet sich in bester Gesellschaft - vergeht es mir.

 

Ich kenne TiNO nur von dem Tierheim-Posts... hoffe aber für das Buch das Beste...

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Dogsupilami   
(bearbeitet)

@kareki Wenn Du sein Blog kennen würdest, würde Dir die Bezeichnung "Querdenker" eher einleuchten.

 

Hast Du eine schlechte Erfahrung mit ihm gehabt?

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